Am Tag nach seiner bemerkenswerten Zeit beim 12. Transruinaulta zeigte Marco Wildhaber beim 24. Transviamala erneut einen hervorragenden Auftritt und gewann zum dritten Mal die Schluchtenkönig-Wertung. Die beste Gesamtzeit bei den Frauen realisierte Jana Seel.
«Die beiden Tage waren schlichtweg bombastisch.» Marco Wildhaber war der herausragende Teilnehmende des Schluchtenlauf-Wochenendes. Am Samstag sicherte er sich beim 42 Kilometer langen und mit 1800 Höhenmetern garnierten Transruinaulta mit der Zeit von 3:09:11 Stunden den Tagessieg, der ihm zugleich die Führungsposition in der Schluchtenkönig-Wertung einbrachte. Beachtliche 7:27 Minuten betrug seine Reserve auf den stärksten Konkurrenten im Etappen-Klassement, Jan Hafner, und somit den Titelverteidiger.
Dass der Abstand zwischen den beiden vermeintlich stärksten gemeldeten Läufern auf dem Weg von Ilanz durch die Rheinschlucht nach Thusis so hoch ausfallen würde, durfte nicht erwartet werden. Immerhin duellierten sich der Schluchtenprinz und der Schluchtenkönig aus dem Vorjahr. Während Marco Wildhaber die zweitschnellste Zeit seit der Gründung des Transruinaulta im Jahr 2014 realisierte, verbesserte sich Jan Hafner im Vergleich zum Vorjahr um 14:42 Minuten und lief nach 3:16:38 Stunden ins Ziel.
In der zweiten Hälfte des Wochenend-Pensums baute Marco Wildhaber den Vorsprung auf 12:36 Minuten aus. Den 19 Kilometer messenden Transviamala, bei dem es zwischen Thusis durch die Viamala-Schlucht nach Donat 1000 Meter auf- und 687 Meter abwärts ging, meisterte er in 1:28:14 Stunden. Einzig der Tagessieger, David Baumberger aus Zollikon (1:26:59 Stunden), war schneller. Mit den gesamthaft 4:37:25 Stunden, die er für die total 61 Kilometer benötigte, gewann Marco Wildhaber zum dritten Mal nach 2023 und 2024 die Krone für den Schluchtenkönig und bewerkstelligte gleichzeitig die schnellste je gelaufene Gesamtzeit.
Wie der Trailrunning-Spezialist aus Summaprada legte Jana Seel den Grundstein zum Gewinn des Schluchtenkönigin-Titels beim Transruinaulta. Den Trailmarathon meisterte die in Klosters wohnhafte Deutsche in 4:16:27 Stunden und war somit 17:36 Minuten länger unterwegs als die Tagessiegerin Ann Zogg aus Chur. Beim Transviamala, den sie vor zwölf Monaten als Dritte beendet hatte, realisierte sie mit 1:59:06 Stunden die sechstbeste Zeit und kam in den zwei Läufen auf ein Total von 6:15:33 Stunden. Im Gegensatz zu Marco Wildhaber durfte Jana Seel zum ersten Mal eine hölzerne Krone für den Gesamt-Triumph in Empfang nehmen.
Die kumuliert Schnellsten auf den zwei curta-Distanzen (24 und 11,5 Kilometer) waren Ruedi Becker (Bern) und Carla Wohler (Spiez). Beide setzten sich auch auf der Kurzstrecke des Transviamala durch. Den herausragenden Leistungsausweis im Feld der – inklusive Nachwuchsläufe – 1964 Teilnehmenden präsentierte der Transruinaulta-Fünfte und Schluchtenkönig-Elfte Andri Struzina. Bis im Frühling 2024 machte der Zuger als Leichtgewicht-Ruderer positiv auf sich aufmerksam: 2022 und 2023 gewann er jeweils Europameisterschafts-Bronze, 2023 wurde er sogar Weltmeister.
