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Laufberichte

Oktoberfest am Wörthersee

22.09.12

Die ersten Kilometer im Wald lassen auch gleich mein Trailerherz höher schlagen. Alles ist dabei, von engen Pfaden durch’s Gestrüpp, Naturtreppen, herrlichen Teichen am Wegesrand und grün bemoosten Felsformationen. Der Matschabschnitt auf dem überschwemmten Weg gehört natürlich genauso dazu, wird aber verschmäht, alle drücken sich oberhalb am schmalen Seitenstreifen am Zaun entlang.

Bereits nach dem ersten Anstieg nach knapp zwei Kilometern öffnen sich auf einer Lichtung die Wolken und die Sonne präsentiert uns einen fast freien Überblick hinunter auf den Wörthersee. Die erste Labestelle erreichen wir nach 7 km bei Schloss und Gut Drasing. Insgesamt 7 Verpflegungsstationen gibt es rund um den See. Wem Abstände bis zu 10 km zu lange sind, der sollte eine eigene Wasserflasche an Board haben. Mir persönlich genügt das vollkommen und daher führe ich außer zwei Gel-Beutel auch keine weitere Verpflegung mit.

Ganz asphaltfrei lässt sich der Kurs um den See nicht gestalten, die erste etwas längere Abwärtspassage folgt unmittelbar nach dem VP. Aber bald werden wir wieder entschädigt, der Aufstieg zum Pirker Kogel (km 10) führt wieder durch den Wald über launige Trails. Wer oben ankommt, bekommt zur Kontrolle von zwei Mädels ein Bändchen angelegt. Wer hier nicht vorbei kommt, hat sich entweder verlaufen oder versucht abzukürzen.

Die Abwärtspassage habe ich vom Vorjahr noch gut im Kopf  …zu gut, denn ich brettere an einer Markierung vorbei. Gabi kann mich gerade noch mit Zurufen vor einem Verläufer bewahren. Die kleine Streckenänderung führt uns über einen Aussichtspunkt mit traumhaft schöner Sicht in die Pörtschacher Ostbucht und hinüber zum Pyramidenkogel, dazwischen liegen für uns aber noch fast 30 km Wegstrecke. Bei jetzt klarer Sicht, kann man in der Ferne sogar die Karawanken ausmachen. Die tolle Einlage haben wir bestimmt auch Trail Master Alfred zu verdanken. Am darunter liegenden Pirkhof können wir unseren zweiten Frühschoppen einnehmen, mit Live- Musik auf der Quetsche.

Griffige und wasserdichte Schuhe zahlen sich kurz vor dem Forstsee (km 22) aus. Einige hundert Meter führt der schmale Weg durch einen Graben, gefüllt mit Schlamm und Wasser. Mir kommt’s vor wie in einem Bachlauf.

Ausweichmöglichkeiten gibt es in der Rinne nur wenige. Macht aber auch Spaß, auch wenn ich einige Male voll in die Suhle eintauche, das gehört bei einem Trail einfach dazu. Voriges Jahr war ich noch mit normalen Straßenlaufschuhen unterwegs und hab es bereut, heute bin ich g‘scheiter.

Die pittoreske Römerschlucht hinunter nach Velden ist eine der spektakulärsten Abschnitte unserer Route. Etliche Funde aus der Bronzezeit und versteinerte Radspuren im Fels hat man hier gefunden. Auf halber Höhe überquerte die alte Römerstraße Via Iulia Augusta die Klamm. Zu Napoleons Zeit bildete die Waldschlucht die Grenze zwischen den Illyrischen Provinzen und Österreich. Über Stock und Stein geht es an einem Bach entlang hinunter. Es wird viel für’s Auge geboten. Leider gelingen mir in der dunklen Klamm nicht besonders viele gute Fotos. Vorbei ist der Spaß erst kurz vor der Autobahnbrücke.

 

Halbzeit in Velden


An der Seepromenade in Velden (km 27) haben wir die erste Hälfte unserer Seeumrundung hinter uns. Es wartet eine üppig ausgestattet Labestelle. Mir schmeckt besonders gut die Dinkelsuppe. Noch ein Red Bull und ab geht‘s wieder.

Nur zweihundert Meter entfernt liegt das aus vielen Filmen bekannte „Schloss am Wörthersee“. Das viertürmige Lustschloß aus der Spätrenaissance hat schon einiges erlebt. 1590 erbaut, 1762 abgebrannt, 1891 wieder aufgebaut, dazu mehrere Pleiten seiner Besitzer. Am Eingang zum Park steht ein barockes Portal mit dem Wappen des Erbauers Bartholomäus Khevenhüller Freiherr von Aichelberg und seiner drei Frauen. Ob er die wohl alle gleichzeitig hatte? Nach Privatbesitz durch Gunter Sachs wird es seit 2007 wieder als Hotel genutzt für zahlungskräftige Gäste. Der Besitzer des dicken Rolls auf dem Parkplatz wird sich eines der knapp 6.000 Euro teuren Zimmer locker leisten können. Die Preise gehen aber auch runter bis 490 Euro per DZ mit Halbpension.

Zwei Kilometer am Ufer entlang, dann dürfen wir wieder Asphalt und die gepflasterten Böden verlassen und auf geliebten Naturwegen im Wald verschwinden. Sanft geschwungen, oft mit guter Sicht hinunter auf den See führen uns Waldwege, abschnittsweise auch Teer- und Kiesstraßen relativ unspektakulär zum Trattnikteich.(km 36). Mitten in der Prärie ist eine Zeitmessmatte aufgebaut. Sie signalisiert den Beginn der Bergwertung. Ich bin heute schon ziemlich geschafft und bin froh, die 300 Höhenmeter hinauf auf den Pyramidenkogel schnell marschierend zurücklegen zu können. Mit Laufen ist aufwärts nix mehr drin.

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Informationen: Wörthersee TrailManiak
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