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Laufberichte

Auf und Ab im Stauferland

23.10.10

 

Eiskalt erwischt

 

Eine Stunde vor dem Start auf dem Marktplatz von Schwäbisch Gmünd zweifle ich noch ernsthaft ob ich heute mit meiner kurzen Sommer-Tight das richtige Laufoutfit gewählt habe. Eiskalt erwischt hat es Süddeutschland in den letzten Tagen, in den Bergen liegt schon Schnee und bei uns in Bayern und hier im angrenzenden Baden-Württemberg sind die Nachttemperaturen auch bereits stellenweise in den Keller, sprich ins Minus gerauscht. Und das im „goldenen“ Oktober. Aber heute sollen laut Vorhersage nochmals bis 12 Grad plus erreicht werden, daher meine eher zurückhaltenden Klamotten. Die Mehrheit der Läufer plädiert aber schon auf Winterlauf, wenn ich deren Bekleidung so interpretiere. Lange Hosen und Jacken sind eindeutig in der Überzahl.

Der Himmel über dem historischen Marktplatz von Gmünd weist auch bereits einige Wolkenlücken auf, trotzdem verschanzen sich die meisten noch im Wettkampfzentrum Prediger oder in den Cafés in unmittelbarer Nähe. Leider ist das ehemalige Dominikanerkloster zum heurigen 20. Jubiläum des Alb Marathon gerade im Umbau, so dass nur die unterste Etage für die Veranstaltung nutzbar ist. Hier gibt es die Startunterlagen, hier gibt man seine Wechselbekleidung ab und hier trifft man sich auch. Größere Probleme in Form längerer Wartezeiten gibt es deswegen aber dennoch nicht. Ich bin wieder mit Jan und Hans wie im Vorjahr als Wiederholungstäter dabei. Jan muss noch Nachmelden, telefonisch haben wir das aber schon bei der Herfahrt geregelt, er übernimmt den Startplatz von Jörg, der immer noch Probleme hat und nicht starten kann. Bis wir ankommen, haben er und „Ultraschnecke“ Connie die Umschreibung schon abgewickelt.

Des einen Freud ist des anderen Leid, daher wird Jörg heute exklusiv für uns und seine Bekannten eine wechselnde kleine Versorgungsstation aufbauen. Und da sich viele der Ultraläufer, einschließlich mir, auch mal etwas mehr Zeit an den Station nehmen und nicht ganz so tierisch ernst bei der Sache sind, hat er auch ein paar Flaschen süffigen naturtrüben Gerstensaftes für uns parat. Insider und „Freunde“ der Social Media-Gemeinde Facebook wissen, unser allseits „vermisster“ Joe sucht schon seit geraumer Zeit nach seiner Flasche Bier, wir werden sie heute auf der Strecke suchen und wenn das von Erfolg gekrönt ist, davon auch kosten können. Ganz allein und ungewohnt ist heute Angelika hier, nicht in Begleitung von Eberhard, der weilt mit Bernhard Sesterheim auf Réunion und bestreitet die „Diagonale der Verrückten“, den „Le Grand Raid – La Diagonale des fous“ über 143 km und 9.600 Höhenmeter auf 4 Tage verteilt. Ich hoffe dann demnächst auch auf m4y über dieses Abenteuer lesen zu können.

Neben der Möglichkeit des Einzelstartes über 50 km können sich Betriebs- und Hobbymannschaften das Rennen auch noch als Stafettenlauf teilen. Dazu kommt noch der Rechberglauf über 25 km, dessen Zielort der Gipfel des Hohenrechberg ist und für uns zugleich die Halbzeit markiert. Alle diese Läufe starten gemeinsam, das bedeutet dass einiges am Start los sein wird. Später werden noch ein 10km-Lauf, Kinderläufe und Walking Bewerbe gestartet. Statt Shirt gibt es heuer vom Veranstalter eine praktische Umhängetasche mit dem Alb Marathon Logo.

Mit Jan und Hans bin ich auch in eines der zahlreichen Cafés gewechselt wo Connie und Jörg bereits einen Tisch mit Blickkontakt auf den Start/Zielbereich reserviert haben. So können wir noch in aller Ruhe etwas Wärme und ein kleines Frühstück genießen. Erst 10 Minuten vor dem Startschuss verlassen wir unseren Warmhalte-Platz und ich meine dass es schon 2-3 Grad wärmer geworden ist. Auf dem historischen Marktplatz sind wir umgeben von wunderschönen Barock- und Fachwerkbauten, einschließlich Rathaus und der spätromanische Pfeilerbasilika aus dem 13 Jahrhundert. Mir ist die Aussicht durchaus ein paar Knipser wert, während die meisten wohl mehr auf ihr Warmmachen fixiert sind.

