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Laufberichte

Metzingen macht allen Spaß!

08.07.12

Sonntage sind für mich rar, denn für mich sind das normale Arbeitstage. Aus diesem Grunde sehe ich es eigentlich so wie zum Beispiel Hartmann Stampfer. Ich laufe keinen Marathon zweimal. Eigentlich. 

Von meinem Schreibtisch aus sehe ich am Albtrauf, auf der anderen Seite des Neckartals, den Eingang in das Tal, welches die Erms in Jahrtausenden in das Südwestdeutsche Schichtstufenland geschnitten hat. Zu wissen, dass hier, direkt vor meinen Augen, der Ermstal-Marathon startet und selbst nicht am Start zu sein, das geht ja nun auch nicht. Zumal er - das werde ich noch näher erläutern - allen Spaß macht.

Seit der Erstausgabe 2008 waren stets m4y-Autoren beim Lauf am Fuße der Schwäbischen Alb (30 km südlich von Stuttgart) dabei und immer voll des Lobes. Trotzdem haben sich eine Woche vor dem Start der 5. Auflage erst 82 Läufer für den Marathon gemeldet. Es mag am einzigen Handicap in Metzingen liegen: In den vergangenen vier Jahren hatte es entweder geregnet (2008, 2009) oder es war "Afrika ..." (2010, 2011), wie Anton Lautner sagen würde.

Da bevorzuge ich Regen, der auch angekündigt wird - bei vorausgesagt angenehmen Temperaturen im windgeschützten Tal. Trotz der geringen Marathonnachfrage zeichnet sich ab, dass die Veranstaltung auch 2012 zur größten Sportveranstaltung im Landkreis Reutlingen avanciert. Seit 2008 steigen die Starterzahlen kontinuierlich an und das gilt auch für dieses Jahr. Am Samstag wird der bisherige Rekord (neben dem ganzen Marathon findet auch noch ein Halber, ein Zehner,  Schülerläufe und Walking statt) geknackt. Für mich ist das nur folgerichtig, denn der Ermstal-Marathon macht einfach Spaß.

Bequem wie ich bin, nehme ich das Auto, obwohl ich zum Start auch zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren könnte, und stelle mein Auto in unmittelbarer Nähe des Schillerbades (Hallenbad) ab, hier werden wieder Umkleide- und Duschmöglichkeiten geboten.

Nun brauche ich nur noch 3 Minuten zu Fuß zum Kelternplatz (7 Keltern),  dem Wahrzeichen Metzingens. Im Jahre 1281 erstmals urkundlich erwähnt, stehen hier heute noch sieben historische Keltern. In der einen verkauft die hiesige Weinbaugenossenschaft ihre Erzeugnisse, in der anderen ist die Stadtbücherei untergebraucht. In wieder einer anderen finden sich Gastronomiebetriebe und auch ein Weinbaumuseum findet in einer der Keltern Unterkunft. Im Museum findet sich auch noch der einzige Kelterbaum am Platz. Zwei der Schutzgebäude sind auch wie früher noch offen und dienen als Markthallen oder wie heute zur Zielverpflegung und als Sitzbereich der Läuferinnen und Läufer. In der siebten Kelter, die wurde zur modernen Veranstaltungshalle umgebaut, erhalte ich heute meine Startunterlagen und auch die Gepäckaufbewahrung ist hier wieder untergebracht. Die Marathon-Messe findet draußen zwischen den Keltern statt.

 
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Hier am Kelterplatz treffe ich auch den Wiener SuBÄRman Gerhard Wally. Bei fast jedem zweiten meiner Marathons treffe ich auf ihn. Das liegt nicht an mir, sondern an Gerhard. Die österreichische Nummer 1 der Marathonsammler ist scheinbar immer und überall und läuft heute seinen 466. Marathon. Damit ist er unter den Vorangemeldeten nach dem Stuttgarter Klaus Neumann, der seinen 736. Bestreitet, der Erfahrenste. Nur heute bin ich mit Gerhard gleichauf, wir laufen in Metzingen beide zum dritten, Klaus schon zum vierten Mal. Pamela Veith, Andreas Eisenhart, Jörg Hiller, Thomas Kappler, Andreas Mörz, Thomas Neubert, Fred Seifert und Klaus-Peter Ulmschneider sind die Läufer die bislang jeden Ermstal-Marathon erfolgreich mitgelaufen sind und dies auch heute wieder tun werden. Wobei letztgenannter maßgeblich die Entscheidung bei den Damen beeinflusst hat. Wie? Das kläre ich später noch auf.

