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Laufberichte

Der süße Duft des Grases

 

Schon bei meinem ersten Besuch 2004 war ich von dieser Metropole am Meer beeindruckt. Spaßeshalber meinte ich, eine Stadt so schön wie München mit den Bergen im Hinterland, aber zusätzlich mit dem Meer vor der Haustür gefunden zu haben.

Letztendlich muss ich aber doch zugeben, dass hier zwei völlig unterschiedliche Städte verglichen werden. Allein der Blick vom Hügel Montjuic auf die Kulisse der Stadt ist märchenhaft. Hinter uns das katalanische Nationalmuseum und vor uns das Messegelände, 1929 anlässlich der Weltausstellung eingeweiht. Das einzige Gebäude, welches nicht in den vorherrschenden Stil zu passen scheint, ist Mies van der Rohes gleichzeitig entstandener deutscher Pavillon, vor dem auch noch passend eine riesige Europafahne weht.

Am Samstagmorgen findet der Breakfast-Run statt: Er führt über die letzten 4.192 Meter auf der olympischen Marathonstrecke von 1992, mit dem Anstieg auf den Haushügel Montjuic (173 Meter) und Ziel im Olympiastadion.

In der Halle 8 an der Placa d'Espanya befindet sich die Marathonmesse, leicht mit U- und S-Bahn zu erreichen. Für unsere Startgebühr gibt es ein schick gestaltetes Laufhemd, ein Pröbchen und eine Laufbroschüre in den drei Sprachen: Spanisch, Katalanisch und Englisch. Darin auch eine Seite mit Vergünstigungscoupons, die für Besucher interessant sein können: Es gibt ermäßigten Eintritt in einige Museen oder das Olympiabad incl. Sauna gleich in der Nähe. Dummerweise haben wir genau dieses Mal die Badesachen vergessen, so dass heute noch ein Einkauf ansteht.

 

 
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Die Pastaparty fällt in die Kategorie „im Preis enthalten“, mehr nicht. Wenigstens sitzt am Nebentisch eine Laufgruppe aus Hongkong und erinnert Judith und mich an unsere dortige Marathonteilnahme vor fünf Jahren. Die Marathonmesse ist recht groß und informativ. Besonders der orangefarbene Laufschuh mit Aufdruck „Barcelona“ von Asics würde gut zu den M4Y-Shirts passen. Aber 180 Euro sind vielleicht doch zu teuer? Der Marathon in Barcelona findet dieses Jahr zum 41. Mal statt. Eine große Infowand erläutert seine Entwicklung. Einige Streckenführungen der letzten Jahrzehnte erscheinen mir noch interessanter gewesen zu sein als die aktuelle. Einige Jahre befand sich das Ziel im Olympiastadion, wurde aber aufgrund des letzten steilen Anstiegs dann verlegt.

Viele deutschsprachige Läufer sind auch dabei, sodass wir mit einer Gruppe von jungen Sportlern ins Gespräch kommen. Einige davon sind im medizinisch-therapeutischen Bereich tätig und wissen, dass der süßliche Geruch draußen vor der Halle von Marihuanatütchen stammt, die hier oft und gern geraucht werden. Später lese ich, dass Barcelona einen Amsterdam ähnlichen Status erreicht hat, seitdem der Besitz des Stoffs nicht mehr strafbar ist.

Der restliche Tag vergeht mit zu vielen Spaziergängen durch die Altstadt und am Meer entlang. Auch wenn die Touristenzahlen abgenommen haben, sind doch unzählige Schulklassen aus aller Welt unterwegs und gesellen sich zu den vielen einheimischen Flaneuren. Mir ist das fast schon zu viel.

Am Marathontag sind wir um 7:45 Uhr am Messegelände. Da unser kleines Hotel recht nah liegt, brauchen wir keine Kleiderbeutel abzugeben. Es ist ja wärmer als in Deutschland. Alles scheint recht gut organisiert, wir reihen uns in eine Schlange vor einer Fünfer-Toilettengruppe ein. Das dauert recht lange, sodass wir ganz knapp vor dem Start unseren Startblock erreichen. Der Zugang ist schmal und eine große Menschentraube begehrt Einlass. Endlich gelingt es jemandem vor uns, ein Segment des Metallzauns zu verschieben. Wir sind auf die Minute pünktlich im vorletzten Block.

