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Neue Rolle, gleiche Leidenschaft

16.10.26
Quelle: Pressemitteilung / Anita Fuchs

Vom kleinen Buben beim Schamserlauf zum neuen OK-Präsidenten: Gian-Luca Michael kennt den Transruinaulta und Transviamala aus eigener Erfahrung. Am 24. und 25. Oktober wechselt der seit fünf Jahren in Zizers wohnhafte Schamser die Seiten und trägt Verantwortung für zwei Läufe, die ihm am Herzen liegen.

Manche Läufe begleiten einen ein Leben lang. Für Gian-Luca Michael begann diese Geschichte mit dem Schamserlauf, dem Vorgänger des heutigen Transviamala. Als kleiner Bub lief er an der Hand seines Vaters mit. «Die ersten Male waren gemäss meinen Erinnerungen noch nicht so mit Freude und Begeisterung verbunden wie heute», sagt er lachend.

Mit den Jahren wurde daraus eine besondere Leidenschaft. «Es gibt für mich keinen Lauf, bei dem meine Gefühlslage und mein Puls am Start so hochschlagen wie beim Transruinaulta und Transviamala.» Es sei die «ganz spezielle Symbiose aus Abenteuer, malerischen Landschaften und der sportlichen Herausforderung», die beide Lauftage zu einem riesigen Erlebnis mache.

 

 

Verantwortung für Andere

 

Praktisch jedes Jahr stand Gian-Luca Michael selbst an der Startlinie. Nun tut er es erstmals nicht. Die Nervosität sei als OK-Präsident sogar grösser. «Als Läufer kann man bei taktischen Fehlern eigentlich nur sich selbst den Tag vermasseln. Als OK-Präsident trägt man plötzlich Verantwortung für sehr viele andere Menschen.»

Im bestehenden Organisationsteam fand sich niemand für das Präsidium. Gian-Luca Michael, der in Zillis aufwuchs und mit Ausnahme der Studienzeit in Zürich bis vor fünf Jahren im Schams wohnte, merkte, wie viel ihm das Schluchtenlauf-Wochenende mit Thusis als Ziel- (Transruinaulta) beziehungsweise Startort (Transviamala) bedeutet. «Deshalb wollte ich Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, dass diese besondere Veranstaltung auch in Zukunft weitergeführt werden kann.»

Respekt hatte der 35-Jährige vor allem vor dem Erbe seines Vorgängers. «Thomas Häusermann machte in den vergangenen Jahren als OK-Präsident einen grossartigen Job und baute etwas Tolles auf.» Gian-Luca Michael sieht seine Aufgabe deshalb weniger darin, Dinge neu zu erfinden, als vielmehr darin, Bewährtes zu erhalten und dort, wo es sinnvoll ist, gemeinsam mit dem Team – das eine zentrale Rolle spielt – behutsam weiterzuentwickeln. «Da ist ein extrem engagiertes OK, in dem jeder und jede seine respektive ihre Stärken einbringt.» Dass Thomas Häusermann weiterhin an Bord ist, «gibt mir gerade im ersten Jahr die nötige Sicherheit».

Seine Perspektive als Läufer nimmt Gian-Luca Michael ins Präsidium mit. Er kennt die Bedürfnisse der Teilnehmenden und erkennt kleine Stellschrauben. «Das OK machte in den vergangenen Jahren sehr vieles richtig und baute einen Anlass auf, der heute hervorragend funktioniert.» Besonders reizvoll findet Gian-Luca Michael die Herausforderung über ein ganzes Wochenende. «Zwei Tage, zwei eindrückliche Schluchten, zwei anspruchsvolle Läufe – das ist schon eine brutale Challenge, die man nicht so schnell vergisst.»

 

 

Charakter bewahren

 

Als OK(-Präsident) beginnt die Herausforderung lange vor dem Start. Bewilligungen, Strecken, Sponsoren, Helfende, Verpflegung und Sicherheit müssen organisiert werden. «Wenn wir unseren Job gut machen, bekommen die Läuferinnen und Läufer davon möglichst wenig mit.» Die Teilnehmenden sollen sich auf Lauf, Atmosphäre und Landschaft konzentrieren können.

Bewahren möchte der neue Präsident vor allem den Charakter der Veranstaltung. «Die Läufe leben von ihrer Strecke, der Landschaft, der familiären Atmosphäre und davon, dass man trotz der mittlerweile doch beachtlichen Grösse nicht das Gefühl hat, an irgendeinem grossen Massenanlass teilzunehmen.» Auch die Vielfalt soll bleiben: von den Lumpaziläufen mit Strohballen und Hindernissen bis zur Wertung der Schluchtenläufer.

