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Laufberichte

Viermal Saupark und zurück

 

Die LangLaufGemeinschaft Springe e.V. gehört mit seinem Springe-Deister Marathon zu den ältesten Marathons in Deutschland, der älteste Marathon ist ja der  in Essen („Rund um den Baldeneysee“,seit 1963). Der Springe-Deister Marathon ist in der Rangliste der über 30mal ausgetragenen Marathons an Stelle 12 von 15.

Der Start-Zielbereich befindet sich im Sport- und Schulzentrum Süd in Springe in der Harmsmühlenstraße. Springe ist eine 30.000 Einwohnergemeinde (Kernstadt 13.000), rund 30 km südwestlich von Hannover. Die Stadt liegt am Fuße des Deister, einem Höhenzug im Calenberger Land. Der Ort hieß vor tausend Jahren Hallerspring, da er an der Quelle der Haller liegt.

Der Marathonstart ist um 12 Uhr und so kann man gemütlich nach Springe fahren. Über die Landstraße brauche ich rund 2 Stunden für die 130 km. In der Sporthalle kann man sich nachmelden bzw. seine Startunterlagen abholen. Für den Marathon zahlt man 12 € bei Voranmeldung + 3 € als Nachmelder. Die Zeitnahme erfolgt über einen Transponder, der am Schuh befestigt wird.

 
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Heute starten die Marathonläufer als erste, die anderen Strecken (Halbmarathon, 10km, 5km, Walker und Kids) folgen in Abständen. Bei der Laufstrecke handelt es sich um einen nach IWB-Regeln vermessenen Kurs, der damit auch bestenlistenfähig ist. Jeder Strecke ist eine Farbe zugeordnet und jeder Kilometer wird entsprechend angezeigt. Für uns Marathonis ist die Farbe blau richtungsweisend, der HM ist gelb,  die 10km rot. Der Veranstalter gibt als Höhendifferenz zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Punkt 35m an. Mal sehen, wie viele Wellen dazwischen die Höhenmeter noch steigen lassen.

Als ich mit meinem Lauffreund Dieter in der Halle neben der Schule ankomme, sitzen bereits drei Kameraden vom 100 Marathonclub beim 2. Frühstück. Sylvia, Gerd und Maria begrüßen uns herzlich.  So gegen 11:30 Uhr müssen wir uns langsam fertig machen für den Lauf.

Unsere kleine Marathongruppe geht rüber zum Sportplatz, wo uns Horst Preissler begegnet. Ab diesem Jahr läuft er in der M 8 und es geht halt nicht mehr so wie früher. Deshalb hat er mit dem Veranstalter eine spezielle Vereinbarung  getroffen und startet etwas früher als die anderen. Seine Zeit wird per Hand gemessen.

Alles hat seine Richtigkeit und Horst bereits eine von vier Runden hinter sich. Auf dem Sportplatz erwartet uns die 1. Vorsitzende und gibt uns die Zeit an bis zum Start. Dann zählen wir gemeinsam die letzten Sekunden runter und los geht es. Eine halbe Runde über den Sportplatz und dann am Ziel vorbei auf die Harmsmühlenstraße. Hier erwarten uns viele Zuschauer, die aber meist wegen der Kinderläufe hier sind. Die Kids starten nach uns.

 
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Wir verlassen recht schnell den Ort. Noch vor dem ersten Kilometerschild überqueren wir die Haller. Dieser hier noch kleine Fluss entspringt ganz in der Nähe und endet nach 21km bei Nordstemmen in der Leine. Vor der B 217 biegen wir rechts ab auf den Weg der Kunst.  Eine lange bunte Läuferschlange zieht sich über den asphaltierten Weg, der uns ca. 1km schnurgerade zur Kaiserallee durch Feld und Flur führt. Am Abzweig überwachen zwei Sanitäterinnen hoch zu Ross das Geschehen.

Der Kaiserallee folgen wir rund 600m und biegen dann ab in Richtung Alvesrode. Bevor wir jedoch den Ort sehen, geht es leicht aufwärts -  rund 200 – 300m. Jetzt in der 1. Runde ist es windstill und so geht es für alle locker über den Hügel. Bei Km 4sind wir beim Friedhof Alversrode. Der Ort mit seinen 500 Einwohnern gehört seit 41 Jahren zu Springe. Vor knapp 800 Jahren wurde der Ort erstmals urkundlich als „Zum Rohde“ erwähnt.