 

 
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Die Bilder des Messegeländes sagen sicher mehr als viele Worte: Angelegt für die Weltausstellung 1929, liefert es den repräsentativen Rahmen für einen großen Stadtmarathon. Die spektakulären Springbrunnen auf der Prachtstraße Reina Maria Cristina laufen übrigens freitags und samstags von 19:00 bis 21:00 Uhr und während des Marathons (dann allerdings ohne bunte Beleuchtung).

Die Blöcke werden mit kurzem Zeitabstand auf den Weg geschickt. Wir können noch ein bisschen die Atmosphäre genießen. Wenn man Glück hat, startet man zu den Klängen von „Barcelona“ von Freddie Mercury und Montserrat Caballé. Noch besser ist der ununterbrochene Konfettiregen, auch für uns aus den hinteren Reihen. Über uns eine Armada von Filmkameras, die unseren Zieleinlauf in 2 bis 6 Stunden aufnehmen werden. Judiths Laufuhr wurde Opfer der Obsoleszenz und ist nicht mehr zu gebrauchen. Diese Erfahrung haben wir in den letzten Jahren schon öfter gemacht. Lange halten die Dinger bei mir nicht. Ich habe ihr also meine Uhr geliehen und laufe heute mit einer Apple Watch. Im Training hat sie sich als durchaus lauftauglich erwiesen. Mal sehen, wie das heute ausgeht.

Die ersten Kilometer führen durch Wohnstraßen jeglichen Baustils, leicht bergauf, so wie der ganze Lauf recht wellig wird. Höchstens plus oder minus 10 Meter pro Kilometer hinauf oder herunter.

Schon hier im Stadtviertel Hostafrancs stehen viele Anwohner klatschend am Straßenrand. Ich sehe unter den Teilnehmern Fernando und Jessica, die wir schon in Tarragona getroffen haben. Fernando wird zu einem Gegenlaufbesuch zum Oberelbemarathon kommen. Jessica möchte heute die vier Stunden knacken. Judith und ich auch. Ansonsten geht es recht dicht gedrängt dahin. Das Tempo entspricht gut der Blockeinteilung.

 

 
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Wer viel reist, lernt viele interessante Dinge kennen: Selbst hier in der Vorstadt stehen an jeder Straßenecke Hinweispfeile zu interessanten Objekten. Auch an vielen öffentlichen Gebäuden Barcelonas stehen Erklärungen. Vor uns also nun das Krankenhaus, Abteilung Geburtshilfe.

Nach der 5-km-Verpflegungsstelle dann das erste Highlight: Wir umrunden das Stadio Camp Nou,  Heimat des FC Barcelona. Fan-Shop. Allein eine Stadionführung soll schon ein Heidengeld kosten. Links von uns die Ciutat Univeritària. Dann wieder ein Krankenhaus, muss eine große Anlage sein.

Erstmals kommen wir auf die Avinguda Diagonal, eine schnurgerade Allee (mit Straßenbahn,  also schön für mich als Trambahnfan), die in vielen Kilometern Entfernung am Meer endet. Wir laufen hier im Nordwesten der Stadt noch ein bisschen hin und her - eine Straße heißt Paris, eine Berlin - und erreichen bei km 11 den Sants Estacio (Bahnhof). Der ist sehr modern und liegt eigentlich unter uns.

Eine irische Zuschauerin erinnert mich an die größte europäische St.-Patricks-Day-Parade, die heute in München stattfindet. Bei km 13 kommen wir wieder an der Placa d'Espanya und am Einkaufs- und Kinocenter vorbei, das in eine ehemalige Stierkampfarena hineingebaut wurde. Oben auf dem Dach gibt es Lokale mit Blick über die Stadt. Dann die erste Trommelgruppe des Laufs. Viele Zuschauer kamen vom Start herüber und auch später sehen wir viele wieder, da es die Stadt mit ihren unzähligen U-Bahnlinien den Begleitern leichtmacht, oft an die Strecke zu kommen.

Die Gran Via erwartet uns. Wie der Name verheißt, gibt es hier viele große Gebäude, z.B. die Universität. Da die vielen Alleebäume noch keine Blätter tragen, hat man einen ungehinderten Blick auf die Häuser. Eine Abordnung des FCB erwartet uns. Messi und seine Kollegen sind anscheinend nicht darunter. Wie so oft am heutigen Tag sind nicht alle Straßen komplett für die Läufer gesperrt. Und so kann man recht schnell riechen, dass vor allem Motorräder viele Abgase verursachen. Wahrscheinlich nur die amerikanischen Modelle?

