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Laufberichte

Schöner Sonntag

27.03.11
Autor: Joe Kelbel

Wie kann ein kleines Spielauto morgens früh die Autobahn blockieren? Laut hupend überhole ich Stevie, der sichtlich erschrocken das Steuerrad umklammert.

Der Startplatz für den 50km Ultralauf in Eschollbrücken, in der Nähe von Darmstadt ist schnell gefunden. Gerade bin ich noch im Königsforst gelaufen, eigentlich sollte ich mich für den 25 km Lauf anmelden, aber der startet erst 2 Stunden nach den Ultraläufern und es ist so kalt heute Morgen. Ich freue mich auf ein kräftiges Frühstück und ein paar Tassen Kaffee, denn ich hatte kein vernünftiges Abendessen. Die Zeit dafür war knapp und eine Stunde wurde mir auch noch geklaut.

Gerhard hatte auch Probleme und steigt mit seinem riesigen verklebten Rucksack dem Taxi. Und nun hauen wir uns die dick belegten Brötchen am Startplatz rein. Nicole hat ihr eigenes Birchler Müsli mitgebracht, fette Paranüsse leuchten durch den zähen Brei, anscheinend hat sie  nicht nur die Rippe gebrochen. Jeder baut seine Verpflegungsstation auf, wobei Jörg und Cornelia mit einer riesen Fahne zur Kennzeichnung ihres Tisches den Vogel abschiessen.

 
© marathon4you.de 19 Bilder

Noch ist es kalt, viele starten mit Handschuhen, und diese graue Maus dort hat wohl den Frühling noch nicht wahrgenommen.

Im Gegensatz zu gestern im Königsforst treten heute nur Profies an. Aber auch heute ist es sehr familiär. Ich liebe diese Unaufgeregtheit. Ein paar Gespräche und schon ist es 9 Uhr. Start.

Ich bin zum ersten Mal hier, die Strecke ist unspektakulär. Deiche, Wald und sandige Felder. Der 5 km-Rundkurs wird 10 mal absolviert. Viele fragen mich, ob sowas nicht langweilig wäre. Nö. Es ist enspannend. Gespräche, Gedanken und Träumereien bestimmen die nächsten Stunden. Man weiss, wo welcher Stein liegt und wieviele Spechte in dem Gebiet leben, ich sehe  Rehe, die durch die Reihen der Birken springen, freue mich an den kleinen Blüten, frage mich, ob da Artischocken oder Plumbago angebaut wird, und laufe einfach.

 
© marathon4you.de 33 Bilder

Der hintere Verpflegungspunkt hat bald kein Wasser mehr, aber egal, denn alle 5 Kilometer kommen wir am Start und an der Eigenverpflegung vorbei. Auf der großen Wiese frage ich mich, ob jetzt alle Rundenzähler für mich zuständig sind, oder nur einer. Kurze Frage, dann weiss ich, dass sich doch mehrere um meine Runden kümmern, denn nach kurzen Diskussionen erhalte ich die richtige Zahl.

Einen Monat nach meinem grandiosen Comeback höre ich sehr viele Kritik,  aus Nichtläuferkreisen. Mit dem Braveheart Battle habe ich die Leute endgültig paralysiert. Doch mir hat es unglaublich Spass gemacht, und das zählt. Sicherlich entspreche ich nicht den Klischees, aber ich habe Spass am Laufen, und meine Gesundheit leidet nicht darunter, schließlich hatten meine Fußprobleme keinen läuferischen Ursprung. Mit dem gestrigen schnellen Lauf beim Königsforstmarathon setze ich ein Zeichen für neue Vitalität. Mit dem Finish des heutigen 50er setze ich ein Zeichen für eine große läuferische Zukunft.

Wer mich heute hier grüßt und sich freut, dass ich wieder auf der Strecke bin! Leute, ich danke Euch! Es ist schön, gesund unter Euch dabei zu sein! Es ist phantastisch! Ich propagiere hier nicht das Marathonlaufen für jedermann, das wäre blöd, denn dann wären wir ja nichts Besonderes.

Ich kritisiere auch nicht den sonntäglichen Brunch, das Tee-und Kaffeetrinken im Kreise der Familie. Soll doch jeder machen, woran er Spass hat. Ich laufe halt. Nur wer seinen eigenen Weg läuft, der  kann nicht überholt werden. 

So gehen meine Gedanken bei all den Runden, obwohl ich oft überholt werde, aber es sind hauptsächlich die 25 km-Läufer und die dürfen das. Und die 50 km dürfen das auch, denn sie sind Deuschlands Eliteläufer.

Irgendwann trete auch ich meine letzte Runde an und ich werde nicht der Letze sein. Ich komme zum 20ten Mal an Gerhard, dem Stepdancer vorbei. Großen Dank für seine aufmunternden Worte! Ich komme an den zwei Männern am trockenen Wasserstand vorbei, wir lachen uns an. Dann die zwei alten Herren von der Muppetshow, Danke. Dann die zwei alten Herren in Rot, wobei einer schon weg ist, Danke. Und danke an all die Helfer, Runden- zähler und an die Organisatoren. Es war ein schöner Sonntag bei Euch!

Siegerliste 50 km

Männer

1. Strosny, Rene  Bautzener LV 3:23:02
2. Olejnik, Marian-Jan  LG Esslingen 3:24:38
3. Stephan, Frank  Skills 04 Frankfurt 3:27:01

Frauen

1. Benning, Nicole EK Schwaikheim 4:08:31
2. Alvarez Pazos, Heike  Heppenheim* 4:20:59
3. Krieg, Stefanie  LG MuLi 4:23:45

 

Informationen: Eschollbrücker Ultra-Marathon
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