Marathon vor dem Start, das heißt in Metzingen chillen bis zum Schluss. Der örtliche Fernsehsender führt Interviews mit einigen Läufern. Der zumindest regional bekannte Moderator Moritz Werz, der den angesehenen ehemaligen Fußball-Schiedsrichter Walter Eschweiler schon mal als "die größte Pfeife Deutschlands" ankündigte, lässt seine Stimme schon eine halbe Stunde vor dem Start warmlaufen und wird bis zum Ende der Kinderläufe einen gewohnt super Job machen. Dass der 47-jährige im Trikot seines Arbeitgebers moderiert, passt doch zu Laufveranstaltungen, wo doch jeder mittlerweile für irgendjemanden Reklame läuft.

 
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Es ist soweit - pünktlich ertönt das Startsignal. Wie in den Vorjahren begeben sich nun von hier aus die Läuferinnen und Läufer auf die unveränderte Strecke. Das bedeutet wieder eine 10 Kilometer lange Pendelstrecke, mit einer Schleife durch das Uracher Schul- und Sportzentrum und einem kurzen Distanzausgleichsstück. Sie darf von den Marathonis zweimal durchlaufen werden. Zum gleichen Zeitpunkt starten in Bad Urach die Läufer des 10-km-Wettbewerbs. Diese kommen uns wieder vom südlichsten Streckenpunkt aus entgegen. Für die Zuschauer hat dies einen entscheidenden Vorteil. Bis der letzte von uns außer Sichtweite ist, dauert es gerade mal eine halbe Stunde, bis der erste Sieger das Zieltor am Kelternplatz durchläuft. Es ist hier durchgängig etwas geboten und die Zuschauer haben jede Menge Spaß, bis am späten Nachmittag die Schülerläufe beendet sind. So erhält auch der Marathoni, der mit der Sollzielzeit von fünfeinhalb Stunden in Ziel läuft, seinen gebührenden Applaus. Zehn Minuten später starten nämlich die Schülerläufe. Das heißt, der Start- und Zielbereich ist brechend voll.

Vom Kelternplatz geht es zweihundert Meter die Schönbeinstraße bis zum Bahnhofsvorplatz. Seit 1859 verkehren hier Züge. Die alten Gebäude von Post und Bahn erinnern an diese Epoche, sind aber nicht mehr zeitgemäß. Im rechten Winkel biegen wir nach rechts ab, alles läuft gesittet ab und es gibt keine Rempeleien. Nach weiteren 100 m geht es im selben Winkel nach links und in Richtung der ersten Höhenmeter. Eine Unterführung bedeutet ja immer, dass man zuerst nach unten muss, um anschließend wieder auf das alte Niveau emporzusteigen. Doch keine Panik. Die lange beleuchtete Unterführung ist für Radfahrer und Fußgänger mit Kinderwagen ausgelegt, schließlich befindet sich eine renommierte Kinderwagenfabrik auf der anderen Seite, getrennt durch die vielbefahrene Noyon-Allee, benannt nach der französischen Partnerstadt, und der Neckar-Alb-Bahn.

Den kleinen Innenstadtbereich haben wir damit bereits hinter uns gelassen und laufen auf der Heerstraße durch ein Wohngebiet. Kleine Wohneinheiten. Die Anwohner frühstücken heute nicht an der Straße, denn pünktlich zum Start hat sich der angekündigte Regen auch tatsächlich durchgesetzt. Metzingen, heiß oder Regen! Sie stellen sich trotzdem her und feuern kräftig an. In der Hitzeschlacht vor zwei Jahren waren mehrere Familien mit Gießkannen im Einsatz, um die Läufer auf Wunsch abzukühlen.

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Informationen: Ermstal-Marathon
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