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Laufberichte

Crossig durch den Nordharz

 

Läufer, die nicht so gern über den Asphalt der Städte laufen und dafür malerische Landschaftsläufe lieben, für die ist der Harz ein Muss. Freunden von Cross- und Trailrunnig  wird auf den herrlichen Laufstrecken des Harzes und bei rund 40 verschiedenen Laufveranstaltungen vom 5km bis zum 3-Tageslauf alles geboten. 

Hier gibzt es weitere Informationen zum Harz als Läufer-Mekka

Der Harz ist ein Mittelgebirge in der Mitte von Deutschland, mit dem Brocken als höchste Erhebung (1141m). Er zieht sich von Seesen bis zur Lutherstadt Eisleben über ca. 110km Länge. Der gesamte Harz hat soviel zu bieten, dass man schon davon zig Seiten füllen könnte, aber wir wollen den Harz laufend erkunden. Apropos, laufend waren auch schon Goethe und Heinrich Heine hier und auch sie waren begeistert.

Im Harz gibt es auch heute noch Elend und Sorge, wobei Sorge überwiegt. Sorge und Elend sind  zwei kleine Ortschaften im Oberharz, die Erstgenannte ist die etwas Größere. Zwischen beiden liegen nur 10 Autominuten.

Und auch das gibt es: Vom Ober- zum Unterharz geht der 18km lange Harzer Naturistenstieg, den ersten offiziellen FKK-Wanderweg. Den werden wir heute nicht laufen.

Während der Homo erectus und der Neandertaler hier im Harz die Tiere jagten, so jagen heute die Läufer die Kilo- und Höhenmeter. Sowohl der Bad Harzburger Bergmarathon als auch der Brocken-Marathon (Oktober) sind da gute Beispiele. Wer den Harz laufend erkunden will, dem empfehle ich außerdem die 50km Harzquerung (April), den 216km langen Hexenstieg-Ultra (April) und den 71km Ottonenlauf (August).

 
© marathon4you.de 10 Bilder

Im Sportpark in Bad Harzburg ist heute das Veranstaltungszentrum sowie Start und Ziel. Kurz vor dem Sportpark gibt es an der Straße ein Hinweisschild „Vorsicht Krötenwanderung“. Die meinen doch wohl nicht uns Läufer, wenn wir uns heute über die Berge quälen?

Wir sind auf bzw. neben der Galopprennbahn von Bad Harzburg. Hier wird schon seit über 130 Jahren Galopp-Rennsport veranstaltet. Über 50 Vollblüter streiten im Juli eine Woche lang über verschiedene Distanzen um Pokale und Geldpreise. Bei den Läuferinnen und Läufern geht es dieses Wochenende wenige um Geld, dafür um mehr Kilometer. Das hier steht auf dem Programm: Bambinilauf ca. 500 m, Schnupperlauf ca. 1,5 km, Aktiv-Lauf ca. 6 km, Fit-Lauf ca. 11 km, Halbmarathonlauf und Marathonlauf sowie die Walking/Nordic-Walking Strecken Halbmarathon, ca. 11 km und  ca. 6 km absolvieren.

Der erste Start erfolgt um 10 Uhr, Zielschluss für alle Strecken ist 17:30 Uhr. Das heißt für den Berg-Marathon (42,3km - Start Zeit 10:10 Uhr) mit über 1000 Höhenmetern hat man 7 Std. und 20 min. Zeit. Das nenn‘ ich moderat.

Veranstalter sind unter anderem die Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe der Stadt Bad Harzburg mit verschiedenen Sportvereinen. Das Marathonstartgeld beträgt je nach Anmeldung zwischen 18€ und 25€ und beinhaltet einen Gutschein für die Burgbergseilbahn und das Silberbornbad. Wer sich schnell angemeldet hat, erhält in diesem Jahr noch ein Sporthandtuch. Die Startunterlagenausgabe an der Rennbahn ist am Freitag von 17-20 Uhr und am Samstag ab 8 Uhr geöffnet.

