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Laufberichte

Der Lauf durch den Harz

28.04.07

Atmosphäre, wie man sie nur bei Landschaftsläufen erlebt

 

Es ist 14:30 Uhr als meine Freundin und Ich bei meinen Eltern am Tisch eine große Portion Nudeln essen. Zusammen wollen wir gleich 300 km östlich Richtung Harz fahren, um dort ein Wochenende zu verbringen.  Harzquerung 2007 – Dad und ich wollen an diesem 51km-Lauf quer durch den Harz am morgigen Samstag teilnehmen. Noch während des Essens hören wir im Radio von 20km Stau auf der A2. Genau da wollten wir eigentlich gleich herfahren. Schnell wird ungeplant und unsere neue Route führt uns über die A44.


Als wir bei 25°C gegen 15:00 Uhr im Auto sitzen und mit Vorfreude an Wernigerode denken, wird uns diese auch schon genommen. Durch einen Unfall wird die A44 gesperrt. 1,5 Stunden geht nun nichts mehr. Als es dann endlich weiter geht, fahren wir 10 km später in den nächsten Stau. Ein weiterer Unfall blockiert für 1 Stunde die Bahn.


Um 22:00 Uhr erreichen wir ziemlich genervt unser Ziel. In der Turnhalle in Wernigerode, in der sich die Anmeldung sowie Schlafmöglichkeiten für die Läufer befinden, ist es schon sehr ruhig geworden. Leider sind wir 5 Minuten zu spät und bei der Anmeldung ist keiner mehr. Wir fahren weitere 17 km bis nach Schierke ( bei Nicht-Sportlern bekannt durch den hochprozentige Schierker Feuerstein ) wo wir gegen 23 Uhr im Bett versinken. 7 Stunden Anreise für 310km!


Nach einer kurzen Nacht sitzen wir um 07:30 Uhr erneut im Auto auf dem Weg nach Wernigerode.  In der Turnhalle ist es nun deutlich belebter: Läufer mit Ihren Trophäen-Shirts ( Biel, Transalpin-Marathon, Röntgenlauf) belagern die Anmeldung. Hier wundere ich mich über die Datenerfassung. Nicht wie heute üblich, mit elektronischer Hilfe geschieht das, sondern wie in der „Steinzeit“ werden die Daten Name, Jahrgang und Verein in ein großes Buch eingetragen. Da es die Harzquerung bereits seit 28 Jahren gibt, ist das Buch entsprechend dick. 


Von hier gehen wir ca. 5 Minuten bis zum Start, der direkt am Wald liegt und uns Läufer genug Platz bietet. Ein anderer Läufer erklärt uns, dass der gesamte Rat der Stadt Wernigerode beim Rennsteiglauf letztes Jahr teilgenommen hat,  dann fällt auch schon der Startschuss, abgegeben vom Bürgermeister. 

 


Dad und ich wollen heute ohne Zeitvorgabe zusammen die Strecke genießen. Eine sehr gute Entscheidung, wie wir während des Rennens immer wieder feststellen müssen. Die ersten 4 Kilometer der Strecke verlaufen bergauf, entsprechend langsam lassen wir es angehen. Könnten wir doch im Ruhrgebiet solche Steigungen trainieren! Aber unsere vielen Halden bieten keine langen Anstiege. Als wir endlich die erste Steigung überwunden haben, verläuft die Strecke über die Staumauer der Zillerbacher Talsperre. Das Wetter lässt schon jetzt erahnen, welche Temperaturen der wärmste April seit der Wetteraufzeichnung für uns heute noch bringen wird.


Bei Kilometer 11 erreichen wir nach ca. 1 Stunde die erste von 4 Verpflegungspunkten. Hier ist auch angeschrieben, welche Distanz man zurück gelegt hat, sonst werden auf der gesamten Strecke keine Kilometerangaben  gemacht. Die Verpflegung ist hier, wie auch an den anderen Stellen, perfekt organisiert. Neben Tee, Wasser und Isotonischen Getränken werden Bananen, Äpfel, Schmalzstullen und Kekse gereicht. Wir trinken in Ruhe, bevor wir uns wieder auf den Weg machen.


