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Laufberichte

Heiße Runden durchs Osnabrücker Land

18.08.12

Wie bereits im letzten Jahr fällt der Termin des Osnabrücker Land Marathon wieder auf meinen letzten Urlaubstag. Einen besseren Abschluss kann ich mir doch nicht vorstellen. Zwei Wochen habe ich in Bella Italia gefaulenzt, höchste Zeit also wieder aktiv zu werden. Seit 2009 bin ich beim Osnabrücker Land Marathon dabei. Die Veranstaltung und die Strecke  gefällt mir gut und ich halte gerne an Bewährtem fest.

Mit einem Samstagstermin und einer Startzeit um 15:45 Uhr ist der Lauf für mich perfekt, kann ich doch noch ausschlafen, in Ruhe frühstücken und trotzdem entspannt anreisen. Etwas besorgt hören wir noch den aktuellen Wetterbericht. Vom heißesten Wochenende des Jahres ist die Rede, und heute könnten es bis zu 34 Grad werden. Au Backe!

Über die Autobahn sind es 150 Kilometer von Oberhausen nach Bissendorf. Bissendorf ist ein kleines Örtchen vor den Toren Osnabrücks und hat eine eigene Autobahnabfahrt. Von dort führt uns die Beschilderung schon zu dem Schulzentrum an der Werscher Straße. Hier gibt es genügend Parkplätze und es sind  dann nur wenige Schritte bis zum Anmeldebüro. Der Startbogen ist bereits aufgebaut und der Zielkanal ist auch schon fertig.

Die Anmeldung konnte über das Internet erfolgen und die Startgebühr beträgt nur 18 Euro. Bezahlt wird erst hier vor  Ort und man konnte sogar seine Anmeldung jederzeit wieder kostenfrei stornieren. Ja, wo gibt es noch so etwas! Wer sich erst heute entscheiden konnte, muss noch 2 Euro Nachmeldegebühr zahlen. Ein Chip zur Zeitmessung wird hier nicht benötigt. Bei dieser Größenordnung genügt auch die Bruttozeitmessung.

Der Veranstalter ist hier der Arbeitskreis „Sucht“ des Präventionsrates der Gemeinde Bissendorf. Der Arbeitskreis möchte den Zigaretten-, Alkohol- und Drogenkonsum bei Jugendlichen reduzieren. Ein lobenswertes Ziel welches ich gerne unterstütze.

Hier werden heute neben der Marathonstrecke auch ein Halbmarathon sowie ein 5 und 10 Kilometerlauf angeboten. Die beiden letzten Strecken kann man auch ohne Wertung walken. Da die Marathonstrecke auch von 2 bis 4 Läufern als Staffel bewältigt werden kann, ist also für jeden Geschmack etwas dabei. Insgesamt werden heute hier fast 300 Sportler starten.

 
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Schnell habe ich meine Startunterlagen erhalten und schaue mich mal neugierig um.  Die Medaillen liegen schon bereit und im Massagezelt bereitet man sich auf den Ansturm vor. Aus den großen Lautsprecherboxen ertönt bereits Musik und am Mikrofon gibt es schon erste Informationen.

Meine Frau Inge und ihre Freundin Christiane begleiten mich auch heute wieder und werden für die Fotos und meine Betreuung sorgen. Gemütlich können wir noch Kaffee und Kuchen genießen und die weiter eintreffenden Läufer beobachten. Wir haben ja schließlich noch Urlaub.

Schon bald kommen Peer und HaJo. Peer ist in Begleitung von Laura. Die schnelle Argentinierin wird sich heute den Frauengesamtsieg holen.

Peer erzählt noch vom Triple Marathon und  Baltic Run. Er schwärmt von der tollen Atmosphäre während und zwischen den Läufen. Drei Marathonläufe an nur einem Tag,  dafür reicht dann meine Phantasie kaum noch aus. Vielleicht komme ich ja im bevorstehenden Ruhestand auch noch auf solche Ideen. 

Allmählich versammeln sich dann etwa 60 Marathonläufer unter dem Startbogen. Einige Voranmelder haben ihre Zusage angesichts der heutigen Temperaturen dann wohl doch noch zurückgezogen. Die Staffelläufer  starten gemeinsam mit uns. Neu ist heute, dass die Strecke nicht wie in den Vorjahren über zwei Runden sondern nun über drei Runden führt. Bisher wurde ja zuerst eine 14 Kilometerrunde gelaufen und dann in Zielnähe noch eine 7 Kilometerschleife angehängt. Jetzt lässt man diese Schleife weg und läuft die 14 Kilometerrunde dreimal. Da  die 7 Kilometerschleife eh ein wenig trist durch ein Industriegebiet führte, begrüße ich diese Neuerung. Ansonsten sind aber die neuen Wege die alten.

