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Laufberichte

Jailhouse Rock

 

Von außen betrachtet kennen wir sie alle: Die Kittchen, Knaste, Sing Sings oder wie auch immer wir die Gefängnisse zu bezeichnen pflegen. Im Gegensatz zu den meisten von Euch war ich schon drinnen. Vor vielen Jahren, aber glücklicherweise nur zu Besuch, weil nebenberuflich bedingt. Es hat gereicht, bei mir einen beklemmenden Eindruck zu hinterlassen. Jetzt kehre ich freiwillig zurück.

Nun gehöre ich definitiv nicht zu denen, die sich mehr Gedanken um die Täter als die Opfer machen. Denn die wohl allermeisten der Einsitzenden werden zu Recht hier einen Teil ihres Lebens verbringen und sich das auch eingestehen. Aber wiederum die meisten sitzen „nur“ temporär und werden irgendwann wieder auf die Menschheit losgelassen und sollen dann „funktionieren“, vor allem aber nicht mehr straffällig werden und einen festen Platz in der Gesellschaft einnehmen. Wie sollen sie das schaffen? Resozialisierung heißt das Zauberwort, die Mittel hierzu sind mannigfaltig.

Ganz wichtig finde ich, dass der Mensch Ziele vor Augen hat, die es zu verfolgen lohnt und die einem Halt und Struktur im Leben geben. Und genau hier setzt ein aus meiner Sicht in mehrfacher Weise lohnendes Projekt an: Häftlingen wird auf freiwilliger Basis die Möglichkeit eröffnet, sich einem Laufprojekt anzuschließen, das genau das o.g. Ziel hat und ganz nebenbei auch gesundheitlich etwas bringt. Am 21.09.2016 starteten etliche Häftlinge mit einem sechswöchigen Laufkurs, an dessen Ende sie in der Lage waren, eine Stunde am Stück zu laufen. Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, denn bei unseren heimischen Laufkursen lassen wir uns acht bis neun Wochen Zeit, um eine halbe Stunde durchzulaufen. Dieses Pensum im Knast wird dann nach und nach ausgebaut und die Teilnehmer in nur acht (!) Monaten zur Marathonreife gebracht.

Vier Mal in der Woche wurde bei jedem Wetter gemeinsam trainiert, „damit der Knastalltag aus den Köpfen geht“, erklärt Peter Büttner. Er ist nicht nur der Sportübungsleiter der Justizvollzugsanstalt, sondern auch Vorsitzender des Sportvereins SV Kiefer Darmstadt e. V., der 1992 zur Unterstützung des Sportangebots innerhalb der JVA Darmstadt gegründet wurde. Der wiederum spielt heute den Veranstalter und seine rund 250 Mitglieder laufen nicht nur, nein, viele spielen Fußball, und das sogar im regulären Spielbetrieb einer Amateurklasse. Nur Auswärtsspiele sind leider nicht drin, zu groß ist wohl die Befürchtung, die Mannschaft anschließend jedes Mal personell wieder auffüllen zu müssen.

 

 
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Keine zwei Stunden bin ich am Sonntagmorgen unterwegs, als ich als einer von etwa 150 auswärtigen Startern gegen 08:00 Uhr an der aus den 1960er Jahren stammenden JVA in Darmstadt/Eberstadt ankomme, in der ausschließlich erwachsene Männer, 600 an der Zahl, einsitzen. In der größten Strafanstalt Südhessens, benannt nach dem ehemaligen hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, verbüßen sie Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren. Fritz Bauer steht für einen humanen Strafvollzug, in dem jederzeit die Grundsätze des demokratischen Rechtsstaates beachtet werden, lerne ich.

"Wir können aus der Erde keinen Himmel machen“, sagte er in seinem Aufsatz "Im Kampf um des Menschen Rechte" 1955, „aber jeder von uns kann etwas tun, daß sie nicht zur Hölle wird." Als sich die erste Tür hinter mir schließt heißt es, Ausweis, Geldbeutel und Handy abzugeben. Alkohol und Drogen müssen auch draußen bleiben. Im Austausch gegen das Abgegebene erhalte ich ein nicht ganz unwichtiges Armbändchen, das den Unterschied zwischen den Internen und Externen (Läufern, Besuchern) darstellt, und das es nicht zu verlieren gilt. Wäre dem so, hätte es Vorteile, die Zahnbürste und einen Schlafanzug dabeizuhaben.

