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Laufberichte

Schnell durchs Weiltal

 

Im Dreieck Frankfurt a. Main, Wetzlar und Limburg a.d. Lahn erstreckt sich der Naturpark Taunus. Das 135.000 ha große Gebiet mit seinem hervorragend ausgebauten Wanderstreckennetz zieht nicht ohne Grund rund ums Jahr 18 Mio. Besucher an. Neben den vielen interessanten Sehenswürdigkeiten werden in der Region attraktive Veranstaltungen angeboten, so dass vor allem bei Familien und Aktivurlaubern keine Langeweile aufkommt. Der Weiltalweg-Landschaftsmarathon zum Beispiel wird in diesem Jahr bereits zum 15. Mal ausgetragen. Start ist in Schmitten-Arnoldshain, im Herzen des Naturparks und führt auf dem Weiltalweg bis Weilburg a.d. Lahn. Dabei geht es meist auf Naturwegen immer an der Weil entlang, die bei Schmitten entspringt und in Weilburg in die Lahn mündet. Welch ein Zufall, dass dies genau 42,195 km sind.

Weil mir noch ein Qualifikationslauf für den Comrades Marathon fehlt, freue ich mich besonders auf die abwechslungsreiche, vermeintlich einfache Strecke, denn am Flüsschen entlang geht es stetig bergab. Ein paar Tage vor dem Lauf dämpft Norbert allerdings meine Euphorie: „Wir müssen auch 600 hm bergauf.“ Wie bitte? Ja, tatsächlich wird in der Ausschreibung auf diese Steigungen hingewiesen. Das habe ich glatt übersehen. Ich überprüfe nochmal das Streckenprofil: wo sind die Anstiege? Außer einem Ausreißer bei km 7 geht es stetig bergab. Trotzdem bin ich erst mal vorgewarnt.

Wir erreichen also Weilburg am Samstagnachmittag. Das Navi lotst uns am beeindruckenden Schloss vorbei bergab zum Festplatz und Marathonstützpunkt direkt an der Lahn. Dort bekommen wir die Startnummern, den Kleiderbeutel und ein Funktionsshirt mit Streckenaufdruck. Nebenan, im gut besuchten Festzelt werden diverse Speisen und Getränke angeboten. Für Läufer gibt es leckere Pasta gratis. Mir ist kalt und so verzichten wir auf einen längeren Hock im Zelt und fahren gleich nach dem Essen zu unserem Gasthof im nahen Phillipstein, wo wir übernachten.

Am nächsten Morgen sind wir pünktlich vor Ort. Der Transfer nach Schmitten-Arnoldshain erfolgt mit dem Bus, der Fahrplan ist uns bereits vorab per Mail bekannt gemacht worden. Erfreulicherweise scheint der Fahrplan eher theoretisch zu sein, denn die Busse fahren nach Bedarf. Wenn einer voll ist, kommt schon der nächste. Die Fahrt dauert eine gute 3/4 Stunde und wir bekommen schon mal einen Eindruck von der Gegend. Es ist hügelig. Aufregend ist dabei die Durchfahrt der kleinen Ortschaften mit ihren winzigen Straßen, wo der Busfahrer ordentlich gefordert wird. Die Sonne scheint, aber es ist kalt. Im Schatten liegt sogar Reif auf den Wiesen.

 

 
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In Arnoldshain angekommen, haben wir nun genügend Zeit. Die Sporthalle ist gut gefüllt, die Stimmung locker, viele Bekannte sind da. Wer gerade erst angereist ist, bekommt hier noch seine Startunterlagen. Toiletten sind genügend vorhanden, die Kleiderbeutelabgabe wird unproblematisch hinter der Halle erledigt. Parken sollte man hier aber nicht. Die Möglichkeiten sind stark begrenzt und es gibt keinen organisierten Rücktransport vom Ziel zurück.

Kurz vor dem Start um 9.30 Uhr begeben wir uns zum nahen Startbereich. Auf einer kleinen Bühne werden anlässlich des Jubiläums zunächst die Läufer geehrt, die bereits zum 15. Mal dabei sind, also alle bisherigen Läufe bestritten haben. Es sind eine ganze Menge. Überhaupt - es scheinen viele Wiederholungstäter dabei zu sein. Landrat Ulrich Krebs spricht noch einige Worte. Dann, nur leicht zeitverzögert, ertönt der Startschuss. Wir sind auf der Strecke.

