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Laufberichte

Mein erstes Mal

 

Als ich vor sieben Jahren den Magdeburg Marathon gelaufen bin, führte die Laufstrecke über das Wasserstraßenkreuz. Die Überquerung des Mittellandkanals über die Elbe war ein grandioses Erlebnis! Dieses Jahr ist die traditionellen Route wegen zahlreicher Baustellen nicht möglich. Der Veranstalter, die Läufer der Laufgruppe VLG 1991 Magdeburg e.V., haben in der Not einen gewagten Streckenplan entworfen, der gänzlich durch die Stadt, mehrmals über den Domplatz und an sämtlichen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Das lasse ich mir nicht entgehen, ich laufe gerne auf neuen Wegen.

 

 
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Sonntag 9:15

 

Als müsste vor dem erhofften Auslaufen des Solis dieser noch investiert werden - in Magdeburg wird gebaggert, was das Zeug hält. Der Oberbürgermeister steht oben auf dem Startbogen und entschuldigt sich dafür, dass uns ein Hindernislauf erwartet.

Tessenow, der Architekt des 20.Jahrhunderts, würde sich im Grabe umdrehen. Wir stehen also in der Tessenowstraße vor dem Messegelände und die Virgin Guards stemmen sich gegen unsere Lauflust. Gemäß ihres Namens sollen sie  Jungfrauen beschützen. Doch heute sichern die American Footballer die Unversehrtheit der Startlinie, halten die ersten Reihen mit aller Kraft zurück, spurten dann beim Startschuß wie besessen los und überlassen uns nach 10 Metern erschöpft die Marathonstrecke.

 

 
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Im Nemo, der Bade- und Fitnesswelt, ist noch kein Gast, der Nebel liegt über den Liegewiesen und setzt auch den Nordbrückenzug in ein herbstliches Licht. Die zwei nebeneinander liegenden Brücken, die Jerusalembrücke und die Friedensbrücke, führen über die Alte Elbe und Stromelbe. Die eine (Alte Elbe) ist gänzlich vernebelt, von der Stromelbe sieht man wenigstens das Kanalufer.

Ganz große Klasse ist jetzt der Lauf durch das Unigelände. Unis gibt es ja in vielen Städten, aber hier trifft DDR-Architektur auf Neuzeit und Spontigraffity auf Physik. Wer bei Physik die Masern hatte: Otto-von-Guericke hat mit seinem Luftdruck-Experiment mit den Magdeburger Halbkugeln Weltgeschichte geschrieben. Die Magdeburger Halbkugeln sind keine in Goldfolie eingepackten Pralinen, sondern groß und aus Kupfer, die mittig mit einer Dichtung versehen waren. Es war der Reichstag zu Regensburg 1654, als er in den  Halbkugeln mit einer Pumpe ein Vakuum erzeugte. Die Kugeln konnten nicht mehr getrennt. Damit wies Guericke nichts Geringeres als die Erdatmosphäre nach.

 

 
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Ich habe auch Druck, denn wegen der vielen Fotos hänge ich am Ende des etwa 360 Läufer starken Marathonfeldes.  Aber ein Foto von Archimedes muss noch sein, so wie der Bronzemann da liegt, und uns nachschaut.

Links sehen wir die „Stadtfelder“, die Wohnungsbaugenossenschaft Magdeburg, einer der Hauptsponsoren des Marathons. Die Sponsorenliste ist beeindruckend, sie läuft als Band über die Homepage des Marathons. Wir sind nun am nördlichsten Punkt der Marathonstrecke, das können aber nur Einheimische wissen.

Der Wissenschaftshafen ist aus dem ehemaligen Handelshafen entstanden, neben Kränen und Museumsschiff sind Denkfabriken, Wohnungen und Museen entstanden. Der Blick zwischen die Kontorhäuser ist beeindruckend.

Wir gelangen zum Nachbau einer Schiffmühle, die es einmal auf allen Flüssen Deutschlands gab. Es sind am Ufer befestigte Getreidemühlen, die durch die Strömung betrieben werden.

