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Laufberichte

Maratón Cabberty Málaga – Immerwährende Fiesta

 

Ich sitze am Flugzeugfenster und drücke mir die Nase platt: Unter uns liegt Frankreich und irgendwo Montpellier. Ein nettes gewundenes Tal ist zu sehen. Die Pyrenäen sind schneebedeckt, dann wandelt sich das Bild. Die Landschaft in Spanien wirkt viel trockener. Beim Anflug auf Málaga dann der Blick auf Olivenplantagen und schöne Fincas. Je näher wir dem Ziel kommen, desto grüner wird die Landschaft. Ich liebe Reisen und natürlich Marathonlaufen. Daher haben wir uns nach 2013 für einen neuerlichen Start in der südspanischen Stadt Málaga entschieden.

Mit dem Flughafenbus geht es in wenigen Minuten zur Mehrzweckhalle Palacio de los Deportes José M. Martín Carpena. Dort, gegenüber dem kommunalen Leichtathletikstadion, ist die Marathonmesse untergebracht. Hier findet auch die Pasta-Party des Telefonanbieters Zapper statt, kostenfrei für diejenigen, die sich die App rechtzeitig heruntergeladen haben, für die anderen zum Preis von 5 Euro inklusive Getränk. Der Starterbeutel enthält neben einem Funktionsshirt in Neonfarben und einer PC-Funkmaus des Mitsponsors Mapfre Gutscheine für diverse Vergünstigungen. Am Stand der Metro Málaga hätte man einen Freifahrtschein bekommen, wenn man denn die Infos, die per Mail eintrafen, aufmerksamer gelesen hätte. Die Mails ersetzen diesmal auch das gedruckte Infoheft. Die Anmeldung für 35 bis 65 € kann sicher als sehr günstig bezeichnet werden.

 
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Maratón

 

Mit 8:30 Uhr ist der Beginn sehr früh angesetzt. Unser Hotel liegt im historischen Zentrum, sodass wir sehr schnell am Paseo del Parque sind, quasi den Champs-Elysées der Stadt. Der Startbogen liegt direkt vor dem Rathaus. Dort kann man im Dezember auch eine Krippenausstellung bewundern. Vor dem Gebäude ein Weihnachtsmarkt. Die Malagueños lieben ihre Krippen. Jedes Geschäft, das auf sich hält, schmückt ein Schaufenster damit. Oft wird dabei gleich die ganze Weihnachtsgeschichte dargestellt, von der langwierigen Herbergssuche über den Auftritt der Hl. Drei Könige bis hin zur Flucht nach Ägypten. Auch wir haben ja heute einen längeren Weg zurückzulegen...

Im Moment wundere ich mich über die Dunkelheit. So weit westlich in unserer Zeitzone geht die Sonne zwar erst um 8:16 Uhr auf, aber dafür auch erst um 18:12 Uhr unter, also recht touristenfreundlich. Man kann ausschlafen – wenn man nicht gerade an einem 42-km-Wettkampf teilnimmt  – und hat trotzdem noch viel vom Tag.

 
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Die nach Leistung gestaffelten Startblöcke sind farblich gekennzeichnet und der Zutritt wird peinlich genau geprüft. Positiv sind die vielen mobilen Toiletten bei jedem Startblock zu erwähnen. Besonders im vorderen Bereich entstehen kaum Wartezeiten. Ohne großes Tamtam geht's dann los und ruckzuck sind wir auf der Alameda Principal. Grüne Bäume überspannen die Straße und lassen in der Dämmerung keinerlei Hoffnung auf ein gutes Foto aufkommen.

Über den Rio Guadalmedina, der wenig Wasser führt, erreichen wir eine Wohngegend mit Hochhäusern, die nicht viel Charme versprüht. Nach den vielen Blitzkästen zu urteilen, wird die Avenida de Andalucía gerne zum schnellen Fahren missbraucht. Gestern sind mir schon die vielen lärmenden,  weil getunten, Mopeds und Kleinwagen aufgefallen. Dass heute früh nur das leise Tapsen der Läufer zu hören ist, dürfte die Anwohner freuen. Etliche stehen an der Straße, oft in Begleitung ihrer Haustiere. Je länger die Veranstaltung dauert, desto lebhafter der Applaus. Viele Läuferinnen und Läufer sind auf der leicht ansteigenden Avenida zu betrachten.

Abwechslung bietet eine Schleife, bei der wir durch eine Unterführung nach links abbiegen. Viele nutzen die Gelegenheit, um einige Jauchzer loszuwerden. Weiter geht es vorbei an einfachen Wohnblöcken, aufgelockert durch ein nettes Kirchlein am Wegesrand. Wir sind immerhin auf der Avenida de Juan XXIII. Viele Straßen in diesem Viertel sind nach Päpsten benannt. Dann sehen wir eine nette Wohnsiedlung im andalusischen Stil, bevor wir bei Kilometer 5,5 das Meer erreichen. Der Paseo Marítimo Antonio Machado führt uns zurück ins Zentrum. Wunderbar,  die Palmenallee und die sehr hübschen Wohnanlagen am Meer. Wie in vielen Hafenstädten ist hier wohl auch eine Umwandlung vom Industrie- zum Wohn- und Erholungsgebiet im Gange.

Später kommt dann doch noch in eine Ecke des klassischen Hafens. Wir blockieren hier die Einfahrt, wie man an den langen Schlangen der Zementlaster auf beiden Seiten des Paseo sieht. Und das an einem Sonntag, der auch noch Nationalfeiertag ist.

 
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Prächtige Gebäude auf der Landseite, vor uns ein Riesenrad, dann wieder Massen von Zuschauern: Unsere 8-Kilometer-Schleife ist beendet.

Am wunderschönen botanischen Park touchieren wir den Startbereich über den parallel verlaufenden Paseo de los Curas. Rechts El Palmeral, ein umgestaltetes Hafengebiet, in dem sich vor zwei Jahren Start und Ziel des Marathons befanden. Ein Palmenhain mit schönen Lokalen, Museen und einer Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe. Im Moment ankert hier die Octopus, eine beeindruckende blaue Yacht mit Helikopterlandeplatz samt zwei Hubschraubern im Schiffshangar und einem Unterseeboot. In der Hitliste “wer hat die Längste” rangiert die Octopus mit 126 Metern auf Platz 14 weltweit. Eigentümer ist Paul Allen, der zusammen mit Bill Gates einst Microsoft aufgebaut hat und das 2003 fertiggestellte Schiff u.a. zur Tiefseeforschung nutzt.

Am Meer nach rechts die Muelle Uno, ein absolutes „Must“. Unübersehbar der farbige Würfel des Centre Pompidou Málaga: Die im vergangenen März eröffnete erste ausländische Dépendance des Pariser Mutterhauses stellt – vorerst auf fünf Jahre begrenzt – Werke aus dessen berühmten Kunstsammlungen aus. Ein Shopping- und Restaurantgebiet am Hafen schließt sich an. Besonders viel Spaß haben die Kinder, wenn um die hier eigens aufgebaute Hütte des Weihnachtsmanns Schnee in Form von Schaum fällt. Wobei in der nahen Sierra Nevada auch echter Schnee zu begutachten wäre. Hier gibt es Berge von über 3.400 Metern Höhe. Immer wieder bieten sich schöne Ausblicke auf die Vorgipfel am Stadtrand. Das Gebirge hält auch die kühlen Winde aus dem Norden ab, sodass der Costa del Sol milde Winter beschieden sind. Zurzeit beträgt die Temperatur ohne Sonne 18 Grad.

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