Zunächst geht es im Ort bergab. Ohne dass es mir aufgefallen wäre, erreichen wiir bereits den Hauptort Schmitten mit seiner eindrucksvoll auf hohem Fels gelegenen Pfarrkirche St. Karl Borromäus aus dem 19. Jahrhundert. Im Augenwinkel kann man unterhalb ein stilvolles Kriegsdenkmal mit Brunnen erkennen. Nach einer scharfen Rechtskurve erreichen wir schnell den Radweg direkt an der noch jungen Weil entlang. Hier hat sich das Feld schon weit auseinander gezogen. Man läuft zwar noch im Pulk, aber in moderatem Tempo. In Dorfweil überqueren wir die Straße. Eine lange Autoschlange hat sich bereits gebildet. Die Feuerwehr bleibt cool und spendet uns Beifall.

 

 
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Wir passieren erneut ein Kriegerdenkmal. Eine Frauengestalt sitzt auf einem Stein. Auf der uns abgewandten Seite ist ein Soldatenkopf eingemeißelt. Auf der Tafeln kann man die Namen der im 1. Weltkrieg gefallenen Dorfweiler Bürger lesen.

Ab km 4 geht es auf geschottertem Weg in den Wald und auf die erste Steigung. Wellig führt der Weg nach Brombach, wo wir direkt an der alten Brauerei aus dem 18. Jahrhundert vorbeikommen. Das sehr gut erhaltene Fachwerk-Ensemble besteht aus Haupt- und Nebengebäuden einschließlich einer Scheune. Hier ist aber schon lange keine Brauerei mehr, die Gebäude befinden sich in privater Hand. Linkerhand werden wir aus dem Ort geleitet. Der Radweg liegt wieder direkt an der sanft dahinfließenden Weil.

Nach einer kleinen Schleife geht es erneut zurück in den Ort, wo wir bereits von Helfern an der ersten VP erwartet werden. Es gibt Wasser, Apfelschorle und viel Beifall. Hin und wieder stehen auch Anwohner an der Strecke und freuen sich über die große Läuferschar. Auf der Straße verlassen wir Brombach nun endgültig und werden auf die gut ausgebaute, für uns gesperrte, K742 geleitet. Hier scheint wohl die lange Steigung zu sein, die mir auf dem Streckenprofil aufgefallen war. Tatsächlich geht es nun länger bergauf und ich nutze dies als ausgiebige Gehpause. Unter Applaus von Helfern führt uns die Strecke abermals auf einen geschotterten Weg. Nach einer kurzen Bergabpassage müssen wir erneut hoch.

m lichten Wald geht es dahin, die Weil fließt irgendwo weit unterhalb. Bisher bin ich sehr gut in der Zeit. Bei Kilometer 9 fällt die Strecke dann ab und ich kann richtig Tempo machen. Unten angekommen queren wir die K750. Es geht erneut auf einen geschotterten Radweg. Beim Blick zurück kann man die Ruine einer alten Kirche aus dem 13. Jahrhundert erblicken, neben der um 1450 die Landsteiner Mühle gebaut wurde. Nach wechselvoller Geschichte steht das Gebäude heute unter Denkmalschutz. Ab 2007 baute Apelweinmissionar Michael Stöckl das Gebäude zum Gourmet-Restaurant aus. Mit seinem ungewöhnlichen Schwerpunkt „Apfelwein“ war sein Haus schnell in aller Munde. Er servierte zu den einzelnen Gerichten geschmacklich passenden Apfelwein und erhielt deshalb einige Auszeichnungen. Ende März hat das ungewöhnliche ApfelWeinBistrorant leider seinen Betrieb eingestellt.

Feuerwehrleute ermöglichen uns jetzt ein ungefährdetes Überqueren der B275. Dann führt uns der Radweg, von Leitplanken gesichert, weiter. Vor uns liegt die kleine Gemeinde Weilrod. Zwischen den Bäumen können wir gut die Silhouette des runden Bergfrieds der Höhenburg Altweilnau erkennen. Die alte Burg wurde um 1200 erstmals urkundlich erwähnt. Steine, des im dreißig jährigen Krieg zerfallenen Gemäuers, konnten teilweise zum Bau der Ortschaft Altweilnau benutzt werden. Vom gut erhaltenen Bergfried aus hat man heute einen fantastischen Blick über das Weiltal.