 
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Nach dem Startschuss laufen wir zuerst in östlicher Richtung auf der Werscher Straße und biegen dann nach einem Kilometer auf einen Wirtschaftsweg ab. In Heudin erreichen wir Kilometer 2 und die erste Wasserstelle. Insgesamt gibt es auf der 14 Kilometerrunde 3 Wasser- und 3 Verpflegungsstellen.  Die Versorgung mit Wasser, Mineralgetränken und Obst ist also auch für heiße Sommertage gut.

Das  Wetter ist heute mit bis zu 33 Grad wirklich hochsommerlich warm. Da hilft nur viel trinken und das Tempo drosseln. Gut, dass der Start erst so spät erfolgt und die Temperaturen im Laufe des Rennens nicht noch weiter steigen werden.

Über den Hüpperbruch laufen wir Richtung Halle. Die Strecke ist weitgehend asphaltiert  und etwas wellig. Insgesamt müssen 120 Höhenmeter je Runde bewältigt werden. Dafür bietet die hügelige Landschaft immer wieder reizvolle Aussichten. 

Jetzt geht es zwischen Maisfeldern mit einem leichten Anstieg zum ersten Verpflegungspunkt am Haller Berg. Gestärkt laufen wir danach weiter und erreichen bei Kilometer 6 das Wasserschloss Ledenburg. Das von Wassergräben umgebene Schloss stammt aus dem 15. Jahrhundert  und bildet  mit seinem zweiflügeligen Haupthaus und dem vorgebauten Turm einen romantischen Anblick. Weiter geht es an Feldern und Weiden vorbei zur kleinen Ortschaft  Nemden.  Hier gibt es bei Kilometer 8 wieder eine Wasserstelle. Ein Becher wird getrunken und einen schütte ich zur Kühlung über den Kopf. Der Schweiß fließt trotzdem in Strömen.

Kurz danach biegen wir von der Straße ab und laufen nun über einen Feldweg eine leichte Steigung hinauf. Der Weg ist staubig und holperig aber schon bald geht es wieder hinab zur Straße. Dort empfängt uns auch eine Verpflegungsstelle wo wir uns erneut versorgen können. Weiter geht es nun an Wald und Flur vorbei Richtung Himbergen. Nach zwei Kilometern gibt es nochmals eine Wasserstelle und dann ist auch schon wieder Bissendorf erreicht.  Hier laufen wir direkt am schönen Sonnensee vorbei Richtung Werscher Straße und haben damit schon die erste Runde geschafft.

Inge und Christiane warten bereits auf mich und fotografieren wieder von allen Seiten. 1:25 habe ich für die erste Runde benötigt und fühle mich gut.

 
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Die Halbmarathonläufer sind um 16:30 Uhr gestartet, und die Kurzstreckler machen sich für ihren Start um 17:30 Uhr fertig. Jetzt schauen sie uns neugierig entgegen und spenden freundlich Beifall. Nur hier gibt es Zuschauer ansonsten ist man mit seinen Mitläufern allein. Gerade deshalb mag ich diese Landschaftsläufe bei denen man in der freien Natur seinen Gedanken nachhängen kann. Heute kreisen meine Gedanken aber häufig nur zur nächsten Wasserstelle.

Die Strecke kenne ich ja nun und kann meinen Blick auch mal auf die schöne Umgebung werfen. Die Kilometer sind alle ausgeschildert  und die Markierungen eindeutig.  Die gesundheitliche Versorgung ist durch das Rote Kreuz sichergestellt und ein Arzt kontrolliert auf einem Quad die Strecke. Wieder führt der Weg durch die Maisfelder und an den Weiden mit Pferden und Kühen vorbei. Jetzt gehen bereits die ersten Läufer, da sie sich wohl doch übernommen haben.

Die Bauern der Umgebung sind mit ihren Traktoren unterwegs, um bereits ihre Ernte einzubringen. An den Verpflegungsstellen versorge ich mich gründlich um später nicht in Schwierigkeiten zu kommen. Gerade heute ist ja eine gründliche Versorgung wichtig. Neben Wasser gibt es Iso und Cola. Auch Obst ist jetzt im Angebot. Trotzdem muss auch ich der Temperatur Tribut zollen und mein Tempo weiter drosseln.

Im Wäldchen zum  Wasserschloss  ist es besonders ruhig und in Nemden nimmt immer noch niemand von uns Notiz.  Wieder geht es den etwas steilen Feldweg hinauf und man muss schon aufpassen, wohin man tritt.  Kurz vor Himbergen versammelt sich eine Hochzeitsgesellschaft in einem schattigen Garten und wundert sich wohl über die immer wieder vorbeihuschenden Marathonläufer.

