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Laufberichte

Einmal (mindestens) muss man dabei sein

 

Der Leitspruch der Brocken-Challenge lautet:  Von der Gewalt, die alle Wesen bindet,  befreit der Mensch sich, der sich überwindet.

In der Fachpresse konnte man vor einigen Jahren lesen, dass ein paar Verrückte vom niedersächsischen Göttingen auf den Brocken gelaufen wären. Der Brocken ist zwar der höchste Berg des Harz bzw. Norddeutschlands, aber mit 1.141 hm keine alpine Herausforderung. Auch der „Anlauf“ von ca 70 km ist nicht unbedingt erwähnenswert. Warum das Ganze dann Aufsehen erregte, war der Termin: im Februar war dieses Outdoor-Unterfangen eine größere Herausforderung und der Erfolg eine kleine Sensation.

Mit der Gründung des Vereins Ausdauer-Sport für Menschlichkeit e.V., Göttingen 2004, wurde der Lauf dann zum ersten Mal offiziell mit der Intention durchgeführt, bedürftige Menschen zu unterstützen. Bis 2016 konnten so 166.000 € eingenommen und zu 100 % wieder verteilt werden. Der ASFM e.V. unterstützt i.d.R. kleinere, gemeinnützige Institutionen und Vereine aus der Region wie das „Hospiz an der Lutter“, aber auch „from Brocken to Everest, wir helfen Nepal“ oder jetzt neu „Herzschrittmacher für Ostafrika“.

Spendenläufe sind ja mittlerweile nichts Außergewöhnliches mehr. Trotzdem unterscheidet sich die Brocken Challenge von ähnlichen Events: bereits das Anmeldeverfahren ist spannend, weil die Startplätze per speziellem Losverfahren vergeben werden. Wer im Dezember die ersehnte Email mit der Zusage erhält, hat schon das erste Erfolgserlebnis. 

Jetzt heißt es, Training und Ausrüstung auf diverse Wetterbedingungen einzustellen. Der Ausschreibung kann man entnehmen, dass die BC ein Abenteuer-Lauf ist, der von den von Jahr zu Jahr stark schwankenden äußeren Bedingungen erheblich beeinflusst wird. "Werden wir die geplante Strecke laufen können, wie viele km werden es am Ende wirklich sein?", "Wann werde ich (jemals) wieder in Göttingen sein?" Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man kein full-service-event erwarten kann. Die Verpflegungsstationen haben zum Teil weite Abstände, gegenseitige Unterstützung im Vorfeld, während des Laufs, und hinterher muss selbstverständlich sein!

Norbert und ich haben es tatsächlich geschafft und konnten jeder einen Startplatz ergattern. Weil wir beide wenig Erfahrung mit richtigen Winterläufen haben, mussten wir uns erst einlesen. Es wird empfohlen, Trinkblasen samt Schlauch zu isolieren, bei der Kleidung auf Zwiebeltechnik zu bauen und neben Trailschuhen auch an Spikes bzw. Schneeketten zu denken. Nachdem alles erforderliche Equipment angeschafft und ausprobiert war, verfolgen wir aufmerksam die Wetterprognosen.

Nach dem starken Wintereinbruch im Januar wurden die Temperaturen milder. Meine Hoffnung auf einen relativ harmlosen Lauf wurden jedoch eine Woche vorher jäh zerstört. Ein neuerlicher Temperatursturz war genau für den Lauftag angekündigt. Dass sich das Kältemaximum dann zwei Tage vorverlegte, war reines Glück. Unsere Anreise nach Göttingen am Freitag verläuft problemlos. Ein kurzer Abstecher an die Strecke ergibt: Straße trocken. Also alles im grünen Bereich.

Das Briefing, das übrigens für alle Teilnehmer verbindlich ist, findet in den Räumen der Uni Göttingen statt. Die Startnummern gibt es im ersten Stock, die Ersatzkleidung für den Brockengipfel kann man im 5. Stock abgeben. Dort befindet sich auch der Hörsaal des Hochschulsport-Institutes, wo die Einführung stattfindet. Wir sind früher dran und haben so genug Zeit, uns mit Bekannten nochmals auszutauschen. Viele scheinen ebenfalls zum ersten Mal dabei zu sein und deshalb ebenso gespannt darauf zu hören, was auf uns zukommt.

