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Laufberichte

Perfektes Marathon-Wochenende

08.05.11
Autor: Klaus Duwe

Am  Maschsee-Ufer erwarten uns viele Zuschauer, ehe wir uns auf den schnurgeraden, etwa 2,5 km langen Uferweg machen.  An einem Tag wie diesem ist es hier wunderschön. Etliche Jogger und Wassersportler nutzen die morgendliche Frische zu einer Trainingseinheit, die Cafes und Restaurants bereiten sich auf den Muttertagsansturm vor und zweitausend „Verrückte“ sind dabei, die  42 km lange Strecke abzulaufen. Der See wurde in  den 1930er Jahren vom Arbeitsdienst angelegt, um die regelmäßigen Hochwasser von Ihme und Leine nach der Schneeschmelze im Harz einzudämmen. Wäre ich in Hannover zuhause, das hier wäre meine Lieblingsstrecke. 

Trommler verabschieden uns vollends in Grüne. Die nächsten Kilometer geht es durch Wiesen und Getreidefelder, vorbei an ein paar Schrebergärten und das immer auf sehr guter Straße. Autos hört und  sieht man nicht. Landschaftslauf pur an einem perfekten Frühsommertag.  Das denkt sich auch Simone. In den Farben der DFB-Kicker zieht sie ihre Bahn. „Lahm“ steht über der Rückenummer 16. Das sei doppelsinnig, meint sie. „Lahm ist mein Lieblings-Fußballer, und lahm bin ich.“ Ich merke gleich, sie will gelobt sein. Ich tu ihr den Gefallen, ohne dass sie es merkt. Alte Schule, Ihr wisst schon.  „Bist Du auch Fan der Bayern?“ Man kann ja mal fragen. „Sagen wir es so. Bayern ist ein schönes Land …..“ Alles klar, auch sie ist ein höflicher Mensch.  Es gibt auch andere. Eine Läuferin fragt mich doch tatsächlich, ob ich nur wegen der Fotos anhalten würde, oder ob mir schon die Puste ausginge.

Gleich sind wir in Döhren, ganz in Hannovers Süden.  Nach einer kleinen Steigung geht es links auf die Hildesheimer Straße, den mit Sicherheit schnellsten Abschnitt  der heutigen Laufstrecke. Sechs Kilometer geht es immer geradeaus. Keine Kurve, keine Bodenwelle. Rechts die Bahnlinie, links Wohnhäuser, Kneipen, Tankstellen, Restaurants, meist Griechische. Langweilig? Nö! Es sind genug Leute unterwegs oder am Streckenrand, man wird angequatscht und angefeuert und selber ist man ja auch nicht auf den  Mund gefallen.  Wem nicht danach ist, bolzt halt Kilometer, freut sich über eine gute Zeit und übersieht vielleicht bei km 12 den alten Wartturm aus dem 14. Jahrhundert, einst Teil der Hannoverschen Landwehr.

Spätestens beim „Aegi“, so nennen die Einheimischen den Aegidienplatz (km 15),  sind dann alle wieder voll dabei. Fans und Läufer feiern Marathon. Klasse. An der Oper vorbei kommt man zum Kröpcke mit der bekannten Uhr, deren Entstehung auf das Jahr 1885 zurück geht. Der Platz gleicht einer Großbaustelle. Vielleicht sind deshalb so wenige Leute hier. Normalerweise ist die Kröpcke-Uhr DER Treffpunkt in Hannover.

Dann der  Hauptbahnhof,  der Stolz der Hannoveraner. Er wurde zur Expo 2000 umgebaut, über  600 Züge mit 250.000 Reisenden kommen hier täglich an, 2000 Menschen finden bei der Bahn und der unterirdischen, 20.000 qm großen Einkaufsmeile Arbeit. Vor dem Bahnhof ist ein großes Reiterstandbild von Ernst August I., König von Hannover. Durch die Bahnunterführung kommen wir in die Oststadt und laufen Richtung List.

Zeit sich zu erfrischen. Dafür gibt es reichlich Auswahl:  Wasser für innen und außen, Apfelschorle, Cola, Gel, Bananen, Melonen, Äpfel und was weiß ich noch alles. Wer dem nicht traut, dem bringt man die eigene Verpflegung an die Strecke.

Die begeisterten Zuschauer in den nördlichen Stadtteilen sind mir noch in guter Erinnerung. Auch heute enttäuschen sie mich nicht. Die Stimmung in List ist einfach super. Um dann nach Vahrenheide zu kommen, müssen wir über den Mittellandkanal, der mit 325 km Länge die längste künstliche Wasserstraße in Deutschland ist.  Die Hälfte der Strecke ist geschafft. Mit den gut gelaunten Kleingärtnern kann man an deren Verpflegungsstelle auf den Teilerfolg anstoßen. Wie es mir geht? Gut! Ich mache weiter.

Schon nach zwei Kilometern wird der Kanal erneut gequert. Trommler und viele Zuschauer treiben uns den kleinen Anstieg hoch. Es dauert nicht lange, dann wird es auf einmal hektisch. Von links stößt das geschlossene Feld der Halbmarathonläufer auf unsere Strecke. Nach ein paar hundert Metern geht es für die Marathonis wieder rechts ab. Im letzten Moment fängt mich ein Helfer ab, denn den entsprechenden Hinweis habe ich übersehen.  Entgangen wäre mir die 3 km lange Vahrenwalder Schleife, was aus zweierlei Gründen äußerst schade wäre: 

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Informationen: HAJ Marathon Hannover
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