Neue Akzente will Gian-Luca Michael dort setzen, wo Entwicklung möglich ist, ohne die Identität zu verlieren. Besonders wichtig ist ihm die nächste Generation. «Wir möchten als Team noch mehr junge Menschen für den Laufsport begeistern und ihnen zeigen, dass Laufen nicht nur Leistung bedeutet, sondern auch Gemeinschaft, Natur und ganz viel Spass.»

 

Besonderer Moment

 

Was sollen die Läuferinnen und Läufer nach dem Zieleinlauf mit nach Hause nehmen? Zunächst natürlich «das coolste Finishergeschenk mit Naturprodukten aus der Region». Doch Gian-Luca Michael denkt an mehr. «Ich hoffe, dass man sich an diesen Tag zurückerinnert und sagt: ‹Das war ein Erlebnis.›» Vielleicht wegen der Landschaft, eines besonderen Moments auf der Strecke, der Helferinnen und Helfer oder weil man gemeinsam mit Freunden und Familie etwas erreichte.

«Der Lauf soll und wird einem etwas abverlangen, aber gleichzeitig etwas zurückgeben.» Wenn am nächsten Tag die Beine müde sind und trotzdem schon wieder Lust auf den nächsten Start aufkommt, «machten wir vermutlich vieles richtig».

Für Gian-Luca Michael selbst dürfte der Start der Läuferinnen und Läufer ein spezieller Moment werden. Er wird erstmals nicht selbst Teil des Feldes sein, sondern am Rand stehen und dafür sorgen, dass andere ihren grossen Tag erleben können. «Wenn die Läuferinnen und Läufer loslaufen und ich danebenstehe, wird ein Teil von mir vermutlich schon sehr gerne wieder dazugehören.» Dass Gian-Luca Michael dereinst selbst wieder an der Startlinie steht, scheint deshalb fast unausweichlich. «Ich gehe stark davon aus, dass ich mir diesen Spass als Läufer am Event dabei zu sein irgendwann wieder gönnen werde.»

Bis es so weit ist, bleibt dem mittlerweile in Zizers wohnhaften Gian-Luca Michael eine andere Aufgabe: dafür zu sorgen, dass der Transruinaulta und der Transviamala auch für andere zu dem werden, was sie für ihn selbst seit seiner Kindheit sind: mehr als zwei Läufe. Ein Stück Heimat, sportliche Herausforderung und ein Erlebnis, das bleibt.
 

 

 

Zirka 330 Doppelstartende

 

Nebst den ungefähr 160 Schluchtenkönigen und -königinnen sowie etwa 170 Schluchtenprinzessinnen und -prinzen, die an beiden Tagen im Einsatz stehen, beteiligen sich am letzten Oktober-Wochenende zahlreiche weitere Läuferinnen und Läufer am Transruinaulta und Transviamala. Insgesamt umfasst die Startliste zehn Tage vor der Veranstaltung zirka 1600 Namen.

Während das Teilnehmerlimit beim Transviamala ausgeschöpft ist, können für den Transruinaulta vom Samstag, 24. Oktober, und die Kombiwertungen noch Anmeldungen vorgenommen werden. Mädchen und Knaben haben die Möglichkeit, sich am Sonntag, 25. Oktober, in Donat für die Cursa da juniors (Jahrgänge 2010 bis 2015) – bei der es neu einen Vereinscup gibt – und die Cursa da lumpazis (Jahrgang 2016 und jünger) einzuschreiben. Dank der Hauptsponsorin Migros ist die Teilnahme für den Nachwuchs kostenlos.

 

Die Läufe im Überblick


Samstag

Transruinaulta maraton (42,2 Kilometer/1800 Höhenmeter/Ilanz–Thusis)
Intervallstarts ab 9.15 Uhr, Zieleinläufe ab 12.25 Uhr.

Transruinaulta curta (24 Kilometer/780 Höhenmeter/Ilanz–Rhäzüns)
Intervallstarts ab 11.30 Uhr, Zieleinläufe ab 13.20 Uhr.

Transruinaulta noviz (5.2 Kilometer/192 Höhenmeter/Thusis–Thusis)
Start 13.00 Uhr,
 
Sonntag

Transviamala trail (19 Kilometer/+1000 und –620 Höhenmeter/Thusis–Donat)
Startintervall Einzelstarts ab 10.00 bis 10.45 Uhr, Zieleinläufe ab 11.15 Uhr.

Transviamala curta (11,5 Kilometer/+720 und –410 Höhenmeter/Thusis–Donat)
Startintervall Einzelstarts ab 10.00 bis 10.45 Uhr, Zieleinläufe ab 10.50 Uhr.

Cursa da juniors (3,6 Kilometer)
Start um 11.45 Uhr in Donat, Ziel in Donat

Cursa da lumpazis (Hindernislauf)
Starts ab 13.30 Uhr in Donat

 

 

 

 

Informationen: Transruinaulta
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