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Laufberichte

Durch’s Calenberger Land

23.11.13

Es war einmal ein König, der ließ für seine Königin ein romantisches Märchenschloss erbauen. Da er sehr großzügig war, sollte das Schloss 160 Zimmer und viele verspielte Wach- und Wehrtürme, sowie eine Kapelle und einen wunderschönen Park bekommen. Seine Königin hieß Marie. Nach ihr benannte er den Berg, auf dem das Schloss erbaut wurde, Marienberg und das Schloss bekam den Namen Schloss Marienburg. Wie wunderschön diese Burg wurde, konnte der König leider nie sehen, denn er war von Kindheit an blind.

Wisst Ihr schon, wo wir sind? Im Calenberger Land, in der Nähe von Hildesheim. Hier hat der „Vielläufer“ Heiner Schütte einen neuen Marathon ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit dem Vfl Adensen-Hallerburg e.V. findet heute der 1. Schloss-Marienburg-Marathon statt. Die Laufstrecke ist in Form einer Acht, wobei der Kreuzungspunkt sehr zentral liegt. Damit hat Heiner nicht nur eine sehr attraktive Marathonstrecke, sondern praktischerweise auch einen Halbmarathon, eine Staffel (4x10,55km), einen Partnerlauf (2x21,1km), sowie eine Wander- und Walkingstrecke über jeweils 21,1km an. Das Startgeld liegt zwischen 20€ und 25€.

Während viele kleine Marathonveranstaltungen schon mit 60 bis 100 Teilnehmern zufrieden sein müssen, wurde Heiner von den Marathonis regelrecht überrannt. Da halft nur ein Limit von 200 Teilnehmern für Marathon und das gleiche für den Halbmarathon. Schon zwei Wochen vorher musste er vielen Läufern absagen, da das Limit schon überschritten war.

 
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Viel Prominenz aus der Marathon-Sammlerszene ist am Start. Z. B. Christian Hottas (Nr. 1 mit inzwischen weit über 2.000 Läufen), Hans-Joachim Meyer (über 1.500) und viele weitere mit 500 und mehr Marathons. Gratuliere zu diesem tollen Läuferfest, Heiner.

Auch Klaus Egedesø aus Dänemark sowie einige Niederländer sind angereist um hier zu laufen. Ein Läufer spricht mich an. Ich kenne ihn nicht, er kennt aber mich und viele meiner Berichte auf M4Y. Wie er mir sagt, sei er ein echter Fan, Dann bittet er mich, ihm ein Autogramm auf seine Startnummer zu geben. Mal ehrlich, so was macht doch stolz und spornt an, weiterhin unterwegs zu sein und zu berichten.

Die Sporthalle in Adensen ist das Veranstaltungszentrum. Hier befinden sich die Umkleideräume, Duschen, sowie der Start und das Ziel. Vor der Sporthalle kreuzt sich auch die Strecke. Der Start für alle Strecken ist um 10 Uhr. Für den Marathon gibt es einen Cut-off von 3h bei Halbzeit, Zielschluss ist bei 6h + Toleranz.

 
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Es ist kurz vor 10 Uhr und das große Feld von ca. 500 Läuferinnen und Läufern hat sich am Start eingefunden. Kurze Ansprache mit Hinweis auf die Straßenverkehrsordnung und dass  im Wald nicht geraucht werden darf, dann geht’s los.

Adensen ist ein kleiner Ort mit nur rund 1.000 Einwohnern, aber einer Geschichte, die bis vors Jahr 1000 zurück reicht. Die Adenoyser Straße, die durch den Ort führt, erinnert an längst vergangen Zeiten. Gleich vom Start weg geht es ganz leicht aufwärts bis zum Waldrand. Schön anzusehen, die herrlich bunte Läuferschlange.

Ein Stück begleite ich Helmut Braun, der auch schon um die 350 Marathons in den Beinen hat. Er ist dafür bekannt, dass er immer als Streckenverpflegung einen Liter Milch und ein trockenes Brötchen bei sich hat. Die in seiner Hand sehe ich, aber wo ist das Brötchen? Er hat es in der Jackentasche und für ein Foto zeigt er es vor. Neben ihm läuft Hans Drexler, alias Schneggi. Er bringt es auf ungefähr 500 Marathons und hat selbst eine Internetseite. Nur ein paar Schritte hinter mir läuft Christine Schroeder, die bei ungefähr 450 Marathons angekommen ist, und Peter Wieneke, der mit seinen 67 Lenzen schon über 1.000 Marathons gesammelt hat. Da komme ich mir mit meinen 132 Läufen wie ein Anfänger vor.

Am Waldrand nach ca. 2,5km biegen wir ab und umrunden auf den nächsten 2,5 km den Adenser Berg. Hier ist es ganz schön rutschig vom nächtlichen Regen und dem permanenten leichten Nieseln heute. Es geht über einen schmalen Trail hinunter zur K 505. Bis 1935 gab es zwischen der Leine und dem Marienberg lediglich einen schmalen Feldweg und zur Überquerung nur eine steinerne Brücke, die jedoch für Fahrzeuge zur Burg gesperrt war. Beim Straßenbau fand man beschriftete Findlinge, die auf die Sachsenschlucht hinwiesen.

Kurz vor dem 5 Km-Schild sind wir unterhalb vom Märchen- und Traumschloss der Welfen, der Marienburg. Gleich hinter der Kurve beginnt der eigentliche Aufstieg über die Marienbergstraße. Wir nehmen aber den matschigen Trail, der uns in Serpentinen aufwärts führt. Bei der letzten Serpentine erkennt man dann endlich die  Silhouette des Schlosses mit seinen verspielten Wach- und Wehrtürmen. Es zählt zu den bedeutendsten neugotischen Baudenkmälern in Deutschland.

 
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Das Schloss Marienburg ist natürlich das High-Light der Laufstrecke. Über die hölzerne Zugbrücke und durch das große Eingangsportal gelangen wir in den Schlossinnenhof, wo wir mit Dudelsackklängen empfangen werden. Eine gute Idee, das hat was.

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Informationen: Schloss Marienburg Marathon
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