 

 
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Wir sind jetzt in der Nähe der Placa Catalunya, quasi dem Hauptplatz der Stadt. Über die katalanische Unabhängigkeitsbewegung, das Referendum und die Flucht des Separatistenanführers Puigdemont nach Brüssel wurde ja in den letzten Wochen und Monaten ausführlich berichtet. Viele Menschen fühlen sich ihrer „Nation“ sehr verbunden. Viele gelb-rot gestreifte Fahnen hängen aus den Fenstern. Und man trägt stolz ein gelbes Schleifchen an der Brust. Auf jeden Fall kann man sagen, dass das heute der politischste Marathon wird, den ich je gelaufen bin: Unentwegt wurden gelbe Schleifen auch auf den Boden neben der blauen Linie gesprüht. Unzählige Menschen mit Parolen, die gegen die Inhaftierung von Aktivisten oder für die Demokratie werben. Spanische Flaggen sieht man sehr selten, Europäische nur an öffentlichen Gebäuden und an mir. Mitstreiter aus Dänemark, sonst auch gern fahnengeschmückt, scheinen heute zu fehlen. Die Polen mit ihrem Adler sind oft vertreten,  auch einige Schweden und Finnen sind unterwegs.

Links in den Seitenstraßen könnte man auf dem Hügel Tibidabo die Kirche Sagrat Cor sehen. Hinauf geht es mit der Standseilbahn. Die Fotos missglücken leider. Linksschwenk auf den Passeig de Gràcia, eine breite Einkaufsstraße mit teuren Geschäften und vielen berühmten Gebäuden. Eine Mords-Gaudi kann man hier haben: viele Zuschauer und eben einige Bauwerke von Antoni Gaudí und anderen dem Modernisme um 1900 verpflichteten Architekten. Die Gaudí-Schöpfung Casa Milà (auch Pedrera, also „Steinbruch“, genannt) mit den bizarren „Wächterfiguren“ auf dem Dach muss man gesehen haben. Davor unzählige Zuschauer, die sich die Lunge aus dem Leib brüllen.

Wir sind jetzt im Eixample, dem größten im Jugendstil gestalteten Stadtviertel Europas. In Barcelona gibt es sehr viele Straßenzüge mit quadratischem Muster, wobei die Ecken der Häuserblocks abgeschnitten sind. Das ist auf dem Satellitenbild schön zu sehen. Für Fußgänger ist das etwas blöd, weil man sich zum Queren immer einige Meter in die Seitenstraße begeben muss. Marathonläufer/innen haben das Problem nicht, eher müssen sie mit den etwas schmaleren Straßen zurechtkommen.

Nach dem nächsten Knick bei km 16 überqueren wir unbemerkt eine Großbaustelle. 30 Meter unter uns wird in Kürze die Hochgeschwindigkeitszugstrecke aus Frankreich mit der nach Madrid verknüpft. Die Erbauer der Kathedrale Sagrada Familia hatten aus Angst, dass dieser Tunnel ihr Bauwerk beschädigen könnte, geklagt, sind aber gescheitert. Die Kathedrale steht noch und gilt als das Wahrzeichen Barcelonas schlechthin. Der Bau wurde im Jahr 1882 von Antoni Gaudí begonnen und ist noch nicht vollendet. Ein Highlight des Laufs. Immerhin blockieren wir hier die Touristenströme. Als Ergänzung zu den markanten Türmen ist noch ein Hauptturm geplant, der höher als das Ulmer Münster werden soll, was mir so gar nicht gefallen will.

 

 
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Die erste von zwei Begegnungsstellen erreichen wir ab Kilometer 18, die Meridiana ist über vier Kilometer zu laufen, Wende so bei 20,5 km um einen Häuserblock mit viel Stimmung. Herbert aus Frankfurt winkt mir zu. Weit über 40 Animationspunkte sind an der Strecke postiert, das heißt nach dem etwas langweiligen Anfang wird es jetzt immer besser. Wobei in erster Linie Trommelgruppen den Läufer/innen einheizen. Ganz anders im nahen Marseille, wo die Bewohner mehr dem Blechblashobby frönen. Wenn ich nicht auch noch hin und wieder Geld verdienen müsste, bliebe ich hier am Meer und wäre nächste Woche beim Marseille-Marathon.