Die Schiffmühle liegt am Petriförder. Ein Förder ist ein tiefer Einschnitt in das Elbufer. Dieser hier ist nach der nahe gelegenen Petrikirche benannt.

 

 
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Wir befinden uns auf dem Schleinufer. Es ist wieder nach einem Otto benannt, nämlich nach dem Arzt und Kommunisten Otto Schlein .

Rechts ist die Magdalenenkapelle (1315), die ich nicht wegen der erstaunlichen Legende erwähne, sondern wegen der Magdeburger Originale, deren Reliefs an der Stadtmauer zu finden sind:

„Blutapfelsine“, eine Marktfrau, die wegen ihrer roten Wangen so genannt wurde,

„Fliejentutenheinrich“, der Fliejentuten, Fliegentüten zum Fang von Quälgeistern verkaufte,

 „Schlackaffe“ , der den Fischern half und dafür Fische geschenkt bekam, die er in seine dreckigen (verschlackten) Jackentasche deponierte,

„ Affenvater“ der seinen Affen zu seinen Melodien tanzen ließ, und

„Lusebenecke“, die Frau, die mit ihren Hunden unter der Brücke lebte.

Die Brücken von Magdeburg sind beeindruckend und deren Querungen der absolute Hit. Zunächst ist da die Sternbrücke, nach der wir an den Preußischen Befestigungsanlagen entlanglaufen.

Dann kommt der Domfelsen, ein großer, flacher Sandsteinfelsen in der Elbe, der  wegen der wenigen Niederschläge trockenliegt. Darauf befindet sich zwischen Steinen und Geröll ein Tomatenfeld. Tomatensamen passieren den Darm und die Kläranlagen dank ihrer glitschigen Oberfläche unversehrt. Die Tomaten hier auf dem Felsen sollen sehr schmackhaft sein, man kann sich denken, warum. Der Dom selber steht nicht auf diesem Felsen, aber ist in etwa auf derselben Höhe.

Die Hubbrücke (km 7), 1846 als Eisenbahnbrücke gebaut, können heute nur noch Fußgänger benutzen. Das mittlere Teil der Brücke konnte man anheben, damit Schiffe passieren können. Der Mechanismus ist defekt, der Hauptteil bleibt also in seiner erhöhten Position. Hier am Ufer sind wahre Prachtappartements gebaut worden. Sind das die  versprochenen blühenden Landschaften?

Wir unterqueren die neue Sternbrücke (2005). Der Bau machte einige Schwierigkeiten, denn es gibt hier artesische Quellen, die die hatten die Fundamente unterspült hatten.  Rechts dann das Kavalier I „Scharnhorst“ (Festung). Trotz aller Befestigungen der Stadt kapitulierte Festungsgouverneur General von Kleist 1806 vor Napoleon. Königin Luise von Preußen verweigerte die Rose, die ihr Napoleon anbot, sie wollte Magdeburg zurück. Doch das dauerte bis 1813, als Napoleon in Leipzig unterlag.

Nun geht es um den Klosterbergegarten.Das schön in angenehmem Rot bemalte Elbelandhaus lädt ein, sich ein isotonisches Getränk zu kaufen. Die Gewächshäuser wurden 1895 vom Industriellen Hermann Gruson der Stadt geschenkt. Der Echinocactus Grusonii ist nach ihm benannt, wir nennen ihn lapidar Schwiegermuttersitz.  Hermann ist extra für uns durch die Welten getingelt, um solch exotische Pflanzen zu sammeln.

Am Eingang zur Steubenallee steht eine riesige Bronzestatue des Generals. Friedrich Wilhelm von Steuben wurde 1730 in der Festung Magdeburg geboren. Als Kind war er schon während des Türkenkrieges auf der Krim, mit 14 als Freiwilliger im zweiten Schlesischen Krieg. Seine Karriere in der preussischen Armee ist atemraubend. 1778 begann seine zweite Karriere in Amerika, er wurde Generalstabschef von George Washington. Die „deutsche Schlacht“ bei Yorktown brachte den Nordstaaten den Sieg. Die Steubenparade in New York ist ein Weltereignis.Die Häuserzeilen in der Steubenallee auch. Ein Augenschmaus.

