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Laufberichte

Premiere im Badischen HaWei

26.02.22 HaWei50
 

Endlich ist es soweit: unsere erste Laufveranstaltung 2022 steht an. Nachdem der kultige 50 km Lauf von Rodgau abgesagt werden musste, nimmt die Laufgemeinde einen neuen Anlauf. Vom rührigen LSG Weiher wird erstmals ein 50 km Lauf im frühen Frühjahr angeboten, ebenfalls, wie in Rodgau, auf einer 5 km Runde mit einem kurzen Begegnungsstück und einer Verpflegungsstation.

Für uns ist der Lauf gut zu erreichen. Das Freizeitzentrum Hardtsee in Ubstadt-Weiher, Baden Württemberg, liegt am gleichnamigen ca. 45 Hektar großen Badesee. Aus HArdtsee und WEIher wird wohl auch der Name HaWei abgeleitet sind. Einen Hauch von Hawaii gab es hier tatsächlich schon einmal, als der „Ironman 70.3 Kraichgau“ mit Weltklasse-Triathleten ausgetragen wurde.

Laut Ausschreibung gibt es zwei Parkmöglichkeiten. Wir entscheiden uns für den Parkplatz direkt im Start/Zielbereich auf dem Campingplatz im Freizeitzentrum. Dieser kann heute zwar nur zu bestimmten Zeiten an- und abgefahren werden, aber die Zeitfenster müssten nach meiner Rechnung passen.

Mit Schreck stelle ich fest, dass ich etwas Wichtiges zuhause vergessen habe: meinen Fotoapparat. Das muss in Zukunft besser werden. Vor Betreten des abgesperrten Geländes werden die Impfnachweise kontrolliert. Die Startnummernausgabe befindet sich in einem offenen Zelt, die Nummern sind nach Vornamen sortiert. Das Verfahren, so ungewöhnlich es auch ist, erweist sich als effektiv.

Die Toiletten und Duschen der Damen befinden sich direkt vor Ort, die der Herren sind etwa 100 m entfernt. Maskenpflicht in geschlossenen Räumen ist obligatorisch.

Nachdem das Organisatorische erledigt ist, genießen wir die Vorstartatmosphäre im weitläufigen Freizeitzentrum. Der Campingplatz befindet sich direkt am See. Es ist frisch, so um die 3 °C, aber sonnig. Am schönsten sind aber die vielen, vielen bekannten Gesichter, die man lange nicht gesehen hat, aber sofort wieder erkennt.

Die Zeit vergeht wie im Flug und schon ruft der Moderator Achim Seiter zur Startaufstellung. Man soll sich bitte nach seiner geplanten Laufzeit mit Abstand aufstellen. So verteilen sich knapp 300 Starter auf der Zufahrt zum Campingplatz.

 

 

Punkt 10 Uhr geht es los. Wir laufen über die Zeitmessung, dann an den langen Tischen der Verpflegungsstation vorbei und verlassen das umzäunte Gelände. Über die Felder hinweg kann ich die Ersten schon weit entfernt an der Wende entdecken.

Ich renne von hinten los und treffe dabei auf Kerstin. Schnell ist Gesprächsstoff gefunden. Die erste Runde vergeht wie im Flug und wir sind schon wieder bei der Verpflegungsstation. Oh je, 31 Minuten, für 5 Kilometer - das ist viel zu schnell. Ich lasse sie jetzt davon ziehen und habe so Gelegenheit, mir auf der nächsten Runde die Strecke genauer anzusehen.

Es geht also wie gesagt scharf links aus dem Campingplatz hinaus, über die Felder. Nach ca. 700 m erreiche ich den Seeweg, auf dem wir mit dem Auto hereingefahren sind. Kein Wunder, dass man nur zu bestimmten Zeiten unseren Parkplatz erreichen kann. Hier geht es auf 150 m hin und zurück, mit Zeitmessung an der Wende.

Ich finde es toll zu verfolgen, wer vor mir läuft, und dann auch, wer hinter mir ist. In den ersten Runden wird fleißig hin und her gegrüßt. Schnell bin ich auch zum wiederholten Mal am liebevoll gestalteten km 1 Schild vorbei. Wir laufen nun weiter auf dem Seeweg bis zum Kreisverkehr am Eingang des Campingplatzes. Hier führt die Strecke weiter geradeaus auf den Seeweg am Zaun entlang. Bäume spenden Schatten, was bei den momentan herrschenden Temperaturen erst mal nicht notwendig ist.

Größere Pfützen auf dem rauen Asphalt zeigen, dass es vor kurzem noch geregnet hat. Immer wieder stehen Streckenposten und feuern uns an. Hier kann man sogar die Lautsprecherdurchsagen hören, denn Luftlinie ist es wohl nicht weit. Beim km 2km-Schild laufen wir Richtung Süd-Westen, auf dem asphaltierten Radweg entlang. An dessen Ende zweigt es scharf links ab und schon sind 3 km erreicht. Hier hat man einen schönen Blick über die Felder auf den See. Der Radweg führt dabei an der Straße entlang.