Den Halbmarathon-Punkt erreichen Judith und ich nach 2:01 h. Meine Smartwatch zeigt schon 23 km an. Der Pace von 5:30 min pro Kilometer ist also auch falsch. Ernüchterung macht sich breit. Nach der Verpflegungsstelle bei km 25 ist Judith dann verschwunden. Jetzt ist es wieder an der Zeit nach einer Uhr mit einer Group-Tracking-Funktion zu rufen. Entwickler von Laufuhren und Smartwatches, ich will wissen, ob Judith vor oder hinter mir ist. Wann kann ich endlich so ein Ding kaufen?

Weiter. Nach zwei Schlenkern sind wir wieder in der Gran Via, deren Charakter sich gewandelt hat: Hier gibt es zwischen Plattenbauten eine Stadtautobahn mit Einhausung, an der wir einen Kilometer entlanglaufen. Und jetzt geht’s Richtung Meer, auf der Rambla Prim. Aus den großen Palmen schallt das Kreischen der Vögel. Grüne Sittiche sind hier unterwegs. Die Sonne kommt raus, es ist recht schwül bei 20 Grad.  Am Forum del Mar die zweite Begegnungsstelle. Wir sind jetzt am östlichen Ende der langen Av. Diagonal. Hier sind viele neue Gebäude zu begutachten. Es geht 2,5 Kilometer in Richtung Torre Glòries, in seiner Zeit als Sitz der Wasserwerke „Torre Agbar“ (nach „Aguas de Barcelona“) genannt. Das 142 Meter hohe gurkenartige Bauwerk, geplant vom Architekten Jean Nouvel und 2005 eröffnet, wird nachts farbig beleuchtet. Den Turm hätte man auch bei Kilometer 8 von der anderen Seite sehen können.

Links auf dem breiten Flanierzwischenstreifen ist wohl gerade ein Zumba-Kurs im Gange. Die Pendelstrecke fällt aufgrund der Breite der Avenida und der vielen Bäume und Palmen sowie der Zuschauer fast nicht auf. Illusorisch, hier Judith entdecken zu können.

Hinter mir ein plop, plop, plop. Ein Läufer mit Basketball überholt mich und wird vor mir im Ziel sein. Motivation sieht anders aus. Wende bei km 29. Die VP-Punkte sind riesig: Wasserfläschchen, ISO-Becher, Orangenstücke, Bananen, meist schwer zu finden und nun auch oft GU-Geltütchen. Die habe ich nötig. Pro VP stehen auch vier Toilettenhäuschen bereit. Sub vier kann ich mir abschminken, als die Gruppe um den Pacer vorbeizieht. Darunter auch Fatih aus der deutschen Herrengruppe von gestern. Viel Erfolg.

Bei km 33 sind wir auf der Av. Litoral direkt am Meer. Fast hätte ich die kleine Stelle, an der man auch den Strand sieht, nicht bemerkt. Eine leichte kühle Brise ist zu spüren. Wir laufen auf das Olympische Dorf zu, vor 1992 wohl Industriegebiet und jetzt eine schöne Wohngegend am Meer. Auffallend sind die vielen Trommelgruppen. Jetzt geht es wieder in die Stadt. Nochmals ein schöner Blick auf die Sagrada Familia. Dann auf den Arc de Triomf zu, erbaut als Eingangstor zur Weltausstellung des Jahres 1888. Ich bin von der Schönheit des maurisch inspirierten Triumphbogens begeistert.

Auch mit dem Laufen geht es immer besser. An der Placa Catalunya vorbei, dann wieder Richtung Meer,  mal wieder bergab. Die Kathedrale mit Stadttor aus römischer Zeit ist rechts sichtbar. Beeindruckend, wie viel von der alten, römischen Stadtmauer noch erhalten ist. Das Barri Gòtic eignet sich mit seinen Gassen sehr schön zum Flanieren und bietet alles, was der Tourist erwartet.

