Die fünffache Ironman-Siegerin Daniela Bleymehl hat bei ihrem Wechsel auf die Langstrecken-Trails direkt ein Ausrufezeichen gesetzt. Bei der 14. Auflage des Trail Marathons Heidelberg am 20. September 2026 sicherte sich die Darmstädterin souverän den Sieg in der Königsdisziplin. Bei den Herren triumphierte der in Heidelberg lebende Franzose Ulysse Labbe. Die Athleten erwartete in diesem Jahr nicht nur eine der härtesten Strecken Deutschlands, sondern auch eine Rekordkulisse bei traumhaften Bedingungen.
Nachdem im Vorfeld bereits knapp 1.400 feste Voranmeldungen registriert wurden, lockte das phänomenale Spätsommerwetter zahlreiche Kurzentschlossene an. Die Veranstalter von der Sporteventagentur M3 rechneten am Ende mit deutlich über 1.500 Teilnehmenden auf den verschiedenen Distanzen. Mit strahlendem Sonnenschein und optimalen Lauftemperaturen um die 21 Grad bot das Wetter perfekte äußere Bedingungen für Sportler und Zuschauer.
Im sportlichen Fokus stand die im Vorjahr reformierte Königsdisziplin: der „Heart Core Trail“ über 45 Kilometer. Der Name ist eine charmante Anspielung auf Heidelberg als „Stadt mit Herz“. Die anspruchsvolle Strecke führte die Läufer quer durch den Odenwald und überwand dabei mehr als 2.020 Höhenmeter, was dem Event einen fast alpinen Charakter verlieh.
Gleich nach dem Start auf dem historischen Karlsplatz ging es für das Feld spektakulär über die Alte Brücke und direkt hinein in den steilen Schlangenweg hinauf zum Philosophenweg. Für die Ausgabe 2026 wurde die Strecke noch einmal verschärft: Auf dem Weg zur Thingstätte und zum Heiligenberg forderte ein neu integrierter Uphill-Trail unterhalb des Fuchsrondells zusätzliche Körner.
Nach einem technischen Downhill über den mediterran anmutenden Brandplattenweg verlief die Route entlang des Maubachs in Richtung Stift Neuburg länger auf schmalen Pfaden. Das fiese Finale wartete auf der Schlierbacher Seite oberhalb des Wolfsbrunnens, wo extrem knackige, wurzelige Naturtrails eingebaut wurden.
Die 38-jährige Daniela Bleymehl, die erst kürzlich ihre professionelle Triathlon-Karriere beendet hat, zeigte sich von den giftigen Anstiegen unbeeindruckt. Sie lief ein einsames Rennen an der Spitze und finishte nach 4:24,00 Stunden. Nur knapp dahinter folgte die Heidelberger Lokalmatadorin Clara Schütte (4:26,40 Stunden), während Silvia Felt aus Weinheim (4:29,01 Stunden) das hochkarätige Podium komplettierte. Sie sei heute in auf den Geschmack gekommen, bilanzierte Bleymehl glücklich im Ziel.
Bei den Herren machten zwei in Heidelberg lebende Franzosen den Sieg unter sich aus. Der 32-jährige Chefkonditor Ulysse Labbe setzte sich in 3:35,12 Stunden durch. Ihm folgte sein Landsmann Félix Girault (3:39,35 Stunden) auf dem Silberrang, während Dominik Welzel vom „Team flott“ (3:40,10 Stunden) den dritten Platz erlief.
Auch auf den kürzeren, aber nicht minder intensiven Strecken wurde starker Sport geboten:
Half-Trail (30 km / ca. 1437 Höhenmeter): Hier triumphierte der 23-jährige Darmstädter Elektrotechnik-Student Simon Kolb in schnellen 2:33,27 Stunden.Bei den Frauen siegte die Bauingenieurin Stephanie Waglöhner aus Nußloch (2:50,09 Stunden).
Base-Trail (20 km / ca. 869 Höhenmeter): Der beliebte Einstiegswettbewerb ging bei den Männern an Marlon Thiée (1:37,37 Stunden). Bei den Frauen hielt Isabel Onkelbach von der TSG 78 Heidelberg in 1:46,37 Stunden die Fahnen der Gastgeberstadt hoch.