 

 

Bald erreichen wir wieder einen Zaun, dahinter liegt, für uns kaum zu erkennen, das Kieswerk. Ein paar hundert Meter weiter passieren wir das Jugend- und Freizeitzentrum, hinter dem es wieder scharf links geht. Hier bei km 4 ist der öffentliche Parkplatz, die 2. Parkmöglichkeit für die Läufer, voll besetzt.

Streckenposten lotsen uns zum Eingang des Freizeitzentrums. Das parkähnliche Areal wird sich über den Tag mit vielen Besuchern füllen. Jetzt liegt noch alles ruhig da. Ein gepflasterter Spazierweg führt uns am See entlang, nur von einer Liegewiese getrennt. Der Weg macht eine weite Rechts-, und dann Linkskurve.

Dann laufen wir rechts; diese Straße erkenne ich wieder. Es ist die Zufahrt im Campingplatz, wo auch die Startaufstellung war, da vorne steht unser Auto. Ich laufe durch Start/Ziel: 33 Minuten für die zweite Runde. Langsam laufe ich mich ein.

Ab der dritten Runde werde ich überrundet. Unglaublich, wie das Feld der schnellen Männer und dann auch das der Frauen gleichmäßig ihre Runden abspulen. Bei mir läuft es so mittelprächtig. Als Strafe für die ersten schnellen Runden kämpfe ich mit Krämpfen, was mir einige unfreiwillige Geh- und Stehpausen einbringt. Ansonsten ist die Strecke völlig flach, was eigentlich zu schnellen Laufzeiten einlädt.

Nach der 3. Runde sichte ich das Angebot am Verpflegungsstand: Wasser, Cola, Iso, Brühe. Zu Essen gibt es einfach alles, was ich mir vorstellen kann! Außerdem haben einige Läufer ihre Eigenverpflegung aufgebaut. Also an mangelnder Kalorienzufuhr kann der Lauf nicht scheitern.

Allmählich wird es wärmer und ab Mittag heizt die Sonne schon richtig ein. Gegen Ende auf den letzten Runden wird es wieder frischer. Bei Rundenläufen ist das für mich kein Problem. Ich ziehe dann einfach die Jacke für ein paar Runden aus.

Als ich die Hälfte geschafft habe, erreichen die schnellen Männer bereits das Ziel. Zwei Runden später wird die Strecke sichtbar leerer. Die Streckenposten werden ausgewechselt, das neue Personal ist wieder motiviert und feuert uns mit frischem Elan an. Im Park, der ja nur ein paar Schritte vom Ziel entfernt ist, sammeln sich nun Finisher um die Läufer anzufeuern.

 

 

Die letzte Runde läuft bei mir nochmal ganz gut, ich verabschiede mich von den einzelnen Streckenposten und komme mit befriedigenden 6h15 ins Ziel. Die Siegerehrungen sind bereits im Gange. Während ich mein alkoholfreies Zielbier genieße, sehe ich nur glückliche Gesichter.

Nicht geringen Anteil am gelungenen Premierenlauf hat der Moderator Achim Seiter, der mit dem Namenskalauer „Hawei FIVE-O“ in Anlehnung an die amerikanische Actionserie, das spannende Rennen der Führenden quasi voraus gesehen hat.

Während die Ultras das Gelände verlassen, treffen jetzt die Läufer des 5 bzw. 10 km Nachtlaufs ein. Ich spüre erneut diese Spannung, die bei jedem Lauf herrscht, bin aber froh, jetzt nach Hause fahren zu können.

Der Termin für den nächsten HaWei50 ist am 25. Februar 2023. Wir werden auf jeden Fall wieder dabei sein und dann auch fleißig Bilder machen. Dieses Mal muss eine kleine Auswahl aus dem Bestand des Veranstalters genügen.

Ich habe heute einen perfekt organisierten Lauf erlebt. Die Helfer des LSG Weiher sind super freundlich und kompetent und die Strecke kann man bei jeder Wetterlage gut laufen. Perfekte Voraussetzungen für die Deutschen Meisterschaften im 100 km Lauf Anfang April. Die Verpflegung ist genial und so habe ich heute mehr Süßigkeiten gegessen, als sonst in einer ganzen Woche.

Wer doch noch Zweifel hat für den hab ich eine kleine aber feine Info: Duschen auf Campingplätzen sind normalerweise Münzduschen die separat bezahlt werden müssen. Das ist auch hier so. Der LSG Weiher hat aber den Läufern die Münzen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

 

Informationen: HaWei50
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