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Falk Cierpinski ist der München Hero

14.10.07
Quelle: Pressemitteilung

Es ist der Münchner Moment der Momente. Die Überwältigung pur. Und zahllose Läufer und Läuferinnen versinken emotionsgeschüttelt in einem Meer von Glückstränen: wenn sie nach 41,9 km zurückgelegter Strecke in den Marathontunnel des Olympiastadions eintauchen, dort von Disco-Nebel, Lichtorgeln und bewegender Musik empfangen werden, 70 Meter später in das Stadion einlaufen und schließlich die Ziellinie überqueren. Für kein Geld dieser Welt ist dieses aufwühlende Seelenerlebnis zu erstehen! Denn es ist hart erarbeitet – zahllose Trainings-Kilometer zuerst und dann der Marathon selbst. Ein Fest für das Ego und die Gefühle.

 

Und so stieg zwei Wochen nach dem Oktoberfest nun in München das große Läuferfest: beim 22. MÜNCHEN MARATHON 2007 starteten 10 767 Läufer(innen) aus 59 Nationen, um vielleicht am Ende diese wunderbaren Aufwallungen zu erleben – so viel wie noch nie! 8 037 davon wagten sich bei Idealtemperaturen von 5 bis 15 Grad (Start bis Ziel) auf den großen 42,195 km-Trip und 2 430 traten beim M-Lauf über 10 km an. Dazu gesellten sich 60 Teams, die den erstmals ausgetragenen Staffel-Marathon bestritten. Rund 60 000 Zuschauer feuerten bei wunderbar trockenem Wetter – morgens bedeckt, später sonnig - die Lauf-Helden und -Heldinnen enthusiastisch an.

 

 
Falk Cierpinski
© Veranstalter

Jeder, der an diesem Tag das Ziel erreichte, durfte sich als großer Sieger fühlen. Der größte von allen freilich war ein Einzelner: Falk Cierpinski (29) aus Halle, Sohn des zweifachen deutschen Marathon-Olympiasiegers (Montreal 1976 und Moskau 1980) Waldemar Cierpinski. Er siegte hoch überlegen in 2:25:24 Stunden vor dem mit 2:28:40 Stunden Bestzeit rennenden Lokalmatador Sebastian Jobst vom MRRC München und dem im letzten Rennen seiner Karriere antretenden Niedersachsen Thomas Bartholme, der mit seinen 2:29:10 Stunden bei diesem Rennen auch Deutscher Polizeimeister wurde.

 

Cierpinski von der SG Spergau wurde damit zugleich MÜNCHEN HERO – also der Gewinner einer Gesamtwertung aus dem MÜNCHEN TRIATHLON vom Juli und dem MÜNCHEN MARATHON im Oktober. Für eine Zeit unter 4:30:00 Stunden gab es für diesen Doppelwettbewerb einen Jackpot von 20 000 Euro. Doch nicht nur Cierpinski (4:24:22 Stunden) knackte ihn, sondern auch der Däne Rasmus Ahlfors – und zwar auf die Sekunde genau! Eine Sekunde, die über 10 000 Euro Haben oder Nichthaben entschied! Cierpinski: „Ich habe schon vorher prophezeit, dass wir das beide schaffen – ich bin auch mit 10 000 Euro sehr zufrieden. Und mir bedeutet es mehr als jedes Geld, dass ich in dieses Münchner Stadion als Sieger einlief – denn hier startete 1972 meine Mutter, die damals noch Marita Politz hieß, als Olympiateilnehmerin im 800-m-Lauf!“

 

Ahlfors: „Ich wusste, dass es sehr eng werden würde und sah meine Chance vor dem Lauf nur bei 60 Prozent – denn es war ja mein erster Marathon!“ Cierpinski, ganz fairer Sportsmann: „Ich freue mich für ihn, denn ich weiß, wie schwierig es ist, im Marathon und Triathlon zu Geld zu kommen. Mir ist es lieber, er hat es um eine Sekunde geschafft – als wenn ich um eine Sekunde vorbei geschrammt wäre...“

 

