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Laufberichte

Jeder kommt auf seine Kosten

15.05.11
Autor: Klaus Duwe

Endlich geht es los. Residenzplatz und Dom sieht man von der Salzach aus von hinten, darüber die alles überragende, mächtige Festung. Wir rennen am Salzachhof vorbei und an einem auffallenden roten Gebäude. Nachtclub? Disco? Nö, „Künstlerhaus“ hat man über den Eingang geschrieben. Tatsächlich, die ehrwürdige Villa gehört seit 1844 dem Salzburger Kunstverein.

Das Läuferfeld ist noch dicht beieinander. Man meidet die äußeren Straßenseiten, weil sich das Wasser dort stellenweise knöcheltief sammelt.  Halblinks geht’s in die Heilbrunner Allee, eine  der ältesten noch erhaltenen  Alleen weltweit. Die sehr gute und sehr schöne Naturstraße ist Beginn einer einmaligen Schlössertour durch Salzburgs grünen Süden.

Nicht direkt an der Strecke und deshalb auch nicht zu sehen ist Schloss Freisaal, das 1549 als Wasserschloss errichtet wurde. Heute ist es in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich. Direkt an der Allee dagegen ist das schmiedeeiserne Portal des 1670 neu gestalteten Schlosses Frohnburg. Fast 300 Jahre gehörte es den Grafen Kuenburg, heute ist es Eigentum des Staates und wird von der Universität genutzt. 

Ein paar Schritte weiter auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Emsburg, erbaut vom Fürsterzbischof Markus Sittikus. Ihr erinnert Euch? Richtig, das Hotel!  Die Burg gehört heute Haythem Al Wazzan, einem Salzburger Geschäftsmann, wie der Name verrät.  Zurück zu Markus Sittikus, denn gleich kommen wir zu dem Schloss, mit dem er sich unsterblich machte. 1613 ließ der Fürsterzbischof vom italienischen Architekten  Santino Solari (klingt nach Sonne, es regnet aber immer noch) das Schloss Hellbrunn errichten, fortan Sommerresidenz und Lustschloss der früheren Salzburger Erzbischöfe.  Wegen der Wasserspiele ist es bis heute weltberühmt. 

Bevor wir das Schloss erreichen, handle ich mir noch einen mächtigen Anschiss ein. Ich trete nämlich in eine Wasserspütze. Von dem aufspritzenden Wasser bekommt auch ein Mitläufer was ab, der lautstark protestiert. Ich kann das nicht ernst nehmen und entschuldige mich mit den Worten: „Sorry, aber das hab‘ ich jetzt mit voller Absicht gemacht.“  „Pass halt auf!“  Aha, ein Bayer ist’s, einer von der mutigen Sorte.  Denn welcher derart Wasser- und Schmutzempfindliche geht schon bei diesem Wetter zum Laufen? Aber weiß er dann nicht auch, dass sich jeder, der mit sauberen Schuhen ins Ziel kommt, verdächtig macht?

Zurück zu wichtigeren Dingen. Wir sind am Schloss und werden sogar von einigen (wasserfesten) Zuschauern empfangen. Auf einem extra ausgelegten roten Teppich laufen wir auf den prachtvollen Bau zu. Ein echter Hammer, auch wenn’s regnet. Bis vielleicht auf einen haben sich inzwischen alle daran gewöhnt. Und ich erwähne es ab jetzt auch nicht wieder. Länger als fünf Minuten dauerte eine Regenpause sowieso nicht.

Durch ein Seitentor verlassen wir den Schlosshof und kommen zur ersten Verpflegungsstelle, die wie auch die folgenden sehr gut sortiert ist.  Entlang der Schlossmauer geht es etwas bergauf und dann auf einem gemütlichen Weg weiter in Richtung des vor uns liegenden Eichenwaldes. Über weite Getreidefelder und Wiesen sieht man zum 1973 m hohen Untersberg. Trotz Wolken und Nebel erkennt man seine markanten Umrisse und den Schnee, der in der Nacht bis weit hinunter gefallen ist. Sein Name (der Bayer meint mit „Untern“ die Mittagszeit) weist ihn als Mittagsberg aus, als einen Berg, über dem zur Mittagszeit die Sonne steht.

Wir haben den Eichenwald erreicht und laufen schnurgerade, bis sich beim Kneissl-Moor die Laufrichtung ändert  und es nordwärts in Richtung der Stadt geht. Wald und Wiesen, einsame Bauernhöfe, ein paar Zuschauer, dann bei km 9 die Ortstafel „Salzburg“ und die ersten Häuser.  Wir laufen links in Richtung Schloss Leopoldskron und die Strecke bleibt, was sie ist: landschaftlich wunderschön mit sagenhaften Ausblicken. Jetzt zum Beispiel auf die gewaltige Festung Hohensalzburg, Salzburgs Wahrzeichen und mit 7000 qm Fläche größte und am besten erhaltene Burganlage in Europa. 1077 wurde mit dem Bau begonnen, ständig wurde sie mit  Türmen, Mauern und Schanzen aufgerüstet. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Burg im 15. Jahrhundert und Erzbischof Leonhard von Keutschach.  Rund eine Million Menschen besuchen sie  jedes Jahr. Damit ist die Hohensalzburg die bestbesuchte Sehenswürdigkeit in Österreich - außerhalb Wiens.

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Informationen: Salzburg Marathon
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