 

 
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Bevor wir Weilrod erreichen, verlassen wir die doch stärker befahrene Straße und biegen rechts auf den uns schon bekannten Rad- und Wanderweg ein. Die von außen historisch erhaltene Mappesmühle ist mittlerweile eine Spielhalle mit modernem Casinoflair. An Sonn- und Feiertagen bleibt das Etablissement allerdings von 4 Uhr morgens bis 12 Uhr geschlossen. Deshalb ist auch auf dem Parkplatz nichts los.

Neuweilnau kommt in Sicht. Hier fällt gleich wieder ein gemauerter hoher Turm ins Auge. Auch wenn es nicht so aussieht, ist dieser Turm doch relativ neu, nämlich aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Er ist Teil des Privatparks Dreieich und normalerweise nicht für Besucher zugänglich. Tatsächlich befindet sich in Neuweilnau auch noch ein Schloss, das 1506–1513 durch Ludwig I. von Nassau-Weilburg erbaut wurde. Seit 190 Jahren ist hier das Weilroder Forstamt untergebracht und seit 2003 eine Außenstelle des Standesamtes.

Wir interessieren uns allerdings mehr für die nächste VP, die jetzt kommt. Nach Apfelschorle und Wasser halten wir uns rechts, und ohne die Orte Neuweilnau und Weilrod zu streifen, laufen wir dazwischen durch. Die Weil ist hier bereits ein kleines Flüsschen. Eine Straße muss überquert werden. Die Feuerwehrleute habe gerade nichts anderes zu tun, als die Läufer anzufeuern.

Im Wald geht es nun auf und ab. Ein Schild zeig ein „gefährliches“ Gefälle. Ich muss schmunzeln, bremse dann aber doch etwas ab. Gefährlich steil ist es zwar nicht, aber auf dem steinigen Untergrund könnte man doch umknicken, das muss ja nicht sein. Bis km 16 herrscht Natur pur: der langsam aus dem Winterschlaf erwachende Wald, ein Meer von Buschwindröschen, saftige grüne Wiesen, dazwischen übermannshohe von Moos bedeckte Felsen. Einfach herrlich!

In Rod an der Weil hat uns allerdings die Zivilisation wieder. Unerwartet viele Schlachtenbummler stehen am Gartenzaun und feuern uns an. Die Helfer an der VP sind, wie immer, gut organisiert. Wir folgen dem Flüsschen Weil in den Ort, bleiben aber parallel auf einer ruhigen Straße. In Rod gibt es noch eine Menge gut erhaltener Fachwerkhäuser; unter anderem das älteste Pfarrhaus Deutschlands aus dem 13. Jahrhundert. Helfer lotsen uns nach rechts den Berg hinauf. Schnell sind wir oben, dann geht es auch schon wieder bergab und unten über die Straße (km17). Bis Emmershausen ist ein weiteres Mal Wald angesagt. Dass es ständig auf und ab geht, muss ich kaum noch erwähnen.

Ein Heer von Helfern schleust uns kreuz und quer durch den Ort. Wir passieren die etwas unscheinbaren Kirche, die Anfang des 13. Jahrhunderts als Kapelle der Burg Emmershausen gebaut wurde, und das Backes, das Backhaus. Irgendwo hier müsste vor über einer Stunde der Start des 22 km Lauf erfolgt sein. Leider kann ich nicht erkennen wo. Die VP hinter km 20 steht am Ortsende. Jetzt gibt es auch Bananen.

Zur Abwechslung hat die Weil nun ein breites Tal geschaffen. Weite grüne Wiesen bestimmen das Bild. Hin und wieder bringen uns kleine Holzbrücken mal recht und mal links des Flüsschens. Nach einem langen Anstieg bei km 24 verschwinden wir aufs Neue im Wald. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es mit einer Zielzeit von unter 4h40 langsam knapp wird. Seit einiger Zeit werde ich öfters überholt, denn meine Beine sind schwer. Andere scheinen hier weniger Probleme zu haben. Scheinbar mühelos joggen sie die Anstiege hinauf, während ich immer wieder schwerfällig marschieren muss.

