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Laufberichte

Premiere mit viel Herzblut

15.12.18 Xmas Marathon
 

Michael Snehotta ist  selbst begeisterter Marathon- und Ultraläufer und verspricht einen Marathon mit fünf Runden um den Kleinen Brombachsee mit ganz besonderer Atmosphäre. Gestartet wird um 14:00 Uhr, es wird also in die Dunkelheit gelaufen. Dann wird die Strecke mit Fackeln und anderen Lichtquellen ausgeleuchtet. Im Ziel erwartet die Teilnehmer ein kleiner Weihnachtsmarkt. Da muss ich nicht lange überlegen, da will ich dabei sein. Auf 60 Teilnehmer ist das Starterfeld limitiert,

Am dritten Adventssonntag mache ich mich zusammen mit Charly, der noch kurzfristig einen Startplatz ergattern kann, auf Weg nach Pfofeld. Die Startunterlagen gibtb es laut Ausschreibung im Strandhotel Seehof direkt am Kleinen Brombachsee. Der Brombachsee dürfte wohl allen Marathoninteressierten vom Seenland-Marathon her bekannt sein. Der wird allerdings größtenteils am Großen Brombachsee gelaufen. Beim Kleinen Brombachsee handelt es sich um eine Vorsperre des Großen Brombachsees, dem größten Stausee in Franken. Zusammen mit dem Igelsbachsee bilden die drei Seen den Brombachsee. Somit haben der Xmas-Marathon und der Seenland-Marathon ein paar gemeinsame Meter.

In Pfofeld angekommen finden wir gleich neben der Rezeption des Strandhotels die Startnummernausgabe. Zwei junge Mädels suchen meine Startnummer heraus und überreichen mir diese zusammen mit einem Startbeutel. Alles verläuft reibungslos und äußerst entspannt. Nach und nach trudeln weitere Teilnehmer ein und der Bereich um die Rezeption füllt sich zusehens. Michael selbst begrüßt jeden Teilnehmer per Handschlag und stellt sich vor. Man kann ihm die Vorfreude auf die Marathonpremiere richtig ansehen. Rührig kümmert er sich um jeden einzelnen. Er erklärt die Wege zum Umkleideraum im ersten Stock und weist auch gleich daraufhin, dass es eine halbe Stunde vor dem Start noch ein kurzes Briefing geben wird.

Fünf Runden um den Kleinen Brombachsee sind zu laufen. Dabei wird es pro Runde zwei Verpflegungsstellen mit warmem Tee und Lebkuchen geben. Es ist kalt, zwei Grad unter null. Michael weist auf die Überquerung der Vorsperre zwischen Kleinen und Großen Brombachsee hin, wo man ungeschützt dem Wind ausgesetzt ist und es deutlich kälter sein kann. Aus diesem Grund ist im Zielbereich ein beheiztes Zelt aufgestellt, in dem man sich gegebenenfalls nach jeder Runde wieder etwas aufwärmen kann. Zudem erklärt er augenzwinkernd, dass sich jeder Läufer auf den Zieleinlauf vor wohl Frankens kleinstem Weihnachtsmarkt freuen kann. Drei Buden sind aufgebaut, die Glühwein und Bratwürste bereithalten. Ein weiteres Zelt dient dem Aufbewahren von Wechselkleidung. Alles klingt schon mal sehr professionell. Der Hoteldirektor lässt es sich nicht nehmen, ein paar Grußworte zu spreche, dann werden  wir in die Kälte entlassen.

 

 

