Die Münsteraner Bevölkerung hat einmal mehr ihre Verbundenheit zum Volksbank-Münster-Marathon unter Beweis gestellt. Trotz wechselhaften Wetters mit leichtem Nieselregen und längeren trockenen Abschnitten säumten Tausende Zuschauer die Strecke, um die Athletinnen und Athleten lautstark anzufeuern. Die emotionale Atmosphäre spiegelte sich auch im Zielbereich wider, wo zahlreiche Finisher von ihren Gefühlen überwältigt wurden. Für zusätzliche Stimmung am Streckenrand sorgten die von Markus Müller (alias Immo Adler) komponierten Songs „Run your Dream“ und „Münster’s so proud“, die sich schnell als echte Ohrwürmer entpuppten und das Publikum zum Mitstanzen und Mitsingen animierten.
Auf der Strecke entwickelte sich von Beginn an ein hochambitioniertes Rennen, was unter anderem an dem Versuch des Argentiniers Ignacio Erario lag, den nationalen Rekord seines Landes zu brechen. Das hohe Anfangstempo forderte in Kombination mit dem Regen, zeitweisem Wind und der hohen Luftfeuchtigkeit jedoch seinen Tribut: Der topgesetzte Favorit musste das Rennen zur Hälfte der Distanz vorzeitig beenden.
An der Spitze der Herrenkonkurrenz spulten die Läufer aus Kenia souverän ihr Tempo ab. Dickson Kiptoo sicherte sich in 2:10:03 Stunden den Sieg und verfehlte den Streckenrekord damit nur um rund eine Minute. „I love Münster“, schwärmte der Sieger bei der anschließenden Ehrung auf der großen Zielbühne. Das Podium komplettierten sein Namensvetter Dickson Kiprop (2:10:46 Stunden) sowie Emanuel Giniki Gisamoda aus Tansania (2:12:37 Stunden).
Bei den Damen gab es eine Überraschung: Agrie Belachew Wole aus Äthiopien lief in einer persönlichen Bestzeit von 2:28:43 Stunden zum Sieg. Dies bedeutete gleichzeitig die zweitschnellste je gelaufene Zeit in der Geschichte des Volksbank-Münster-Marathons. Ihr folgten Cecilia Michael aus Kenia (2:30:22 Stunden) und Azalech Woldeselasse (2:31:09 Stunden) auf den Plätzen zwei und drei.
Im nationalen Feld setzte sich Elias Sansar nach einigen Jahren Pause wieder als schnellster deutscher Läufer durch und finishte nach 2:23:10 Stunden. Den zweiten Platz sicherte sich Marco Giese von der SG Wenden (2:24:39 Stunden), dicht gefolgt von Lokalmatador Manuel Kruse (Running Crew Münster), der in 2:24:57 Stunden das Ziel erreichte.
Schnellster Deutscher wurde nach einigen Jahren Pause einmal wieder Elias Sansar in 2:23:10 Stunden vor Marco Giese von der SG Wenden in 2:24:39 Stunden und Lokalmatador Manuel Kruse von der Running Crew in Münster in 2:24:57 Stunden, dem der Hattrick dreimal hintereinander schnellster Deutscher zu werden, leider nicht gelang. Schnellste Deutsche wurde Lisa Huwatscheck aus Hannover in einer nie dagewesenen Zielzeit aus deutscher Sicht von 2:34:31 Stunden. Damit hat die deutsche Nachwuchsläuferin die Rekordzeit von Miriam Zink aus dem Jahre 2019 geknackt. Zweite wurde Lena Wilmsen vom 1. Deutsch Niederländischen Corps und Dritte Katja Tegler von der Running Crew aus Münster.
Ein absolutes Highlight lieferte der Deutsche Meister von 2022 und Spitzenathlet Hendrik Pfeiffer über beim Wecker 28 km-Lauf in Vorbereitung auf den Chicago Marathon im Oktober. Mit 1:27:00 Stunden pulverisierte er den bisherigen Rekord über diese Distanz, die bis dahin seine Frau Esther Pfeiffer hielt, die seinen Zieleinlauf mit Michael Brinkmann auf der Zielbühne kommentierte.
Es zeigte sich einmal mehr: Münster bewegte die Massen, sowohl Läuferinnen und Läufer, aber auch Zuschauende, die sogar bis zum Zieleinlauf der 6-Stunden-Läufer und der Ankunft des Besenbusses im Regen ausharrten und bis zuletzt applaudierten. Erneut ein Marathon der Emotionen mit über 300 Künstlern, vielen Fangruppen an der Strecke und unschlagbarer Stimmung beim langgestreckten Zieleinlauf mit dem Finish auf dem legendären roten Teppich zwischen den schönen historischen Giebelhäusern der Stadt und der Lambertikirche.
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