 
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Nach einigen Begrüßungen werden wir pünktlich um 10 Uhr von Bürgermeister Joachim Bläse losgeschickt. Die Zeitgeilen sollten beim Startschuss ganz vorne stehen, denn es gibt keine Zeitmessmatte zu überlaufen, was bedeutet: ab jetzt läuft für alle die Zeit. Auf dem Marktplatz haben sich trotz der Kälte viele Zuschauer eingefunden und begleiten uns auf den ersten Metern durch die Innenstadt. Nach einer 2 km langen Schleife verlassen wir am Ufer der Rems die Stadt und von jetzt ab gibt es nur mehr Natur pur. Leicht wellig führt uns die Strecke ins Beutental. Kurz vorher ist eine erste Wasserstelle aufgebaut. Hier gibt es aber erstmal nur kaltes Wasser, den gewünschten warmen Tee, wird man mir erst an der nächsten Station servieren können, klärt man mich auf. Aber dafür dürfen wir wenig später hinter der Beutenmühle die ersten wärmenden Sonnenstrahlen empfangen.

Aufwärts führt der Weg in einen hohen Nadelwald hinein, hier beginnt nach ca. 7 km unser erster ernsthafter Albanstieg. Wir anstrengend das Ganze ist wird mir eindrucksvoll im Gegenlicht offenbart. In einer richtigen Aura von Schweiß und Dampf kämpfen sich die Läufer vor mir den Berg hinauf, jeder Körper umhüllt von einer dampfenden Wolke. Leider kann die Kamera diese Szenerie nur ansatzweise darstellen.

Druck auf der Pipeline zwingt mich wenig später zu einem ersten ungewollten Abstecher in einen kleinen Feldweg hinein. Etwas weiter vorne kann ich Bewegung registrieren, neugierig wie ich bin weite ich meinen Ausflug etwas aus und habe wieder großes Glück und werde mit weiteren tollen Aufnahmen belohnt. Hochlandrinder mit zotteligen Fell und großen Hörnern stehen vor mir auf einer Weide. Mir sind solche schönen Exemplare noch nie über den Weg gelaufen. Sie stammen ursprünglich aus dem Nordwesten Schottlands wo sie als gutmütig, robust und langlebig gelten und sich hervorragend für die ganzjährige Freilandhaltung eignen. Sie liefern mittelrahmige Milch und cholesterinarmes Fleisch.

Die langen und meist symmetrischen Hörner sind geschlechtsspezifisch unterschiedlich geformt. Bei den Bullen haben sie eine kräftige, waagerecht nach vorne gebogene Form. Und genau so einer präsentiert sich mir im grellen Sonnenlicht mit dem Hohenstaufen im Hintergrund. Ich bin begeistert. Heute wird die Rasse weltweit in vielen Ländern gezüchtet. Nach Deutschland wurden die ersten Tiere erst 1975 eingeführt. Außer mir, werden sie heute nicht sonderlich viele zu Gesicht bekommen haben.

Am Wäscherschloss sind die ersten 250 Hm und 11 km abgehakt. Hier habe ich einen Abstecher eingeplant und will mal sehen ob es möglich ist hinter das Burgtor in den trapezförmigen Innenhof des historischen Gebäudes zu schauen um ein paar Nahaufnahmen zu machen. Aber dann verpasse ich den Aufstieg und ehe ich es richtig registriere bin ich auch schon zu weit daran vorbei und will nicht wieder zurücklaufen. Die Burg wird im Allgemeinen auch als die „Wiege der Staufer“ bezeichnet. Daneben befindet sich der Gasthof Wäscherschloss im schönen Fachwerkstil, der sich auch im Ortsteil Wäscherhof an einigen wunderschönen alten Fachwerkhäusern wiederholt.