Am Schluchtenlauf-Wochenende erfolgreich war in jenen zwei Jahren Gian-Luca Michael. Beide Male holte er den Schluchtenprinz-Titel und stand, seit es den Transruinaulta gibt, jedes Mal am Start – bis am Wochenende. Neu amtete der in Zizers wohnhafte Zilliser als OK-Präsident des Transruinaulta und des Transviamala und durfte in dieser Funktion ein äusserst positives Fazit ziehen. «Die beiden Anlässe verliefen reibungslos – auch wenn die äusseren Bedingungen mit teils leichtem Regen, phasenweise starkem Wind und eher kühlen Temperaturen nicht perfekt waren», sagte er.
Selber schnürte der Vorgänger von Gian-Luca Michael, Thomas Häusermann – er gründete seinerzeit den Transruinaulta, war 14 Jahre OK-Präsident und gehörte über ein Vierteljahrhundert dem Organisationsteam an –, die Laufschuhe. «Jetzt kann ich aus der Sicht des Läufers sagen: Der Transruinaulta wie auch der Transviamala waren grandiose Anlässe und – trotz der Anstrengung – ein purer Genuss.» Die Strecken seien extrem abwechslungsreich und die Stimmung bombastisch. «Dem engagierten Organisationsteam und den vielen motivierten Helferinnen und Helfern gebührt ein riesengrosses Dankeschön.» Thomas Häusermann war bei weitem nicht der einzige Läufer, der dies – oder zumindest in ähnlichem Stil – sagte und damit Gian-Luca Michael und seinem Team eine grosse Freude bereitete.
Transruinaulta maraton (42 Kilometer/+/-1800 Höhenmeter/Ilanz–Thusis)
Männer:
1. Marco Wildhaber (Summaprada) 3:09:11.
2. Nino Janki (Lenzburg) 3:45 zurück.
3. Jan Hafner (Chur) 7:27.
Frauen:
1. Ann Zogg (Chur) 3:58:51.
2. Jana Seel (Klosters) 17:36.
3. Loreana Eberle (Tomils) 20:00.
Transruinaulta curta (24 Kilometer/+/-780 Höhenmeter/Ilanz–Rhäzüns)
Männer:
1. Gratian Böhi (Horgen) 1:44:19.
2. Gerhard Schneider (Mels) 3:24.
3. Ruedi Becker (Bern) 6:00.
Frauen:
1. Carla Wohler (Spiez) 2:08:24.
2. Nina Zoller (Disentis) 1:32.
3. Valerie Widmer (Chur) 5:33.
Transviamala trail (19 Kilometer/+1000 und -687 Höhenmeter/Thusis–Donat)
Männer:
1. David Baumberger (Zollikon) 1:26:59.
2. Marco Wildhaber 1:14 zurück.
3. Arnold Aemisegger (LIE-Triesenberg) 1:25.
Frauen:
1. Mira Iron (Thalwil) 1:49:36.
2. Franziska Schneider (GER-Altenahr) 0:50.
3. Kathrin Saner (Spiegel bei Bern) 6:21.
Transviamala curta (11,5 Kilometer/+565 und -252 Höhenmeter/Thusis–Donat)
Männer:
1. Sandro Michael (Zillis) 51:59.
2. Andreas Martinson 2:46.
3. Ruedi Becker 3:05.
Frauen:
1. Tanja Forster 59:38.
2. Carla Wohler 0:29. 3. Nina Zoller 1:00.
4. Valerie Widmer 4:50.
Schluchtenkönig:
1. Marco Wildhaber 4:37:25.
2. Jan Hafner 12:36.
3. Hannes Pongruber 45:00.
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Schluchtenkönigin:
1. Jana Seel 6:15:33.
2. Janina Schiesser 8:27.
3. Maja Hügli 19:57.
Schluchtenprinz:
1. Ruedi Becker 2:45:24.
2. Andreas Martinson 0:44.
3. Daniel Scherz 12:15.
Schluchtenprinzessin:
1. Carla Wohler 3:08:32.
2. Nina Zoller 2:04.
3. Tanja Forster 5:31.
Komplette Ranglisten: www.transruinaulta.ch und transviamala.ch