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Laufen nach dem Pieks?

09.06.21
Quelle:

 

DHGS-Expertin Prof. Dr. med. Meike Hoffmeister zu Sport
nach einer Corona-Impfung

 

Immer mehr Menschen erhalten in Deutschland gerade den langersehnten „Pieks“ und damit eine Impfung gegen Covid-19. Wie sollte man sich nach einer Impfung in Bezug auf sportliche Betätigung verhalten – ist es beispielsweise ratsam, die gewohnte abendliche Jogging-Runde zu drehen? Prof. Dr. med. Meike Hoffmeister, Professorin für Sportmedizin an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport (DHGS) klärt hierzu auf: „Nach einer Impfung ist grundsätzlich nichts gegen leichte sportliche Betätigung einzuwenden, jedoch sollte man nicht unmittelbar vom Impfzentrum im Sprinttempo nach Hause rennen. Nach sechs Stunden spricht jedoch nichts dagegen, seinem gewohnten Training nachzugehen, sofern man beschwerdefrei ist. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, verschiebt sein Training auf den kommenden Tag.“

Gleiches gilt auch für andere Sportarten wie Schwimmen, Tennis oder Krafttraining: „Solange keinerlei Reaktionen auftreten, ist nichts gegen den gewohnten Sport einzuwenden“, so Meike Hoffmeister weiter, „gegebenenfalls kann man auf ein Alternativtraining umsteigen, sollte beispielsweise der sogenannte „Impfarm“ auftreten und einem Sport wie Werfen oder Krafttraining an den Armen entgegenstehen. Um unerwünschte Nebenwirkungen zu reduzieren, ist es wichtig, keine Überlastungen zu provozieren.“ So hätten auch frühere Untersuchungen in Bezug auf die Grippeimpfung schon ergeben, dass der Gewohnheitsgrad in Bezug auf die sportliche Betätigung auch in Zusammenhang mit einer körperlichen Immunantwort steht. Demnach gibt es sogar Hinweise auf eine tendenziell bessere Immunantwort, wenn die geimpfte Person weiterhin ihrem Sport nachgeht. 

 

 

„Nach einer Impfung ist grundsätzlich nichts gegen leichte sportliche Betätigung einzuwenden, jedoch sollte man nicht unmittelbar vom Impfzentrum im Sprinttempo nach Hause rennen"

 

Keinesfalls trainieren sollte man jedoch – wie auch ansonsten ohne Impfung – beim Auftreten von Fieber oder starken lokalen Entzündungsreaktionen. Bei leichten Erkältungsbeschwerden sei jedoch nichts gegen ein Training einzuwenden. Die prophylaktische Einnahme von Schmerzmitteln sei jedoch mit Vorsicht zu genießen, es ist aktuell noch nicht klar, ob diese sich unter Umständen störend auf die Immunantwort auswirken können, wenn sie unmittelbar im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung eingenommen werden „Zusammenfassend kann man sagen: Wer nichts merkt, kann nach einer kurzen Pause wieder dem gewohnten Training nachgehen“, so Meike Hoffmeister.

Über Prof. Dr. med. Meike Hoffmeister
Meike Hoffmeister ist seit dem WS 2018/19 als Professorin für Sportmedizin an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport (DHGS) am Studienzentrum Unna tätig. Sie studierte an der Philipps-Universität Marburg Medizin und hat einen Facharzt für „Orthopädie und Unfallchirurgie und die Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“. Nach einer langjährigen klinischen Zeit in mehreren Krankenhäusern war sie am Lehrstuhl für Sportmedizin an der bergischen Universität Wuppertal als wissenschaftliche Angestellte tätig und arbeitete außerdem in einem interdisziplinären Zentrum mit Schwerpunkt chronische Schmerzpatienten, Rheumatologie und Fibromyalgie. Daneben ist Meike Hoffmeister selbst erfolgreich sportlich aktiv: Sie ist in ihrer Altersklasse mehrfache Deutsche Meisterin der Ärzte und Apotheker im Triathlon sowie amtierende Deutsche Meisterin im Laser-Run und hat zwölf Ironman absolviert, unter anderem in Kalmar (Schweden), auf Lanzarote und zwei Mal auf Hawaii (World Championships). 2007 hat sie auf der Olympischen Distanz an der Triathlon-WM in Hamburg teilgenommen.

Über die DHGS
Die Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (DHGS) ist mit ihren rund 1.500 Studierenden eine der größten privaten Hochschulen in Berlin. Die DHGS bietet anwendungsorientierte Studiengänge im semi-virtuellen Format ebenso an Studienzentren in NRW (Unna) sowie Bayern (Ismaning) an und ab dem Wintersemester 2021/2022 auch in den Veranstaltungsorten Hamburg, Frankfurt am Main und Mannheim.

 
 

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