58 Teilnehmer traben los, wovon einige hatten schon im Vorfeld angekündigt haben, nur zwei oder drei der fünf Runden laufen zu wollen. Ich selbst hatte mir vorgenommen, heute äußerst entspannt meine Runden zu drehen. Der Xmas-Marathon ist mein 21. Marathon in diesem Jahr, da möchte ich es doch ruhig ausklingen lassen und relativ schnell finde ich mich im hinteren Teil des Feldes wieder. Neben mir läuft Manni, den ich schon von vielen anderen Läufen kenne. Er erklärt, dass er es heute ebenfalls langsam angehen lassen will. 5:30 Stunden will er sich für die 42 Kilometer Zeit lassen. Das könnte auch für mich passen und wir entschließen, den Lauf gemeinsam unter die Füße zu nehmen. Bei einem Zeitlimit von sechs Stunden sind mir damit auch voll im Soll. Auf der ersten Runde laufen wir uns erst einmal warm und genießen die Strecke. Es ist zwar bewölkt und lausig kalt, dennoch hat die Landschaft um den kleinen Brombachsee ihren Reiz. Während Manni und ich über vergangene Läufe sprechen, wandert unser Blick immer wieder zum See. Neben der Strecke stecken Fackeln im Boden, die uns später in der Dunkelheit den Weg weisen. Dieser ist übrigens perfekt markiert. An den wenigen Abzweigungen, die in der Nacht eventuell zu Unsicherheiten führen könnten, sind Warnbaken mit Leuchten aufgestellt, sodass ein Verlaufen unmöglich ist. Nachdem wir gut eine halbe Runde gelaufen sind, überqueren wir das erste Mal die Vorsperre. Und ja, Michael hat Recht, es ist spürbar kälter.

Direkt nach der Vorsperre geht es dann nach links weg, weiter am See entlang. Nach einem kleinen Anstieg dürfen wir auch gleich wieder etwas bergab laufen und erreichen ein paar Minuten später den ersten Verpflegungspunkt. Das „San-Shine-Camp“,  ein Outdoor- und Eventgelände, ist perfekt in die Strecke integriert. Es gleicht einem Wild-West-Dorf und vor einem großen Tipi gibt es erstmals Tee und Lebkuchen. Diese Verpflegungsstelle ist Manni und mir gleich ans Herz gewachsen und wir werden hier jede Runde ein paar Minuten verlieren. Nicht nur die Verpflegung ist dafür ein Grund. Die wirklich rührigen Helfer und Helferinnen freuen sich stets über ein kurzes Gespräch und wollen wissen, wie es so läuft.

 

 

Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg. Weiter geht es am See entlang. Wir erreichen wenige Minuten später eine Brücke und als wir diese überquert haben, liegt auch schon wieder das Strandhotel vor uns. Die erste Runde wäre somit also absolviert. Beim Überqueren der Start- bzw. Ziellinie bekommen wir als zählbaren Nachweis ein Gummiband um das Handgelenk. Die zweite Verpflegungsstelle ist hier ebenfalls aufgebaut und ich greife wieder zu warmen Tee und Lebkuchen. Die Stimmung hier ist pefekt. Alle Helfer und Helferinnen feuern uns an und erfreuen sich sichtlich an ihrem Marathon. Manni und ich sind uns schon nach Runde Eins sicher, dass der Xmas-Marathon ein absolutes Highlight ist und wir freuen uns auf vier weitere gemeinsame Runden.

Die zweite Runde verliäuft ebenfalls reibungslos. Auf der Vorsperre treffen wir auf Michael, der mit einem Golfwagen seine Runden dreht. Damit stellt er nicht nur sicher, dass niemand auf der Strecke bleibt, er feuert alle Teilnehmer auch lautstark an. Seine Begeisterung über den schon jetzt gelungenen Marathon ist ihm deutlich anzusehen, erst Recht, als wir ihn ausdrücklich dafür loben.

Nach der zweiten Verpflegungsstelle erleben wir dann eine kleine Überraschung. Wir waren uns ursprünglich sicher, dass uns der führende Marathoni frühestens in der dritten Runde überholen wird. Doch da hatten wir die Rechnung ohne Timo Striegel gemacht. Kurz vor Ende unserer zweiten Runde  zieht Timo schon mit einem Affenzahn an uns vorbei.

Damit waren wir auch schon gleich bei Runde Nummer drei angekommen. Es war inzwischen kurz nach 16 Uhr und die Dämmerung setzte ein. Darauf hatten wir uns besonders gefreut. Es dürfte also nicht mehr lange dauern, bis die Fackeln und Teelichter angezündet werden würden. Manni und ich genossen weiterhin den Blick über den Kleinen Brombachsee, nicht mehr lange und er würde in der Dunkelheit verschwinden. Als wir wieder auf der Vorsperre ankommen spüren noch deutlicher als zuvor den lausig kalten Wind. Trotz meiner Handschuhe sind die Finger klamm. Doch davon lassen wir unsere Laune nicht verderben. Das gehört bei einem Winterlauf einfach dazu.

