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Laufberichte

Gelungener Jahresauftakt

 

Im Marathonkalender steht der LLG Kevelaer Marathon ganz vorne. Als dieser zum ersten Mal ausgetragen wurde, galt ein so früher Termin im Januar noch als Wagnis. Aber der LLG Kevelaer um Peter Wasser sah den Termin auch als Chance und der Erfolg gab ihm Recht.  

In den ersten Jahren wurde der Lauf noch an der Jugendherberge ausgetragen und die Teilnehmerzahl musste auf 300 begrenzt werden. Im Ziel gab es für jeden Läufer dann noch einen Honigkuchen und schnell wurde der Lauf zum Kult.

Inzwischen ist der Start vor der Sportanlage des DJK Twisteden  und hat hier eine gute Infrastruktur gefunden. Mit der großen Erlebnisoase Irrland  direkt vor der Tür gibt es Parkplätze in Hülle und Fülle. Nach einem kurzen Fußweg erreicht man die Sportanlage.

Hier hat der LLG noch ein großes, gut beheiztes Festzelt aufgebaut, welches zum Verweilen einlädt. Kaffee und Brötchen gibt es bereits jetzt, später nach dem Zieleinlauf kommen noch Suppen, Bratwürste und Kuchen dazu.

Die sanitären Anlagen des Stadions können genutzt werden. Zusätzlich sind noch mobile Anlagen vorhanden. Fast 500 Teilnehmer haben sich angemeldet. Die Startgebühr beträgt je nach Anmeldedatum 24 bzw. 29 Euro. Nachmeldungen sind auch heute noch möglich, dann allerdings werden 44 Euro fällig. Wer möchte, kann ein Teilnehmershirt für 15 Euro erwerben. Medaille und Urkunde gibt es für alle Teilnehmer ohne zusätzliche Kosten.

Neu im Angebot ist in diesem Jahr  die Möglichkeit, die Marathonstrecke als Staffel zu bewältigen. 2 bis 7 Läufer teilen sich dabei die Strecke. Hier beträgt der Orgabeitrag 59 Euro. Wer sich also bislang nur 6 km zutraut, kann trotzdem Marathonluft schnuppern. Zunächst hat man nur 20 Staffeln zugelassen, um den Hauptlauf nicht zu behindern. Die Startplätze waren schnell vergeben. Am Ende hat man dann großzügig doch 27 Staffeln akzeptiert.

 


 
Die Veranstaltung findet nun bereits zum 16ten Mal statt und erfreut sich wachsender  Beliebtheit. Hier trifft man gleich zum Jahresbeginn die Sammler und Jäger. Der 100 MC  ist allein mit 18 Teilnehmern dabei und auch die Vereine aus der Umgebung sind stark vertreten. Läufer aus Belgien, den Niederlanden,  der Schweiz und sogar aus Indien geben der Veranstaltung sogar internationales Flair.

Namentlich erwähnen möchte ich lediglich Sigrid Eichner und Karl-Ernst Rösner als älteste Teilnehmer, ansonsten würde eine Aufzählung zu lange werden.

Als ich mit meiner lieben Inge und unserer Freundin Christiane das Festzelt betrete, gilt es viele Hände zu schütteln und gute Wünsche für 2018 auszutauschen. 8 Läufer waren bei allen 16 Veranstaltungen dabei und bilden somit einen elitären Klub. Christian Mai gehört dazu und hat die Startnummer 1. Er wird heute seine Vereinsfreundin Sabrina bei ihrem ersten Marathon begleiten.  

Kurz vor 10 Uhr begeben wir uns zum Start vor der Sportanlage und werden dann pünktlich auf die Strecke geschickt. Die Staffelläufer werden uns in 15 Minuten folgen. Mit einer langen Linkskurve geht es auf den Gerberweg, wo uns eine ausgelassene Zuschauergruppe empfängt. Hier hat sich auch eine Blaskapelle postiert und wird uns bis zum Schluss anfeuern.

 

 

Nach 1,5 km biegen wir scharf links ab und laufen parallel zur Deutsch/Niederländischen Grenze. Nach einem weiteren Kilometer erreichen wir das Gartencenter, vor dem eine Verpflegungsstelle aufgebaut ist. Hoch im Kurs steht heute süßer, warmer Tee. Das Wetter ist mit 3 Grad und teilweisem Sonnenschein fast optimal. Jedoch lässt der für den Niederrhein typische Wind die gefühlte Temperatur unter Null sinken. Aber da haben wir in Kevelaer schon viel schlechtere  Bedingungen gehabt und auch immer überstanden.