 

 
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Jetzt wird es  Zeit für mich umzuschalten: „genießen“ heißt das Zauberwort. Es ist weder zu warm noch zu kalt, ich habe keine ungewöhnlichen Schmerzen, die Natur ist zauberhaft, meine Mitläufer freundlich, die Helfer auf zack, was will man mehr? Oberhalb von Audenschmiede liegt die nächste VP. Ein wunderbar ausgebauter geteerter Radweg bringt uns nach Weilmünster bei km 28. Zur Abwechslung steht die VP hier direkt auf dem Marktplatz, wo laute Musik ertönt. Es ist zwar nicht viel los, denn die Chearleader haben ihren Betrieb gerade eingestellt, aber es gibt Cola. Ich halte einen kurzen Schwatz mit den Helfern und genieße die Atmosphäre.

Der Marktflecken Weilmünster ist der Hauptort der mit seinen zahlreichen Eingemeindungen ca 9000 Einwohner zählenden Gemeinde Weilmünster. 1217 erstmals urkundlich erwähnt, hatte das Dorf aber damals schon eine eigene Kirche aus dem 9. Jahrhundert und zählt so zu den ältesten Orten Nassaus. Ende des 16. Jahrhunderts siedelte sich metallverarbeitende Industrie an, die aber im 19 Jahrhundert wegen der mangelnden Anbindung Weilmünsters an das europäische Straßen- und Schienennetz nicht wettbewerbsfähig und somit zum Niedergang verdammt war.

Nachdem ich etwas ausgeruht habe, verlasse ich die gastliche VP durch das ehemalige Untertor und finde mich in lauschigen, engen Gässchen wieder. Vorbei an der evangelischen Kirche leiten mich die an jeder Ecke postierten Helfer durch den Flecken. Am alten Bahnhofsgebäude von Weilmünster verlasse ich die Ortschaft. An einem Kieswerk vorbei bin ich schnell wieder in der Natur (km 32). Eine Reihe blauer Kieslaster stehen Spalier bevor ich Ernsthausen erreiche. Streckenposten stehen vor der kleinen rot weiß gestrichenen Kirche, weil hier eine Straße überquert werden muss. Ich genieße den Applaus.

Ernsthausen hatte früher einen Bahnhof. Zu Dampflokzeiten 1889 erbaut, führte die Weiltalbahn von Weilburg nach Weilmünster und noch weiter in den Taunus hinein. Nachdem das Ganze unrentabel wurde und ein nachträgliche Elektrifizierung nicht möglich war, wurde der Betrieb eingestellt und 1990 die Gleise abgebaut. 2003 wurde dann auf der alten Bahntrasse der Weiltalweg eröffnet. Darauf setze ich nun meine Hoffnung. Da Bahntrassen immer eben sind, könnte es sein, dass das zeitraubenden Auf und Ab nun ein Ende hat. Es sind noch 9 km bis ins Ziel und ich habe noch eine knappe Stunde bis zu meiner Zielzeit. Das ist eng; also höchste Zeit Gas zu geben.

Es geht durch den Wald. Rechts und links befinden sich hohe bewachsenen Böschungen, hin und wieder sind bemooste Felsen zu sehen. Der Untergrund ist Asphalt, aber dick von Blättern und Nadeln bedeckt. Laufen geht sehr gut. Zu meiner Freude fliegen km 34 und 35 buchstäblich vorbei.

In Essershausen sind die Helfer an der VP immer noch hoch motiviert. Im Vorbeirennen will ich eine Cola greifen, da sehe ich aus den Augenwinkel auf einem kleinen Tisch Kuchen stehen. Aprikosenquark ist genau das richtige für mich. Leider schlägt mein Puls momentan so hoch, dass solche Nahrung jetzt fatal wäre. Ich verzichte also schweren Herzens, bedanke mich bei den Helfern und flitze weiter. Auf den nächsten zwei Kilometern gelingt es mir, mehrere Läufer einzuholen. Das motiviert mich zusätzlich.

