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Vom "fetten Schwein" zum Extremsportler

14.12.05
Quelle: KD

Marcel Heinig ist erst 24 Jahre alt und hat doch schon 100 Marathonläufe absolviert

 

Marcel Heinig: „Meine Motivation entsteht dadurch, dass ich weiß, wie die Vergangenheit war und ich mich in der Gegenwart so fühlen kann, wie ein Ereignis in der Zukunft sein wird.“


Im Sommer 2001 trat er mit 120 Kilogramm auf den Rippen seinen Wehrdienst in Eggesin an, wo er wie üblich dem Spott ("fettes Schwein") der Kameraden ausgesetzt war und ihm gleich vom ersten Tag an seine sportlichen Defizite aufgezeigt wurden. Jetzt sollte damit Schluss sein. Mit eisernem Willen nahm er innerhalb von 8 Monaten 40 Kilogramm ab. Weil dies aber ausschließlich über verringerte Nahrungsaufnahme geschah, wirkte der bis dahin völlig Unsportliche dem befürchteten JoJo-Effekt  mit ersten Dauerläufen von bis zu 20 Kilometern entgegen.


Nach der Bundeswehr begann er sein Studium und vernachlässigte die Lauferei. Sofort konnte er das Ergebnis auf der Waage ablesen. Zu Beginn des Jahres 2003 wurde seine Angst vor einem Rückfall in seine alte Gewichtsklasse so groß, dass Marcel jetzt nur noch eine Möglichkeit sah, sein Problem in den Griff zu kriegen: Laufen, jetzt aber richtig, langfristig und zielorientiert.

 

 
Marcel beim Deutschlandlauf - er stieg in Sömmerda ein, wollte zwei Etappen mitlaufen und blieb bis zum Schluss
© marathon4you.de 2 Bilder

Weil zu Zweit (fast) alles besser geht, tat er sich mit seinem Freund Ralf Kretzschmann zusammen, der sich mit ganz ähnlichen Problemen plackte. Am nächst möglichen Marathonlauf wollten sie teilnehmen. Dass der schon am 23. April im Spreewald  stattfinden sollte, schreckte sie nicht, sondern motivierte sie. Die Vorbereitung lief dann auch ganz problemlos und beide gingen an den Start.


Beide kamen auch ins Ziel, von der Lauferei hatte Marcel jetzt aber erst einmal die Schnauze voll. Zu heftig waren die Nachwirkungen in Form von Muskelkater und Gliederschmerzen. Außerdem hatte er das Gefühl, dass sich seine Fitness durch die Strapaze eher verschlechtert hätte. Er ließ aber  nicht locker und ging noch im gleichen Jahr zuerst in Berlin und dann in Dresden auf die Marathonstrecke.


Im Mai 2004 war dann auf Helgoland bereits der siebte Marathon im Leben des Marcel Heinig fällig. Und da ist es dann passiert: er hörte vom 100 Marathon Club und kam zunächst aus dem Staunen nicht heraus. Dann formulierte er aber sein neues Ziel:


Mitglied werden im 100 Marathon Club Deutschland e.V.


Die Bedingung für eine volle Mitgliedschaft, der Nachweis von 100 erfolgreich bestandenen Marathon- oder Ultraläufen, erschien ihm allerdings fast unmöglich.  Aber eben nur „fast“.


Nach seinen 3  Marathonläufen in seinem Premierenjahr 2003 kam er im Folgejahr dann auf gleich 21 Stück und drehte dann 2005 völlig auf. Manche sagten auch, er drehte durch. 2006 wollte er  die Mitgliedschaft in der Tasche haben.


Es folgten „Doppeldecker“ und „Triples“, Etappenläufe und alles, was den Zählerstand nach oben trieb. Marcel merkte erst, zu was er fähig war. Und er hatte Glück, denn von Verletzungen blieb er verschont. Als er sich für den Marathon in Lissabon anmeldete, sollte es ein Hauptstadtlauf wie andere werden.

 


Am 27. November lief er seinen 75. Marathon – nur in diesem Jahr, wohl bemerkt. Zusammen waren es schon 99 und Lissabon sollte sein 100. werden. Also doch ein ganz besonderer Marathon, das Erreichen eines großen Ziels, das so weit weg war, ein Traum eben.

 

 
Marcel zum 100. Mal im Ziel eines Marathon- oder Ultralaufes
© marathon4you.de

„Es war eine sehr stressige, aber auch unheimlich erlebnisreiche Zeit. Ich habe eine Menge Lebenserfahrung gesammelt, viele Länder gesehen und jede Menge Menschen kennen gelernt, von ihnen die unterschiedlichsten Lebensansichten und –erfahrungen gehört und viele prägende Impulse erhalten“, so das Fazit von Marcel. Und er sagt weiter: „Der Dank gilt besonders meinem engerem Umfeld, das mir ausreichend Rückendeckung gab und immer Verständnis für mich aufbrachte, obwohl meine Handlungen sehr egoistisch  waren. Ihnen gilt die eigentliche  Anerkennung – ich bin nur gelaufen…“

 

Informationen: Maratona de Lisboa (Lissabon)
Veranstalter-WebsiteE-MailOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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