In den Startunterlagen ist auch ein Los, mit dem man automatisch an einer Tombola teilnimmt. Ich gewinne einen Eiskratzer. Ganz so kalt (knappe 10 Grad) ist es nicht, aber eine etwas dickere Jacke ziehe ich mir für den Lauf schon an.

Bei einem kleinen Rundgang entdecke wieder einige Läufer, die ich schon seit Jahren kenne und die wie ich lieber einen Wald- als Citylauf machen. Es wird heute zwar wieder schwer, aber das großzügige Leitlimit läßt keine Hektik aufkommen.

 
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Nach den „Halben“ um 10 Uhr sind die Marathonis an der Reihe. Den Startschuss gibt der Bürgermeister. Fast wie die Rennpferde legen die Schnellsten los. Weiter hinten im kleinen Feld haben die alten Hasen die Ruhe weg und traben langsam an.

Einige Läufer hatten in der Vergangenheit wohl mal geäußert, die Streckenlänge sei nicht ganz korrekt. Man hat nachgemessen und nachgebessert und garantiert nun eine exakte Länge von 42,3 km. Da bin ich ja beruhigt.

Wir umlaufen ein Stück den Golfplatz und dann tauchen dann in den Wald ein, in dem wir heute eine große Runde zweimal laufen.  2km geht es leicht aufwärts am Waldrand entlang zum Waldcafe Goldberg. Eine Holztafel weist den Weg zum „Abschiedswald“. Ein schöner Name für einen Friedhof, hier allerdings für einen für Tiere. Ein Stück weiter ist im dichten Wald versteckt der Campingplatz Göttingerode. Für die erste tüchtige Steigung bei km 5 nehmen wir auf einem Gefällstück Anlauf. Hab ich noch gar nicht gesagt, dass uns kräftiger Regen begleitet?

Rechts unter uns liegt das Tal der Oker, die ein Stück weiter südlich in den großen Okerstausee fließt. Trotz des  Regens haben wir einen guten Fernblick. Bei km 5,5 geht`s durch eine Serpentine aufwärts und wir umrunden den Adenberg.

11 Kilometer sind geschafft, als wir auf ein einsames Dixi-Klo am Waldrand treffen. Kurz danach kommt die Versorgungsstation. Wäre umgekehrt nicht besser? Die jungen Leute sind sehr freundlich, obwohl sie ganz schön frieren. Und dann auch noch der Regen. Wir wollen gerade den Stand verlassen da kommt von hinten Powerschnecke, Lahmsogge oder Schneggi -  Prof. Hans D. aus B. 

Nur  ca. 300 Meter lang ist das flache Stück, dann geht es weiter aufwärts. Bis dahin kann ich Schneggi  noch in Schach halten, dann „versägt“ er mich, wie er immer so schön sagt. Macht nix, er ist halt besser.

Bei den Dachsklippen haben wir eine kurze Erholung und dann geht`s wieder aufwärts zum Huthberg. Es sind über 120 Klippen im Harz namentlich erwähnt, eine Dachsklippe ist nicht darunter. Dafür aber die Hexenküche, der Feigenbaum, der Treppenstein und die Kästeklippen auf dem Huthberg. Egal, zu sehen gibt es an den wenigen Lichtungen vor lauter Dunst und Regen sowieso nichts. Bei km 14 geht es über den 643m hohen Breitenberg. Wie hingeschmissen liegen große Granitfelsen in der Gegend rum. In kleinen Bächen sucht sich das Regenwasser einen Weg und wir erreichen des höchsten Punkt der Strecke. Ich denke zunächst einmal lieber nicht daran, dass ich das Ganze ja wiederholen muss.

Jetzt  kommt aber erst mal eine lange Bergabstrecke einer Schneise mit Blick zum Brocken. Theoretisch, heute ist nur Nebel zu sehen. Vielleicht haben wir auf zweiten Runde mehr Glück, in der Wettervorhersage war ja nur für den Vormittag Regen angesagt. Unterwegs kreuzt ein Feuersalamander den Weg. Hoffentlich überlebt die selten gewordene Amphibie den ungewohnten Betrieb.