Punkt 18 Uhr geht das Licht aus. Die tiefen Töne eines Didgeridoos verzaubern den Raum. Per Beamer werden Bilder aus den Vorjahren an die Wand projiziert. Die Impressionen sind liebevoll mit Sinnsprüchen ergänzt. Das Didgeridoo wird von Trompete und Trommel unterstützt. Keiner der Anwesenden kann sich dieser ungewöhnlichen Einführung entziehen. Wir sind beinahe enttäuscht, als die Darbietung endet.

 

 
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Der Didgeridoospieler entpuppt sich als Markus Ohlef, Chef des Laufs, der nun zum Mikrofon greift. Bei den beiden anderen Musikern handelt es sich um seine Söhne Leon und Aaron. Der Applaus ist verdient. Bevor die Strecke näher erklärt wird, gibt es Ehrungen für 3 Läufer, die bereits zum 10. Mal dabei sind; außerdem werden die Spendenprojekte vorgestellt. Dann geht es zur Sache. Moderner Technik sei Dank kommen wir in den Genuss eines Fluges über die Strecke. Wichtige Punkte werden gesondert vorgestellt. Außerdem erfahren wir, dass die ersten 6 km und auch die letzten Kilometer nicht ausgeschildert sind. Gut, dass Norbert uns im Voraus den Trek auf die Uhren geladen hat. In der anschließenden Fragerunde werden noch einige Transferprobleme gelöst, dann werden wir mit guten Wünschen entlassen.

Mich wundert, dass empfohlen wird,  die Schneeketten bereits am Start aufzuziehen. Die ersten 42 km laufen relativ flach, und meiner Meinung nach im Grünen. Ich konnte auf unserer kleinen Streckenbesichtigung am Nachmittag keinen Schnee entdecken. Also verlasse ich mich auf meinen gesunden Menschenverstand und stehe am Morgen mit Trailschuhen am Start. Die Schneeketten sind sicher im Rucksack verstaut.

Treffpunkt ist der Hainholzhof am Kehr, außerhalb von Göttingen. Hier konnte auch übernachtet werden und im zugehörigen „alten Tanzsaal“ gibt es ein opulentes Frühstück. Die Ultras scheinen relaxed. Überraschend viele junge Gesichter sind zu sehen. Der Lauf scheint bei den jungen Wilden gut anzukommen. Markus Ohlef hält noch eine kleine Ansprache, bei der er an ein schwer erkranktes Vereinsmitglieds erinnert; dann geht es auch schon los.

Bereits nach den ersten 100 m weiß ich, warum Schneeketten empfohlen wurden. Der Weg ist großteils mit überfrorenem, festgetretenem Schnee bedeckt. Die totale Dunkelheit morgens um 6 Uhr im Wald macht es auch nicht besser. Im Schein der Stirnlampen sieht man nur einige Meter weit. Wir ziehen kurzerhand ein Paar alte abgeschnittene Socken, die wir auch dabei haben, als Bremse über unsere Schuhe. Die Schneeketten will ich unbedingt noch schonen. Schnell befinden wir uns am Ende des Feldes. Norbert hat zwar keine Probleme, aber bleibt aus Solidarität bei mir. Die ersten unbeschilderten 6 km sind mit Fackeln ausgeleuchtet. Auf schneefreien Wegstrecken kommen wir gut voran, erneute Eisstrecken bremsen uns dann wieder aus. Es geht bergab ins verschlafene Mackenrode. Langsam wird es hell. Nun ist die Strecke tatsächlich trocken und ich kann endlich entspannt laufen. Schnell erreichen wir die erste VP in Landolfshausen bei km 11.

Bei den VPs wird jeder Läufer notiert, bevor er sich am reichhaltigen Angebot bedienen kann. Die Lebensmittel sind alle vegan und ausnahmslos Spenden von regionalen Unternehmen. Vor allem die Backwaren haben es mir angetan. So liebevoll präsentierte Kekse, Riegel und Kuchen haben wir bei einem Lauf noch nie bekommen. Nicht, dass ich das alles bereits bei km 10 bräuchte, aber das Angebot zieht sich ja über den gesamten Lauf und bis zum Schluss habe ich tatsächlich alles durchprobiert.

