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Laufberichte

Schnell laufen? Muskelkater garantiert!

06.07.09

Start, Mandarfen - Mittelberg

Dann kommt langsam die Anspannung unter den Läufern auf. Die Startzeit rückt immer näher. Ich kriege den Start fast gar nicht mit. Auf einmal heißt es: „Noch 30 Sekunden“ und ich stehe außerhalb des Startblockes herum. Hurtig, hurtig, hinein, und beim Startsignal, ein Schepperer aus einem Böller (oder ist’s eine alte Kanone?), stehe ich am Ende des Läuferfeldes. So weit hinten bin ich schon lange nicht mehr.

Es geht durch das Starttor, ein kleiner Aufschwung und dann sind wir an der Pitze, die das Tal auf einer Länge von 39 Kilometer durchfließt. Der Ursprung der Pitze liegt am Mittelbergferner. Die Mündung in den Inn ist in der Nähe von Arzl und Karres. Das Einzugsgebiet umfasst gut 300 Quadratkilometer. Das Wasser wird im Oberlauf dem Gepatsch-Speichersee im Kaunertal zugeleitet.

Es geht nun einen guten Kilometer bergan, bis wir Mittelberg (1736 Meter) erreichen. Da ist der eigentliche Talschluss am Fuß des 3162 Meter hohen Mittagskogels. An der ersten Linkskurve sehen wir die Talstation des Gletscherexpress, die als Standseilbahn auf 2840 Meter Seehöhe in acht Minuten fährt. An der Bergstation führen mehrere Lifte weiter nach oben, u. a. bis auf den 3440 Meter hohen Hinteren Brunnenkogel.

An der zweiten Linkskurve sehe ich eine Markierung, die hoch zur Braunschweiger Hütte (2759 Meter) weist. Und da können wir Klaus’ Frage aus 2006 beantworten. „Wo bitte geht’s zum Gletscher?“ wollte er wissen. Vor zwei Jahren bin ich mit Vereinskollegen einen Teil des Fernwanderweges E 5 gewandert, und eine Etappe führte hier in drei Stunden auf die Hütte. Bereits auf halber Höhe kann man einen grandiosen Ausblick auf die umliegenden 3000er und die Gletscher genießen. Und wer genug Kraft und Zeit hat (Höhenanpassung nicht vergessen), der kann auf einer folgenden Tagesetappe die Wildspitze (3774 Meter) bei günstiger Witterung packen. Aber da ist Erfahrung nötig, ein Bergführer wäre keine schlechte Wahl.

Von nun an geht's bergab

Von nun an geht’s bergab. Nur mehr rollen lassen. Aber aufpassen, so einfach ist das nicht. Auch hier muss gleichmäßig gelaufen werden. Ich komme mit Peter Wangler aus Ingolstadt ins Reden. Für ihn ist es der erste Lauf nach dem 100er in Ulm. Motivation ist für ihn die schöne Landschaft und die wunderbaren Ausblicke. Linkerhand erhebt sich der Kaunergrat mit Watzespitze (3592 Meter) und Rofelewand (3353 Meter). Rechts sehen wir den Geigenkamm mit Puitkogel (3343 Meter), Luibiskogel (3110 Meter) und der Hohen Geige (3393 Meter).

In Mandarfen werden wir von vielen Einheimischen, Urlaubern und Betreuern verabschiedet. Wir laufen durch Tieflehn und können dann bei Plangeroß (1617 Meter, Kilometer 5) bereits an der ersten Wasserstelle zugreifen. Ein Wort zur Versorgung: Bis Kilometer 30 sind alle vier, fünf Kilometer V-Stellen mit Wasser, Iso und teilweise mit Obst aufgebaut, dann ist der Abstand wesentlich geringer (ca. alle zwei Kilometer). Es gibt sogar später Cola und Red Bull.

Kilometer 9, Neurur, wieder eine V-Stelle. Ich nehme mir Zeit, ausgiebig zu trinken. Ja, wissen sollte man schon, dass die Straße nicht für den Verkehr gesperrt werden kann. Wir mussten sogar unterschreiben, dass wir uns nach den Verkehrsregeln zu verhalten haben. So ist die rechte Straßenseite zu benützen und auf den Verkehr zu achten. Im oberen Teil ist kaum Autoverkehr zu beobachten, lediglich im unteren Talbereich nimmt der Verkehr ein wenig zu. An vielen Stellen stehen aber Helfer von Feuerwehr, Bergwacht und Polizei und greifen mitunter in den laufenden Verkehrsfluss helfend ein. Ein wacher Blick unsererseits kann aber nicht verkehrt sein.

Immer wieder laufen wir durch kleine Orte wie Weixmannstall oder Piösmes, wo immer wieder vereinzelt Touristen oder Kinder an der Strecke stehen. Gerade den Jüngsten macht es Spaß, den großen Läufern Becher reichen zu dürfen. Mitunter wollen sie auch abgeklatscht werden. Vereinzelt führt die Strecke nun durch kurze Tunnels. Links und rechts sind zahlreiche Heumandln zu sehen.

 
 

Informationen: Gletschermarathon Pitztal-Imst
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