Dann sehe ich wieder den Sonnensee und die Halbmarathonläufer spurten hier auf der Zielgeraden an mir  vorbei. Ich aber habe hier mit Kilometer 28 die zweite Runde geschafft. Diesmal habe ich 1:30 benötigt  und meine Fans harren hier treu aus und haben noch eine zusätzliche Verpflegungsstelle für mich eingerichtet. Kurz kommen mir nun doch Zweifel, ob ich noch die dritte Runde schaffe. Da bin ich wohl nicht allein, denn etliche Mitstreiter beenden jetzt hier den Lauf. Das ist die Gefahr, wenn man am Ziel vorbeiläuft. Ich schiebe meine Zweifel beiseite und laufe natürlich weiter. Eine richtige Entscheidung, denn nun werden die Schatten doch länger und die Temperatur sinkt auch bereits ganz leicht. 

Jetzt sind nur noch die Marathonläufer auf der Strecke. Bei einem Zeitlimit von 5 ½  Stunden besteht auch kein Grund zur Sorge. Zur Not wird man heute auch noch einen Hitzebonus bekommen.

Die Tiere auf den Weiden heben nur kurz den Kopf  und man hört nur noch das Tappen unserer Schritte.  An einem Bauernhof hat sich eine kleine Zuschauergruppe gebildet welche uns applaudiert. Mit Kleiderbügeln hat man an Hecken und Zäunen noch Jacken aufgehängt und erweckt so den Eindruck einer noch größeren Gruppe. Keine schlechte Idee.

An der Ledenburg quaken die Frösche im Wassergraben und in Nemden hat man bereits die Bürgersteige hochgeklappt und grillt in den Gärten.

Die Steigung am Feldweg macht jetzt mehr Mühe, aber sie muss ja nun zum letzten Mal bezwungen werden.  Ich beschließe das Gefälle hinunter zu gehen. Das ist sicherer und langsamer bin ich dabei auch nicht. Nach der Verpflegungsstelle nehme ich aber wieder den Laufschritt auf und bekomme nochmals die zweite Luft. Jetzt kann ich selbst im Zockelschritt noch etliche Geher überholen. So etwas baut ja gleich wieder auf.

Kurz vor Himbergen geht es nun zum Ausgleich über ein weiches Wiesenstück direkt über einen Bauernhof und hier hat der Bauer noch freundlicherweise eine Besprühungsanlage zur Erfrischung aufgestellt.  Nochmals ergreife ich die Gelegenheit  mich an der Wasserstelle gründlich zu versorgen und nehme dann die restlichen 3 Kilometer in Angriff. Bald treffe ich meine liebe Inge. Sie hat sich schon Sorgen gemacht und kommt mir entgegen. Erleichtert stellt sie fest, dass es mir gut geht und ich immer noch lächeln kann.

Vom Sonnensee verabschiede ich mich und laufe kurz danach die Werscher Straße hinauf, wo ich diesmal in den Zielkanal einlaufen kann.  Der Sprecher nennt noch meinen Namen und Verein und nach 4:38:28 habe ich das Ziel erreicht. Das bedeutet heute für mich Platz 1 in der Altersklasse. Ich erhalte noch meine Medaille und kann die Urkunde und Ergebnisliste später aus dem Internet ausdrucken. Die Ausfallquote war heute doch erheblich.

 
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Inge und Christiane gratulieren zum erfolgreichen Finish und besorgen mir ein alkoholfreies Bier. Damit kann ich dann den restlichen Zieleinlauf beobachten und von den Erlebnissen an der  Strecke berichten. Hier sind sich alle Läufer einig, dass wir heute ein schweres Stück Arbeit bewältigen mussten. Aber nun ist es ja erfolgreich geschafft und das ist ein schönes Gefühl.

Schon bald gibt es die Siegerehrung und Laura erhält von uns besonders herzlichen Beifall für ihre tolle Leistung. Die ersten drei Männer und Frauen erhalten schöne Glaspokale und ein T-Shirt. Die Gesamtsieger bekommen auch noch ein riesiges Glas Bier vom Sponsor, natürlich alkoholfrei. 

In der nahe gelegen Sporthalle habe ich noch die Gelegenheit zum Duschen und so erfrischt machen wir uns wieder zufrieden auf den Heimweg. Wir haben das Gefühl, den letzten Urlaubstag gut genutzt zu haben.

Fazit: Mit der Änderung auf drei Runden hat der Landmarathon noch an Attraktivität  gewonnen, da nun der landschaftlich schöne Teil sich noch verlängert hat. Der Lauf bietet eine schöne Möglichkeit, Bissendorf und seine reizvolle Umgebung kennenzulernen.  Wer Landschaftsläufe mag, ist hier genau richtig. Zum Glück findet die Veranstaltung ja nicht immer am heißesten Wochenende des Jahres statt.

 

Informationen: Osnabrücker Land-Marathon
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