 

Bis zum Wäscherschloss

 

 
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Am Ortsausgang steht Jörg mit seiner mobilen Servicestation mit allerlei Leckereien –von schmalzig bis salzig. Kurz danach überqueren wir die „Straße der Staufer“. Hier, bzw. ein paar Meter hinter uns am Wäscherschloss beginnt sie und auf etwa 300 Kilometern führt sie weiter durch die geschichtsträchtige Region des Stauferlandes das wir jetzt querfeldein erkunden. Am Ortseingang von Wäschenbeuren ist die zweite VP-Stelle aufgebaut, hier bekomme ich auch meinen versprochenen warmen Tee. Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und die Temperaturen nähern sich dem zweistelligen Bereich. Der 684 m hohe Hohenstaufen, der erste unserer drei zu bezwingenden Kaiserberge liegt ab hier meistens in unserem Blickfeld. Seinen Namen hat er wahrscheinlich nach seinem Aussehen erhalten, wie ein umgekehrter Kelch liegt er vor uns, einem mittelalterlichen "Stauf". Damals war das aber besser erkennbar, da er noch unbewaldet war, erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er aufgeforstet.

Vergessen aufzuzählen habe ich am Anfang meines Berichtes, dass im Rahmen des 25 km Rechberglaufes auch Powerwalker mit eigener Wertung zugelassen sind. Und genau so einer sitzt mir schon seit geraumer Zeit im Nacken. Auf den flacheren Abstücken fällt er immer zurück, im Anstieg spielt er aber seinen technischen Vorteil immer kräftig aus und holt wieder auf. Der Sportsfreund ist wirklich gut drauf und bewegt sich mit kräftigen Stockeinsatz im gleichen Kilometerschnitt in etwa wie ich und die Läufer um mich herum, ohne dabei aber in den Laufschritt zu verfallen …aaaber, er nervt mich tierisch! Da wir uns meistens auf geteerten oder zumindest harten befestigten Wegen befinden, setzen sich seine permanent und aufdringlich scheppernden, nicht mit Gummipuffern versehenen Stöcke in meinen Ohren fest. Bevor ich wahnsinnig werde muss ich mir was einfallen lassen.

Achim Achilles ist leider nicht an meiner Seite, er hätte sicher einen guten Rat für mich. Warum er sein Walker-Hasser Manifest geschrieben hat, kann ich aber in dem Moment nachvollziehen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten bevor ich einem Ohrenkrebs erliege, entweder ich erhöhe deutlich mein Tempo und laufe auch steilere Abschnitte durchgehend oder ich lege eine Pause ein und lasse mich zurückfallen. Meinem Ehrgeiz geschuldet, mich nicht von einem Walker überholen zu lassen, wähle ich die erste Variante. Und es klappt auch anfangs ganz gut, aber bei jedem Fotostopp kommt er mir wieder bedrohlich nahe. So ganz frei von ihm wird mein Gehörgang nicht.

Die nächste Verpflegungsstelle erreichen wir bei km 16, natürlich muss ich mich ordentlich verpflegen und das kostet eben auch einige Zeit. Als ich damit fertig bin, werfe ich ein Blick zurück und …ja, ihr könnt es euch denken was jetzt kommt, natürlich hat mein Nervtöter wieder aufgeschlossen. Da er zudem auch die Flüssigkeitsaufnahme auslässt, ist er wieder an mir vorbei gezogen. Ich gebe es auf, schnappe mir noch einen weiteren Becher und verlängere meine Pause mit langsamen Gehen. Das wirkt, ich bin ihn endlich los. Ich nehme es vorweg, genau 15 Powerwalker sind am Ende im Ziel, ob der Alb Marathon das wirklich braucht? Oder man könnte ja wenigstens die Gummiaufsätze auf den Stöcken vorschreiben, wirklich Geländeabschnitte wo man die Spitzen einsetzen muss, sind beim Rechberglauf eher Mangelware!

Durchschnittlich 9 % Steigung haben die letzten viereinhalb Kilometer bis zum Gipfel, konnte ich auf einem Schild vorhin lesen, die letzten 500 m davon sind aber deutlich steiler und führen auch richtig ins Gelände. Auf einer Begegnungsstrecke erreichen wir unseren ersten Höhepunkt. Auf dem Gipfelplateau befindet sich der Umkehrpunkt. Einen herrlichen und unbehinderten Überblick über die Schwäbische Alb erhält man aber nur wenn man unter der Absperrung hindurch steigt und die Strecke um einige Meter verlängert, was ich mir natürlich nicht nehmen lasse. Schon die Staufer, das bedeutendste Geschlecht deutscher und europäischer Geschichte vom 11. bis 13. Jahrhundert, schätzten diese Aussicht. Ihre Stammburg krönte hier den Kaiserberg. Etwas seitlich unserer Laufstrecke sind noch die kümmerlichen Reste der einst so gewaltigen Anlage zu sehen, die begutachte ich auch noch. 1070 wurde Burg Hohenstaufen errichtet und im Bauernkrieg um 1525 von Bauern erobert und wieder zerstört. Leider ist nicht mehr viel übrig geblieben.

