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Laufberichte

Antons Kyffhäuser Biermarathon

 

 

Der lange Anstieg

 

In Wellen geht es nun weiter im Huflargrund empor. Die Steigung endet an der Grenze zum Landkreis Mandfeld-Südharz, das zum Bundesland Sachsen-Anhalt gehört. Die Markierung für uns zeigt nach rechts, es geht weiterhin aufwärts, nun auf einem Feldweg, der gerade in den Wald führt.

 

 

Nach einem kurzen Wegstück (immer noch bergauf!) können wir erneut verpflegen. Die Läufer greifen gut zu, dem Hund muss das Herrchen beim Saufen helfen. 75 Minuten sind wir unterwegs, die Markierung 10 Kilometer liegt bereits deutlich hinter uns. Übrigens, ausgeschildert wird hier nur alle fünf Kilometer, nur die letzten einzeln. Das reicht ja.

Der Rennweg, später lesen wir an den zahlreichen Markierungen auch Kaiser- und Barbarossaweg, bringt uns zu den Altendorfer Kippen und zum Fernsehturm am Kulpenberg. Mit 473 Meter ist der Kulpenberg die höchste Erhebung im Kyffhäuser, der eine Ausdehnung von 19 Kilometer Länge und sieben Kilometer Breite hat. Nur ein kurzes Wegstück vom Fernsehturm ist der höchste Punkt des Kyffhäuser mit einer Sandsteinsäule markiert. 

Gut 300 Höhenmeter höher als beim Start laufen wir jetzt eine kurze Kontrollschleife an einem großen Platz. Am Ende warten die Kameraden vom Barras mit einer V-Stelle. Die obligatorische Frage nach dem Gerstensaft wird positiv beschieden. Pils mit und ohne Alk und Radler gibt es für die Freibiergurgel. Prost. Die Helfer vom Streckenfunk schieben eine ruhige Kugel, die Anlage läuft und so hat man Zeit, jeden Läufer zu begrüßen und viel Glück auf dem weiteren Weg zu wünschen.

 

Trail gefällig?

 

Ein paar Meter weiter beginnt eine kleine Traileinheit, die Freude macht. Schmal ist der Weg, trocken und nur mit wenig Wurzeln, doch schauen sollte man dennoch. Wer in die Ferne schauen oder fotografieren will, sollte stehenbleiben. Wenn es im Rennverlauf regnen sollte, ist das hier eine schwierige Stelle.

 

 

Unter Aufsicht der Polizei überqueren wir die Straße nach Kelbra und Bad Sondershausen. Sommers ist die Straße bei Motorradfahrern beliebt, da sie sich von den Talorten kurvenreich nach oben windet. Die Polizei hat den laufenden Verkehr voll im Griff. Wir haben Vorfahrt!

Nur schemenhaft kann man die Burgruine Rothenburg erkennen. Die Anlage kontrollierte früher den Verkehr auf der Salzstraße nach Kelbra. Noch im 16. Jahrhundert begann der Verfall der Burg. Rustikal führt uns der Weg in Richtung Kyffhäuserdenkmal.

 

Barbarossa lässt grüßen

 

Eine gepflasterte Zubringerstraße führt uns bergauf zum Denkmal. Auf der anderen Seite kommen uns Läufer entgegen, die die Kontrolle schon hinter sich haben. Darunter ist Dirk mit fünf Minuten Vorsprung. Oben am Denkmal gibt es einen Kontrollstempel auf die linke Hand. Ohne diesen Stempel gibt es keine Wertung. Wer hier abgekürzt, ist also doppelt angeschmiert, denn das Kyffhäuserdenkmal ist eindeutig der Höhepunkt des Tages. 

 

 

Zu Ehren Kaiser Wilhelm I wurde das Denkmal im Jahr 1888 nach Plänen des Architekten Bruno Schmitz erbaut. Durch eine Arkade hindurch erkenne ich eine Sandsteinfigur, das Kaiser Friedrich I Barbarossa zeigt. Oberhalb davon ist das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I zu sehen. Ich laufe einige Treppen nach oben, um Barbarossa mit seinem langen Bart besser vor die Linse zu bekommen. Danach hole ich mir den Stempel. Augenzwinkernd frage ich den Kontrolleur nach einer Zeitgutschrift für meinen Umweg. Der lacht und zeigt auf den Helfer an der Verpflegung. „Dafür schenken wir dir ein Bier aus!“ Diesmal darf es ein Schwarzes sein und der Nachschlag wird auch nicht verwehrt. Ich mache noch ein paar Bilder und mich dann auf die Socken. 

Der deutsche Dichter Friedrich von Hardenberg, besser bekannt als Novalis (1772 – 1801), hat eine seiner Reisen so beschrieben:

„Ich hielt mich nicht auf dem Wege, sondern immer feldein durch Thal und Wald, und bald kam ich an einem hohen Berg. Als ich oben war, sah ich die goldene Aue vor mir, und überschaute Thüringen weit und breit, also daß kein Berg in der Nähe mit die Aussicht wehrte. Gegenüber lag der Harz mit seinen dunklen Bergen, und ich sah unzählige Schlösser, Klöster und Ortschaften.“ 

Novalis war am Burgberg angekommen. Im Gegensatz zu uns ist Novalis ohne Zeit und Not hochgegangen. 

Ein wenig Zeit ist jetzt bei mir liegengeblieben. Die Zugangsstraße lasse ich mich hinunterrollen, um dann scharf rechts in einem wenig ruppigen Wanderweg abzubiegen. Wir verlieren viele Höhenmeter und laufen später in den Bereich der Unterburg, die zusammen mit der Mittel- und Oberburg die Reichsburg Kyffhausen bildet. Von der Unterburg ist noch die mehrere Meter hohe Ringmauer erhalten. Später überqueren wir den Besucherparkplatz und könnten in der Burghof-Denkmalwirtschaft einkehren.

Ein längerer Trail bringt uns hinunter ins Lange Tal, 150 Höhenmeter haben wir jetzt verloren. Recht zäh geht es das Tal wieder hinauf und dann rustikal zum Ententeich und Dreiforststein. Einige der Marathonis fallen in den Wanderschritt, verständlich angesichts des schwierigen Anstieges mit mehr als 100 Höhenmeter. Am Ende wartet dann eine (bierige) Tankstelle für den durstigen Läufer.

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Informationen: Kyffhäuser Bergmarathon
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