Man führt mich und einige andere in einen größeren Raum und bittet uns, auf vier im Quadrat bereitgestellten Bierbänken, jeweils versetzt, Platz zu nehmen. Dann kommt er, der natürliche Feind des Läufers. Kein Wolf, aber immerhin ein zum Drogenaufspüren abgerichteter Schäferhund. Der Bitte, keine hektischen Bewegungen zu machen, um ihn nicht von seinem Job abzulenken und auf dumme Gedanken kommen zu lassen, folgen wir gerne. Als der vierbeinige Kollege meine Tasche abschnüffelt, drängt sich mir die Erkenntnis auf: Besser hier, als auf freier Wildbahn. Bald schon ist die Kontrolle beendet, eine Tür öffnet sich und der Wolli sitzt. Also nicht wörtlich, aber er ist drin, im Knast.

Die Liegenschaft ähnelt einer Kaserne mit dem kleinen, aber feinen Unterschied von schwedischen Gardinen, also Gittern vor den Fenstern. Sofort ins Auge stechen mir der Start-/Zielbereich und die Jungs in den grauen Hosen und roten T-Shirts. Ohne Bändchen. Verzugslos erhalte ich meine Startnummer und das attraktive, mit Startnummer und Vornamen personalisierte T-Shirt. Ich habe viel Zeit, setze mich erst einmal auf eine Bank, lasse das Ganze auf mich wirken und beobachte. Interne, die belegte Brötchen und Kuchen aus der Küche holen, die es bereits jetzt nebst diversen Getränken gibt. Aufseher, die die Jungs im Auge behalten. Wassereimer werden aufgestellt, vermutlich für eine Schwammstation.

Plötzlich kommt ein weiteres Polizeiauto durch das große Tor, dessen Bedeutung sich schnell erschließt. Ein Blick in das Programmheft macht es klar: Hier kommen die Marathonläufer weiterer JVA, die sich ebenfalls auf dieses Ereignis vorbereitet haben. Und zwar ausschließlich im Gefängnis, nicht ein einziges Mal außerhalb. Welch mentale Herausforderung!

 

 
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Eine weitere Herausforderung stellt sich uns, den Externen, bei der Verpflegung nicht bereits vor dem Lauf über die Stränge zu schlagen: Es gibt nämlich Brötchen und diverse Getränke zu konsumieren, und das Ganze für lau. Ein toller Service, der bei mir mentale Härte, nämlich zur Mäßigung, erfordert. Ich mache mich mit Peter Büttner, dem Orga-Chef, jetzt auch persönlich bekannt, und bespreche alles Notwendige. Weit nach 9 Uhr beginne ich ganz langsam mit der Marathonvorbereitung: Die Klamotten werden in einen großen Kleidersack gesteckt, mit meiner Nummer versehen abgegeben und schon kann’s losgehen.

Vor uns liegt ein Kurs von sagenhaften 1.758 m Länge, der 24mal zu nehmen sein wird. OK, wer wie ich Marathon auf einer 250 m-Hallenbahn (Senftenberg) hinter sich gebracht hat, bringt so schnell nichts aus dem Gleichgewicht. Was aber hier schön sein wird, ist der Nebeneffekt zahlreicher Kurven und mehrerer Begegnungsstrecken: Da kommen einem immer Läufer entgegen.

Es ist 10 Uhr. “Rock’n’Roll!” würde Bülent Ceylan jetzt rufen – und so geschieht es. Schon setzt sich die Meute mit am Ende 119 erfolgreichen Männern und zwanzig Frauen (156 bzw. 30 waren gemeldet), darunter gute zwanzig Skandinavier aus Dänemark und Schweden, in Bewegung und der sehr ausführliche Hofgang beginnt. Ein Startschusskönnte hier missverständlich sein, daher erfolgt das Go wie beim Skispringen mit einem Fähnchen durch Peter. Mir kommt der unsterbliche Klassiker von Elvis Pressluft in den Sinn: Jailhouse Rock, nur ganz leicht angepasst:

