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Laufberichte

Wein und andere Köstlichkeiten

 

Der 3. Ahrathron ist auch mein dritter Genussmarathon. In 2010 war ich beim Marathon du Vignoble d´Alsace und in 2011 und in 2013 beim Twente Genussmarathon. Heute geht es ins nördliche Rheinland-Pfalz nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie der Name schon vermuten lässt, wird sind an der Ahr, einer bekannten Rotweingegend.

Den Namen haben sich drei weinselige Laufbrüder ausgedacht. Wie beim Medoc-Marathon soll gelaufen, gegessen, getrunken und gefeiert werden, so die Idee von Marc Linden, Michaela Wolf, Jamal Bouhlou und ein paar weiteren Läufern. Nach drei Jahren Vorbereitung starteten sie in 2012 und freuen sich heute über das große Interesse an dieser Veranstaltung.

Aus der Idee Marathon wurde ein ganzes Paket an Läufen entwickelt und heute wird den Aktiven auch noch ein Halbmarathon, Staffeln sowie ein 5km Lauf und verschiedene Walking Strecken angeboten. Das besondere High-Light ist wohl der Stöckel-Stelzen-Flossenlauf.

Auf der 1km langen flachen Strecke darf nur teilnehmen, wer Stöckelschuhe mit einem Absatz von mindestens 7 cm trägt,  oder Schwimmflossen mit einer Mindestlänge von 50 cm, oder Stelzen von einer Höhe von mindestens 30 cm zur Bewältigung der Strecke nutzt.

 
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Das Startgeld für den Marathon beträgt  40€ bis 55€ bei Nachmeldung. Im Preis eingeschlossen ist eine Finisher-Medaille sowie eine Flasche guten Ahrwein, alternativ ein Teilnehmer-Shirt und die Eintrittskarte zum Rockfestival „Rock&Wein“ für den Abend. Der Reinerlös geht an eine gute Sache: „Bunten Kreis Rheinland e.V.“ (Hilfe für schwerstkranke Kinder und ihre Familien).

Direkt an der Ahr gelegen, neben dem Dahliengarten einer großen Parkanlage liegt das Vier-Sterne-Hotel Dorint, wo sich auch die Startunterlagenausgabe befindet. Anstatt Sporthalle laufen wir hier durch elegante Räume mit dickem Teppich. Der Chef vom Dorint ist einer der Initiatoren des Laufes.

Am Samstagmorgen gegen 8 Uhr füllt sich langsam der Dahliengarten neben dem Hotel. Nun sehe ich auch wieder einige bekannte Gesichter wie Henry aus Bonn, wir haben uns in Pafos kennengelernt. Heute ist auch Willem Mütze, der große, stämmige Niederländer hier, leider leicht verletzt. Frank Pachura, der letztes Jahr hier einen Film (26 min.) über die gesamte Laufstrecke gedreht hat, wird heute ohne Kamera laufen. Erika und Bernd aus Mönchengladbach sind auch hier. Wir sind uns schon oft begegnet.

Nach den Begrüßungen geht eine Gruppe so um die 90 Läufer und Läuferinnen an den Startbogen neben dem Hotel. Annette Frings wird begrüßt und interviewt. Sie hat erst kürzlich den Windhagen Marathon gewonnen und wird auch heute siegreich sein.

Dann geht es im Schatten unter den Bäumen los. Die Wettervorhersage für heute sagt: 19 Grad, 6 Stunden Sonnenschein, Regenwahrscheinlichkeit 50%. Also nicht schlecht.

 
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Die ersten rund 2,5km laufen wir über einen Asphaltweg neben der Ahr in Richtung der Altstadt von Ahrweiler. Hier kann man sich erst Mal einrollen, die Steigungen kommen noch. Obwohl wir jetzt direkt auf das gut erhaltene Stadttor zulaufen, werden wir nur wenig vom Altstadtkern zu sehen bekommen.

Ahrweiler hat eine noch gut erhaltene Stadtbefestigung. Um den Altstadtkern zieht sich eine alte Stadtmauer, durch die es vier Einlässe sprich Stadttore gibt. Wir biegen vor dem Ahrtor ab und folgen weiter der Ahr in den Stadtteil Walporzheim. Bei km 4 kommt der erste kulinarische Höhepunkt. Neben Wasser gibt es einen guten Rotwein, den ich natürlich probieren muss. Aber Vorsicht, die Helfer sind sehr großzügig beim Einschenken. Dazu gibt es Fingerfood, alles ganz besondere Appetizer.