Cierpinski hatte erst vor zwei Wochen, beim Berlin Marathon am 30. September, persönliche Bestzeit in 2:19:06 Stunden geschafft. Anschließend ging er ins Höhentrainingslager nach Bulgarien – und deshalb ließ er es in München etwas gemütlicher angehen, überließ bis Kilometer 32 anderen die Führung („Ich versuchte, Kraft zu sparen und konnte es mir komfortabel ansehen“), ehe er aufdrehte. „Auch wenn es vielleicht nicht so aussah – aber auf den letzten Kilometern war es schon etwas schwer für mich. Doch die Unterstützung des Publikums war super – da wachsen einem Flügel!“

 

Vater Waldemar: „Ich hatte so oft wie noch nie die Bemerkung gehört ‚Das geht nicht!’ – Berlin und München so knapp aufeinander. Ich aber wusste, dass das geht. Und wenn sich jemand so hohe Ziele setzt, dann weiß man – der will und kann was erreichen! Er will irgendwann meine Bestzeit von 2:09:55 aus dem Jahre 1976 knacken – und das schafft er...“ Der Junior: „Jetzt steht erst einmal viel Arbeit an. Ein halbes Jahr lang Training mit einem November-Höhentrainingslager in Kenia - und dann im Frühjahr versuchen, dass ich mich mit 2:13 für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziere!“ Sein Rezept für den Berlin-Münchner Doppelschlag: „Wichtig war, die Beine wieder frisch zu kriegen – und sich im Kopf klar zu machen, dass das machbar ist...“

 

Bei den Frauen gewann den Marathon die für Regensburg startende Münchnerin Cornelia Firsching (Siegerin bereits 2005) in 2:56:30 Stunden vor der Württembergerin Nadine Fromm (2:59:40), die Deutsche Polizeimeisterin wurde. Ebenfalls unter 3 Stunden blieb noch die Dritte Sandra Wolgschaft (2:59:55) aus Augsburg. Den MÜNCHEN HERO-Titel sicherte sich bei den Frauen Katrin Esefeld von der LG Mettenheim in 5:25:33 Stunden – schaffte es jedoch nicht, den 15 000 Euro-Jackpot zu leeren.

 

Die Marathon-Streckenrekorde von Michael Kite (Kenia) mit 2:09:46 Stunden (2000) und Christiane Lelan (Frankreich) mit 2:35:42 (2004) blieben ungefährdet.

 

Den M-Lauf über 10 km gewann Joram Lesoipa von den Stadtwerken München in 31:25 Minuten vor Markus Geiger (31:50) vom TSV Brendlorenzen und Norman Feiler (32:13) von erneut den Stadtwerken München. Bei den Damen siegte Lisa Reisinger (SSC Hanau-Rodenbach) mit neuem Streckenrekord von 35:43 Minuten vor Ingalena Heuck (LG Würm Athletik, 35:52) und der Südafrikanerin Anneline Roffey (36:54).

 

Einen besonderen Lauf erlebte an diesem Tag Bernhard Hertinger aus Helmsbach – der 52jährige bestritt seinen 100. Marathon! Ebenso beeindruckend die Leistung des blinden Michael Bentele aus München – der Bruder der berühmten und gleichfalls blinden Paralympic-Goldgewinnerin Verena Bentele legte die Distanz mit Hilfe zweier Begleit-Runner zurück. Älteste Teilnehmerin war die 77jährige Ruth Radeck aus Kempten, ältester Teilnehmer Otto R. Pfeiffer (76) aus Grafing bei München. Die meisten ausländischen Teilnehmer kamen aus Österreich (fast 500), stärkste Teilnehmerstadt außer München war Augsburg (über 100).

 

Veranstaltungs-Chef Gernot Weigl von der runabout MÜNCHEN MARATHON GmbH: „Wir sind unglaublich zufrieden mit dem Verlauf. Vor allem die neue Streckenführung hat sich sehr bewährt und stieß überall auf Begeisterung.“ Denn erstmals in der Geschichte des MÜNCHEN MARATHONs führte der Kurs gewissermaßen mit dem Uhrzeigersinn. Weigl: „Die Passage durch den oftmals an den Kräften zehrenden Englischen Garten wurde damit sehr viel früher in noch sehr viel frischerem Zustand absolviert!“. Siegerin Cornelia Firsching: „Die Umkehrung der Strecke war super!“ Auch der Start fand an neuer Stelle statt - auf der breiten Ackermannstraße direkt neben dem Olympiapark.