Rechts der Dom, aus unserer Sicht mit häßlichen Bauzäunen verdeckt. Aber gerade das ist der Hit: Hier wird gegraben, also theoretisch, denn in diesem großen Graben tut sich seit Jahren nix mehr und langsam füllt sich das Ausgrabungsgebiet mit Sperrmüll.

Dabei ist der Untergrund Magdeburg  unerforscht. Im Dom St.Mauritis und Katharina (1209) liegen die Gebeine Otto I , erster Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Der Vorgängerbau, das St.-Mauritius-Kloster, wurde von ihm 937 gegründet. Sensationell war die Entdeckung des Grabes von König Editha (910-946), seiner ersten Frau.  Der Sakrophag galt eigentlich als Scheingrab. Mit einer Minikamera ging man 2006 durch den Sandsteinsarg, dann durch den Bleisarg ins Innere, und konnte so die Echtheit der Gebeine bestätigen.

Der Breite Weg ist seit dem Mittelalter die Hauptstraße Magdeburgs. Giacomo Casanova hielt sich oft in den Betten der Häuser am Breiten Weg auf. Offiziell war er Gast der Freimaurerloge, aber eigentlich war er wieder auf der Flucht vor irgendwelchen Ehemännern.
Ach, und Doktor Eisenbart, der Starstecher, hatte hier auch seine Residenz. Nein! Nicht im Sinne von Casanova, er stach stargetrübte Augenlinsen.

Starstechen geht so: Der Arzt packt den Patienten am Kopf, drückt ihn gegen seine Brust und sticht in den Augapfel.  Die scharfe Spitze muss nun durch die Pupille nach oben gedrückt werden, um die Fasern zu durchtrennen. Dann muss die Linse auf den Grund des Glaskörpers gedrückt werden. Jetzt muss man warten, dann sieht man wieder was. Theoretisch. Ich finde, diese Technik gehört in jeden Laufbericht!

 

 
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Das Hundertwasserhaus wird nicht grauer Star, sondern grüne Zitadelle genannt, ist aber rosa. Eigentlich haben die Mieter das Recht, die Fassade um ihre Fenster herum zu gestalten, soweit Arm und Pinsel reichen.  Aber das Haus ist und bleibt rosa, wohl, weil die hiesigen Pinsel nicht lang genug sind.

Domplatz zum Ersten

Der Domplatz ist kriegsbedingt sehr übersichtlich, die Streckenführung nicht. Wir haben hier einen neuralgischen Kreuzungspunkt verschiedener Strecken: Halbmarathon, Walker, und Kinder. Gut gemeint, aber ein Marathonläufer hat während des Laufes einen IQ, der um 10 Punkte niedriger ist, bei mir also etwa um die 160. Trozdem muss ich fragen, wo es für mich lang geht. Für die Helfer ist die Identifizierung eines Wüstenläuferns nicht einfach, also nehme ich einfach den Weg, wo niemand mehr läuft. Könnte auch rechts rum zur Staffelwechselstelle sein, da läuft nämlich auch niemand.

Am Dom sind die Figuren der „klugen und der törichten Jungfrauen“ sehenswert. Eigentlich schließt sich klug und töricht beim Begriff  „Jungfrauen“ aus. Im Gleichnis aus der Bibel geht es deshalb um die Öllampen der Damen. Am Dom ist das Kloster Unserer Lieben Frauen. Es  ist das älteste Gebäude (1015) der Stadt, und deswegen kaum nach meinen Exfreundinnen benannt.

Passend dazu aber das Knattergebirge, wie die ehemals dichteste besiedelte Wohngegend Deutschlands genannt wurde. Etwa 80.000 Menschen haben in diesem Häusergebirge geknattert, heute dominieren Bürogebäude das Gebiet. Wenn ich jetzt über die Häuser und Bewohner der Hegelstraße schreiben würde, würde dieser Bericht nie enden. Wir sind aber erst bei km 11, also schnell über die Sternbrücke.

