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Laufberichte

"Schönste Marathonstrecke der Welt"

11.09.04
Autor: Klaus Duwe

Leistungsprüfung vor Eiger, Mönch und Jungfrau

 

Gerne als die „schönste Marathonstrecke der Welt“ bezeichnet, tritt der Jungfrau-Marathon gegen immer zahlreicher werdende Konkurrenz im Alpenraum an. Dabei hat jede Strecke ihre eigenen besonderen Reize und jede Veranstaltung ihre Vorzüge. Der Jungfrau-Marathon übt aber schon eine ganz besondere Faszination aus. Noch immer ist das auf 4000 Teilnehmer limitierte Läuferfeld vorzeitig ausgebucht. Wer den diesjährigen Marathon wieder miterlebt hat, weiß, dass das vorerst so bleiben wird.

 

Der Unterschied zu anderen Berg-Marathons ist nicht die Strecke alleine, es ist das Rahmenprogramm, die ganz besondere Atmosphäre schon an den Tagen vor dem großen Rennen und die Identifikation der Bevölkerung mit dieser Veranstaltung. Man denke nur an die großartige Stimmung in Bönigen, das Tour-de-France-Feeling in Lauterbrunnen, die bunt geschmückte Durchgangsstraße in Wengen und zwischendrin vor einzelnen Wohnhäusern und Höfen immer wieder Glockengeläut, Musik und begeistertes Klatschen, Rufen und Kreischen.

 

Oft sind es auch Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die Plakate und Transparente „Welcome Runners“ an den Zufahrtstraßen nach Interlaken, die zeigen, dass der Läufer im Mittelpunkt steht.

 

Die Veranstaltungen im Casino-Kursaal Interlaken am Vorabend (mit Marathon-Messe, Pasta-Essen, viel Musik, Wetter-Show und Präsentation der SpitzenläuferInnen) und die Cool- Runners-Party am Samstag (mit Sieger-ehrungen und Interviews ab 19.00 Uhr, viel Musik und Präsentation des Videos von den Laufstrecken) sind allerdings absolute Spitze und nicht leicht zu toppen. In Lauterbrunnen wird parallel ein ebenfalls gut besuchtes Unterhaltungsprogramm angeboten, am Freitag zusätzlich mit Gottesdienst und Gospelchor.

 

Gestartet wird um 8.45 Uhr vor dem mondänen Victoria- Jungfrau Hotel, nachdem Alphornbläser und Fahnenschwinger das Läuferfeld und die überaus zahlreichen Zuschauer auf das Großereignis eingestimmt haben. Es wird eine kleine Runde durch Interlaken (566 m) gelaufen und nach nur 3 km wird das Startgelände erneut erreicht. Jetzt geht es aber vorbei am Bahnhof nach Bönigen am Brienzer See (568 m), seit jeher eine Stimmungshochburg. Die Musikkapelle am Seeufer und die Burschen mit den übergroßen Glocken, rechts und links der Straße postiert, dürfen auf keinen Fall fehlen. Die Strecke führt weiter nahezu eben nach Wilderswil (585m - 10 km), wo es dann aber gleich nach der uralten Holzbrücke zuerst recht steil, dann gemächlich steigend weiter geht über Gsteigwiler, Zweilütschinen (652 m – 15 km) nach Lauterbrunnen (810 m – 21 km), dem Marathondorf unter dem Staubbachfall.

 

Die Straße ist bunt geschmückt und die Atmosphäre unbeschreiblich. Hier wird die Halbmarathon-Zwischenzeit genommen. Die Strecke führt weiter ins Tal hinein, vorbei am Campingplatz, bis auf der Fahrstraße leicht abwärts wieder Richtung Lauterbrunnen gelaufen wird. Sogar hier draußen auf den Wiesen stehen Leute mit Glocken und feuern die LäuferInnen an. In diesem Jahr spielt sogar eine Reggae-Band auf und erhält von den Marathonis dafür kräftig Applaus.

 

Zuerst wird das große Marathon-Festzelt von Lauterbrunnen , dann bei 25 km Trümmelbach erreicht. Jetzt ist Schluß mit lustig. Über 26 Serpentinen geht es hinauf durch den Wengwald nach Wengen (1284 – 30 km). Die Umstellung auf diesen extremen Anstieg fällt schwer und ist schmerzhaft. Zügiges Gehen ist angesagt. Erst kurz vor Wengen wird es etwas flacher und es ist auch wieder langsames Laufen möglich.

 

Der weltbekannte, autofreie Skiort Wengen ist wieder festlich geschmückt, der Lauf durch den Ort ist ein Genuss und Ansporn für die jetzt bevorstehende Prüfung. Knapp 1000 Höhenmeter sind es noch bis zum höchsten Punkt. Gleich nach Wengen geht es auf gut befestigter Straße in wechselnden Steigungen über Haneggschuß (1585 m – 34 km) zur Mettlenalp (1720 m – 36 km). Unterhalb des Bahnhofs ist das Ziel auf der Kleinen Scheidegg schon gut zusehen. Ein kurzes Stück geht es jetzt abwärts zur Seilbahn Wixi (1830 m – 38 km). Hier heißt es an der reich bestückten Verpflegungsstation auftanken für den letzten und härtesten Anstieg.