Dann biegen wir ab von der Ahr und durchlaufen den Ortsteil direkt auf die Weinberge zu. Nach dem Unterqueren der Bundesstraße sehen wir ganz steil über uns die Läufer. Also los, ab jetzt geht´s los in die Weinberge. Der Veranstalter hat uns rund 900 Höhenmeter versprochen, also beginnen wir jetzt mit dem Sammeln. Bis zur ersten Serpentine geht es wirklich ganz heftig hoch. Wir gewinnen schnell oder besser gesagt langsam im Gehschritt an Höhenmeter.

Bei Km 6 haben wir erst Mal etwas Erholung. Wir sind jetzt schon auf dem Rotweinwanderweg. Wandergruppen kommen uns entgegen, die sich Einblicke über die Arbeit der Winzer verschaffen wollen und sich hier und da ein Schlückchen genehmigen wollen. Der insgesamt 35km lange Rotweinwanderweg führt durch eines der bekanntesten Paradiese für rote Trauben.

 
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Für uns eröffnet sich ein herrlicher Fernblick ins Ahrtal und den dahinterliegenden Weinbergen. Es ist wunderschön, hier laufen zu können. Man muss einfach mal kurz stehen bleiben, um die herrlichen Blicke zu genießen. Dann geht es ein wenig bergab zum nächsten Verpflegungsstand, natürlich gibt es neben Wasser auch wieder Wein. Hier erklärt mir der Winzer, dass er einen hoch prämierten Weißwein aus einer roten Traube gekeltert hat. Und was soll ich sagen? Schmeckt super, nein exzellent.

Heftig bergab und dann wieder heftig bergauf geht es weiter.  Das tut schon richtig weh. Gleich haben wir einen herrlichen Blick zum gegenüberliegenden Kalvarienberg. Hier thront das Ursulinenkloster aus dem 17. Jh. In der Senke gibt es Hinweisschilder auf den Regierungsbunker. Hierbei handelt es sich um ein 17 Km langes Tunnelsystem, das im Fall eines Atomschlages als Zuflucht für 3.000 ausgewählte Regierungsvertreter Schutz bieten sollte. Heute ist ein kleiner Teil als Dokumentationsstätte zu besichtigen.

Beim Km-Schild 9/30 haben wir wieder einen Blick runter ins Ahrtal, aber vor uns befinden sich drei sehr hohe Pfeiler mitten in den Weinbergen. Es sind Brückenpfeiler, deren Anfänge bis in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg reichen. Die dazugehörende Bahnlinie wurde nie gebaut.

 
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Wir laufen zwischen den Betonstützen hindurch und kommen hinter der nächsten Biegung an die Winzerkapelle mit den nächsten Wein- bzw. Läuferversorgungsstand. Hier sind auch viele Wanderer, die sich ein Gläschen oder ein Fläschchen genehmigen. Für alle  gibt es auch hier Live-Musik und leckeres Fingerfood. Dazu den Blick über das Ahrtal. Wer heute auf die Uhr schaut, ist selber Schuld.

Auf diese Weise habe ich erst knapp 10 Kilometer gemacht. Also weiter auf dem Rotweinwanderweg. Kurz hinter dem 10km Schild kommt ein Begegnungsstück, wo für uns eine rund 4km lange Schleife über den Maubischpass führt. Dieser 177,5m hohe Pass trennt das Weingebiet des Ahrtales von dem Obstanbaugebiet der anschließenden Grafschaft. Maubisch ist ein Birnenkuchen, den es nur hier gibt.

Es geht bis kurz vor Lantershofen, dann abwärts und wieder zurück. Zwischendurch gibt es wieder süffigen Wein, köstlichen Imbiss,  Wasser und Life-Musik. Zum Ende der Schleife geht es aufwärts, begleitet von mittelalterlicher Musik. Bei km 16 sind die schlimmsten Höhenmeter der 1. Runde vorbei.

