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Laufberichte

Lauf- und Friedensbewegte im Schweiß vereint

05.08.12

Böse Zungen im katholischen Rheinland behaupten noch heute, mit dem Religionsfrieden habe das Unglück begonnen. Friedliche Koexistenz mit diesen Sonderbaren, die mit der Muttergottes nichts am Hut haben, nicht auf den Papst hören und in schmucklosen Kirchen ihre Riten treiben? So ganz nach Artikel 7 des kölsche Grundgesetzes: Nää, kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet! Fragt man meinen Lieblingskabarettisten, den gebürtigen Südtiroler (!) und rheinischsten aller rheinischen Wortkünstler, Konrad Beikircher: „Watt hammse dann für ne Relijion?“, kütt: „Ääh, pfff, nomaal!“.

Ganz so witzig war es allerdings nicht in den germanischen Landen anno 1555 und davor. Sehr gute Gründe gab es seinerzeit, dem Katholizismus den Rücken zu kehren. Mal so eben die Religion zu wechseln oder gar aus der Kirche auszutreten war allerdings alles andere als einfach und ungefährlich. Die in Folge der Reformation hervorgerufenen Unruhen und Konfessionskriege sowie politischen Erdbeben ließen eine starke Friedenssehnsucht aufkommen und verlangten nach einer dauerhaften Lösung des Problems. So einigte sich der Reichstag in Augsburg im Jahre 1555 unter massiven Schwierigkeiten auf ein friedliches Miteinander beider Konfessionen.

Allerdings galt die Freiheit der Religionswahl nur für den jeweiligen Fürsten: Dessen Religion war automatisch die seiner Untertanen. Denen blieb im Zweifelsfall nur der Umzug in ein Gebiet ihrer Religion, aber zumindest bestand diesbezüglich Rechtssicherheit. Der Frieden hielt lange – bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges 1618.

Nicht zu Unrecht ist die Stadt Augsburg stolz, Gastgeberin dieses wichtigen Reichstags gewesen zu sein. Und die Augsburger – zumindest diejenigen, die in der Stadt ihren Arbeitsplatz haben – profitieren noch heute davon, denn das seit 1650 (nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges) immer am 8. August gefeierte Augsburger Hohe Friedensfest beschert ihnen einen zusätzlichen Feiertag und damit eine Spitzenstellung in Deutschland.

Spitze war auch die Idee, dieses großartige Ereignis zusätzlich sportlich zu feiern. Egal ob „nur“ friedens- oder auch laufbewegt haben wir Marathonjunkies seit dem vergangenen Jahr die Möglichkeit einer läuferischen Stadtbesichtigung. Die 42,195 km lange Strecke – bei der Wahl von m4y zum Marathon des Jahres 2011 bester Neueinsteiger - führt vorbei an Kirchen, der Moschee, der Synagoge und dem „Fronhof“. Und da ich schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr hier war, ist die Teilnahme wieder mal eine willkommene Gelegenheit, Sport und Kultur miteinander zu verbinden.

Mein Weib war schnell zu überzeugen (“Gibt’s da auch etwas für mich?“ – „Klar, einen 5 km-Lauf!“) und schon ist das Wochenende gebongt. So nutzen wir die Gelegenheit, endlich mal wieder in Bayern zu sein. Ha, Pustekuchen, von wegen! Politisch mag das ja gerade noch so angehen, landsmannschaftlich jedoch mitnichten, denn wir befinden uns sozusagen in der Hauptstadt Schwabens, nämlich in Augschburg. Was man unter anderem am uns sehr genehmen kulinarischen Angebot unschwer ablesen kann: Maultaschen, Schupfnudeln, Kässpatzen und Zwetschgendatschi for president. In der aus einem nach Kaiser Augustus benannten römischen Kastell entstandenen mehr als 2.000 Jahre alten Stadt gibt es viel zu entdecken, vor allem die Fuggerei als älteste und noch immer existente Sozialsiedlung der Welt interessiert uns. Überhaupt sind viele Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt fußläufig zu erreichen.

 
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Mit unseren neuen, bei Andreas Butz’ Marathoncamp Zermatt kennengelernten, Münchner Freunden Barbara und Klaus verbringen wir einen schönen Samstag, machen die Stadt unsicher (Fotos der Stadtbesichtigung am Ende des Berichts) und sonntags um 9 Uhr geht es los. Elke startet kurz hinter km 37, um die letzten 5 km unter die Füße zu nehmen, Klaus und ich ordnungsgemäß am altehrwürdigen Rosenaustadion, der früheren Heimat des FC Augsburg (wem von Euch Jungspunden sagt der Name Helmut Haller noch etwas?), in dem nach zwei Runden auch das spätere Ziel liegt.