 

Erstmals gab es auch einen Staffel-Marathon. Dabei teilten sich jeweils fünf Läufer(innen) die 42,195 km-Strecke. Die einzelnen Abschnitte waren 5,5/11/10/8 und 7,6 Kilometer lang. Als „Staffelstab“ diente ein Zeitmess-Chip mit Klettverschlussband, der am Fuß befestigt wurde und jeweils übergeben werden musste. Die Staffel-Teilnahme war möglich für Vereine, Firmen, Laufgruppen, Stammtische, Familien sowie Freundes- und/oder Freundinnen-Kreise mit einem Mindestalter von 14 Jahren. Bei den Männer-Staffeln siegte der TV Traunstein in 2:52:09 Minuten, bei den Damen-Staffeln der Lauftreff Schwandorf in 3:28:51 und im Mixed-Wettbewerb das österreichische Team Andreas Hofer aus Tirol in 3:01:29 Stunden.  

 

Im Olympiastadion stieg bei freiem Eintritt eine stimmungsvolle Zielankunfts-Party, bei der sich Finisher und ihre Angehörigen glückstrahlend in die Arme fielen. Unterwegs spielten Kapellen an 14 Standorten anfeuernde Musik. Und einen speziellen Rekord hatte es bereits vor dem Start gegeben: 93 Aussteller bei der Marathonmesse. Sie präsentierten und verkauften auf rund 4 000 qm über zwei Etagen zahllose für Lauf-Freaks interessante Produkte zu den Themen Ausdauersport, Gesundheit und Wellness. Die Marathonmesse in der Event-Arena des Olympiaparks wurde von Freitag bis Sonntag von mehr als 40 000 Interessenten besucht. Täglich stieg dort auch eine Pasta-Party, bei der die Marathonis vor und nach dem Rennen kräftig ihren Kohlenhydratspeicher auffüllen konnten.

 

Rund 40 000 Liter Flüssigkeit wurden von den Läufer(innen) getrunken – sowie 13 000 Energieriegel, 3 600 kg Bananen, 2 000 kg Nudeln mit 1 300 Litern Sauce sowie 15 000 Brezen verzehrt.

 

Besondere Beliebtheit genoss auch ein laufender Pumuckl samt Team, der während der 42,195 km Spenden sammelte für die Münchner Hilfsorganisation Horizont e.V., einer 1997 gegründeten Initiative der Schauspielerin Jutta Speidel zugunsten obdachloser Kinder und deren Mütter. Das Ende der Strecke lief die sportive TV-Darstellerin selbst mit! Sie ernteten 3 767,39 Euro, durch Aufrundung eines französischen Läufers ergaben sich 4 000 Euro – die der Veranstalter runabout auf 5 000 Euro erhöhte. Als Ehrengast zugegen war Münchens Sport-Bürgermeisterin Christine Strobl, die von dem Event als einem „sehr wichtigen Ereignis für München“ schwärmte. „Weil wir damit zeigen, dass wir nicht nur eine Fußballstadt sind! Gerade im Hinblick auf die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 zeigen wir mit dem München Marathon, dass wir sportliche Großereignisse in München durchführen können. Der Marathon kommt auch bei der Bevölkerung sehr gut an – und ich bin froh, dass Herr Weigl über die Jahre durchgehalten hat!“

 

Insgesamt wirkten beim MÜNCHEN MARATHON 1 200 Volunteers aus 24 bayerischen Sportvereinen, 220 Rotkreuzhelfer, fünf Ärzte und 80 Physiotherapeuten mit. Wobei es aus medizinischer Sicht 137 Hilfeleistungen des BRK sowie sechs Transporte ins Krankenhaus gab.

 


 

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