 
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Wir kommen schon in Sichtweite von Bad Harzburg. Ein kurzer Blick ins Tal. Noch rund 3 Kilometer bis zum Ende der 1. Runde. Bevor es auf den matschigen Trail geht, noch eine Versorgung. Hier läuft Heiner Schütte zu uns auf. Er veranstaltet am 23.11.2013 den 1. Schloss Marienburg-Marathon in Nordstemmen-Adensen. Ein Landschaftsmarathon in einer wunderschönen Umgebung.

Hier gibt es Infos

Ein schnelles Foto und ab in den Dreck.

Kurz hinter km 18 erreichen wir den Waldrand mit einigen Wohnhäusern. Wir kommen am Naturfreundehaus vorbei. Crossig geht es zuerst über schmierige Stufen, dann auf matschigem, ansteigendem  Weg  zum Ausgangspunkt der 2. Runde.

Das Wetter wird einfach nicht besser, es regnet und regnet, manchmal weniger, manchmal mehr. Da macht auch die vermeintlich richtige Kleidung kaum einen Unterschied. Läufer und Helfer sind nass bis auf die Haut. Trotzdem sind alle supernett und erzählen und lassen nicht nach zu erzählen, dass es das erste Mal beim Berglauf regnet und dass bereits im nächsten Jahr wieder die Sonne scheint.

Wir sind auf der schon bekannten Strecke, trotzdem entdecke ich neue Details. An einem Zaun sind sämtliche Strecken markiert. Maßgeblich für uns sind jetzt die Halbmarathon-Markierungen mit den Restkilometern.  Regen und Kälte bleiben unser Begleiter. Die Wettervorhersage ist für heute einfach nur falsch. Da Günter und ich heute mal wieder zusammenlaufen, vergeht die Zeit trotzdem schnell.

Wir kommen wieder zu dem Bergabstück mit der Brockenschneise. Diesmal bremse ich ab und mache ein Foto. Zu sehen ist alles, nur der Brocken nicht. Ein einheimischer Radler bestätigt uns aber, dass bei schönem Wetter alles da ist.

Sind Salamander gesellig? Jedenfalls sehen wir jetzt eine ganze Gruppe. Dann kommt das Ende der Schleife und das Hinweisschild „Alle Strecken Ziel“. Das nehmen wir doch gerne. Nach dem Golfplatz wird es noch besser: letzter Kilometer.

Wir umlaufen den Sportpark und kommen neben der Haupttribüne ins Ziel. Es ist zwar kaum noch jemand da, den es interessieren könnte, aber wir werden namentlich angekündigt. Die Letzten sind wir damit aber nicht. Unter den 78 Marathon-Finishern sind einige noch intensivere Genießer, z. B. Ha-Jo Meyer Brigitte Kozcy und Ute Hagemann. Die endgültig Letzten kommen nach 6:46 ins Ziel und nutzen damit immer noch nicht das Zeitlimit aus. Sieger sind wir alle und als solche reicht man uns ein wohlverdientes alkoholfreies Weizenbier. Dass heißes Duschen auch zu später Stunde möglich ist, sei nicht verschwiegen.

 
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Fazit: Der Lauf führt überwiegend durch Wald mit einigen Aussichtspunkten und  herrlichen Klippen und Granitfelsen. Es gibt lange Anstiege und Bergab-Passagen. Die Marathonkilometer werden auf zwei Runden gesammelt. Laut Garmin kommen doppelt so viele Höhenmeter wie beim Kyffhäuser zusammen. 

Marathonsieger
Männer

1.  Jörn Hesse  Dellingser SC   2:58:58,6
2. Holger Müller      3:12:13,1
3. Falko Bozicevic  fullhouse it-running-team 3:18:15,8

Frauen
1. Sonja Beerbaum     3:34:44,6
2. Silja Rolfing  LG Elmshorn   3:38:07,3
3. Ute Deters  Team Erd. Alkoholfrei  3:55:34,1

 

Informationen: Bad Harzburger Bergmarathon
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