Wir folgen jetzt einem welligen Asphaltweg, der uns in Richtung Altstadt Ahrweiler führt. Ganz in der Nähe wurden beim Straßenbau die Reste einer riesigen römischen Villa entdeckt und im Laufe der Jahre restauriert. Das aus dem Jahre 100 n. Chr. stammende Herrenhaus mit angrenzendem Badehaus hatte schon damals Fußbodenheizung.

Am Rande der alten Stadtmauer kommt mir gerade der Ahrtal-Express (Senioren-Eisenbahn) entgegen. Am Weißen Turm gibt es dann wieder Wasser und Wein und natürlich Fingerfood. Der im  13. Jh. erbaute Turm wurde auch „Staffeler Turm“ genannt, nach dem Adelsgeschlecht der Ritter von Staffel. Heute ist er Museum.

Über Altstadtpflaster kommen wir zur St. Laurentius Kirche. Die hatte ich mir am Vortag schon angesehen und war begeistert von den vielen Wandmalereien. Sie soll die älteste gotische Hallenkirche (1269) des Rheinlandes sein. Davor gibt es eine große Brunnenanlage.

Wir biegen vor dem Kirchplatz an der Stadtwache aus dem 18. Jh. in eine Schleife um den Altstadtkern ab. Hierbei kommen wir an sehr alten und sehr gut restaurierten Fachwerkhäusern vorbei. An der Schützbahn noch innerhalb der alten Schutzmauer geht es an einem sehr gut erhaltenen Wehrgang vorbei. Dann laufen wir durch das Ahrtor raus aus der Altstadt. Zurückblickend  sieht einen Teil der historischen Altstadt.

An der Ahr entlang laufen wir in Richtung Bad Neuenahr. Es sind noch rund 4 Kilometer bis zum Ende der 1. Runde. Hier kommt mir freudestrahlend Henry entgegen, der schon ein Stück auf der 2. Runde ist. Kurz danach begegnet mir Ralf in Schwarz/Rot/Gold. Wir kommen am Rosengarten und der  Martin Luther Kirche vorbei, auf der gegenüberliegenden Seite der Ahr sind die Läufer zum Ziel unterwegs.

Für mich heißt es über die Ahr,  vorbei am altehrwürdigen Steigenberger und zum Kurpark. Kurz davor gibt es eine weitere Versorgung. Noch rund 500 Meter an der Ahr entlang und die erste Runde ist geschafft.

 
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Nun erlebe ich  wieder die Einsamkeit des Langstreckenläufers, aber nur für die nächsten 2 Kilometer. Dann wechseln wir wieder die Ahrseite und es kommen mir viele Läufer von den kürzeren Strecken entgegen. Viele sind verkleidet. Der Asterix ist allerdings viel zu groß und dem Obelix fehlt der Bauch. Ja und Idefix war auch kein Dalmatinerhündchen. Aber lustig sehen sie allemal aus.

Ein längeres Stück laufe ich mit Ulli, der gerade vom Comrades zurück ist und mit Stefan. Um die Mittagszeit wird schön warm aber nicht heiß. Nach knapp 5:50 komme ich gut gelaunt, nicht erschöpft, dafür in guter Weinlaune ins Ziel.

Als Fazit kann ich nur sagen: Der Ahrathon ist eine sehr schöne Veranstaltung, gut organisiert mit vielen Versorgungsstationen. Das Besondere sind die Weine das köstliche Essen. Am Abend gibt es noch ein Konzert in einem Weingut mit Rockmusik und das alles für einen guten Zweck.

Ins Ziel kamen 14 Frauen und 69 Männer beim Marathon sowie 5 Staffeln. Die rund 500 Halbmarathonis waren das teilnehmerstärkste Feld. Insgesamt waren rund 1.500 Teilnehmer aus 15 Nationen am Start.

Marathonsieger
Männer

1. Oliver Brott  Spiridon Schleswig  3:06:36
2. Alexander Wildschütz TV Frischauf Lennep  3:09:53
3. Stefan Wagner      3:18:48

Frauen
1. Annette Frings  Selbstläufer SV Altenahr 3:35:48
2. Heide Schneider     3:49:48
3. Janina Jennes      3:50:26

 

 

Informationen: Ahrathon
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