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Laufberichte

Alles was ein Läufer braucht

23.08.09

Bei der Jahresplanung meiner Marathonläufe stieß ich auf den Osnabrücker Land Marathon. Der findet in diesem Jahr bereits zum sechsten Male statt, und ist für mich von Oberhausen aus bequem zu erreichen. Der Start ist in Bissendorf einem kleinen Örtchen vor den Toren Osnabrücks.

Der Lauf wird nicht von einem Sportverein veranstaltet , sondern vom Arbeitskreis „Sucht“, der sich bemüht, durch Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und vorbildliche Aktionen den Zigaretten-, Alkohol- und Drogenkonsum bei den Jugendlichen zu reduzieren. Also ein lobenswertes Ziel, das man gerne unterstützt.

Angeboten werden Marathon, Halbmarathon, Marathon-Staffel für 2 - 4 Personen (2 x 14 & 2 x 7  KM) sowie Kurzstrecken über 5 und 11 KM, welche auch Nordic-/Walking zurückgelegt werden können. Ein reichhaltiges Angebot, welches jeden Fitnesszustand berücksichtigt.

Die Anmeldung kann problemlos über das Internet erfolgen und ich erhalte sofort eine Anmeldebestätigung. Zur Not kann man sogar wieder kostenlos zurücktreten. Die Meldegebühr von 18 Euro wird erst vor Ort fällig. Dafür erhält man eine Medaille und kann sich die Urkunde und Ergebnisliste aus dem Internet ausdrucken. Ein eventueller Überschuss wird für die vielfältigen Aufgaben des Arbeitskreises verwendet.

In Waldniel hatte ich Hartmann Stampfer auf diesen Lauf aufmerksam gemacht. Da dieser Termin auch in seine Planung gut passte, hatten wir einen gemeinsamen Start beschlossen. Gestern ist er mit dem Zug aus Völs am Schlern nach Oberhausen gekommen, und so können wir uns nun gemeinsam auf den Weg nach Bissendorf machen.

Da der Start des Marathonlaufes um 15:30 Uhr erfolgt, geht es für uns erst gegen Mittag auf die rund 150 KM Anreise. Meine Frau Inge und ihre Freundin Christiane bilden heute mit Hartmanns Frau Johanna unser Betreuungsteam. Bequem erreichen  wir über die A30 Bissendorf. Von der Autobahnabfahrt sind es nur wenige hundert Meter bis zur Werscher Straße. Dort im  Schulzentrum erhält man die Startunterlagen und hier werden auch Start und Ziel des Marathonlaufes sein. Schon auf dem Parkplatz treffen wir Sjoerd  Slaaf aus den Niederlanden, der mit über 500 Marathonläufen zu den begeisterten Sammlern zählt.

 
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Schnell haben wir unsere Startnummern erhalten und schauen uns noch ein wenig in Bissendorf um. Eine beschauliche Gemeinde in hügeliger Landschaft, die vom Tourismus und der  Landwirtschaft lebt.

Über die Straße spannt sich ein großer Startbogen und nach und nach treffen die 81  Starter des Marathonlaufes ein. Einige nutzen diesen Lauf als Testlauf für einen großen Herbstmarathon oder suchen als Sammler einen neuen schönen Landschaftslauf in entspannter Atmosphäre.
Wir treffen noch Johann Spieker und HaJo Meyer vom 100 MC und ich kann Johann zu seinem Altersklassensieg in Biel gratulieren. Natürlich wird er auch heute wieder seine Altersklasse M70 gewinnen.

Es sind Läufer aus Großbritannien, Dänemark, Italien und den Niederlanden im Starterfeld. Insgesamt sind heute bei allen Strecken 489 Aktive dabei. Um 15:30 geht es dann mit dem Start des Marathonlaufes los.

Zuerst geht es Richtung Osten auf eine 14 Kilometer lange Runde, die uns im weiten Bogen wieder nach Bissendorf zurückführt. Nachdem wir dann schon fast das Ziel sehen können, geht es in westlicher Richtung weiter auf eine 7 Kilometerrunde. Wenn wir die Halbmarathonmarke erreicht haben, machen wir das Ganze noch einmal.

 
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Die Runden sind mit 120 Höhenmetern leicht wellig und führen weitgehend über abgesperrte Asphaltstraßen an Maisfeldern und Wiesen vorbei.  Das Läuferfeld hat sich schnell in kleine Gruppen aufgeteilt, in denen man sich angeregt unterhält. Da wird von den letzten Läufen berichtet und schon von den nächsten Plänen erzählt. Alle 4 bis 5 Kilometer gibt es eine Verpflegungsstelle mit Wasser, Mineralgetränken und Obst. Dazwischen wird noch alle 2 Kilometer Wasser angeboten. Das ist auch gut so, denn die Strecke bietet nur wenig Schatten und kann dadurch im Hochsommer schwierig  werden. Waren es noch am Donnerstag über 30 Grad, ist es heute mit 22 Grad direkt angenehm.

Zwischen den Feldern tauchen immer wieder kleine Dörfer und einzelne Bauernhöfe auf. Nachdem wir in einen Waldweg abgebogen sind, laufen wir direkt am Wasserschloss Ledenburg vorbei, welches einen sehr romantischen Eindruck vermittelt. In Nemden haben wir Kilometer 8 erreicht. Danach geht es erst einmal über einen Feldweg bergan zu einem kleinen Wäldchen. An Feldern und Wiesen vorbei laufen wir danach leicht abwärts, zuerst über einen groben Schotterweg nach Himbergen. Jetzt geht es wieder über eine ruhige Straße zurück nach Bissendorf.