Auf der breiten Stadionstraße entzerrt sich das doch ansehnliche Feld, unterstützt von der ersten Sambaband (etliche weitere Bands werden folgen), schnell. Noch auf km 1 ist eine erste, nicht wilde, aber dennoch wahrnehmbare Steigung bis zur Brücke über die Gleise südlich des Hauptbahnhofs zu nehmen. Just als wir die Gleise überqueren, rauscht eine Dampflok darunter her, Glück gehabt und direkt abgelichtet. Glück habe ich auch gehabt, endlich mal Herbert Orlinger, unseren österreichischen Kollegen, kurz nach dem Start zu treffen. Schnell sind wir warmgeredet und erstaunlicherweise gibt es nicht einmal Sprachschwierigkeiten! Auch nicht mit dem „Dorfi“, Michael Dorfstätter, dem sympathischen Niederösterreicher, der als laufender Botschafter fürs ÖRK unterwegs ist, den ich bisher nur übers WWW kannte und der mir – wir haben das gleiche afrikanische Hobby! - wertvolle Tips zum Warentransport nach Kenia geben konnte. Beide, auch den Augsburger Bernie, unseren Bergspezialisten, treffe ich auf der Strecke immer wieder. Wie klein ist doch die Welt!

 
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An unserem Hotel vorbei laufen wir eine erste kurze Begegnungsstrecke mit Wendepunkt am großen innerstädtischen Verkehrsknoten Königsplatz (Riesenbaustelle) am südlichen Rand der Fußgängerzone, den wir an den Vortagen schon eingehend inspiziert hatten. Hier muß man schon wirklich vorbereitet sein, um den Sinn zu erkennen: Man führt uns nahe zu, aber nicht bis zur Synagoge und damit dem ersten von vier heute zu besuchenden wesentlichen Gotteshäusern, welche die friedliche Koexistenz der großen Religionen symbolisieren sollen, die der Friedensmarathon ehrt. Leider wird man an keinem Punkt auf diese Gotteshäuser hingewiesen, daher renne ich als Ortsfremder (außer am Dom) daran vorbei, ohne sie erkannt zu haben. Die Begegnungsstrecke endet nach dem erneuten Überqueren der Bahngleise und geht in eine ellenlange Gerade über.

Zu unserem IBIS-Hotel, einer der beiden auf der Webseite des Marathons aufgeführten Herbergen mit Spezialtarif, sei folgendes angemerkt: Wofür brauche ich ein Marathonhotel? Zum Übernachten, logo. Diese Möglichkeit bietet es, keine Frage, und das zu einem wirklich fairen Preis, die Qualität ist auch OK. Aber wirklich interessant ist doch die späte Abreise und damit die Möglichkeit, dort nach dem Lauf noch zu duschen. Und da ist es mehr als unglücklich, wenn man, diese Möglichkeit als selbstverständlich voraussetzend, bucht, dann das Zimmer aber bis 11 Uhr geräumt haben muß. Da tröstet es auch wenig, daß die Tiefgarage bis zum Nachmittag genutzt werden kann.

Wir passieren den sehr schönen Wittelsbacher Park, an dessen Rand eines der Augsburger Wahrzeichen thront, das Kongresszentrum, im Volksmund wegen seiner markanten Form auch „Maiskolben“ genannt. Laufkollege Bernd Spring bedient sich verbotener Hilfsmittel und läßt sich von seinem Hund über die Strecke zerren. Nein, im Ernst, das sieht gut aus und zwar bei beiden. Im gemütlichen Galopp geht es weiter, wir überqueren die noch recht ruhige Bundesstraße 17 auf einer Brücke und nehmen die erste Labe (ja, Herbert, ich hab’s drauf!) am Klausenberg mit, nachdem uns eine Ordensschwester mit dem uns gebührenden geistlichen Beifall bedacht hat.