Als wir zum dritten Mal in das „San-Shine-Camp“ einlaufen, brennen schon erste Lagerfeuer, um das sich etliche Gäste mit einer Tasse Glühwein in der Hand versammeln. Sie fragen nach, ob wir den ganzen See umrunden wollen. Als wir mit „ja“ antworten und hinzufügen, dass wir das 5mal machen, staunen sie nicht schlecht. Manni und ich wärmen uns mit einem Tee und greifen auch beim Lebkuchen wieder zu. Kurz vor dem Ende der dritten Runde hole ich meine Stirnlampe aus dem Laufrucksack.

 


 
Die vierte Runde beginnen wir in völliger Dunkelheit. Es ist bedeckt und es gibt kein Mondlicht. Nur die brennenden Fackeln verzaubern die Landschaft.  Es ist herrlich, wir sind begeistert. Darauf haben wir gewartet. Ich dimme meine Stirnlampe soweit herunter wie nur möglich. Ganz ohne geht es natürlich nicht, die Fackeln und Teelichter leuchten die Strecke ja nicht aus, sie weisen nur den Weg und machen  die besondere Atmosphäre beim Xmas-Marathon aus.

Manni und ich haben unsere Unterhaltung inzwischen nahezu eingestellt und genießen wortlos die Stille und die Dunkelheit. Kurz vor der Vorsperre treffen wir wieder auf Michael. Wir lassen ihn an unserer Begeisterung teilhaben und er freut sich riesig über unsere Anerkennung. Es geht wieder über die eisig kalte Vorsperre und wir freuen uns schon auf die nächste Verpflegung. Noch einmal ordentlich bei den Lebkuchen zugreifen, einen warmen Tee hinterher, dann liegt schon fast die letzte Runde vor uns.

Mit einem weiteren Gummi am Handgelenk machten wir uns auf die letzte Runde, die wir noch einmal so richtig genießen, obwohl sich trotz des langsamen Tempos die Anstrengung nun doch bemerkbar machte. Manni und ich ziehen bereits ein erstes Resümee und sind einig, dass der xmas-Marathon ein absolut perfekt organisierter Lauf ist. Die Stimmung unter den Läufern, sowie auch bei den Helfern ist einzigartig. Man merkt einfach, wenn ein leidenschaftlicher Läufer hinter der Planung und Umsetzung eines Marathons steckt. Der Boxenstopp an der letzten Verpflegungsstelle ist unser schnellster, denn das Ziel liegt nun greifbar nahe. Ein paar Minuten später laufen wir gemeinsam über die Ziellinie. Zahlreiche Helfer gratulierten uns und wir bekommen unsere Finisher-Medaille umgehängt.

Einige Finisher haben es sich mit Glühwein am Lagerfeuer vor dem Weihnachtsmarkt bequem gemacht. Ich bevorzuge zunächst eine ausgiebige Dusche im Wellness-Bereich des Standhotels. Die Siegerehrung verzögert sich etwas, weil der letzte Läufer noch auf der Strecke ist. Er wird zwar das Zeitlimit nicht einhalten, aber trotzdem gewertet. Das ist sehr vorbildlich und lässt nochmal erkennen, dass hier wirklich jeder Läufer respektiert und die individuellen Leistungen anerkannt werden. fahren. So verabschieden Charly und ich uns noch schnell von unseren Lauffreunden und machen uns auf den Weg nach Hause.

Rückblickend kann ich Michael nur zu dieser Marathonpremiere gratulieren. Es gibt nichts, aber auch rein gar nichts zu bemängeln. Man merkte zu jeder Sekunde mit wieviel Herzblut er diesen Lauf organisiert hat und auch bis zur letzten Sekunde mit dabei war.

Na gut, wenn man etwas finden will, dann vielleicht die Medaille. Irgendwie hatte ich auf eine besondere Xmas-Medaille, vielleicht im Nikolausdesign gehofft, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Eine Wiederholung im kommenden Jahr hat Michael jedenfalls schon angekündigt.

 

Informationen: Xmas Marathon
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