Der Weg verläuft ausschließlich durch Wälder und Wiesen. Wunderschöne Aussichten sorgen für ein Naturerlebnis pur.  Wir sprechen mit Läufern aus Berlin, Hannover und Bottrop und lassen uns erzählen, was sie zur Harzquerung veranlasst. Die einen nehmen den Lauf als Vorbereitung auf den „Großen Bruder“ Rennsteiglauf, andere erzählen, dass Sie Landschaftsläufe sowieso lieben und die Harzquerung für sie mit zu den schönsten zählt.


Durch die Gespräche abgelenkt, passieren wir auch schon Kilometer 31. Hier erwarten uns meine Freundin und meine Mutter. Wir trinken einen Schluck und wissen, dass es jetzt gleich richtig losgehen wird. Der Poppenberg wartet auf uns. Erfahrene Harzquerer hatten uns von diesem Berg während des Laufs viel berichtet. Muss man doch auf einer Länge von 4 km über 300Hm bewältigen. Dass der Berg bei Kilometer 36 erst anfängt, macht ihn auch nicht gerade leichter. Wir merken schnell, dass hier an Laufen nicht mehr zu denken ist. Der Weg führt zum Teil steil hinauf und nur wenige Geradeaus-Passagen können in langsamem Trabtempo genommen werden.


Als wir uns schließlich bei Kilometer 40 an der Spitze des Poppenbergs mit Verpflegung gestärkt haben, ist nun unsere ganze Konzentration gefragt. Ein steiler Weg mit Crosslauf-Charakter wartet auf uns. Unsere Knie und Muskeln reagieren mit „Ziehen“ bei jedem Schritt.


Aber dann ist es nicht mehr weit. Nachdem wir die Stadt Neustadt durchqueren, einen weiteren Anstieg hoch laufen, können wir von einer Wiese aus schon einen wunderbaren Blick auf Nordhausen werfen.


Nun geht es ganz schnell: Durch ein Feld laufen wir abwärts, auf einem kleinen Asphaltweg geht es weiter und schon biegen wir nach 05h:24min in den Sportplatz in Nordhausen ein.


Für meinen Vater und mich war es ein besonderes Erlebnis, sind wir doch den ersten Wettkampf von Anfang bis Ende zusammengelaufen. Für uns steht fest: Die Harzquerung bietet alles, was man von einem Landschaftslauf erwartet: tolle Streckenführung, wunderschöne Aussichten, herrliche Naturerlebnisse, liebevolle Helfer und nicht zuletzt eine Atmosphäre, wie man sie nur bei diesen Ultra-Landschaftsläufen erlebt.


Teilnehmer:

51km 334 Finisher,
25km 75 Finisher,
30km 68 Finisher,
51km Wanderer 38 Finisher,
28km Wanderer 12 Finisher,
25km Wanderer 3 Finisher


Die Sieger:

Männer

1. Andreas Schneidewind  1968 SV Germania Helmstedt  3:37:09
2. Thomas Drößler      1974 ESV Lok Potsdam 3:45:23
3. Frank Stephan  1968 LG Offenbach  3:46:49

 

Frauen

1. Nicole Kresse  1973 SSC Hanau Rodenbach       4:30:52
2. Hildebrand, Carmen      1969 SSC Hanau Rodenbach    4:33:56
3. Claudia Herrmann 1983 Rennschnecken Burkersdorf     4:45:27

 

Streckenbeschreibung:

Bergiger Punkt-zu-Punkt-Kurs auf meist schmalen Pfaden. Landschaftlich äußerst attraktiv. Strecken

 

25 km von Wernigerode nach Benneckenstein,

28 km von Benneckenstein nach Nordhausen und

51 km von Wernigerode nach Nordhausen

 

Logistik:

Startnummern gibt es im Organisationsbüro in der Turnhalle Unter den Zindeln. Dort auch Übernachtungsmöglichkeit

 

Verpflegung:

Unterwegs nur 4 Getränke- und Verpflegungsstationen. Verschiedene Getränke (Tee, Iso, Wasser) und Essen (Schmalz- und Butterbrote, Orangen, Äpfel). Es empfiehlt sich daher, eigene Verpflegung mitzuführen.

 

Auszeichnung:

Urkunde, wird gegen Gebühr zugeschickt.

 

Informationen: Harzquerung
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