Das traumhaft schöne Kurhaus Göggingen, eine Glas- und Gußeisenkonstruktion, die nach einem verheerenden Brand 1972 originalgetreu wiederaufgebaut wurde, erkenne ich von der Laufstrecke aus leider nicht, obwohl ich mich umschaue. Es ist gerade Sommerspielpause, dieses Kleinod hätte ich mir am Vortag gerne von innen angesehen. Kurz vor der Überquerung der Wertach am südlichsten Punkt unserer Laufstrecke streifen wir die Butzstraße, selbstverständlich muß ich das direkt auf dem Chip festhalten. Respekt, Andreas! Am anderen Wertachufer folgt wiederum eine kurze Begegnungsstrecke auf der wunderschönen Allee Wellenburger Straße, die wir auf der zweiten Runde bis zum gleichnamigen Schloß an deren Ende durchmessen werden.

Ich weiß, es gibt Stimmen von laufenden Augsburgern, die sich darüber mokieren, das hier sei kein Stadt-, sondern mehr ein Landschaftslauf. Klar, das kann man so sehen, wenn man weiß, daß wesentliche Teile der sehenswerten Stadt, auch bedingt durch mehrere Großbaustellen, derzeit ausgeklammert sind. Für mich Ortsfremden sind aber gerade die Abschnitte über diese Allee und am Ufer der Wertach entlang tolle Laufwege, insbesondere beim heutigen heißen Tag auch hochwillkommene Schattenspender.

Vom netten 1:59er Halbmarathonzugläufer Helmut Schmidt lerne ich, daß sowohl der Kulturbürgermeister als auch der OB voll hinter dem Lauf stehen und eine Ausweitung auf z.B. die Maximilianstraße befürworten. Na also, da sollte doch ein Machtwort des Stadtoberhaupts helfen. Ein Machtwort nämlich gegenüber dem Tiefbauamt, das wohl besonders tapfer die Hand aufhält und so für eine starke Belastung des knappen Budgets sorgt. Die Stadtverwaltung sollte schon berücksichtigen, daß wir auswärtigen Besucher gerne möglichst viele interessante Stellen sehen möchten und doch nicht unerheblich Kohle in der Stadt lassen.

 
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Nach Rückkehr von der (noch) kurzen Begegnungsstrecke geht’s erstmals kurz ans Wasser, bevor wir, durch eine Kleingartenanlage in Richtung Norden laufend, die anfangs überquerte Bundesstraße ein Stück weit begleiten, um, gegenüber zum Start und Ziel am Rosenaustadion, die ersten 10 km abzuhaken. Hier erfreut mich die erste Band, die knackigen Rock spielt. Irgendein laufender Idiot baut sich vor der Gruppe auf und macht einen auf Headbanger. Die Jungs haben ihren Spaß daran und der Headbanger ein schönes Foto. Von Helmut Schmidt, dem HM-1:59er Zugläufer, lerne ich jede Menge über Augsburg im Allgemeinen und diesen Marathon im Speziellen. „Weißt Du, wer das war?“, fragt er mich, als ich einen krachledernen schlanken Mann mit grauem Zopf und großer Kuhglocke abgelichtet hatte. Wer mit Jahrgang 1962 noch 36er Zeiten über 10 km läuft, ist wohl zu Recht ein lokales Laufidol.

Bei km 13 haben wir den nördlichsten Punkt erreicht, überqueren die Wertach nach Osten, und bekommen an dieser Stelle erstmals die Gelegenheit einer Dusche zur Abkühlung. Mittlerweile brennt der Planet nämlich ordentlich, die heutige (!) Wettervorhersage von wetter.com liegt völlig daneben. Keine Spur von Bewölkung und/oder ein paar Spritzern Regen. Unangenehm zu laufen sind die ständigen Wechsel der Untergründe. Von glattem Asphalt über Kieswege und fiese, grobe Kopfsteinpflasterpassagen ist alles dabei. Über das Festgelände Plärrer drehen wir in Richtung Innenstadt ab. Ein echter Hingucker folgt mit dem Wertachbruckertor, einem Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Dahinter unauffällig und daher von mir übersehen kommt die Moschee. Direkt folgend das Stadion des Eishockey-Bundesligisten Augsburg, das in der Bauphase mit Hohn und Spott überschüttet wurde als sich herausstellte, daß von einigen Zuschauerplätzen das Spielfeld nicht zu sehen ist und eine Tribüne wieder abgerissen werden musste.

Jetzt wird’s wirklich schön. In den sog. Fronhof gelangen wir durch das Portal der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz. An der Rückseite (schade!) des Doms entlang geht es weiter Richtung Innenstadt. Es folgt der Rathausplatz mit Rathaus, Perlachturm und dem Augustusdenkmal, die wir uns am Vortag schon in Ruhe angesehen hatten. Vom Perlachturm (261 Stufen bin ich tapfer hochgestiefelt) hat man einen tollen Rundumblick (Fotos im Block Stadtbesichtigung). Dann die Spendenmatte, an der man die Möglichkeit hatte, zugunsten dreier sozialer Projekte einen Dreier an Euronen loszuwerden. Am Ende der Fußgängerzone dann vorbei an der evangelischen St. Anna-Kirche (ich dachte immer, die Evangelen hätten es nicht so mit den Heiligen?).

