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Laufberichte

Kleiner Marathon in großer Stadt

 

Wer eine kleine, aber feine Marathon Veranstaltung in Thüringen sucht, dem sei Erfurt nicht nur empfohlen, sondern ans Herz gelegt. Zum vierten Mal lädt ANNAKRAM e.V., ein Verein für Kunst, Bewegung und soziales Engagement, zur zweiten Generation des Erfurt Marathons ein. Ein Verein der seit Jahren mit dem Projekt „laufendhelfen“ Spendengelder sammelt und sich an ein Marathon Projekt in einer Landeshauptstadt ran traut und organisiert, verdient Repsekt!

Hier erleben wir keinen kommerziellen Marathon, sondern einen mit vielen motivierten Helfern durchgeführten sportlichen Tag, der seinesgleichen sucht. Für 34 € ist der Marathon Startplatz in der günstigsten Anmeldephase zu bekommen, mindestens 10 € davon wandern direkt als Spende zum Kinder- und Jugendzirkus Tasifan Kindervereinigung Weimar e.V., welcher am Veranstaltungstag mit einer Vorführung aufwartet und sich damit gleich bedankt.

Neu in 2017 bietet man jetzt auch einen Halbmarathon an. Dies ist neben Marathon und Marathon Staffel nichts besonderes, wohl aber der ebenfalls angebotene Einrad Marathon – und das auf der Original-Marathonstrecke! Neben Treppen gibt es Abschnitte, in denen ich mir meine Trailschuhe gewünscht hätte. Für mich unvorstellbar, hier auf einem Einrad 42,2 km zu bewältigen! Ergänzend seien Bambinilauf, Nordic Walking Marathon und Halbmarathon als mögliche Disziplinen erwähnt.

 

 
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Ausgabe der Startnummern wird für den Freitag von 17-19 Uhr in einem Gasthaus im Norden Erfurts geplant, wer erst Samstag anreist, kann die Abholung auch für Samstag morgen buchen. Ab 7 Uhr geht’s im Kanu Klub Concordia am Nettelbeckufer los, Startnummerm verteilen, um 8 Uhr die Nordic Walker zum Marathon starten und um 9 Uhr dürfen die läuferischen Marathonis los. Ein DJ, Getränkestand, Zeitnahme von Sport Ident und ein Pavillon zur Startnummernausgabe, alles da. Es gibt sogar schon Kuchen, der Grill wird glühen wenn wir wieder da sind.

Pünktlich um 9 Uhr starten wir bei herrlichem trockenen Wetter, dies war nach dem Dauerregen am Freitag kaum zu erwarten. Kurz vor uns werden noch zwei Radfahrer über die Strecke geschickt, um mit Sprühkreide noch einmal nachzuarbeiten. Zusammen mit vielen gelben EM4 Schildern und  schwarz-gelbem Flatterband bildeten die vielen Pfeile eine sehr, sehr gute Ausschilderung der Strecke. Einzig die in einem Kindergarten handgemalten Kilometerschilder sind unvollständig, aber das Problem mit Trophäenjägern dieser Art hat Erfurt wohl jedes Jahr.

Die Strecke führt uns die ersten 5 km nordwärts, es geht durch Wohngebiete und den Nordpark, oft an der Gera entlang. In Gisperleben mit der ersten Verpflegungsstation haben wir schon den nördlichsten Punkt erreicht, überqueren die Gera und es geht auf Südkurs. Zwischen Kilometer 8 – 9 kommen uns die Einrad Marathonis entgegen, welche um 10 Uhr auf die Strecke geschickt wurden. Hier ist die noch einfache Streckenführung auf gut befestigten Wegen nur mal unterbrochen durch eine Ampel oder eine Brücke, aber es sollte noch spannend werden. Die Organisation kündigt eine Disqualifikation an, wenn die Verkehrsregeln nicht beachtet werden.