Wir kommen jetzt zum alten Hafen und laufen auf die Kolumbussäule zu. Rechts, in den mittelalterlichen Werften Drassanes Reials, sieht man Schiffe des Maritimen Museums. Von der Straße Paral.lel (kein Schreibfehler) ist das Ziel schon fast zu erkennen. Hier befindet sich ein Ausgehviertel mit Bars, Restaurants, Musikclubs und Theatern.  Das Viertel hinter der schönen Kirche Sant Pau de Camp ist auch sehenswert: sehr enge Gassen, viele pakistanisch oder indisch aussehende Bewohner in traditioneller Kleidung, die dort auch kleine Läden betreiben. Ein Haarschnitt kostet 4 Euro.

 

 
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Zwei Kilometer und 22 Meter bergauf. Ich zockle so dahin, werde überholt und überhole selber. Wahnsinn, wie viele Läufer noch unterwegs sind. Dank Zeitnahme alle 5 km kann ich später nachvollziehen, wie ich mich konstant vorgearbeitet habe.

Vor uns der Brunnen auf der Placa d`Espanya. Hier wurden bis ins 18. Jahrhundert hinein Straftäter hingerichtet.

Unter dem Jubel der Zuschauer zwischen den beiden Venezianischen Türmen hindurch und nach zweihundert Metern ins Ziel. Gut gemacht: Nach dem Zielbogen wird der Bereich viel breiter. So kann man kurz innehalten und wird nicht sofort von Ordnern wegkomplimentiert. Und da kommt Judith. Beide sind wir ziemlich platt.

Getränkeausgabe. Die Medaille gibt es erst an den beiden Ausgängen. Farbenfroh und meine erste, die das Logo des Veranstaltungsbüros trägt. Danach noch einen schicken Regenschutz, eine Banane und zwei Mandarinen, etwas Nüsse. Irgendwie fehlt da jemand im großen Reigen der Sponsoren: Es muss doch in Katalonien auch alkoholfreies Bier geben? Wir setzen uns auf ein Mäuerchen, genießen eine sehr gute Mandarine. So einen Geschmack gibt es nur im Erzeugerland. Davon wird nichts exportiert. Der Läufer neben mir dreht sich ein Tütchen und kurz danach umweht ein süßlicher Geruch unser Haupt. Verstehe einer die Katalanen.

Massagemöglichkeiten in der Messehalle, Duschen gäbe es auch. Wir kehren in unser Hotel zurück, Machen noch etwas Sightseeing auf dem Montjuic, um dann am Olympiabad mit unserer neu gekauften Badekleidung vor verschlossenen Türen zu stehen. Um 18:00 Uhr ist Schluss.

Was in Erinnerung bleibt von diesem Marathon ist auch der Rückflug in der Lufthansa-Maschine: In unserer Reihe sitzen gleich vier Finisher. Ungewohnte Beinfreiheit. Es gibt ein belegtes Brot und ein Glas Sekt dazu. Wir haben uns viel zu erzählen. Die Stewardess macht noch ein Fläschchen auf. Die Crew ist bester Dinge, wir sowieso. So macht Reisen Spaß. Ich bin froh, dass endlich der süßliche Geruch weg ist. Prost.


Zusammenfassend:

- Ein großer Top-Stadtmarathon, der fast ausschließlich durch Wohngebiete führt
- Sehr gut organisiert
- Viele Musikgruppen
- Gute Streckenverpflegung (und viele Toiletten)
- Breites Teilnehmerfeld, auch hinten raus ist noch viel los (Zeitlimit etwas über 6 Stunden)
-  Kaum Goodies im Teilnehmerbeutel, einige brauchbare Vergünstigungscoupons
- Für Spanien eher schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis. Teilnahmegebühr max. 84 €
- Schönes Funktions-T-Shirt im Preis enthalten.
- Zeitnahme alle 5 km (plus Wendestelle und HM) mit direkter Meldung ins Internet, viele Statistiken erstellbar.
- Frühstückslauf am Samstag auf der Olympiastrecke, außerdem Kinderläufe
 

Ergebnisse:

 

Männer
1. MARITIM ANTHONY     2:08:07
2. TOO SILAS         2:08:25
3. KIPSAMBU HILLAR    2:08:52

Frauen
1. CHEBITOK RUTH             2:25:49
2. BEYENE BELAYNESH TSEGAYE     2:27:06
3. ALEMU WORKNESH             2:28:19
 
Anmeldungen: 17.000
Finisher:      13.538

darunter:
Spanier:    5.631
Katalanen:     1.224
Franzosen:    2.006
Deutsche:    416
Österreicher:    54
Schweizer:    97
Italiener:    408

 


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