Let's rock
Everybody, let's rock
Everybody in the whole cell block
Is runnin' to the Jailhouse Rock

Die erste Kurve kommt nach wenigen Metern, vorbei an den „härteren“ Jungs, die in einem extra eingezäunten Bereich dem Treiben zuschauen. Zurück zum Start-/Zielbereich folgt die längste Gerade: links die Gefängnismauer, rechts der Aschenfußballplatz, danach der nächsten 180 Grad-Wende zu. Die hat es in sich und wird im Laufe des Rennens immer unangenehmer werden, denn sie besteht aus einem einfachen Hütchen mit einer sehr engen Kurve. Quer durch die Schlosserei landen wir wieder an der langen Gerade zwischen Gefängnismauer und Sportplatz. Bald schon ist der Start-/Zielbereich wieder in Sicht und es macht zum ersten Mal Piep.

Die erste Runde ist vorbei, das Zeiteisen zeigt 10:22 min. Ich habe nicht im geringsten vor, heute Hektik zu verbreiten. Natürlich schiele ich bei dem flachen Kurs schon auf eine Zeit mit einer Drei vorne, bin aber maximal entspannt, denn rund ist etwas anderes. 10:32 min pro Runde darf ich mir für einen Sechserschnitt, also eine 4:12 Std. am Ende erlauben, 9:58 min für eine sub 4 Std. Nun denn, weitere 23 werden noch folgen!

 

 
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Was natürlich auch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird, ist das Bildermachen. Nicht, dass das für einen laufenden Reporter ungewöhnlich wäre, aber hier ist es das dann doch, denn grundsätzlich herrscht absolutes Fotografierverbot. Für Normalsterbliche. Damit Ihr aber einen optischen Eindruck auch vom Innenleben der Anstalt erhaltet, hat man für mich freundlicherweise eine Ausnahme gemacht. Das einzige, worauf ich achten muss, ist, keine Überwachungskameras und vor allem keine Insassen deutlich identifizierbar zu zeigen. Dies dient dem Persönlichkeitsschutz letzterer, denn, das wissen wir alle, das Internet vergisst nichts.

Weil wir uns so häufig begegnen, kann ich viele Mitstreiter über lange Zeit beobachten, was die heutige Aufgabe nicht weniger anstrengend, jedoch äußerst kurzweilig macht. Ein besonderes Augenmerk, nicht nur der Insassen, liegt auf den flotten, durchweg ansehnlichen jungen Frauen. So ist jedes Mal richtig etwas gebacken, wenn z.B. Elisabeth, Inka, Tamara, Sarah oder Johanna an den harten Jungs vorbeikommen, wer will es denen verdenken. Natürlich sind sie sich ihrer Wirkung sehr bewusst. Was dem Fass aber den Boden ausschlägt, erzählt mir Georg nach dem Lauf: Er bekommt mit, wie eine der Damen an den Zaun zu ihnen läuft und sich beklagt, hier sei ja weniger los als im Startbereich. Da wundert einen natürlich nichts mehr. Weiber!

Ein paar ganz schnelle Hirsche fallen mir auf, so z.B. Chantal Cavin. Die blinde Schweizerin ist mit ihrem Begleitläufer, den sie etwa zur Hälfte gegen eine Frau austauscht, in einem Affenzahn unterwegs und stellt am Ende mit 3:18:44 Std. einen neuen Streckenrekord auf. Oder Michael Ohler, der, immer hinter dem Führungsfahrrad, den Lauf in 2:54:16 Std. gewinnen wird. Aber auch viele andere brauchen sich nicht zu verstecken und liefern, ganz im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten, gute Vorstellungen ab. Nicht zu verstecken braucht sich auch die Sonne, die uns fast den ganzen Lauf begleitet und das Thermometer auf 24° steigen lässt. Gut, dass entlang des Weges an der Mauer immer ein Lüftchen weht, das im Laufe des Tages immer wichtiger wird. Überhaupt ist der Kurs erstaunlich gut zu belaufen, die Kurven sind bestens zu nehmen und selbst der U-Turn bei den harten Jungs ist rund gesteckt. Lediglich die 180°-Kurve an der Rückseite der Verpflegungsstelle ist sehr scharf und wird zum Ende hin unangenehm. Die Erzielung  persönlicher Bestleistungen ist durchaus möglich, wie z.B. Axel aus Waldniel eindrucksvoll belegt. Nicht nur er strahlt am Ende über alle Backen.