 

Wäschenbeuren – Hohenstaufen

 

 
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Wir haben zwar erst den ersten unserer drei Gipfel erreicht, dafür aber bereits die Hälfte unserer zu absolvierenden Höhenmeter und 18 km hinter uns. Nach weiteren 1000 Metern sind wir wieder runter vom Berg. Wellenförmig in gemäßigten Auf und Ab gleiten wir wie auf einer natürlichen Brücke über den Aasrücken durchs Stauferland zum nächsten Kaiserberg. Eine wunderbare Übersicht wird uns auf diesem Abschnitt über die Alb, das Ottenbacher Tal und auf die markant vor uns liegenden Rechberg und Stuifen geboten.

 
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Im Gegensatz zum natürlichen Aufstieg zum Hohenstaufen führt auf den Rechberggipfel eine einen Kilometer lange Teerstraße, aber trotzdem ist der Aufstieg nicht weniger anspruchsvoll, da der zweite Abschnitt auf den Kreuzweg sehr steil nach oben führt. Auf halben Weg passieren wir die ca. 900 Jahre alte Burg Hohenrechberg. Ich verlasse wieder kurzzeitig unseren Kurs, vielleicht findet sich ja ein Burgfräulein. Die mächtigen Mauern und Türme beeindrucken mich ungemein und versetzen mich fast in die Geschichte des staufischen Kaiserhauses zurück. Sie ist wirklich noch sehr gut erhalten, aber heute in Privatbesitz, darum will ich lieber nicht aufdringlich sein und verziehe mich wieder.

Aasrücken – Hohenrechberg

 

 
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150 Meter unter dem Gipfel überlaufen wir die 25 km Markierung, die Rechbergläufer können hier ihren Endspurt ansetzen, sie haben fertig, wie Giovanni Trappatoni es ausgedrückt hätte. Mir ist es jetzt aber endgültig zu warm geworden und entledige mich am Verpflegungsstand meines Langarmshirts denn der nächste rasante Bergabstieg steht bevor. An der barocken Wallfahrtskirche St. Maria geht es rechts vorbei durch den Wald den Pfefferweg hinunter bis nach Rechberg. Den Namen hat der Weg allerdings nicht weil es recht gepfeffert runter geht, sondern vom Errichter Dr. Pfeffer. Da sich viele der Rechbergläufer auch auf diesem Wege nach unten zum Busrücktransport im Ort machen, ist einiges los und man muss Vorsicht walten lassen um auf dem engen Pfad Zusammenstöße zu vermeiden. Wenngleich auch alle aufpassen wenn jemand von hinten angerauscht kommt, muss ich doch immer wieder gehörig das Tempo rausnehmen. So recht willkommen sind mir die Absteiger hier nicht.

Kaum ist der Abstieg hinter uns, präsentiert sich schon der Stuifen vor uns, nicht viel mehr als 2 km Überführung mit leichten Anstiegen sind zum dritten Kaiserberg zurückzulegen. Vom Fuße des Stuifen geht es in einer Schleife um den Berg herum über den Gipfel und wieder zu diesem Punkt zurück. Trailfreunde werden über diesen Abschnitt begeistert sein, auf einem herrlichen Single-Trail mit deftig steilen Aufstiegen geht es durch den Wald nach oben auf den mit 757 m ü. NN liegenden höchsten Punkt der Triade der Drei-Kaiser-Berge und zugleich auch unserer Strecke. Dort erwartet uns ...nein, keine Burg sondern nur ein einfacher Grillplatz mit Wendepunkt und wieder schöner Fernsicht.

 

Hohenrechberg – Stuifen

 

