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Unter die Lupe genommen

08.05.09
Quelle: Red. m4y Klaus Duwe

Auch das Ergebnis der Wahl zum Marathon des Jahres 2008 bestätigt es: Bergmarathons stehen bei den Läuferinnen und Läufern hoch im Kurs.

Ein Lauf in alpinem Gelände ist aber mit keinem City- oder Landschaftsmarathon zu vergleichen. Entsprechend sollte man sich über die jeweiligen Veranstaltungen im Vorfeld informieren, sich vorbereiten und ausrüsten. Auf marathon4you.de gibt es inzwischen von fast allen Bergmarathons ausführliche Laufberichte mit vielen Bildern, Tipps und Informationen aus erster Hand.

Zu speziellen Trainingsmöglichkeiten gibt es hier separate Beiträge. Worauf man nicht oft genug hinweisen kann, ist die Ausrüstung. Das fängt bei den Schuhen an. Trailschuhe sind gegenüber Straßenlaufschuhen stabiler gebaut, haben eine griffigere Sohle und meist wasserabweisende- oder wasserdichte Obermaterialien. Das bisschen Mehrgewicht macht sich noch nicht einmal bei den ganz schnellen Läufern nachteilig bemerkbar.

Als Hobbyläufer ist man bei einem Bergmarathon mit 2000 m Höhenunterschied schon mal 5 bis 6 Stunden unterwegs und von einer Verpflegungsstelle zur anderen dauert es manchmal 1 Stunde und mehr. Eine Trinkflasche und ein paar Energieriegel sollte man deshalb immer dabei haben.

Das Wetter ist in den Bergen oft von entscheidender Wichtigkeit. Nicht nur für Sieg und Niederlage, Finish oder DNF, sondern manchmal auch für Leben und Tod. Angemessene Kleidung, Regen- oder Windjacke sollten für alle Teilnehmer selbstverständlich sein. 

In enger Zusammenarbeit mit dem Veranstalter haben wir für unsere Leserinnen und Leser Informationen zusammengetragen, die man sonst nirgendwo findet oder nur mühselig aus Beschreibungen zu entnehmen sind.

Informationen: swissalpine
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Swiss Alpine Marathon Davos

Wer vom Swiss Alpine spricht, meint den K 78. Es ist der Berg-Ultra schlechthin. Marathon- und Bergerfahrung sind Voraussetzung. Und die kann man gleich doppelt im Rahmen des Swiss Alpine sammeln. Es gibt den C 42, der mit 470 m Anstieg aber 1080 m Abstieg insgesamt als anspruchsvoller Landschaftslauf einzustufen ist und den K 42, der in Bergün startet, ab dort weitgehend mit dem K 78 identisch und mit 1890 m Anstieg eine echte Herausforderung ist.

Zwölf Stunden hat man für den K 78 Zeit. Unterwegs müssen bestimmte Durchgangszeiten eingehalten werden. Wer zum Beispiel einen flachen Marathon in 4 Stunden läuft, muss für die 78 km mit 2320 m Höhendifferenz 10 - 11 Stunden einrechnen. Das Wetter spielt beim Swiss Alpine eine sehr wichtige Rolle. Es ist Hochsommer und Gewitter nicht ungewöhnlich, aber gefährlich. Es hat auch schon geschneit. Von der Möglichkeit, Gepäck nach Bergün bringen zu lassen, sollte man unbedingt Gebrauch machen.

 
Start im Spotzentrum Davos
© marathon4you.de 10 Bilder

Um 8.00 Uhr geht es im Sportzentrum in Davos (1538 m) los. Über Spina (km 12), Monstein (1626 m – km 17) und das sagenhafte Wiesner Viadukt  kommt man nach Filisur (1032 m  - km 31) und hat zwar gut 500 Höhenmeter verloren, aber alles andere als einen Tempolauf hinter sich. Dauernd wechselt der Untergrund, es geht rauf und runter. Der Veranstalter gibt den Läufern für diesen Streckenabschnitt 3:40 Stunden Zeit und weiß warum. Auch die 70 Minuten für die 8 Kilometer nach Bergün (1335 m – km 39) nimmt mancher Hobbyläufer voll in Anspruch. Wer nach 12.50 Uhr eintrifft, wird aus dem Rennen genommen und fährt mit der Bahn zurück nach Davos. Hier sollte man unbedingt seine Kleidung überprüfen und gegebenenfalls ergänzen. Ohne Wind- Regen- und Sonnenschutz sollte man nicht weiter gehen. Eine Getränkeflasche und ein paar Energieriegel können auch nicht schaden.

