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Laufberichte

Baroko Marathon CZ

08.09.12

Barock in Plaß        

 

 „Der Internationale Barock-Marathon ist für jeden, der gerne läuft und das Tal des Flusses Střela sowie die romantische Umgebung genießen will.“ Keine Tempobolzerei also. Genießen stehe im Vordergrund, da fühle ich mich angesprochen. Und: „Kommen Sie und verbringen Sie einen schönen Tag in einer einmaligen Atmosphäre der malerischen Stadt Plasy in Westböhmen!“

Das schaue ich mir an, habe ich mir gedacht. Und jetzt bin ich da, mit Hannes, Mike und Monika und wir sind nicht der einzige Grund, warum der 5. Barock-Marathon 2012 ein internationaler werden wird.

Auf der Homepage wurden Hotels empfohlen, wir sind einer Empfehlung gefolgt und haben es nicht bereut. Im Vorjahr waren beim Halbmarathon 200 Leute im Ziel, halb so viele über 42,2km. Der Marathon wartet zudem mit etwa 700 Höhenmetern auf, mit dem Höhepunkt nach etwa 17km, da ist man auf etwa 550m. Der Start ist auf 330m.

 
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Am Freitag kommen wir mit den letzten Sonnenstrahlen nach Plasy, um unsere Startnummern in Empfang zu nehmen. Es wird gerade aufgebaut und gute Musik gespielt. Start und Ziel werden auf der Velká Louka (große Wiese) am Samstag um 10h sein. Zum Startgeld von € 20,- bekommen wir ein schwarzes Baumwoll-T-shirt mit dem Logo der Veranstaltung. Die Größe dürfen wir uns aussuchen. Als wir nach einem Schluck Bier fragen, bekommen alle die wollen einen Becher Bier, kostenlos, frisch gezapft und mit einem Lächeln. 

Um halb zehn sind wir am Samstag am Startgelände. Viele holen heute erst ihre Startnummern ab, die Teilnehmer an den kürzeren Distanzen wie 10km und 4,2km sowie an den Kinderläufern hatten gestern gar nicht die Gelegenheit dazu. Nur die Marathonis und die Halben konnten auch gestern schon „einchecken“. Strahlender Sonnenschein und angenehme 12 Grad. Musik von „Billy Talent“ bis zu den „Red Hot Chili Peppers“ verbreitet gute Stimmung. Regenwahrscheinlichkeit 0 %.

Alles in allem schätze ich, dass 500 StarterInnen bei allen Bewerben teilnehmen werden, beim Marathon sind es 116.

 
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Kurz vor 10h werden die Teilnehmer auf tschechisch über allerlei Details informiert. An mir prallt das ab. Im Anschluss gibt es aber auch ein Briefing auf Englisch, das wesentlich kürzer ist. Die 10km-Leute sollen nach dem Start gleich geradeaus laufen, die Halbmarathonis erst eine 1km lange Runde auf der großen Wiese laufen, bevor sie nochmals am Start vorbeikommen und es in die Landschaft geht. Von den Marathonis wird nichts erwähnt. Hm. Ich werde mich an meine Mitbewerber halten. Aufgrund der  Farbe der Startnummer kann man erkennen, in welchem Bewerb jemand läuft. Rot ist Marathon, Halbmarathon heißt, die Zahlen sind grün und 10km mit lila Zahlen. Hannes, der noch an einem Muskelfaserriss im Oberschenkel laboriert, wird sich heute mit 4,2km begnügen. Für den Halbmarathon hat ihm seine Ärztin keine Starterlaubnis erteilt.

10.02 Uhr Start; Mike und Monika starten weit vorne, ich ziemlich weit hinten. Ich orientiere mich an den Startnummern der anderen und biege nach 100m links ab in die große Startschleife. An einem Maisfeld entlang, durch ein Wäldchen in einem großen Bogen über die große Wiese und nochmals am Start vorbei. Hier werden wir angefeuert. Dieses Anfeuern wird ziemlich einzigartig bleiben.

 
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Auf einem Sandweg geht es im Schatten an einem Bach entlang und nach 2km über ein Holzbrückchen, links unter einer Eisenbahnunterführung durch und dann gleich rechts in einen Kiefernwald den Berg rauf. Auf halber Höhe biegen die 10km-Läufer ab. Nach 28min das erste km-Schild das ich sehe. Es löst Verwunderung aus. In roter Schrift 4km, in grüner Schrift 3km – dabei sind wir gleich weit gelaufen! Hätten die Halbmarathonis die Startehrenrunde gar nicht laufen sollen? Laufen die heute einen km extra? Ja, sieht ganz so aus.

Zwei Mädchen kommen mir mit lila Startnummern entgegen, die haben ihre Abzweigung versäumt und haben heute sogar zwei zusätzliche km. Wir kommen aus dem Wald raus und haben für ein paar Meter eine asphaltierte Straße, bevor wir in einen Feldweg einbiegen. Faustgroße Steine liegen da lose rum. Damit habe ich keine Freude. Im Dorf Vrážné gibt es nach roten 6km die erste Občerstvení: Wasser und aufgeschnittene Äpfel. Ein paar Einwohner schauen drein, als würden sie bei einem Leichenzug  zusehen. Von Enthusiasmus kann keine Rede sein.

Kurz nachher verlassen uns die Halbmarathonis und es wird ruhig um mich. Monika ist hier abgebogen. Mike ist vorne auf und davon. Hier ist eine riesige Narbe in der Landschaft zu überqueren, eine Gas-Pipeline wurde hier vergraben.

10.58 Uhr bei km8; Nun für ein paar hundert Meter wieder Asphaltstraße, scharf links abbiegen und steil einen Forstweg hinunter, über ein Bächlein, bevor es gleich wieder in einen Wald rauf geht.

 
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In Křečov gibt es nach gut 10km wieder etwas zu essen und trinken, die Helfer lassen sich gerne fotografieren. Eine Dame in Pink macht sich gerade auf den weiteren Weg und verschwindet im Wald. 

Nach 77min bin ich bei km11. Aus dem Wald dröhnt Motorengeräusch, jemand bewegt hier ganz ambitioniert ein Motocross-Motorrad. Ich kann es auch riechen.

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