Wirklich klasse ist die Verpflegungsstelle an der ersten Kurve nach der Zeitmessung. Jedes Mal auf dem Rückweg von den harten Jungs strecken sich uns sechs Hände – ohne Bändchen – hilfsbereit mit Getränken entgegen. Ein klasse Service, für den ich mich bei einigen besonders Freundlichen am Ende mit ein paar anerkennenden Worten und einem Handschlag bedanke. Das kommt gut, ihr Strahlen spricht Bände. Überhaupt ist es interessant, die Belegschaft zu beobachten: Viele entsprechen optisch dem Bild, das man zu sehen erwartet: Radikale Frisuren, stark tätowiert, einige ganz aus dem Leim gegangene, andere wiederum sehr muskulös, rauchen können alle. Es gibt aber auch etliche, die so harmlos aussehen, als könnten sie kein Wässerchen trüben. Nun, das wird wohl täuschen.

Der Kommentator verdient sich heute eine Extra-Medaille, denn er quatscht pausenlos, und dabei kann man ihm durchaus zuhören, Respekt! Einige Bedienstete, die heute unterstützen, werden beim Beifallzollen auch nicht müde: „Du musst doch schon Blasen an den Händen haben!“, rufe ich einem zu. „Ganz sicher weniger als Du an den Füßen!“, kommt's zurück. Ich sage es ja: Die Stimmung ist prima. Jailhouse Rock eben. Wildes Pinkeln ist hier natürlich nicht, dazu stehen an zwei Stellen jeweils Damen- und Herrentoiletten in Gebäuden parat. Schön ist es für mich, fast die komplette Führungsriege des 100 MC zu treffen, und mit allen mal ein paar Sätze zu wechseln. Einige nutzen die Gelegenheit für einige gemeinsame Urlaubstage mit dem Wohnmobil im Odenwald, bei dem derzeitig tollen Wetter sicherlich nicht die dümmste Idee.

 

 
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Wer mag, kann sich an der hinter dem Zeitnehmerzelt platzierten Leinwand über den derzeitigen Stand informieren, allerdings muss man dazu wegen der Lichtverhältnisse schon stehenbleiben und ganz dicht herangehen, trotz der darum herum gebauten Box. Im Laufe des Tages wird es, wie bereits erwähnt, immer wärmer. Dem begegnet man nicht nur mit verstärkter Flüssigkeitsversorgung, sondern auch mit zwei Schwammstationen. Sogar eine Gartendusche wurde am Ende des Abschnittes an der Gefängnismauer aufgestellt. Was mir erst später auffällt: Aus einem Zellenblock kommen Stimmen und einzelne Anfeuerungen, offensichtlich vornehmlich für die eigenen Leute, also die Knackis. Sehen kann man dieses Publikum vorerst allerdings nicht.

Halbzeit habe ich bei 2:05 Std., also wird das mit den vier Stunden heute keinen geben, macht aber nichts. Inzwischen ist eine Percussionband („BOIADA“) aufgezogen, die uns, gut gelaunt, mächtig einheizt. Als ob es nicht schon warm genug wäre! Mir fallen neben vielen anderen zwei Männer und eine Frau in einheitlichem Rot auf, die sich hinterher als Bedienstete der JVA Diez entpuppen, die mit einigen ihrer „Kunden“ extra angereist sind. Gut gemacht, Gordon & Co.!

Mir wird kein bisschen langweilig. In der ersten Kurve steht eine junge Frau und feuert ihren Liebsten mit einem Plakat an. Und da ein älterer Herr sie ebenfalls anstrahlt, wird auch der ins Herz geschlossen. Leider schaut der Kerl ihr nur ins Gesicht, sonst hätte er ihr Black Sabbath-Shirt nicht erst beim Bildergucken entdeckt und sich mit ihr über deren grandioses Abschlusskonzert austauschen können. Unmittelbar hinter ihr verteilt das DRK in Bechern aufgelöstes Magnesium, das ich wider besseres Wissen mehrfach vertilge. Die befürchtete durchschlagende Wirkung tritt erfreulicherweise nicht ein.