 

 
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Am Seeburger See geht die Sonne auf und taucht die Landschaft in ein unwirkliches Licht. Norbert hat sich entschlossen, mit mir zusammen zu laufen und so genießen wir gemeinsam die romantische Stimmung. Der erste Trail im Wald, erst bergauf dann bergab, ist eine nette Abwechslung. Vor Rollshausen liegt die nächste VP bei km 22, dann geht es in den Ort. Die Straßen sind wie ausgestorben. Ich erinnere mich, dass im Briefing vor einem scharfen Abzweig gewarnt wurde. Hier stelle ich aber fest, dass die Strecke wirklich sehr gut ausgeschildert ist. Die orangenen „BC“ Pfeile sind bereits aus einiger Entfernung gut zu erkennen.

Vor Ruhmspringe weist ein Schild auf den mit 153 hm tiefsten Punkt des Laufes hin. Im Ort sind die Leute bei ihren Wochenendeinkäufen. Die Läufer werden kritisch beäugt. Ein älteres Paar freut sich: „Wieder eine Läuferin“. Die nächste VP bei km 31 liegt an der Rhumequelle. Bereits von weitem kann man das türkisblaue Wasser durch die kahlen Bäume schimmern sehen. Wie bei Karstquellen üblich, liegt sie unterirdisch und der sichtbare Teil ist quasi das Überlaufventil. Die Ruhmequelle ist mit ca 2500 l pro Sekunde eine der ergiebigsten Karstquellen Europas.

 

 
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Die Helfer begrüßen uns überschwänglich. Wir halten einen kleinen Schwatz, dann geht es weiter, nun bergauf. Maren, die wir unterwegs treffen, macht bereits ihren dritten Brockenanlauf und hat den Gipfel letztes Mal schon erreicht. Heute geht es zäh. Vor allem auf den nun folgenden vereisten Streckenabschnitten hat sie dieselben Probleme wie ich. Leicht entnervt beschließen Norbert und ich nun doch, die Schneeketten anzulegen. Ein kleines Bänkchen am Wegesrand bietet sich dazu an. Wie es der Teufel will, ist von nun an die Strecke eisfrei. Also haben wir umsonst die lästigen Dinger übergestreift. Wir sind kurz vor km 42 und der VP bei Barbis. Der Cutoff von 6h00 rückt näher. Die letzten zwei Kilometer müssen wir richtig rennen und schaffen es trotzdem knapp nicht.

Die Helfer an der VP verlieren allerdings kein Wort über den Cutoff. Wir halten uns trotzdem nicht lange auf. Sicher ist sicher. Auf dem nun folgenden Anstieg kontrolliert Norbert die Cutoff Zeit. Sie liegt in Barbis tatsächlich bei 6h40; also sind wir völlig unnötig gerannt. Dafür muss ich die nächsten Kilometer heftig büßen. Ich habe ernsthaft Zweifel, ob ich das heute schaffen werde. Jetzt fängt der Lauf ja eigentlich erst richtig an.

Obwohl die Sonne sich mittlerweile wieder verzogen hat, sind die Temperaturen mit gleichbleibenden -3 °C in Ordnung. Im Rucksack haben wir vorsorglich noch zusätzliche Kleidung einschließlich Sturmhaube dabei. Bisher brauchen wir diese aber nicht. Auch der Trinkrucksack bleibt leer. Norbert trinkt sowieso nicht so viel und mir genügt meine Handflasche. Die Landschaft um uns ist komplett schneebedeckt. Laut Briefing folgt nun ein stark vereister Wegabschnitt. Das war nicht zu viel versprochen, es ist spiegelglatt. Erfreut stellen wir fest, dass die Spikes an den neuen Yaktrax-Schneeketten sehr gut greifen.

 

 
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Nächste Prüfung wird der sogenannte „Entsafter Teil 1“. Es handelt sich um einen ca. 6 km langen Streckenabschnitt, der ständig leicht bergauf führt. Durch den mal mehr, mal weniger hohen Schnee zieht es einem hier den Saft aus den Beinen. Obwohl ich nicht der große Bergaufläufer bin, kommen wir mit Gehen und Laufen gut voran, ohne alle Körner zu vergeuden. Überdies erfreuen wir uns am schneebedeckten Wald.

