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Laufberichte

Dafür eine Eins mit Stern

29.08.10

Jöchligrat

 

Die Bergwacht sitzt nicht weit davon entfernt und überwacht unsere Turnerei. Auch auf dem gesamten Abschnitt hierüber von der Heilbronner Hütte wird die Sektion in überschaubaren Abständen von der Bergrettung vorbildlich kontrolliert. Unmittelbar nach der Flussüberquerung folgt ein 263 Höhenmeter-Extremanstieg auf einem schotterigen und glatten Weg zum Muttenjoch hinauf. Der Wind bläst uns spürbar eisige Luft entgegen, ich zieh mir daraufhin mein Piratentuch über die Ohren und gleich ist es erträglicher.

Alles vergessen macht aber der Blick hinüber zum schneebedeckten Grottenkopf, runter ins Tal zu türkisblau schimmernden kleinen Gebirgsseen und überhaupt, es ist einfach spektakulär und grandios. Der höchste Punkt der Strecke liegt unterhalb der Gaisspitze am Muttenjoch auf 2.620 m, womit der Silvretta-Ferwall-Marathon in den Alpen nur noch vom Graubünden-Marathon und dem Swiss Alpine Marathon in Davos übertroffen wird. Aber es pfeift empfindlich kalt hier oben, eine besonders gastliche Stelle ist dieser dritte Versorgungspunkt nicht. Plusgrade werden wohl kaum erreicht werden, der Wind-Chill-Faktor ist noch deutlich höher. Mit den Herren der Bergwacht, die diesen VP betreuen, möchte ich in keinen Fall tauschen und spreche für ihr Ausharren großes Lob aus.

 

Muttenjoch

 

Was folgt ist der ca. 7 km lange Ablauf hinunter ins Paznaun. Nach 3 km erreichen wir die Friedrichshafener Hütte auf 2.150 m (km 22). Im Windschatten der Hütte ist Kontrollstelle 4 und eine Jausenstation eingerichtet. Meine erste Aufmerksamkeit widme ich den deftigen Cabanossi-Würsten und Käsesemmeln, man könnte sich fast fühlen wie am Rennsteig. Nach einer ersten Sättigung fällt mein Blick auf einen dampfenden Kessel mit Kamin im Hintergrund. Ich lasse mir einen Becher einer heißen, frisch vor Ort zubereiteten Minestrone-Suppe mit reichlich Nudelstücken überreichen. Ahh, für diese Speise lasse ich mir gerne noch etwas Zeit und nehme auf einer Bierbank platz. Ich hab drei Wörter für diesen Hochgenuss übrig: delikat, unübertroffen, sensationell. Diese Suppe alleine war den ganzen Weg hierher schon wert. Dafür gibt es von mir eine Eins mit Stern.

 

Muttenjoch - Friedrichshafener Hütte

 

Nach der Hütte verläuft der weitere Weg erst noch ein Stück querfeldein über den Hang, aber schon bald stoßen wir auf eine Fahrstraße die uns in Serpentinen ins Tal führt. Bergablauffans werden hier ihre wahre Freude haben und auch mir gefällt es vorzüglich. Nicht allzu steil, auf relativ ebenen Untergrund kann man es hier so richtig krachen lassen. Direkt nach überqueren der Paznaunstraße kann wieder verpflegt werden. Über die Trisanna geht der Weg jetzt auf der anderen Seite des Tals in den Maißwald hinein. Zwei Drittel der Strecke sind geschafft.

 
 

Informationen: Silvretta-Ferwall-Marathon
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