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Laufberichte

Alles läuft, nix geht...

28.09.08

... das ist der Wahlspruch des Marathons in Bremen, der in diesem Jahr zum 4. mal unter der Flagge des swb ausgetragen wurde. Garniert wird dies durch einen eigens hierfür kreierten Song. Ja, es ist ein Marathon. Ja, es ist auch ein Stadtmarathon. Nein, er ist nicht wie andere auch. Warum?

Dass alles ein wenig anders ist, merkte ich, als ich am Samstag vor dem Lauf meine Startunterlagen abholen wollte. War man in den vergangenen Jahres noch in der Messehalle zu Hause, so hatte man in diesem Jahr ein großes Zelt auf der Bürgerweide aufgestellt. Kannte ich bislang lange Schlangen an der Ausgabe, so suchte ich diese Schlange diesmal vergeblich. Im Handumdrehen hatte ich meine Startnummer und den Kleiderbeutel und konnte dann auf der Messe ein wenig umher schlendern. Auch dort war ich ziemlich allein und konnte mich ungestört umschauen. Eine sehr entspannte und relaxte Atmosphäre. Genau die richtige Einstimmung für den Lauf am Sonntag.

Am Sonntagmorgen fuhr ich dann die Parkplätze an der Uni an, von wo ein Shuttle-Bus die Teilnehmer zum Start bringen sollte. Das sagte zumindest die Teilnehmerinformation. Dies ist eigentlich auch der einzige Kritikpunkt. Weder auf einem Plan noch auf Nachfrage war erkennbar, von wo der Bus denn startet. Mehr durch Zufall habe ich dann einen erreicht, der uns an der Bürgerweide ablieferte.

Dort traf ich mich meinem Freund Thomas, um mir von ihm seine Heimatstadt zeigen zu lassen. Das Wetter meinte es gut mit uns. Freundliche 10 Grad zeigte das Thermometer und zaghaft versuchten erste Sonnenstrahlen zu uns durchzudringen.

Dann wurden die 10-Kilometer und dann die Halbmarathon-Läufer auf die Strecke geschickt. Damit war der Großteil der Läufer bereits auf der Strecke. Von den rund 4.500 Läufern blieben am Ende 1.500 – 1.600 für den Marathon übrig. Eine sehr übersichtliche Anzahl. Trotzdem zwängte sich alles diszipliniert in seine Startbox. Auf der Startnummer hatte man neben dem Namen des Läufers auch seine Zielzeit aufgedruckt. So konnte jeder direkt sehen, ob sein Nebenmann im richtigen Block steht.

Pünktlich geht es dann auf die Strecke. Zunächst wird durch die Innenstadt am Rathaus und den Stadtmusikanten vorbei. Nach der 1. Querung der Weser geht es nun aus der Stadt heraus in Richtung Werdersee. Hier konnte man vergessen, dass es ein Rennen war. Wenn man, wie wir, relativ langsam unterwegs war, konnte man diesen Teil richtig genießen. Mehrere Kilometer ging es am Wasser entlang. Ein Lauf für die Seele.

Aufgrund der relativ kleinen Teilnehmeranzahl wird das Feld schnell gesprengt, was allerdings der Stimmung am Rand nicht schadet. Mit viel Leidenschaft und Enthusiasmus begleiten die Zuschauer die Läuferinnen und Läufer. In regelmäßigen Abständen sorgten DJ's für eine lautstarke Untermalung und sorgen so für eine gute Stimmung. Daneben hatte der eine oder andere noch seine Musikanlage nach draußen getragen und feuerte so die Läufer an.

Dann ging es nach Norden in Richtung des Botanischen Gartens. Hier wurden die Unterschiede zu den großen Stadtmarathons deutlich. Teilweise ging es durch kleine Gassen und Hinterhöfe. Das wäre bei einem Teilnehmerfeld wie in Berlin gar nicht möglich. Mich hätte es nicht gewundert, wenn wir auch durch einen Keller gelaufen wären.

Kurz hinter dem Botanischen Garten, wo wir durch den Rhododendren Garten liefen, war die Halbmarathon-Marke erreicht und es ging weiter in Richtung Universität. Hier stieg mein Freund Thomas aus. Die Grippe aus der Vorwoche war noch nicht auskuriert und er entschied sich daher, aus Sicherheitsgründen den Lauf abzubrechen. Und so machte ich mich alleine weiter auf den Weg. Wenn ich sage: allein, meine ich auch: allein. Vor mir und hinter mir gab es Lücken von bestimmt 100 Metern. Hier ist jeder Läufer wirklich auf sich alleine gestellt.

Während der Durchquerung eines an sich tristen Industriegebietes hatte man noch einen kleinen Motivationspunkt eingebaut. Bei Kilometer 31 ging es durch den Speicher 1. Hinter dem Speicher tobte die Party, den man als Läufer über einen roten Teppich erreichte. Das war die richtige Aufmunterung zur richtigen Zeit. Ab Kilometer 32 konnte man die Weser schon riechen. Und kurz darauf war es soweit. Nun ging es der Weser entlang bis zum Weserstadion.

Auch hier merkte man die Unterschiede zu den "großen" Marathons. Die Strecke entlang der Weser war nicht abgesperrt. Als Läufer teilte man sich den Weg der Uferpromenade mit Fußgängern und Radfahrern. Aber das funktionierte sehr reibungslos. So wurden einige der Sonntag-Nachmittag Spaziergänger unerwartet Teil eines Marathons. Begleitet von aufmunternden Rufen ging es zum Weserstadion. Dies wurde durchlaufen und dann ging es auf die letzten 4 Kilometer.

Auch hier floss der Verkehr nahezu normal. Wenn ein Läufer eine Straße queren musste, wurde von den freundlichen Polizisten und –innen diese kurzerhand gesperrt. Und alle machten dabei einen maximal entspannten Eindruck.

Als ich am letzten Verpflegungsstand fragte, welche der Damen einen Caipirinha für mich hätte, flogen mir direkt ein Dutzend Hände entgegen. Das nenne ich Service.

Und endlich war die Bürgerweide erreicht und durch ein Gewirr von Gittern ging es über den Platz, bis die 170 Meter lange Zielgerade erreicht wurde. Auch hier herrschte eine prächtige Stimmung, so dass diese Meter zu einem Genuss wurden.

In der Messehalle, wo auch die Kleiderabgabe angesiedelt war, gab es dann große Stände mit ausreichend Essen und Trinken und Sitzgelegenheiten. Ebenfalls fand man dort die Massagestation. Keine 5 Minuten nach dem Betreten lag ich bereits mit dem Bauch auf einer Bank und meine Beine wurden wieder in die richtige Konsistenz geknetet.

Insgesamt eine richtig schöne Strecke mit einem begeisterungsfähigen Publikum und einer tollen Organisation. Irgendwie passend zur Stadt eine fast familiäre Atmosphäre. Da macht nicht nur den ersten, sondern auch den letzten Spaß. Das man, wie in den ersten drei Auflagen, auf Spitzenläufer nebst Antrittsgeld verzichtet hatte, tut der Veranstaltung keinen Abbruch. Sondern gibt ihr aus meiner Sicht noch einen besonderen Charme.

Sollte ich einen Marathon zum 2ten Mal laufen, dann wäre Bremen sicherlich für mich die 1. Wahl.

 

Informationen: Bremen Marathon
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