 

Das Panorama ist atemberaubend: das berühmte Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau mit den höchsten Eiswänden der Alpen, Gletscher, Felsen und saftige Weiden. Aber es geht weiter steil nach oben, auf schmalem Pfad über die berüchtigte Moräne (40 km) zum höchsten Punkt am Eigergletscher (2205 m, dazwischen sind noch einmal zwei Stationen mit Getränken!). Jetzt eine flache Passage, vorbei am schon lange herbei gesehnten und unermüdlich aufspielenden Mountain-Piper MacAlpin alias Roman Kaeslin. Dann ein felsiger Übergang, den kräftige Arme und Hände helfen zu überwinden, und es geht abwärts zur kleinen Scheidegg, durch den mit vielen bunten Fahnen geschmückten Zielbogen und unter dem Applaus der vielen Zuschauer ins Ziel.


Streckenbeschreibung:

Punkt-zu-Punkt-Kurs mit Start in Interlaken und Ziel auf der Kleinen Scheidegg. Flacher Teil bis 10 km auf Asphaltstraße, dann ein Abschnitt mit leichtem Anstieg und kurzen Abwärts-Passagen bis 26 km (abwechselnd Wald- und Teerstraßen) und dem Anstieg bis auf 2205 m auf Wander- und Bergwegen. Anstieg gesamt 1821 m.

 

Zeitnahme:

kostenloser Leih-Chip, Zwischenzeiten in Lauterbrunnen und Wegen. Jeder Kilometer ist deutlich angegeben, auf den Steigungen Markierungen alle 250 Meter.

 

Rahmenprogramm:

Am Freitag einmaliges Rahmenprogramm im Casino in Interlaken mit Marathon-Messe, Pasta- Essen bei viel Musik, Wetter-Show, Präsentation der SpitzenläuferInnen mit Interviews und zur Einstimmung auf etlichen Monitoren das Video der Vorjahres-Veranstaltung. Hier gibt es auch die Startunterlagen. Nach dem Rennen an gleicher Stelle Cool-Runners-Party , mit Guggemusik und Unterhaltungskapelle, Siegerehrung und Präsentation der Videoaufnahmen vom Lauf und Ausgabe der Urkunden.

 

In Lauterbrunnen findet parallel ebenfalls ein stimmungsvolles und gut besuchtes Programm im großen Festzelt statt. Zusätzlich am Freitag mit Gottesdienst und am Sonntag Vormittag mit Brunch.

 

Weitere Veranstaltungen:

Am Freitag Jungfrau-Minirun für SchülerInnen und Jungendliche, und Nachwuchsrennen 2004 zum ersten mal die Jungfrau-Meile mit 16 eingeladenen SpitzenläuferInnen.

 

Auszeichnung:

Medaille, Urkunde, Finisher-Shirt

 

Logistik:

Wer in Interlaken übernachtet, ist bequem zu Fuß am Startplatz. Autofahrer müssen den ausgewiesenen Marathon-Parkplatz benutzen und kommen mit Shuttle-Bussen zum Start. Vor dem Start geben die Teilnehmer beim Casino ihren Kleiderbeutel ab, der dann zum Ziel auf der Kleinen Scheidegg gebracht wird. Warme Kleidung nicht vergessen. Die Zugfahrt von der Kleinen Scheidegg hinunter nach Lauterbrunnen und Interlaken ist ein weiteres Highlight. Ihr erlebt den Jungfrau-Marathon noch einmal aus anderer Perspektive.

 

Verpflegung:

Optimal! 11 Verpflegungsstationen und noch einmal mindestens 4 Getränkestellen. Es gibt Wasser, Cola, Iso, Bouillon, Riegel, Gel und das berühmte Birnbrot. Beachtet den Plan mit der Wettkampfverpflegung im Programmheft.


Zuschauer:

Zahlreiche Zuschauer und Super-Stimmung an Start und Ziel, in den Ortschaften und teilweise an der Strecke. Auf den Bergstrecken natürlich etwas ruhiger. Aber auch hier immer wieder Gruppen mit Kuhglocken und aufmunternden Zurufen. Der Dudelsackspieler Roman Kaeslin am Ende der Moräne muss noch einmal extra erwähnt werden.

 

Temperaturen:

Der Temperaturunterschied zwischen Interlaken und Kleiner Scheidegg muss unbedingt beachtet werden. Maßgeblich sollte der aktuelle Wetterbericht sein, der am Freitagabend ausgegeben wird. 2004 war es so, dass es kurz vor dem Start zwar geregnet hat, es aber mit 15 Grad nicht zu kalt war. Später lockerte die Bewölkung auf und es war sonnig und richtig warm, genau wie vorher gesagt.

 

Unterkunft:

Alles ist im Angebot: Campingplatz, Pensionen und Hotels in allen Kategorien und Preislagen. Informationen über den Veranstalter, die Verkehrsbüros und bei Reiseveranstaltern. Siehe Marathon-Reisen.

 

Besonderer Hinweis:

Das Teilnehmerfeld ist auf 4000 limitiert. Die Startplätze wurden in den vergangenen Jahren bereits im Frühjahr ausgelost. Rechtzeitige Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Es ist auch möglich, im August/September Startplätze von Läufern zu erwerben, die umständehalber nicht teilnehmen können. Gästebuch auf der Website des Jungfrau-Marathon beachten.

 

Informationen: Jungfrau-Marathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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