Es folgt das Fuggerdenkmal zu Ehren des Kaufherrn, Montanunternehmers und Bankiers Jakob Fugger dem Reichen (1459 bis 1525), der die Fuggerei als Wohnsiedlung für bedürftige Augsburger gestiftet hatte. Sie ist damit die älteste Sozialsiedlung der Welt. Auch sie hatten wir (kostenpflichtig!) besichtigt. In den 6 Straßen der Fuggerei stehen 67 Reihenhäuser mit 147 Wohnungen. Die Jahresmiete beträt noch heute einen rheinischen Gulden, das entspricht 0,88 Euro. Als Fuggereimuseum fungiert ein Häuschen, das in dem Zustand erhalten wurde, wie es früher einmal war. Wer Mieter in der Fuggerei werden will, muß geborener Augsburger, verheiratet, arm und katholisch sein, außerdem einen tadellosen Leumund besitzen. Die Hausordnung der Fuggerei sieht noch heute vor, dass jeder Mieter täglich ein Vaterunser und ein Ave Maria für die Stifter beten muss. Na also, da ist die Welt doch noch in Ordnung.

Vorbei am Stadttheater und zurück am Plärrer endet die Innenstadtrunde und erneut die Bahnstrecke, diesmal nördlich des Bahnhofs, überquerend, geht es auf den letzten Teil der ersten Hälfte, die dann am Rosenau-Stadion geschafft ist. Unsere Frauen Elke und Barbara hatten wir hier zu sehen erhofft, aber leider Fehlanzeige, so müssen die beiden Frösche ungeküsst die zweite Runde angehen.

Es ist 11 Uhr. Verdammte Axt, das fuchst mich jetzt echt. Aber wer bedenkt das schon rechtzeitig bei seiner Jahresplanung? In London startet exakt in diesem Augenblick der olympische Marathonlauf der Frauen. Wie gerne hätte ich diesen gesehen und Susanne Hahn und Irina Mikitenko live verfolgt! Nun ja, so muß ich mich heute Abend mit der Zusammenfassung begnügen, tue aber wenigstens etwas parallel und komme mir beim Zusehen nicht so untätig vor. Der Lauf der Männer kommt zwar auch noch am kommenden Sonntag, aber da ist halt kein Germane dabei. Na, wenigstens haben „wir“ den Viktor Röthlin und Günter Weidlinger, die zählen ja auch noch gerade so zum erweiterten Germanenkreis. Und mein Weib himmelt den Viktor seit dem letztjährigen Jungfrau-Marathon sowieso an, als er sie vor dem Fun-Run fotogen in seine starken Arme nahm. Seitdem brennt auch immer ein Kerzchen unter seinem Bild. Nee, Quark, so schlimm ist es jetzt auch wieder nicht!

Die zweite, leicht unterschiedliche Hälfte geht direkt am Ufer der Wertach gen Süden. Herrlich schattig ist der Weg, bei der heutigen Witterung ein echter Genuss! Nach etwa zwei km wunderbaren Weges treffen wir auf der Wertachbrücke erneut auf den Kurs der ersten Hälfte. Die Allee der Wellenburger Straße durchmessen wir dieses Mal komplett und unternehmen zusätzlich noch einen kleinen Schlenker nach Norden und zurück, bevor es die Wertach wieder nach oben zu begleiten gilt.

 
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Mein Durst nimmt in Anbetracht der guten Witterung und der im Tagesverlauf zunehmenden Wärme deutlich zu. Glücklicherweise sind der Trankstellen aber genügend vorhanden, um dem einen Riegele vorzuschieben. Nein, das ist jetzt kein Schreibfehler. Bei wem es ob dieses Mörder-Gags nicht geklingelt hat, dem sei gesagt, daß Riegele ein schon in fünfter Generation betriebenes örtliches Brauhaus ist. Leider gibt’s unterwegs aber keinen Gersten- oder Weizensaft, hier besteht eindeutig noch Optimierungspotential, sonst kommt der Joe nie hierher. Es muß ja nicht jede Brauerei so geizig sein wie die Koblenzer, die ehemalige Königsbacher Brauerei. Dort führt der Mittelrhein-Marathon exakt am Brauhaus vorbei und alle Lichter sind aus. Das finde ich einfach nur peinlich.