Im Rotehornpark gibt es artesischen Quellen und einst das Ausflugslokal „Neu Kamerun“, man kochte dort seinen Kaffee selbst. Die Kaffeebohnen kamen natürlich aus Neukamerun, ein Gebiet, das 1911 von Frankreich an Deutschland abgetreten wurde, damit Deutschland auf seine Interessen in Marokko verzichtet. Am südlichen Ende des Rotehornparkes geht es an der Alten Elbe entlang, die relativ trocken liegt, der Dschungel rund um dieses Rinnsal ist interesant.

Am Adolf Mittag See habe zwei „Angelsportler“ ihre Elektrofahrräder geparkt. Ich frage, ob sie auch Sport machen, was nicht gerade freudlich beantwortet wird. Der Mitorganisator vom Silvesterlauf hat auf einer Parkbank eine Reihe Becher mit Bier drapiert. Like.

Es gibt hier noch die Taube Elbe, die mündet in den Zollhafen und dem Winterhafen, wo einige Yachten liegen.

Über die  Neue Strombrücke mit den alten Brückenfiguren geht es über die Zollelbe links ab, in die Zollstraße, wo eine Saxophonistin kräftig bläst. Ja, die Streckenführung ist verwirrend, aber ziemlich genial! Mir kommen irgendwelche Kurzläufer entgegen. Die ganze Stadt ist mit komischen Streckenführungen von Unterdistanzlern durchflutet. Autofahrer und Straßenbahnen müssen umgeleitet werden, ein Riesenaufwand! Entlang des Werders (Flußerhebung) sind wunderbare Seniorenwohnungen entstanden, könnte für mich mal interessant werden.
 

 
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Die Laufstrecke verengt sich baustellenbedingt auf wenige Zentimeter und mittendrin ein mächtiger, frischer Hundeberg. Vor mir ein Walker, der ein Überholen unmöglich macht. Nein, dies ist nicht „mein erstes Mal“, das besorgt der Halbmarathonläufer, der mit seinen neonfarbenen  Laufschuhen im Überholvorgang im Hundeberg wegrutscht und gegen das Parkverbotsschild brettert. Aber das hatte der Oberbürgermeister, auf dem Startbogen stehend, schon angekündigt.

Die Orientierung ist weiterhin nicht einfach, wo Norden und Süden ist, kann ich nicht mehr wissen. Bei Kilometer 20 finde ich mich auf der Zollbrücke wieder, auf der Gegenseite nun Walker, Marathonläufer und andere. Von da sehe ich unter mir ein Kilometerschild „27“. Da muss ich hin.

Domplatz zum Zweiten und „mein erstes Mal“

Ich komme also vom Ufer der Elbe, Alten Elbe, Tauben Elbe, Stromelbe, Zollelbe?  Ich komme also vom Ufer den extrem steilen Prämonstrantenberg herauf. Prämonstranten sind keine kleinen Jungs, die von der katholischen Kirche Entschädigung erhalten, sondern das ist der Orden des Klosters Unserer Lieben Frauen.

Von oben kommen mir Läufer entgegen, die fragen, wo denn die Marathonstrecke sei.
Dann geht es zum Vitanas Demenz Centrum, ein schönes Gebäude, in dem man seinen Lauf vergessen könnte.
Die Gebäude am Gouvernementsberg sind prachtvoll restauriert, vorbei am Landtag, auf den Domplatz, und da passiert es:

„ Warmen Tee, oder kalten Tee ?“ 

Kurz überlege ich, warum ich eigentlich Tee trinken soll und ob ich nicht zurück zum Demenzzentrum laufen sollte. Dann klassische Übersprungshandlung: Ich greife drei Butterkekse und frage nach dem Weg, dieser ist an diesem neuralgischen Kreuzungspunkt mit der einzigen Kontrollmatte des Marathons nicht ersichtlich. Es gibt keine Hinweisschilder, ich soll aber um das Hundertwasserhaus laufen. Mach ich.

Vor dem Haus ruft mir jemand zu, ich solle bis zum Alleecenter laufen. Das mach ich nicht, denn die Pfeile deuten nach rechts und meine Vorläufer laufen auch da. Kein Pfeil zeigt zum Alleecenter, von dessen Existenz ich nichts weiß. Rechts stehen zwei Streckenmädchen und chatten auf ihrem Handy, blicken kurz auf, aber wie sollen die denn wissen, ob ich noch die Runde nach Norden machen muss? Anhand meiner Geschwindigkeit wäre ein Einschätzung  möglich gewesen. Allein, es fehlt der Vergleich und diese Mädchen sind garantiert keine Marathonläuferinnen.