Es geht zickzack durch den kleinen Ort an der Ole-August-Eiche vorbei in Richtung Wisentgehege. Einen Kilometer weiter erreichen wir den Saupark Springe. Bevor wir in den Park, sprich Wald, eintauchen überqueren wir noch die Haller, den Eselsbach und den Hallerbruchgraben. Der Saupark Springe ist von einer 16,3 km langen Mauer umgeben. Wildpferde, Elche, Rotwild, Bären, Wölfe und Muffelwild sind hier anzutreffen.

Wir biegen nun rechts ab in den Wald. Hier erwartet uns eine Versorgungsstation mit vielen netten und sehr, sehr hilfsbereiten Helfern. Durch den Hallerbruch geht es für uns in Richtung Jagdschloss. Durch den noch grauen und unfreundlichen Wald  erreichen wir die Landstraße, der wir entlang der erwähnten Mauer in Richtung Springe folgen. So kommen wir zum ehemaligen Jagdschloss, das König Wilhelm IV. Mitte des 19. Jahrhunderts erbauen ließ. Heute ist es ein Museum für Natur, Jagd und Kultur.

Nun geht es weiter über den leicht welligen Fuß- und Radweg nach Springe. Der letzte Kilometer ist leicht abschüssig und so kann man es nochmal rollen lassen. Dann biegen wir vor der Schule ab und laufen zickzack um die Gebäude zum Ziel. Hier werden unsere Startnummern notiert, damit auch jeder seine 4 Runden läuft (und nicht mehr).

 
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Ein Viertel ist geschafft, es folgt die 2. Runde. Über den Weg der Kunst geht es wieder zur Kaiseralle. Mein Blick geht nach rechts zur bewaldeten Erhebung. Es ist der Kleine Deister, ein Höhenzug, der für etliche Redensarten herhalten muss.  „Über den Deister gehen“ zum Beispiel steht für verschwunden oder verstorben, und wenn man jemanden „Über den Deister schicken“ will, will man ihn ganz einfach nicht mehr sehen.

Die Strecke ist sehr abwechslungsreich ist und auf keinen Fall langweilig. So vergeht auch die zweite Runde vergeht recht schnell und ich habe die Hälfte geschafft.

Auf der  3. Runde wird mir bei der Versorgung im Saupark mir ein Bier (natürlich alkoholfrei) angeboten. Ich kann nicht widerstehen und mache es mir gemütlich, bevor ich weiter durch den Wald in Richtung Schloss laufe. Jetzt kommt es zur ersten Überrundung durch Timo Forstner, der den Marathon anführt. Wenig später kommt der M50er Thomas Hamann, der spätere Sieger.

In Zielnähe kommen mir schon viele Finisher der kürzeren Strecken geduscht und umgezogen entgegen. Für mich ist der Wettkampf noch nicht vorbei, es heißt ab in die letzte Runde. Das Wetter ist zum Laufen heute richtig gut, nur ab und zu gibt es ein wenig Wind. Der angesagte Regen bleibt aus.

Die Sanitäts-Mädels sind am Erzählen, wie toll es heute ist, im Wald mit dem Pferd unterwegs zu sein. Obwohl zu Fuß, bin auch ich auf dank der kurzweiligen Strecke mit dem Tag zufrieden. Zum letzten Mal laufe ich durch Alvesrode am Kleinen Deister vorbei und ich muss an die vielen Redensarten denken. So vergeht die Zeit und schon sind mehr als fünf Stunden vorbei. Nach knapp 5 ½ Stunden bin ich im Ziel. So bleibe ich locker im Limit und bin nicht Letzter, denn Horst Preissler ist noch auf der Strecke.

Zum Schluss fällt mir ein, das hier in Springe am 20. April 1818 Heinrich Göbel geboren wurde, der schon vor Edison die Glühlampe mit Kohleglühfaden erfunden haben will. Und dann will ich euch auch das nicht ersparen: Oliver Knöbel ist ebenfalls hier geboren. Kennt ihr nicht? Das ist Olivia Jones, die Drag Queen
auf der Hamburger Reeperbahn.

Ins Marathonziel kamen heute 14 Frauen und 80 Männer. Insgesamt sind bei der Veranstaltung knapp 1.000 Läufer unterwegs.

Marathonsieger:
1. Thomas Hamann        Ski-Club Springe        3:09:14
2. Alfred Neugebauer        Neugebauer            3:15:07
3. Timo Forstner        TSG 1845 Heilbronn        3:15:12

Marathonsiegerinnen:
1. Sanna Almstedt        ASFM Göttingen        3:31:40
2. Silke Gielen            Harburger SC            3:31:42
3. Ines Roessler        VfB Fallersleben        3:32:49

 

Informationen: Springe-Deister-Marathon
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