 

 
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Und so drehe ich weiter Runde um Runde, gefühlt immer langsamer werdend, tatsächlich aber noch halbwegs im Tritt bleibend. Die harten Jungs sind schon lange wieder eingesammelt, da dürfen die nicht ganz so harten direkt an die Strecke, kurz vor dem Bogen, zum Anfeuern ihren einstündigen Hofgang absolvieren. Eine Stunde von vierundzwanzig. Lassen wir uns nicht täuschen: Heute, bei dem tollen Wetter, sieht alles so idyllisch, fast nach Urlaub aus, dabei sind wir es, die Urlaub haben. Eine Entenmama quert mit ihren Küken die Laufstrecke und empört sich heftig über die Ruhestörung, die Kleinen tragen's äußerlich mit Fassung. Wider Erwarten ist dann doch irgendwann die 40 km-Marke gerissen und die Sache nach einer letzten Runde geritzt. Mit 4:15 Std. bin ich sogar noch in der ersten Hälfte der Männer, das war heute also insgesamt eine doch eher langsame Angelegenheit.

 

 

Ich lasse mir Zeit, verpflege ausgiebig mit herrlich kühlen Getränken, Brötchen sowie verschiedenen Kuchen und trolle mich nach einer ausgiebigen (warmen!) Dusche in den brandneuen Sanitäranlagen zur recht gut besuchten Siegerehrung in die Sporthalle. Vier Grußworte, u.a. von Anstaltsleiterin CLAUDIA Fritz (wer dabei war, erinnert sich an den Gag) in neuneinhalb Minuten, da kann man nicht meckern. Friedrich mit der Startnummer 77 wird als ältester Teilnehmer (77 Jahre) geehrt, ebenso Michael vom 100 MC zum 400. Marathon beglückwünscht (das heute war Nr. 401). Die drei schnellsten Mädels, die drei schnellsten Jungs, man strahlt zusammen um die Wette. Und dazu hatten heute alle Grund.

Leider geht es ja selten so ganz ohne Wermutstropfen ab. Der heutige liegt in der Möglichkeit, dass der elfte Knastmarathon auch der letzte war, was niemand wirklich hofft. Das Hauptproblem liegt darin, dass es in der JVA Darmstadt immer mehr Kurzzeitinsassen gibt, deren „Restdienstzeit“ für das Marathonprogramm nicht ausreicht. Von den ursprünglich 26 Interessierten „Einheimischen“ sind so leider nur zwei übriggeblieben, glücklicherweise kamen wenigstens noch ein paar von außerhalb, z.B., wie erwähnt, aus Diez, dazu. Es ist stark zu hoffen, dass es letztlich weitergehen kann, denn der Darmstädter Knastmarathon ist nicht nur eine (tolle) schräge, sondern eine ausgesprochen schöne und mit Herzblut vorbereitete wie durchgeführte Angelegenheit. Es wäre mehr als schade um diesen außergewöhnlichen Marathon, der heute nicht nur Knackis und Externe, sondern auch Läufer aus acht Nationen zusammengeführt hat.


Streckenbeschreibung:
24 eckige „Runden“ á 1,758 km. Zeitlimit 6 Std., das ggf. großzügig gehandhabt wird.

Startgebühr:
35 €

 Auszeichnung:
Medaille, Urkunde, personalisiertes (!) Finishershirt.

Logistik:
Bestens, kürzer geht’s nicht.

 Verpflegung:
Jede Runde, also 24 mal, mit Eigenverpflegung, Mineralwasser, Apfelschorle, Tee, Cola, Bananen, Müsliriegeln.

Vor und nach dem Rennen werden Kaffee, Kaltgetränke (Mineralwasser, Apfelschorle, Cola), belegte Brötchen und Kuchen angeboten. Nach dem Rennen gibt es darüber hinaus Obst, Riegel, Suppe und Malzbier.

Zuschauer:
Jeder durfte eine Begleitperson mitnehmen, dazu kommen jede Menge Häftlinge.

 

Informationen: Knastmarathon Darmstadt
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