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Laufberichte

Augsburg im August

05.08.12

Für Augsburg sollte man sich mehr Zeit nehmen als Gert und ich dieses Wochenende es taten. Ankunft am Samstag um 13h13, Planabfahrt am Sonntag, 17h42. Wegen eines Oberleitungsschadens bei der Deutschen Bahn wurden es dann doch 30min mehr. Dennoch etwas wenig Zeit für Bayerns drittgrößte Stadt.

Vom Bahnhof zur Sporthalle, wo man die Startunterlagen abholen konnte ist es nicht allzu weit. Mit Reisetasche bei sommerlichen Temperaturen reicht es. Ich war noch beim Studieren der Startliste um meine Startnummer herauszufinden, da war schon Bernie bei uns, Crew-Mitglied in der Organisation, m4y-Reporter und  Augsburger!

Von ihm erhielten wir unsere Kuverts. Ich bin aber sicher, dass niemand lange warten musste, denn der Andrang wurde von der Crew locker bewältigt. Ein dunkelblaues BW-Shirt gab es, gegen Aufpreis konnte man in der gleichen Optik ein schickes Laufshirt haben. So eines sollten viele am Sonntag tragen.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in der Innenstadt. Alleine für die Besichtung der Basilika St. Ulrich und Afra (spätgotisch, Ende des 15. Jahrhundert) und die angrenzende evangelische Kirche St. Anna (14. Jahrhundert) sollte man mehrere Stunden einplanen. Martin Luther war hier im Oktober 1518 und floh aus dem damals erzkatholischem Augsburg, um seiner Verhaftung zu entgehen. 1555 kam es zum Augsburger Religionsfrieden, der den Anhängern Luthers die freie Religionsausübung zugestand.

Das Rathaus 1624 fertig gestellt, 1944 bei einem Bombenangriff zerstört und seit 1955 wieder in Funktion, ist mit seinem Goldenen Saal eine Sehenswürdigkeit für sich. Der Marathon sollte uns hier vorbeiführen.

Die Fugger und Welser sind aus Augsburg nicht wegzudenken, haben sie doch wesentlichen Anteil am Reichtum der Stadt seit dem Mittelalter. Diesen beiden Familien ist ein eigenes Museum gewidmet. Der reiche Jakob Fugger stiftete anno 1521 eine Reihenhaussiedlung für bedürftige Augsburger Katholiken. Heute noch wird diese Sozialsiedlung mit Geldern der Fugger-Stiftung finanziert. Die Miete beläuft sich auf 0,88 EURO p.a., zudem wird von den Mietern täglich für die Fuggers gebetet. Hier lebte bis 1693  Franz Mozart, Urgroßvater von W. A. Mozart, wie eine  Gedenktafel informiert. Diese Fuggerei genannte Siedlung ist eine der Top-Touristenziele Augsburgs und kann um € 4,- besichtigt werden.

Mit Augsburg verbinde ich die „Augsburger Puppenkiste“, das Marionettentheater,  sowie Weißwürste und Bier. Weißwürste und Bier sind aber eher etwas für nach den Marathon. Heute also nichts für uns.

Am frühen Morgen das 5. August ist es angenehm kühl. Es ist bewölkt, nachts hat es wohl leicht geregnet. Sollte der Wetterbericht von Mitte der Woche recht behalten? Gelegentlich leichter Regen und 19°C, das wäre ja ein Traum für einen Laufbewerb im Hochsommer. Zum Rosenaustadion nehmen wir die Öffis, lobenswerter Weise gilt die Startnummer als Fahrschein. Beim Heimstadion des FC Augsburg angekommen – jüngster deutscher Bundesligaverein – stehen drei Möbelwägen, jeder ist für die Startnummern einer Disziplin vorgesehen. Viertel-, Halb- und Marathonläufer. Dazu kommt der 5km-Bewerb, dessen Start in der Innenstadt erfolgt. Insgesamt 2.300 Leute wollen heute laufen.

Viele davon ssieht  man dem Abdruck einer „Roten Hand“, leicht abwaschbar. Bei der Aktion „Rote Hand“ werden die Hände von Kindern und Jugendlichen mit roter Fingerfarbe eingefärbt, auf ein Papier gedruckt und mit einer eigenen Botschaft an die Politik versehen um auf Kindergewalt und den Missbrauch von Kindern zu Kriegszwecken aufmerksam zu machen. Die Kinder haben heute den Spaß, LäuferInnen damit zu markieren, und wenn es auf der Glatze ist oder am Hintern.

Gert trifft einen alten Spezi, den Franz aus Wels, den er vom NYC-Marathon 2001 kennt. Gerhard Wally, Österreichs Marathonrekordteilnehmer ist heute in Damenbegleitung am Start. Wolfgang, ebenfalls my4-Reporter fragt nach Bernie. Ja den habe ich heute schon gesehen, in gelb.

Ich lerne Birgitta persönlich kennen, per mail hatten wir schon Kontakt. Sie wird heute erstmals beim Halbmarathon starten und ist natürlich etwas aufgeregt.
Gute Stimmung rundum. Ich selber habe ein etwas flaues Gefühl, das gibt sich hoffentlich nach ein paar km. Einer der Zugläufer ist eine Banane, wirbt aber für einen Gemüsehändler. Clowns werden am Start sein und ein Husky läuft auch mit!

09.00 Uhr Start: Es geht flach los und ich bin auch gleich eifrig am Fotografieren. Nach ein paar 100m ein Rechtsknick und ein Anstieg. Ich laufe beim 1:59-HM-Ballon und komme kurz mit Wolfgang ins Gespräch, gegenseitiges Fotografieren. Viele der etwa 1.300 StarterInnen über Voll- und Halbmarathon haben den Abdruck der „Roten Hand“, vorzugsweise auf der Wade.  

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Informationen: Friedensmarathon
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