 
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Der Ablauf vom Stuifen führt uns nochmals an seinem Fuße zur Hälfte um ihn herum und zum nächsten Versorgungsposten. Die Kaiserberge habe ich nun bezwungen, damit liegen aber noch nicht alle Anstiege hinter mir. Der Tannweilerweg, eine Teerstraße führt uns noch auf einer Begegnungsstrecke zu einem weiteren Bergstück. Die uns entgegen kommenden Läufer haben hier schon 3 km mehr auf dem Buckel. Kurz vor Tannweiler geht es nach rechts, noch einmal einen steilen Schotterweg hinauf zur sogenannten „Reiterles Kapelle“, der eine nette Sage zu Grunde liegt. Dem Bauer Reuterle ist beim Nachhauseweg von der Beerdigung seines Freundes im Jahre 1621 selbiger mit kopflosem Pferd und einer Meute kopfloser Hunde erschienen und daraufhin in Ohnmacht gefallen. Als er aus dieser wieder erwachte, gelobte er für die Seelenruhe seines Freundes eine Kapelle zu erbauen und löste sein Gelübde auch ein. Seitdem steht die St. Leonhards-Kapelle hier am östlichen Fuße des Rechbergle.
Das Endstück des Ausflugs auf diesen Bergrücken besteht wieder aus einer erneuten Pendelstrecke, an deren Endpunkt per Zeitmessmatte unsere Anwesenheit registriert wird. Nicht alle haben diesen Punkt heute ordnungsgemäß passiert. Einem der Spitzenläufer fehlte diese Zeitaufzeichnung kurz nach km 35, womit er dann nachträglich, folgerichtig aus dem Klassement genommen wurde. Wieder am Ausgangspunkt dieser Schleife (km 37) am Fuße des Stuiben zurück, erwartet mich wieder unser private Servicemann Jörg, nach so viel Berg hab ich mir einen kräftigen Schluck naturtrübes Brunnenbier verdient. So gestärkt kann ich mich jetzt auf den über 3 km langen Ablauf nach Waldstetten machen. Nicht zu steil, mit Serpentinen versehen, kann man hier ordentlich Tempo machen. Am Ortseingang haben wir 40 km hinter uns. An der dort postierten Verpflegungsstation wird uns einiges geboten. Ich genehmige mir als erstes je ein Stück Apfel- und Schokokuchen und anschließend noch etwas Salzgebäck und Cola. Die allerletzte Steigung erwartet uns am Ortsende, das war’s dann aber auch für heute.

Der Rad- und Fußgängerweg an der Bundesstraße führt uns nach Straßdorf, wo wir die Straßenseite wechseln und anschließend rechts ab auf den Radweg der alten Trasse der „Klepperle“ nach Schwäbisch Gmünd zurück geleitet werden. 27 km kann man auf den Spuren der ehemaligen Hohenstaufenbahn zwischen Gmünd und Göppingen per Rad oder Inlinern, oder natürlich auch wie wir zu Fuß, zurücklegen. Uns genügen fünf Kilometer, die mehr oder weniger immer geradeaus bis zur Stadtgrenze führen. Aber die Strecke ist immer ganz leicht abschüssig, was es etwas leichter macht. Zum wiederholten Mal werde ich heute, nicht nach Joe, sondern nach Klaus gefragt. Sein Sturz am Ballermann am vergangenen Sonntag hat für Unruhe gesorgt unter den heute zahlreich anwesenden marathon4you-Lesern. Da sich Klaus sofort danach auf dem Traumschiff einquartiert hat und der detaillierte Bericht bis heute auch noch nicht im Web veröffentlicht wurde, sind die treuen Leser besorgt. Aber ich kann leider auch nicht weiterhelfen, weiß selbst noch nicht wie seine Story ausgegangen ist.


Stuifen – Gmünd

 

 
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Irgendwann endet auch diese endlos scheinende Gerade, die letzten zwei Kilometer dürfen wir uns noch durch die Stadt schlängeln. Auf den letzten Metern vor dem Prediger werden wir noch von der Percussion Band BeoBeo akustisch ins Ziel auf dem Rathausplatz begleitet. Das herrliche Auf und Ab durchs Stauferland, an vielleicht einem der letzten schönen, sonnigen Herbsttage dieses Jahres war wieder einmal alle Mühen wert. Bis auf meinen persönlichen Nervtöter konnte ich einen wunderbaren Tag, auf einer anspruchsvollen Strecke und tollen Veranstaltung verbringen, die wieder alle meine Erwartungen erfüllt hat.

Im Ziel

 

 
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Siegerliste 50 km

Männer

1  WIESER, Jürgen SVO LA Germaringen GER 3:28:33
2  SCHUMACHER, Richard AST Süßen GER  3:31:59
3  ZIMMERMANN, Achim SV Mindelzell GER  3:39:18

Frauen

1  FREY, Dorothea Ek Schwaikheim GER  3:47:45
2  BRAUN, Marion SV Germania Eicherscheid GER  4:32:36
3  BITZER, Susanne SC Hechingen GER  4:33:16

 

 

Informationen: Sparkassen Alb Marathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteFotodienst HotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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