Domplatz zum Dritten

Als Warmes Loch bezeichnet man die Stelle, wo einst die Bäckerei Sachtleben stand, über deren Lüftungsschacht man sich gerne traf. Jetzt trifft man sich anscheinend gerne auf dem Domplatz, ich bin also nach 500 Metern wieder an einer der vielen Verpflegungsstationen auf dem Domplatz: „Warmen Tee, oder kalten Tee?“ 

Ich wähle den Weg, den kaum jemand läuft, den einsamen. Ich hätte auch noch zurücklaufen können, oder links, oder rechts, es gibt keine Schilder, ich kann nicht fragen, ich bin eher Christopher Columbus. Ich will ja entdecken  und entdecke Christine, die  ich vor 10 Kilometern überholt habe, also alles in Butter!

Die nächsten Kilometerschilder in der Hegelstraße zeigen 32 und 11 an. In der Harnackstraße ist wieder ein Kreuzungspunkt, an dem ich Hunderte von Halbmarathonläuferm begegne, deshalb wundere ich  mich auch nicht, daß mich schnelle Läufer nun überholen. Das 23 Kilometerschild scheint in der Masse der Schilder verlorengegenagen zu sein. Ich entdecke Eberhard, der zu Christine aufgeschlossen hat. Alles wunderbar!

Kilometerangaben 33 und 12 auf der Sternbrücke. Jetzt wird mir klar: Dies ist mein erstes Mal: DSQ wird in der Ergebnisliste stehen. Disability Studies Quarterly, Doubler Square Quadrature, oder tatsächlich: Disqualified !

„Umkehren wäre jetzt auch keine Option“ also weiter in den Rotehornparkt. Christine und Eberhard gehen, so kann ich sie überholen und meine Vermutung verifizieren. Wir sind falsch. „Was sollen wir machen?“fragt Christine.

Liebe Leute! Im Madgeburger Norden gibt es noch sehr viele Sehenswürdigkeiten. Ihr könnt froh sein, daß ich heute davon nicht berichten kann, sonst würdet ihr noch bis Donnerstag vor diesem Bericht sitzen.

Ich hatte noch anfänglich die Hoffnung, daß ich mit neuer Spitzenleistung in der Finisherliste erscheine. Aber wenn, dann muss ich das  plausibel sein. Also  lasse ich mich bei km 37 vom Organisator des Silvesterlaufes für einige Bierchen aufhalten. Auf der Flasche steht:  „Dein Bier“.

 


 

Mich packt dann doch noch der Ehrgeiz. Ich laufe sehr gut, bin ja noch fit, habe kaum 30 Kilometer hinter mir. Kurz vor dem Messegelände sitzt ein einsamer Akkordeonspieler. Ich bedanke mich und laufe weiter. Stopp. zurück! Dies ist Rudolf Knapp! Seit 12 Jahren spielt der 78jährige immer auf den lezten Metern des Magdeburg Marathons sein Akkordeon! Der ist klasse!

Mein Einlauf ins Zielgelände ist genial! Die Menge jubelt, ich gebe alles, und  laufe mit vollem Speed durch den Zielbogen. So also fühlt es sich an, einen Marathon weit unter 4 Stunden zu laufen! Hatte ich fast vergessen und fast kommen mir die Tränen.

Ich wäre froh, wenn diese Streckenführung keine Ausnahme bliebe. Ich will nochmal den Fürstenwall mit dem „Kiek in de Köcken“ (Blick in die Küche) sehen, weil die Wachen vom Turm der Stadtbefestigung in die Küche des Erzbischof schauen konnten.  Und der hatte fürstlich gespeist!

Ich jetzt auch in der Messehalle. Ich halte „mein erstes Mal“ in guter Erinnerung: DSQ ist keine Option!

 

Informationen: Magdeburg-Marathon
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