Insgesamt ist die Strecke bis Bergün nicht sonderlich schwer. Auch die folgenden acht Kilometer durch’s Val Tuors bis Chants  (1822 m – km 47) werden niemanden überfordern, haben es aber mit 500 m Anstieg in sich. Nach 14.05 Uhr geht es für die Läufer hier nicht weiter. Der Veranstalter behält sich vor, hier nicht ausreichend ausgerüstete Läufer zurückzuweisen.

Jetzt beginnt der Swiss Alpine. Knapp 4 Stunden geht es durch alpines Gelände mit allem, was dazu gehört, Schneefelder eingeschlossen. Mit Ausnahme der Keschhütte (2632 m – km 53) und einer sehr kleinen Hütte am Scalettapass (2606 m – km 60) gibt es keinen Untersand und keine Einkehrmöglichkeit. Beim K 42 läuft man ab der Keschhütte hinunter zur Alp Funtauna und von dort ab Scalettapaß wieder mit dem K 78.

Sowohl an der Keschhütte als auch am Scalettapaß wird eine medizinische (Schnell)Kontrolle durchgeführt. Lächelnd  schaut dir der Doc in die Augen, stellt dir eine Frage und wenn du die falsche Antwort gibst, bist du raus. Nein, so ist es nicht. Aber wenn der Rennarzt Bedenken hat, wird eine Ruhepause verordnet oder der Läufer aus dem Rennen genommen.

Der Panoramatrail wird gerne unterschätzt. Aber der 7 Kilometer lange, schmale Pfad ist niemals eben und erfordert äußerste Konzentration. Der Abstieg vom Scalettapass hinunter nach Dürrboden (2007 m – km 65) ist wegen seiner extrem steilen Passagen für viele Teilnehmer der schlimmste Streckenabschnitt überhaupt. Für die anderen sind es die letzten 13 Kilometer.  Der hügelige Wiesenweg durch’s Dischmatal und ein letzter Anstieg kurz vor dem Ziel rauben die letzten Kräfte. Dann kommt aber der triumphale Einlauf im Sportzentrum, der für alles entschädigt.

Start: Davos (1538 m)
Ziel: Davos (1538 m)
Höchster Punkt: Keschhütte (2632 m)
Streckenlänge: 78 km (6 weitere Wettbewerbe 11 – 42 km)
Zeitlimit: 12 Stunden
Anstieg: 2320 m
Teilnehmerzahl 2008 (Finisher): 839 K 78, 874 K 42, 205 C 42
Verpflegungsstellen: 21
Anzahl Sanitätsposten: 12 stationär, 2 mobil und 1 – 3 Heli San Teams
mit insgesamt 105 Sanitätern, Samaritern, Physiotherapeuten usw.  

Anzahl Helfer: 950 gesamt

Anzahl Ärzte: 15

Sonstiges: Rettungsheli kann im hochalpinen Bereich Chants-Dürrboden innerhalb 5 Minuten an jeder Stelle sein. Auf Keschhütte (höchster Punkt, km 53) ist ein Feldspital für die Erstversorgung eingerichtet. Der Rettungsdienst des SAD ist total vernetzt mit dem Spital Davos

Ausstiegsmöglichkeiten (Rennabbruch, Rücktransport):
km 39, Bergün
km 53, Keschhütte - Abstieg zu Fuss zurück nach Chants, Rückfahrt ab Chants.
km 64, Dürrboden

Unterstandsmöglichkeiten: Keschhütte (beheizt, für 300 Personen)
Alp Funtauna  (falls Panormatrail gesperrt, unbeheizt, für 500 Personen)

Weitere Sicherheitsmassnahmen:

unterschiedliche Streckenführungen, je nach Witterungsverhältnissen

bei guten Bedingungen: Keschhütte -Panoramatrail – Scalettapass – Dischmatal
bei Gewitter/starker Abkühlung: Keschhütte – Sertigpass – Sertigtal
bei sehr starken Niederschlägen, Schnee: Ersatzstrecke Davos – Filisur – Bergün – Schmitten – Zügenschlucht – Davos

bei Wetterverschlechterung während des Rennens: Umleitung K78 über Alp Funtauna statt Panoramatrail oder Rennabbruch

Kleidertransport/Ausrüstung: von Davos nach Bergün (und zurück)

 

Informationen: swissalpine
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