Doch nun beginnt noch die westliche Schleife. Auf der Gegengerade kommt mir bereits die Spitze entgegen. Auch einige Staffelläufer sind hier bei Kilometer 14 frisch eingestiegen  und geben entsprechend Gas.  Die Landschaft lässt auch hier den freien Blick zu, und auf den Wiesen tummeln sich Pferde und Kühe. Hinter der Ortschaft Eistrup wartet wieder eine Verpflegungsstelle und es geht nun nach Bissendorf zurück. Dort durchlaufen wir den Start/Zielbereich  und damit die Halbmarathonmarke. Meine Uhr zeigt 2:01, na ja da musste ich dem Streckenprofil doch etwas Tribut zahlen. Da jeder Kilometer ausgezeichnet ist, kann ich immer meine Zwischenzeiten überprüfen und diese schwanken je nach Streckenprofil doch erheblich.

Im Zielbereich stehen auch die Angehörigen und feuern die Läufer an. An der übrigen Strecke sind nur zufällig einige Zuschauer vorhanden, welche erstaunt stehen bleiben und auch schon einmal Beifall klatschen. Sie haben meistens keine Ahnung, wie lange wir schon unterwegs sind.

Jetzt laufen wir erst einmal auf die gerade gestarteten Walker mit und ohne Stöcke auf,  doch sie lassen uns eine Gasse frei, so dass wir ungehindert vorbeilaufen können. Schon bald biegen sie auch ab und die Strecke gehört wieder den Marathonläufern. 

Ich komme mit Ralf Püschel ins Gespräch. Er hat die Startnummer 50 mit einem Ehrenkranz, weil er heute hier seinen fünfzigsten Marathon absolviert. Ein schöner Service des Veranstalters.

Auf einmal überholt uns ein Läufer, dessen Hose der Union Jack ziert. Es ist David Major vom englischen 100 MC. Auch seine Frau Linda ist dabei, allerdings weiter hinten im Feld.
 
Die Verpflegungsstellen sind auch jetzt noch gut bestückt und die Helfer geben sich alle Mühe, die Wünsche der Läufer zu erfüllen. Neben Wasser und Iso gibt es noch Cola, Bananen- und Melonenstücke.

Auf der Strecke wird die Stimmung schon langsam abendlich und damit ruhiger. Überraschend setzt nun für eine Viertelstunde ein leichter Regen ein und bringt so noch eine angenehme Abkühlung. Der Zielschluss ist auf 21 Uhr festgelegt, also ist noch genügend Zeit. Der Anstieg zum Wäldchen kommt mir nun natürlich etwas schwieriger vor, und auf dem Schotterweg muss ich noch mehr auf meine Füße achten. Aber ich weiß ja, dass es danach wieder leichter wird.

Der Abzweig in Bissendorf liegt bei KM 35 psychologisch etwas ungünstig, und mancher schaut sehnsüchtig zum naheliegenden Ziel hinüber. Aber ein Marathon beträgt nun einmal 42,195 KM, da hilft alles Jammern nichts. Die entgegenkommenden Läufer haben das Ziel schon fast erreicht. Auch Sjoerd Slaaf ist unter ihnen und grüßt nochmals freundlich.

Ich ziehe diese schönen Landschaftsläufe eigentlich den Stadtmarathons vor, denn hier kann man sich in Ruhe mit der Strecke und sich selbst beschäftigen. In den Städten steht man ja ständig unter Beobachtung und wird auch schon mal im falschen Augenblick vom Publikum nach vorne getrieben. Bei KM 38 verpflege ich mich nochmals gründlich und nehme die letzten 4 KM in Angriff. Jetzt darf ich mal auf dem Pendelstück lächeln, denn es sind ja auch noch einige hinter mir.

Dann höre ich bereits den Moderator und meine Fans applaudieren und fotografieren. Nach 4:16:21 überquere ich die Ziellinie, das bedeutet heute Platz 1 in meiner Altersklasse M60. Ich erhalte eine schöne Medaille und nehme gerne die Glückwünsche entgegen.

Auch Hartmann hat dieser Lauf gut gefallen. Er ist ja ständig in ganz Europa laufend unterwegs und kennt viele Marathonveranstaltungen. Er macht jeden Lauf nur einmal und hat so schon bereits über 130 Läufe absolviert. An den Läufen in Deutschland schätzt er die gute Organisation, gerade auch bei kleineren Veranstaltungen und die oft familiäre Atmosphäre unter den Läufern.

Jetzt im Ziel habe ich mir das alkoholfreie Weizenbier redlich verdient und nie schmeckt es so gut wie nach einem erfolgreichen Marathon. In der Sporthalle kann ich mich duschen, aber das Wasser ist leider kalt. Danach stärken wir uns noch in der Cafeteria und sprechen den Lauf nochmals durch.
Bei der bald beginnenden Siegerehrung gibt es für ersten drei des Gesamteinlaufes schöne Pokale. Schnellster war heute  Marco Schwake vom Brühler TV 1879 in 2:56:44. Bei den Frauen siegte Ute Deters vom TuS Everstein in 3:46:27.
Anschließend machen wir uns wieder auf die Rückfahrt und sind uns einig, dass sich unser Marathonausflug nach Bissendorf gelohnt hat. Wer einen schönen Landschaftsmarathon erleben möchte ist beim Osnabrücker Land Marathon genau richtig, denn hier erhält er alles was ein Läufer zu seinem Glück braucht.

 

Informationen: Osnabrücker Land-Marathon
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