In Freienfels ist das alte Bahnhofsgebäude noch gut erhalten. Etwas weiter befindet sich ein riesiger Torbogen,  ähnlich dem einer Burg, genau über unserem Weg. Dahinter hat ein Fotograf Stellung bezogen. Das Tor ist aus Pappe und ist der Eingang zu den Freienfelser Ritterspielen, die zu den größten und ältesten Mittelalterspektakeln Deutschlands zählen. Sie werden am nächsten Wochenende zum 24. Mal ausgetragen. Von Samstag bis Montag steht ganz Freienfels Kopf: es gibt einen Markt, ein Lager, genügend Speis und Trank, Ritterspiele, Minnegesang und andere musikalische Unterhaltung. Bei der traditionellen Feldschlacht werden mittelalterliche Angriffs- und Verteidigungstaktiken anschaulich vorgeführt, so dass Laien einen Einblick in mittelalterliche Kampftechniken erhalten. Auch die originale Burg Freienfels aus dem 13. Jahrhundert wird zum Schauplatz schaurig schöner Erkundungstouren.

 

 
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Um eine Kurve herum kommt schon die nächste VP. Ich will sofort zu Cola greifen, da sehe ich, es gibt auch Bier. Trotz meiner Eile warte ich geduldig, bis die Helferin den Becher gefüllt hat. Schönen Dank! Nun kann nichts mehr passieren. Km 39 und 40 verlaufen noch im Wald. Es geht ein letztes Mal auf einer Brücke über die Weil. Das Flüsslein mündet einige hundert Meter weiter in die Lahn. Wir halten uns rechts auf die Weilstraße. Die ersten Häuser von Weilburg kommen in Sicht. Nochmal eine VP? Die Helferinnen sind mir nicht böse, als ich ohne Halt vorbei laufe, sie feuern mich extra noch an.

Beim km 41 Schild haben wir einen schönen Blick auf Weilburg, das ja fast komplett von der Lahn umschlossen auf einem Hügel liegt. Das Schloss überragt standesgemäß das Stadtbild. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist dem Regierungssitz des Hauses Nassau-Weilburg angemessen. Darunter kann man das Portal des 302 m lange Weilburger Eisenbahntunnels erkennen. Zusammen mit Autotunnel und Schiffstunnel bildet er das Weilburger Tunnelensemble.

An der Einfahrt des Schiffstunnels kommen wir als nächstes vorbei. Er ist 195 m lang, 5,6 m breit und 6,3 m hoch. Eine eingebaute Schleuse überbrückt eine Höhendifferenz von 4,65 m. Als der Tunnel 1847 eröffnet wurde, war er ein einmaliges Bauwerk und sollte für die Schifffahrt die Lahnschleife abkürzen. Aber man hatte sich verrechnet: die Lahnschifffahrt verlor wegen des billigeren Schienenverkehrs immer mehr an Bedeutung und der Tunnel wurde überflüssig. Kanuwanderer und andere Wassersportler sind heute aber dankbar dafür.

Vor mir liegt bereits die Hainallee und das km 42 Schild. Die Spannung steigt. Liege ich mit meiner Zeitrechnung richtig? Ich kann das Festzelt bereits sehen und die Stimme des Sprechers hören. Noch eine letzte Kurve. Die große Digitaluhr zeigt 4:37:xx. Geschafft. Mit einem Freudenschrei überquere ich die Ziellinie. Die Umstehenden wundern sich, dass ich mich über diese vergleichsweise schlechte  Zeit so übertrieben freuen kann. Norbert weiß natürlich Bescheid und nimmt mich entsprechend in Empfang.

 

 

Fazit:

 

Beim Weiltalweg Landschaftsmarathon ist der Name Programm. Natur und Landschaft sind vom Feinsten. Obwohl es viel durch Wald geht, ist der Untergrund sicher auch bei schlechtem Wetter gut zu bewältigen. Wegen des realen Höhenunterschieds von 300 hm bergab gehört er zu den schnelleren Strecken, wenn man auf den Anstiegen vorher nicht zu viele Körner liegen lässt.
Alle Straßenübergänge sind hervorragend gesichert. Allerdings war ich zwei Mal leicht irritiert, wie es weiter geht. Aber mit der Grundregel „im Zweifel bergab“ war es doch nicht schwierig. Für mich reicht die Verpflegung mit Banane ab km 20 nicht aus, deshalb hab ich immer ein Gel dabei. Zu trinken gab es genug. Der Transfer zum Start klappt ausgezeichnet, auch die Organisation ist perfekt. Ich muss unbedingt nochmals hin und ohne Zeitdruck die schöne Strecke genießen.

 

 

Weitere Bilder von

Markus und Silke Pitz

 

 

 
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Informationen: Weiltalweg-Marathon
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