Der Rest des Weges ist identisch mit der ersten Runde: Wertachufer, Plärrer, Innenstadt (hier stehen endlich unsere Frauen), Überquerung der Gleise. Schon vorher, beim Durchschlurfen der Innenstadt, habe ich bei etwa km 38 eingesehen, daß es keinen Sinn macht, auf der letzten Rille zu laufen und die Gesundheit zu riskieren. Wir haben Mitte/Ende 20°, die Sonne brennt genau so wie der Durst, Du kannst jedoch gar nicht so viel trinken wie angeboten wird.

Zwei Verbesserungsvorschläge trotzdem: Auf den letzten etwa 10 km hätte ich gerne Cola getrunken, zur Not tut’s ja die von Aldi, die belastet das Budget nicht besonders, und bei dieser Hitze wäre ein letzter Wasserstand bei etwa km 40 sinnvoll gewesen. So sehe ich alleine auf den letzten 1,5 km zwei Läufer, die, völlig apathisch, aus dem Rennen genommen werden. Nee, das passiert mir nicht, lieber weiter dahinschlappen und durchhalten als schlappmachen. So läuft Klaus 400 m vor dem Ziel wieder auf mich auf und stolpert gemeinsam mit mir durchs Ziel.

Ende der Hitzeschlacht. Der Autor zieht sich die nächste halbe Stunde aus der Berichterstattung zurück, denn er ist erst einmal vollständig mit seiner eigenen Wiederbelebung ausgelastet, ich bin völlig dehydriert. Daher gibt es auch kaum Fotos von Finishern, Ihr mögt es mir nachsehen. Ganz toll finde ich den Helfer, der mit kühlen Wassermelonenstücken unmittelbar am Ziel steht und die Erstversorgung vornimmt, Dir einen ganz herzlichen Dank, super Service! Prima ist auch der Getränkestand.

Bettina, heute wieder Schrittmacherin für 4:29, schwebt im Leopardenröckchen lächelnd über die Ziellinie. Schön, daß sie im kleinen Kreis ehrlich ist: „Boah, und dann muß Du auch noch so tun, als ob Dir das nichts ausmacht!“ Bernie übergibt mir noch formvollendet eine Flasche Riegele und erfüllt damit Antons Auftrag, was selbstverständlich auch bildlich dokumentiert wird. Ich freue mich schon darauf, sie gut gekühlt daheim abzupumpen.

Mit wenig über vier Stunden bin ich auf Platz 174 gelandet, gar nicht so schlecht angesichts von 550 Startern, von denen 486 vorangemeldet waren. Der genaue Blick in die Ergebnisliste erschreckt mich aber: Gerade mal 355 haben den Lauf erfolgreich beendet, die Ausfallquote muß also exorbitant hoch sein. Wer in der Lage ist schnell zu laufen, hatte heute den doppelten Vorteil, denn er war noch vor der großen Mittagshitze fertig. Vorschlag: Nächstes Jahr eine Stunde früher um 8 Uhr starten. Beim Duschen gibt’s die freie Auswahl: Kühl in der Sporthalle, warm im Container. Das bekennende Weichei wählt den Container.

Herzlichen Dank für diese schöne Veranstaltung, die einen festen und dauerhaften Platz im jährlichen Marathonkalender finden wird.

Startgeld:
25 – 40 € je nach Anmeldezeitpunkt.

Streckenbeschreibung:
Teils unterschiedlich verlaufender Zweirundenkurs. Zusätzliche Angebote: Halbmarathon, 10 und 5 km.

Rahmenprogramm:
Marathonmesse in der Augsburger Sporthalle, unweit zu Start/Ziel, dort auch Pasta-Party (für Läufer ömmesons).

Auszeichnung:
Medaille, Urkunde und Baumwollshirt für alle, Funktionsshirt 15 €.

Logistik:
Duschen in der Sporthalle Augsburg und in einem Container hinter der Halle. Am Sonntag freie Fahrt mit dem ÖPNV.

Verpflegung:
Wasser, Iso, Bananen unterwegs. Gute Zielverpflegung.

Zuschauer:
Auf der ersten Hälfte überschaubarer Zuspruch, auf der zweiten dann stark nachlassend… Aber die Helfer sind super im Anfeuern!

 

 

Stadtbesichtigung

 

 
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Informationen: Friedensmarathon
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