Nach einer unerwarteten Bergabpassage überqueren wir den Steinaer Bach und halten uns links. Wieder geht es, dem Bachlauf folgend, für weitere 5 km ständig bergauf - „Entsafter Teil 2“. Begeistert bestaunen wir die Eisskulpturen des mäandernden Baches und die völlige Einsamkeit des nun tief verschneiten und dichter werdenden Waldes. Kein Wunder, dass der Harz so oft mit Hexen und Teufeln in Verbindung gebracht wird. Hier liegt wirklich Magie in der Luft.

Nach einer gefühlten Ewigkeit wird es endlich wieder flacher. Wir müssen mittlerweile ganz schön Höhenmeter gemacht haben, denn plötzlich sind alle Bäume mit einer weißen Zuckerschicht überzogen. Die Luft fühlt sich auch rauer an. Hier liegt irgendwo die Wasserscheide zwischen Weser und Elbe. Uns interessiert momentan eher die VP am Jagdkopf (km 54). Die Helfer applaudieren heftig  und bieten heiße Getränke an. Während wir verweilen, kommt auch Wolfgang mit Fahrradbegleiter Harry zu uns aufgelaufen. 

 

 
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Die Helfer erklären uns den weiteren Weg. Es geht nun auf eine der in den umliegenden Wäldern zahlreichen Langlaufloipen. Im Briefing wurden wir angehalten, die Skispuren nicht zu betreten und uns in der Mitte oder außen zu halten. Das hört sich einfach an. Leider ist der Schnee nun tief. Bei jedem Schritt sinkt man mal mehr, mal weniger tief ein. Das ist aber nicht das größte Problem, aber beim Einsinken kann man leicht umknicken und sich so ernsthaft verletzen. Wenigstens führt der Weg abwärts.

Plötzlich bleibt Norbert stehen. Wir haben unbemerkt den Trek verlassen und müssen umkehren. Wo war der Abzweig? Etwas zurück erkennen wir einen orangenen Pfeil im Schnee. Den aufgewühlten Pfad hätte ich niemals als Weg interpretiert. Gott sei Dank hat Norbert es so schnell bemerkt und dadurch hält sich der Umweg in Grenzen. Nun wird das Geläuf richtig übel. Beim Briefing wurde liebevoll von Beach-Volleyball-Feld gesprochen: es handelt sich um Bruchharsch, wild zertrampelter, oberflächlich angetauter und wieder fest gefrorener Schnee. Wenn man Glück hat, kann man darauf laufen, wenn nicht, sinkt man unvermittelt ein. Oder man steigt in die unregelmäßigen Tritte der Vorläufer. Kurzum: ein Wunder, dass wir überhaupt vorwärts kommen. Wolfgang, der Läufer, der an der VP noch hinter uns war, hat das irgendwie besser drauf. Obwohl sein Fahrradbegleiter abgestiegen ist und das Bike trägt, kommen sie schneller voran.

 

 
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Drei quer über den Weg gestürzte Bäume versperren den Weg. Einmal können wir drüber klettern, zweimal müssen wir drum herum. Die Spuren der Vorderen sind ja nicht zu übersehen. Endlich wird der Weg besser und es geht auch bergab. So schaffen wir wider Erwarten den Cutoff bei der VP Lausebuche (km 63) just in Time. Hier gibt es selbstgemachte Minestrone und super gut gelaunte Helfer.

Von nun an geht es in den Nationalpark, d.h. es gibt keine BC Beschilderung mehr und wir müssen uns nach den örtlichen Wegmarkierungen richten. Zunächst überqueren wir eine Straße, und gelangen zurück in den Wald. Ein Richtungsanzeiger weist vom Weg weg auf einen winzigen Trampelpfad. Diese Stelle war auch im Briefing erwähnt, wir sollen dem Pfad folgen. Wolfgang und sein Begleiter kennen die Strecke und meinen, geradeaus wäre es zwar weiter, aber die besseren Laufbedingungen machen den Nachteil mehr als wett. Norbert und ich wählen, mit Blick auf den unwegsamen im Tiefschnee versunkenen Pfad, ebenfalls die längere Route.

