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Laufberichte

Der ''kleine'' Unterschied

 

Der  Gletschermarathon von Mandarfen nach Imst feiert das 10jährige. Ein paar Wochen später findet erstmals unter der Regie des Touristikverbandes und der Innsbrucker Laufwerkstatt  der Pitz Alpine Glacier Trail statt. 

Während man beim Gletschermarathon den Gletscher aus sicherer Entfernung bestaunt, kann man ihn beim Pitz Alpine hautnah erleben. Denn bei der 100-, 85- und 42km-Strecke ist die Gletscherquerung nach der Passage der Mittagsscharte (3080m) inklusive.  Start und Ziel ist für alle Strecken (auch für ebenfalls angebotenen 26 und 15 km), Mandarfen.

In Mandarfen, ungefähr 1700 m ü. M., ist das Pitztal zu Ende. Weiter geht es von da aus nur auf schmalen Wegen und Steigen. Heute sagt man Trails dazu und statt einer strammen Bergtour macht man einen Trailrun. Lästermäuler sehen das so. Dabei ist es offensichtlich: Trailrunner sind verwegene Männer und Frauen, hochgerüstet mit nicht nur funktionellen, sondern auch modischen Hightech-Klamotten,  allerlei elektronischem Equipment und einem Tagespensum, für das ein traditioneller  Bergwanderer fast eine Woche braucht.

Die Entwicklung ist rasant. Andrea Tuffli, Gründer und Organisator des Swissalpine, bezeichnete man als Spinner, als er vor 30 Jahren einen ungefähr 60 km langen Berglauf ausgeschrieben hat. Heute sind 100, 160 oder teilweise sogar über 200 km mit fünfstelligen Höhenmetern keine Seltenheit. Wohin diese Entwicklung führt, ob sie gut ist und wenn ja, für wen, wird sich zeigen.  Das ist nicht das Thema.

Tatsache ist, dass man nicht von einem Straßenlauf so mir nichts/dir nichts in die Berge wechseln kann. Das hat schon so mancher erfahren, der locker einen Marathon in 4 Stunden läuft und dann den Jungfrau Marathon mit Ach und Krach in 6 Stunden schafft. Dabei sind, mit Verlaub, die sehr beliebten Bergmarathons in den Alpen bestenfalls der Einstieg zum Trailrunning und niemals der Maßstab. Der Unterschied zwischen einem Bergmarathon und einem Trailrun, z. B. den 42 km beim Pitz Alpine, ist noch einmal so groß wie der zwischen dem Berlin- und Zermatt-Marathon.

Das soll jetzt aber niemand davon abhalten, Trailrunning zu probieren. Im Gegenteil. Ich kann jeden nur dazu ermutigen. Ich möchte allerdings jeden Marathoni daran erinnern, dass er sich bis zu seinem ersten Marathon „hochgearbeitet“ und nicht mit einem 42er begonnen, hat.  Jetzt muss man das beim Trailrunning genauso machen und nicht mit einem Ultratrail anfangen.

Im Pitztal gibt es dazu ideale Möglichkeiten, noch dazu zum Teil auf Original-Streckenabschnitten des Pitz Alpine. Am Anfang helfen Kurse unter professioneller Anleitung, teilweise auch speziell für Frauen. Die einzelnen Strecken sind eingeteilt in Schwierigkeitsgrade, wie man es von Wanderwegen und Klettersteigen her kennt. Dazu gibt es genaue Angaben zu Distanz, Höhenmetern und Laufzeiten.  So lernt man in ein paar Tagen kennen, was Trailrunning heutzutage beinhaltet: Steile Bergauf- und Bergab-Passagen, extreme Steige mit Seilsicherungen, Schnee- und Gletscherpassagen. Und das, wenn man Glück oder Pech hat (je nach Sichtweise), bei jedem Wetter und wahlweise bei Tag und in der Dunkelheit.

Informationen dazu gibt es hier

Das Spannende beim Trailrunning ist ja auch, dass man selbst bei bester Vorbereitung und Fitness nicht vor unliebsamen Überraschungen gefeit ist. Während es bei einem Marathon bei einem routinierten Läufer eher darum geht, ob er zum Beispiel knapp unter oder über der 4Stunden-Marke bleibt, ist es bei einem Ultratrail völlig offen, ob man überhaupt das Ziel erreicht. Witterungsbedingte Unterbrechungen, Streckenänderungen und/oder sogar der Abbruch des gesamten Rennens  sind immer möglich. Verletzungen und Stürze passieren in dem schwierigen Gelände natürlich auch häufiger, als auf einer flachen Asphaltpiste. Und weil man keine Strecke mit einer anderen vergleichen kann, ist eine Einschätzung der Laufzeit nur schwer oder gar nicht möglich.

Unser guter Anton weiß davon ein Lied zu singen. Gerade er, der unzählige Bergtouren hinter sich hat, der Marathons serienweise in 3:30 läuft und der einen 100er problemlos wegsteckt,  scheitert beim Pitz Alpine auf der 42km-Strecke am Zeitlimit und handelt sich zum ersten Mal in seinem 28jährigen Läuferdasein ein DNF ein.

Seinen Laufbericht und viele Bilder
findet man hier

Ok, Anton ist Sportler und akzeptiert das. Aber er weiß auch, dass er und viele anderen Läuferinnen und Läufer einfach deshalb keine Chance hatten, weil die Cut-off-Zeit nach 15 km für „Normalos“ nicht realistisch war. Das weiß aber jetzt auch der Veranstalter. Er hat nach dem Rennen spontan versprochen, die Soll-Zeiten den jetzt gemachten Erfahrungen anzupassen.

Also dann: Viel Spaß beim Trailrunning, beim Reinschnuppern und beim Vorbereiten. Irgendwann sehen wir uns dann im Pitztal beim Trailrunning auf höchstem Niveau.
 

Impressionen vom Pitz Alpine 2015

 

 
© marathon4you.de 19 Bilder

 
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Auszug aus der Ergebnisliste

 

42 km Männer

1. Lorenz Köhl GER 6:57:49 
2. Andrin Kappenberger SUI 7:22:30 
3. Benedikt Margreiter AUT 7:34:54

42 km Frauen

1. Marie Rouire  FRA 9:52:08 
2. Marina Waldmann GER 10:35:45 
3. Brigitta Szilagyi HUN 10:41:59 

 

 
© marathon4you.de 12 Bilder

 
85 km Männer

1. Yannick Pingault FRA 18:00:56 
2. Sebastian Kleis GER 18:09:38 
3. Patrick Rasch AUT 18:46:25

85 km Frauen

1. Vera Gansen  GER 23:29:12

 

100 km Männer

1. Petru Muntenasu GER 17:46:07 
2. Mario Gruber  AUT    19:43:30 
3. Thomas Heißl  AUT 21:29:24 

(Keine Frau im Ziel)

 

 

Informationen: Pitz Alpine Glacier Trail
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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