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Laufberichte

Wer den nicht läuft, ist krank

27.09.09
Autor: Klaus Duwe

Riva

Voraus ist schon Riva zu erkennen, das am Fuß des Monte Brione liegt, der wie eine riesige Steinplatte aus dem See emporragt. Mit viel Schwung, weil leicht abwärts, laufen die Marathonis durch ein Spalier von Zuschauern am Hafen vorbei direkt auf den Torre Apponale zu. Der 34 Meter hohe Uhrturm aus dem Jahre 1220 gehörte einmal zur ersten Befestigungsanlage. Man kann ihn besteigen und hat dann einen schönen Rundblick. Viel bejubelt geht es durch eine schmale Einkaufsstraße und zur Rocca di Riva, der ganz von Wasser umgebenen Stadtburg, die ihr heutiges Erscheinungsbild im 16. und 17. Jahrhundert erhielt.

Wie auf einer Terrasse läuft man auf einem mit Balustraden begrenzten Weg am See entlang, kommt durch eine herrliche Grünanlage, in der kleine Brücken und Stege über die vielen Zuflüsse führen. Die Badestrände sind fast verwaist und auch im Yachthafen tut sich nicht viel, nur die Marathonis und ihre Fans sorgen heute für mächtig Betrieb hier.

12 Kilometer sind ungefähr gelaufen, da wird der See in Richtung Arco verlassen. Manchmal geht es abseits der Verkehrsstraße auf von blühenden Sträuchern gesäumten Wegen durch Obst- und Weinplantagen. Bald erkennt man auf einem markanten Felsen die mittelalterliche Burgruine. Der österreichische Kaiserhof machte Arco in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu seinem Wintersitz, worauf sich viele auch Adlige und wohlhabende Bürger hier niederließen. Zahlreiche Jugendstilvillen aus der damaligen Zeit geben davon noch heute Zeugnis. 

Arco

Durch schmale Gassen und über lauschige Plätze führt die Strecke und es gibt viel Applaus und Anerkennung von den zahlreichen Zuschauern. Im Schatten der Burg geht es dem Fluß Sacra entlang zurück Richtung Gardasee (km 21). Es ist warm geworden und die Marathonis freuen sich über ein paar schattige Wäldchen. In immer kürzeren Abständen folgen die Verpflegungs- und Getränkestellen, die gerne und intensiv genutzt werden.

Vento (Nordwind) und Ora (Südwind) machen den Nordteil des Gardasees zum Paradies für Surfer und Torbole, das die Marathonis bei Km 27 erreichen, ist das Zentrum. Heute gehört die Aufmerksamkeit allerdings den Läuferinnen und Läufer, die scharenweise um den Kreisel und dann auf der Gardesana Orientale, der östlichen Uferstraße, südwärts rennen. 

Gardensana Orientale

Die Straße verläuft direkt unter steilen Berghängen, ist aber viel besser ausgebaut und breiter als die westliche Straße. Auch hier kein Auto weit und breit. Das Schlemmer-, Kletter-, Surfer- und Bikerparadies ist heute ein Paradies für Läuferinnen und Läufer. Man weiß gar nicht, wohin man schauen soll: Zurück auf die bunten Häuser, den Hafen und den Monte Brione? Auf die andere Seeseite, wo man an den vielen Galerien den kühnen Verlauf der Gardesana Occidentale erkennt? Vorwärts, wo der See unendlich scheint?

Nur wenige und nur sehr kleine Orte (z.B. Tempesta/km 31, Navene/km 36 und Campagnola/km 37 liegen an der Strecke. Dort gibt es auch Zuschauer, sonst ist man alleine mit dem Wasser, den Bergen, den Olivenhainen und der Sonne. Schatten gibt auf der linken Straßenseite und in den Galerien. 26 Grad werden erreicht. Es war schon wärmer. 

Malcesine

Nicht erschrecken, liebe Marathonis. Der erste Ortsschild „Malcesine“ will nichts heißen. Es sind noch 6 Kilometer. Und auch die sind wunderschön. Badestrände direkt an der Straße, herrliche Hotels, blühende Sträucher … Dann endlich ist die Scaligerburg, das Wahrzeichen von Malcesine, deutlich zu erkennen.  

Aber immer noch zwei Kilometer, die Straße steigt etwas an. Mehr und mehr Zuschauer feuern die Marathonis an. Eine kleine Schleife noch, zum See und dann auf rotem Teppich ins  Ziel, begleitet vom Applaus der vielen Zuschauer rechts und links der Straße. Italiener sprechen schnell. Der Speaker schafft es, fast alle Finisher namentlich zu nennen. Die Deutschen begrüßt er in ihrer Sprache. 

Ziel

Auf dem Marktplatz gibt es noch einmal reichlich Verpflegung, beim Rathaus bekommt man seinen Kleiderbeutel und 300 m sind es zum Hafen. Von dort fahren die Schiffe nach Limone.

Es sind fast nur Läuferinnen und Läufer und deren Begleiter an Bord. Ich schaue in ihre Gesichter. Der Lauf hat Spuren hinterlassen. Die Gesichter strahlen, sehen glücklich aus.

Sieger

Männer

1   KIPCHIRCHIR VINCENT  KEN     02:18:40  
2   BATTELLI PAOLO    ITA   02:24:26  
3   VACCINA TOMMASO  ITA 02:24:51 

Frauen

1  CARLIN MONICA  ITA 02:50:32  
2  WANGOI NJOKI JOSEPHINE ITA 02:50:51  
3  BALLARINI FEDERICA ITA 02:53:26 

12
 
 

Informationen: LAKE GARDA 42
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