Auf dem Schnee auf dem Hauptweg kann man wirklich gut  laufen. Wir kommen schnell voran. Es geht durch tief verschneiten Nadelwald. Äste biegen sich unter der schweren Schneelast. Die Dämmerung bricht herein. Immer wieder kommen Langläufer von vorne und flitzen an uns vorbei. Es macht Spaß ihnen zuzuschauen. Wir verlassen den Wald am Gasthaus Königskrug, unschlüssig, wie es nun weitergeht. Wo ist die VP bei km 68,5? Wir müssen ein Stück an der Straße entlang laufen und dann die Fahrbahn überqueren. Dort wartet bereits ein Spalier von DRK-Helfern. Sie erkundigen sich, wie es uns geht. Da ich mich ausgezeichnet fühle, werde ich es auch noch auf den Brocken schaffen. Ein Helfer notiert unsere Startnummern. Der Cutoff ist durch. Die nächsten Läufer werden aus dem Rennen genommen.

 

 
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Nachdem wir uns ausreichend gestärkt haben, geht es weiter. Wir haben die Lampen bereits auf. Der Weg ist eindeutig, immer geradeaus, und nun abermals gut zu laufen. Eine lange Bergabstrecke bringt uns zur letzten VP bei Oderbrück. Hier beginnt nun der abschließende 7 km lange Aufstieg zum Brockengipfel,  Wir haben noch knapp 2 Stunden. Das muss für ein rechtzeitiges Finish um 20 Uhr reichen.

Es ist nun stockdunkel, neblig und der Wind frischt auf. Zunächst verläuft der Weg leicht ansteigend. Nach gefühlt mehreren Kilometern wird es steiler. Alles kein Problem. Immer wieder kommen Wanderer von vorne, hier ist ganz schön was los. Viele feuern uns an und beglückwünschen uns schon. Ich bin happy und kann es kaum erwarten, oben zu sein. Je höher wir kommen, desto unwirtlicher wird es. Ein kalter Wind pfeift uns entgegen mit feinen Schneeflocken gemischt. Ich ziehe meine Sturmhaube aus dem Rucksack; so geht es besser.

Ich habe keine Ahnung, wie weit es noch ist. Irgendwann wird es wieder flacher und die Gleise der Brockenbahn tauchen im Nebel unter uns auf. Der Weg an der Bahn entlang ist wellig. Die uns Entgegenkommenden werden immer zahlreicher. „Noch 2km dann habt ihr es geschafft!“ Wie - wirklich immer noch 2 km? Wir werden gefeiert, als wenn wir bereits im Ziel wären. Dann biegen wir endlich auf die Brockenstraße ein. Es geht noch ein ganzes Stück bergauf. Wo ist denn nun endlich der Gipfel? Im Nebel und Schneetreiben kann man kein Licht erkennen. Plötzlich taucht ein Streckenposten auf, der uns ins Ziel begleitet. Dort steht immer noch eine Abordnung, die uns mit Rätschen und lautem Applaus empfängt. Wir bekommen die Medaillen umgehängt und werden zum Goethesaal des Brockenhotels geführt. Markus Ohlef heißt uns direkt willkommen. Wir sind die Letzten und werden richtig gefeiert. 13h56 haben wir gebraucht. (Norbert allein wäre vermutlich viel schneller gewesen).

Das Buffet mit verschiedenen Nudeln hat auf uns gewartet. Wir stärken uns ausgiebig. Langsam leert sich der Saal. Die Transferbusse nach Göttingen stehen in Schierke, das bedeutet noch eine ausgiebige Nachtwanderung von 10 km den Berg hinunter. Norbert und ich übernachten aber hier oben im Brockenhotel bei kristallklarem Nachthimmel.

 

 

Fazit: 

Die Brocken Challenge ist eine Herausforderung. Gute Vorbereitung und entsprechende Ausrüstung ist das A und O. Von 189 Startern sind 176 ins Ziel gekommen. Der Schnellste war wie auch in den Vorjahren Florian Reichert aus Göttingen in 6h52. Das ist übrigens dieselbe Zeit wie im letzten Jahr, bei damals optimalen Bedingungen. Nicole Kessler war, wie auch im Vorjahr, schnellste Frau in 9h02.

Die BC ist ein feiner Lauf. Dass hier Läufer für Läufer agieren, zeigt sich an kleinen Details. Von der großartigen Verpflegung träume ich immer noch, die Landschaft ist toll, und alles ist super organisiert. Man muss aber beachten, dass bei schwierigen Bedingungen langsame Läufer Probleme mit den Cuttoffs bekommen. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Einmal (mindestens) muss man bei der Brocken Challenge dabei gewesen sein!

 

Informationen: Brocken-Challenge
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