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Nicht Berlin, nicht der Rennsteiglauf und nicht der Jungfrau Marathon sind bei den laufenden Reportern von Marathon4you an der Spitze der Beliebtheitsskala, sondern ein Lauf im äußersten Südosten der Republik am Fuße des Bayerischen Waldes, den man zu meiner Barras-Zeit, die ich in dieser wunderschönen Gegend habe verbringen dürfen, Deutsch-Sibirien nannte. Marathon - und das im Februar, wo einem schon friert und schaudert, wenn man nur aus dem Fenster schaut.

Wer sich einmal aufgemacht hat, um den Johannesbad Thermen-Marathon in Bad Füssing zu erleben, wird sich über die Begeisterung nicht wundern. Bad Füssing – da war doch was? Und ob. Die Erfolgsgeschichte des Kurortes ist so einmalig, dass man sie einfach immer und immer wieder hervorkramen muss.

Die Pockinger Heide mit ihren kleinen Bauernsiedlungen ist eine gottverlassene Gegend, als man 1938 nach Öl bohrte. Vergeblich. Statt Öl stieß man auf Wasser, Thermalwasser. Auf Anordnung von ganz oben stellte man die Bohrungen aber ein, um den etablierten Bädern (Karlsbad usw.) keine Konkurrenz zu machen.

Nach dem Krieg erinnerte sich ein Bauer an das sprudelnde Wasser. Irgendwann fand man heraus, dass es alleine zum Traktor waschen zu schade war, denn es hatte heilende Kräfte. Der Kurbetrieb begann, 1969 wurde Füssing das „Bad“ verliehen, die Hotels und Bäder schossen wie Pilze aus dem Boden. So auch die Johannesbad-Therme, die der Bäderkönig Eduard Zwick mit einer Fachklinik gründete, nach seinem Sohn (dem heutigen Chef es Imperiums) benannte und zur größten Thermalbadanlage Europas (13 Becken, 4500 qm Wasserfläche) entwickelte.

 

 
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Die Idee, in Bad Füssing einen Marathon zu veranstalten und die Hotelbetten statt mit Kurgästen mit Läufern zu belegen, wurde in New York geboren.  Geburtshelfer und Fürsprecher war übrigens Manfred Steffny, der dann auch mithalf, die Idee den Chefs in Bad Füssing zu verkaufen. Mit Erfolg, wie man weiß. Der Thermen-Marathon findet heuer zum 23. Mal statt. Die Teilnehmerzahl hat sich seit meiner ersten Teilnahme 2005 mehr als verdoppelt, was nichts mit mir zu tun hat. 2300 Läuferinnen und Läufer stehen heuer in den Starterlisten.

Ok, jetzt aber raus damit:  Was ist dran am Thermen-Marathon? 

Da ist zunächst einmal die Jahreszeit. Im Winter läuft man keinen Marathon. Da erholt man sich höchstens von den vielen Läufen des vergangenen Jahres, oder man bereitet sich auf die neue Saison vor. So war das einmal. Begünstigt durch immer milder werdende Winter und zunehmende Sammelleidenschaft unter den Marathonis, erfreuen sich Wintermarathons wie beispielsweise in Kevelaer, Rodgau, Bad Salzuflen und jetzt in Bad Füssing immer größerer Beliebtheit.  Sie alle haben eines gemeinsam:  Man läuft mehrere Runden, um auf die volle Distanz zu kommen.

In Bad Füssing laufen Marathonis eine 10 und 11 km lange, flache, asphaltierte Runde jeweils zweimal, die Halben einmal und die 10er nur die 10km-Runde. Das hat den Vorteil, dass man praktisch 3mal an der erstklassig bestückten Hauptverpflegungsstelle bei Start und Ziel vorbeikommt, bevor man beim vierten Mal dann endgültig im Ziel ist. Bleibt vorzeitig die Motivation auf der Strecke, kann man bequem aussteigen oder von vorneherein einen 30er als langen Trainingslauf einplanen.

 

 

 
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Außerdem ist gewährleistet, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen eine solche Strecke gut präpariert werden kann. Und weil  Zuschauer, egal ob Begleiter oder Anwohner, bei einer solchen Streckenführung mehr vom Rennen mitbekommen, stehen sie immer zahlreicher an der Strecke. Und das wiederum gefällt den Aktiven. Es gibt also nur Gewinner. 

Ansonsten gibt es in Bad Füssing nur den üblichen Blumentopf oder – strauß  zu gewinnen und kein Bares. Davon profitiert die nationale und regionale Laufprominenz, denn ostafrikanische Prämienjäger machen ihnen nicht die Podestplätze streitig.  

Aber ist das schon alles? Nein, das ist zunächst das mehr oder weniger Übliche. Die Pflicht, sozusagen. Jetzt kommt die Kür.

Das Startgeld für den halben und für den ganzen Marathon beträgt einheitlich 26 Euro, bei rechtzeitiger Anmeldung. Das ist nicht viel für Startnummer, Zeitnahme, Medaille, Streckenverpflegung und lauwarme oder kalte Dusche. In Bad Füssing bekommt man aber noch den Eintritt in die Johannestherme an zwei Tagen dazu,  ein Nudelmenü (all you can eat) mit Getränk, zubereitet im erstklassigen Marktrestaurant, und den Fachvortrag eines prominenten Referenten (z. B.  Hans Kammerlander, Joey Kelly, Rüdiger Nehberg, Samuel Koch usw).  In diesem Jahr ist es Ironman World Champion Faris Al-Sultan. Der Vortragsraum ist wie immer brechend voll.

 

 
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Jetzt muss man nur noch wissen, dass das Tagesticket für die Johannesbad-Therme 13 Euro kostet und schon wird klar, dass der Wert der kostenlosen Zugaben das Startgeld deutlich übertrifft. 

Auch fürs Nächtigen zahlt man mit kleinem Geld, denn am Marathon-Wochenende bieten die Johannesbad-Hotels interessante Pauschalen inklusive Halbpension.  Man wird sein Geld also nur ganz schwer los. Denn, das sei nicht verschwiegen,  Bad Füssing ist ein Bäder- und kein Shopping-Paradies. Nur wer zur Spielbank geht und Pech hat, kommt gerupft nach Hause.

Um es mal so auszudrücken: Das Marathon-Wochenende in Bad Füssing kostet mit allem Drum und Dran für zwei Personen nicht mehr, als eine Startnummer für den NYC-Marathon.  

Wer Lust hat, beim nächsten Thermen-Marathon dabei zu sein, am  5. Februar 2017 ist es wieder soweit.

 

 

Laufbericht von Herbert Orlinger
mit Bildern von Anton Lautner

 

Laufbericht und Bilder von
Andreas Bettingen

 

 

Marathonsieger

 

Männer

1. Bscheidl Marco 1980 LG Passau 02:32:52.23
2. Mayerhöfer Felix 1981 DJK Dasswang 02:34:19.26
3. Mannweiler Klaus 1966 TSV Wolfratshausen 02:43:17.98

Frauen

1. Kühnlein Angela 1985 Brehm-Titan-Runners/ TSG08 Roth 02:58:52.06
2. Nöbauer Karin 1986 Trirun Linz 03:13:00.01
3. Lanzinger Andrea 1988 DJK Beucherling 03:16:48.87

320 Finisher

 

 

Informationen: Johannesbad Thermen-Marathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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