Nach 10 entspannten Kilometern geht’s auf der anderen Flussseite am Start Ziel Bereich vorbei, hier erwartet uns die zweite Verpflegung unter anderem mit Schnittchen. Prompt saust die erste der Mixed Staffel an uns vorbei. Team Germania hält Tempo und Platzierung und siegt später mit 2:53:51. Weiter geht es Richtung Erfurt Zentrum, welches wir 2 km später schon erreichen. Hier gilt es die Zitadelle Petersberg zu erklimmen. Oben angekommen, laufen wir auf den Wehrmauern entlang und werden mit einem wunderschönen Ausblick auf Stadt und Dom belohnt.

Die Strecke führt uns durch die Südstadt mit einigen noblen, alten Villen, bevor wir durch die nächste Parkanlage langsam das Stadtgebiet verlassen. Das Landschaftsschutzgebiet Steiger in welches wir hinter km 20 einsteigen, ist für mich die größte Überraschung. Hatte ich doch einen Stadtmarathon erwartet und war mit entsprechenden Schuhen unterwegs, ging es jetzt über Schotterwege mit teils deutlichen Spuren der letzten Regengüsse.

 

 
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Bei km 22 trennen sich Marathon und Halbmarathonstrecke zum zweiten Mal. Nachdem wir direkt nach dem Start eine 10 km Schleife drehten, steht jetzt eine spannende Strecke von 9,5 km über Waltersleben an, bis die Strecken sich bei km 31,5 wieder vereinen. Es ist das einsamste Stück, nur noch vereinzelt sieht man einen Läufer. Für die Einradfahrer beginnt jetzt auch das schlimmste Stück. Single Trails, schlammig und aufgeweicht, Pfützen wie Seen und immer wieder Matsch.

Die anschließenden 9 km laufen sich dafür traumhaft. Es geht über Felder bis zu Verpflegung Waltersleben und damit bei Km 27,5 dem südlisten Punkt der Strecke entgegen. Von Km 28,5 – 35 verschwinden wir auf gut zu laufenden Wegen meist im Wald, was sich bei inzwischen über 22 Grad liegenden Temperaturen als sehr angenehm erweist. Bei km 31,5 noch ein Verpflegungspunkt beim Waldhaus und dann kann man es schön bergab rollen lassen bis wir über eine steile Treppe nach über 35 km die Verpflegungsstation Motzstrasse, welche wir schon bei km 18 ansteuerten, erneut erreichen. Einen Kilometer geht’s auf bekannter Strecke zurück, dann wieder angenehm durch einen weiteren Park  Richtung Altstadt. Wir schlängeln uns durch kleine verwinkelte Wege wieder Richtung Petersberg und dürfen bei km 39 den Dom passieren, dem imposantesten Anblick der Strecke.

 

 
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Der letzte Verpflegungsstand hat nur eines im Angebot: ein Motivationsbier für die letzten 2,4 km. Der Zieleinlauf wird lautstark beklatscht, tolle Stimmung dann im Zielbereich. Eine tönerne Medaille (!), für mich die erste dieser Art, wird mir umgehängt, der Zeitnahmetransponder vom Handgelenk gelöst. Sofort wir eine Urkunde mit allen Zwischenzeiten (5 an der Zahl!) ausgedruckt und dann bekomme ich noch ein Finisherbier. Duschen gibt es im naheliegenden Nordbad, Eintritt frei.

 

Siegerliste

Männer

1.    Adrian Panse – USV Erfurt/Univerität Kassel  -  2:59:40
2.    Sven Lohmann – Hartmanndorf  -  3:09:44
3.    Chris Oemus  –  3:12:16

55 im Ziel

 

Frauen

1.    Peggy Hesse - Udestedt  –  3:50:56
2.    Silvia Schmied – LAV Halensia e.V.  – 3:55:27
3.    Yu Zhang – Erfurt  -  4:17:16

7 im Ziel

 

Informationen: Erfurt Marathon
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