Schon bald kommen die schnellen Staffelläufer vorbei, werden aber nie zum Störfaktor. Vorbei geht es an einem kleinen Wäldchen und dann höre ich schon wieder die Blaskapelle und den Lautsprecher am Stadion. Die letzten 800 m sind dann eine Pendelstrecke und man kann hier gut seine Mitstreiter beobachten. Meine Vereinsfreundin Lara hat einen kleinen Vorsprung herausgelaufen und wird diesen mit jeder Runde weiter ausbauen.

An der Sportanlage werden wir durch Laurenz Thissen begrüßt. Er trägt zu Recht den Beinamen „Stimme des Laufsports“. Unzählige Veranstaltungen hat er kommentiert und kennt sich wie keiner Zweiter in der Laufszene aus. Zu fast jedem Läufer kennt er eine kleine Geschichte und hält so die Zuschauer immer auf dem Laufenden.

 

 

Inge und Christiane haben sich hier auch postiert und können bei der Kehre in Ruhe ihre Fotos schießen. Jetzt sind noch alle Läufer gut drauf und winken fröhlich in die Kamera. Auch hier ist eine gut bestückte Verpflegungsstelle aufgebaut und Peter Wasser achtet persönlich darauf, dass kein Wunsch offen bleibt.

So geht es dann in die zweite Runde. Wir laufen wieder vorbei an einzelnen Gehöften mit Pferde- und Ziegenweiden. Entsprechend ländlich ist der Geruch, typisch Niederrhein halt. Immer wieder werde ich angesprochen, was den Lauf für mich sehr kurzweilig macht. Eilig hat es außer den Spitzenkräften niemand. Kein Wunder, offiziell gibt es keine Sollzeit. Der Lauf ist vorbei, wenn der Letzte im Ziel ist.

Es macht richtig Spaß, hier auf der flachen, asphaltierten Strecke zu laufen. Zwar werde ich mit jeder Runde etwas langsamer, aber ich bin mit dem Durchschnittstempo sehr zufrieden. Ist man wie ich in der M70, muss man einige Abstriche machen. Das ist der Vorteil bei einer Rundenstrecke. Man muss nicht hinter dem Feld herhecheln, sondern ist immer mittendrin, auch wenn man bereits überrundet wurde.

In der 4ten Runde kommen mir Inge und Christiane entgegen. Sie hat es nicht mehr an der Sportanlage gehalten. So kriegen sie noch mehr vom Rennen mit und können sich dabei etwas warm machen. Wenn sie mich sehen, gibt es schon von weitem ein großes Hallo und ich bin sofort wieder motiviert.

Immer, wenn ich das Gefühl habe, ich wäre vielleicht doch zu warm angezogen, merke ich im Gegenwind hinter der nächsten  Kurve, dass es schon genau richtig war sich etwas wärmer anzuziehen. Nur der Sieger Nikki Johnstone saust im kurzen Trikot und Hose an uns vorbei. Er wird heute mit 2:31:53 gewinnen.

 

 

Motiviert durch meine Fans kann ich die 6 und 7 Runde sogar wieder etwas schneller werden. Das ist ja immer ein gutes Zeichen. Dann kommt zum letzten Mal die Sportanlage in Sicht. Diesmal darf ich rechts ins Ziel abbiegen. Christian Mai ist gerade mit Sabrina unter dem Beifall der großen Fangemeinde des SV Haldern ins Ziel gelaufen. Sabrina hat ihren ersten Marathon bestanden. Das wird sie  nicht vergessen.

Meine Fans gratulieren mir auch herzlich zur 5:21:20 und bringen mir eine warme Jacke. Ich bekomme eine schöne Medaille und ein alkoholfreies Weizenbier vom Sponsor. Das schmeckt immer nach einem Marathon – auch im Winter.

 

 

Das Duschwasser ist noch schön warm, da bleibe ich gleich ein wenig länger. Im Zelt finde ich Inge und Christiane. Sie haben mir noch eine Suppe besorgt und wir verfolgen noch die Siegerehrung. Zu meiner Überraschung habe ich  heute mit meiner Zeit sogar Platz 3 in der M70 erreicht. Dafür darf ich aufs Podium und erhalte einen Blumenstrauß und einen großen Fotokalender der Folkwangschule. Den Blumenstrauß kann ich dann als Dankeschön gleich an Inge weitergeben. Den hat sie sich redlich verdient.

Ein toller Auftakt für mich ins neue Jahr. Da muss ich 2019 wohl wieder nach Kevelaer. 

 

Bilder von Carsten Kozcor

 

Informationen: LLG Kevelaer-Marathon
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