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City-Marathon vom Feinsten

18.10.09

Er zählt nicht zu den ganz Großen, aber auch nicht zu den Kleinen. Auf alle Fälle aber zu den Besonderen in der Riege der deutschen Citymarathons: Der Dresden Marathon. Das liegt zunächst einmal an der Stadt selbst und ihrer bewegten Geschichte. Wie wohl in keiner anderen deutschen Metropole wurde die Innenstadt vom Bombenhagel des letzten Weltkriegs in Schutt und Asche gelegt - und das in einer einzigen Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945. Und dennoch: Wie der legendäre Phönix ist Dresden daraus wieder erstanden. Und auch wenn es letztlich Jahrzehnte gedauert hat: Dresden präsentiert sich heute wieder als Kunst- und Kulturmetropole ersten Ranges mit einer historischer Stadtkulisse, die einzigartig ist. Weltberühmt sind der Zwinger, die Semperoper und die alles überragende Frauenkirche, um nur die absoluten Highlights zu nennen. Einmalig ist der Panoramablick über die grünen Elbauen auf das barocke Altstadtensemble. Schon ein erster Blick auf den Streckenplan in der Ausschreibung zum Lauf verheißt Einiges: an (fast) allem, was Dresden so berühmt macht, kommt man vorbei, an vielem nicht nur einmal.

Auch wenn bei meinem ersten Kontakt im Jahre 1990 das Residenzschloss großenteils noch eine Ruine war und statt der Frauenkirche eine riesige Lücke mit ein paar armseligen Steinhaufen im Herzen der Stadt klaffte, habe ich mich schon damals der besonderen Stimmung dieser Stadt an der Elbe nicht entziehen können. 12 Jahre später, 2002, erlebe ich, wie die Stadt in der Zwischenzeit erblüht ist: das Schloss in neuem Glanz, die Frauenkirche als neuer Mittelpunkt der Stadtsilhouette im Wiederaufbau, auf der anderen Elbseite die edel chic heraus geputzte "Innere Neustadt" ebenso wie daneben die fröhlich-bunte Alternativkultur der „Äußeren Neustadt“ rund um die Alaunstraße. Und auch die Plattenbauten rundherum hatten zumindest ein bisschen mehr Farbe bekommen. Toll war es und ich wusste: Ich komme wieder.

2009 - es ist soweit. Eine erneute Begegnung mit Dresden steht an, wenn auch unter besonderen Vorzeichen. Dieses Mal will ich die Stadt im Laufschritt erobern. Nun schon zum elften Mal haben die Organisatoren die Läufer/innen zum Run auf Distanzen zwischen 10 und 42,195 km durch die Elbmetropole gerufen. Bei 1.200 bis 1.400 hat sich in den letzten Jahren die Zahl derer eingependelt, die sich an die klassische Marathondistanz von 42,195 km heran wagen. Zur Großveranstaltung mit bis zu 8.000 Teilnehmern mutiert das Ganze allerdings durch die zusätzlichen Laufangebote, insbesondere den Halbmarathon, der allein etwa die Hälfte des Starterfeldes ausmacht.

Auch 2009 ist der Zuspruch groß. Ein Tiefdruckgebiet hat dem goldenen Oktober zwar seit einer Woche mit eisigem Wind, Regen und Schneegestöber den Garaus gemacht, was so manchen Kurzentschlossenen abgeschreckt haben mag. Doch sind es wieder über 1.400, die sich für den Marathon angemeldet haben, und 7.200 in allen Wettbewerben.

Dreh- und Angelpunkt: das ICC

Dass der Dresden-Marathon nicht nur mit seiner Kulisse, sondern einer perfekten Organisation punkten kann, merkt man spätestens bei der Abholung der Startunterlagen im Internationalen Congress Center (ICC). Die elegante asymmetrische Stahl-Glas-Konstruktion erhebt sich seit 2004 am Rande der Altstadt direkt am Elbufer. Sie bildet einen scharfen Kontrast zum nebenan gelegenen historischen Speicher, einem wuchtigen Bau, in dem jetzt das Marriot Hotel residiert. Ohne jedes Warten bekomme ich Startnummer und Kleiderbeutel.

 
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Überrascht bin ich von der Größe und Vielfältigkeit der Marathonmesse, die die helle luftige Halle füllt. Das großzügige, stilvolle Ambiente trägt sicher auch dazu bei, dass die Atmosphäre ausgesprochen entspannt ist. Wer vom Shoppen erschöpft Stärkung sucht, findet Erlösung bei einem Trupp weißgewandeter und -behaubter Köche, die nur darauf warten, Pasta (der Bon ist für Läufer kostenlos) oder auch Anderes aus der Küche an den Mann bzw. die Frau zu bringen. So viel Klasse bieten die Marathonmessen der "Großen" in der Branche nicht. Noch ein Pluspunkt der Dresdner Messe: Sie hat nicht nur am Freitag und Samstag, sondern auch am Laufsonntag bis 18 Uhr geöffnet. Und da der Zieleinlauf unmittelbar vor dem ICC ist, können auch Fußkranke noch die Gelegenheit nutzen, sich nach vollbrachter Tat mit einem Schnäppchen zu belohnen.

Start in der Ostra-Allee

Tiefgrauer Himmel, 5 Grad C, immerhin plus - und Dauerregen. Das ist der wenig Motivation fördernde erste Eindruck vom Wetter am Sonntagmorgen. Erste Anlaufstation der Läufer ist auch heute das ICC. Tausende tummeln sich hier schon vor und vor allem im ICC, als ich kurz vor 9 Uhr eintreffe. So wohlig warm ist es im ICC, dass ich am liebsten dort geblieben wäre. Aber ich merke schon am Andrang, dass es nicht nur mir so geht. Angenehm temperiert ist auch die weitläufige Tiefgarage, wo das Kleiderdepot untergebracht ist. Gegen 9:40 Uhr überwiegt aber dann doch die innere Unruhe. Mich zieht es zum Startgelände und ich reihe mich, notdürftig mit einem Plastikumhang über der dünnen Funktionskleidung geschützt, ein in die Karawane, die von hier in die nahe Ostra-Allee, direkt am Zwinger gelegen, zieht.

 
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In vier Blocks ist das mit Gittern abgeteilte Startgelände gegliedert: In Block A und B starten die Schnelleren, in Block C das Gros der Läufer, hinten anstellen müssen sich die Walker. Alle Laufwettbewerbe starten gemeinsam und an der ersten Ziffer der fünfstelligen Startnummer - 1, 2 oder 4 - lässt sich erkennen, wie lange die Laufreise heute gehen soll. Die Vollmarathons mit dem „4er“ sind dabei eindeutig in der Minderheit. Ein Moderator heizt mit Musik die Stimmung an. Und es wirkt. Viele tanzen sich warm, die Stimmung ist geradezu ausgelassen, von Hektik und Anspannung keine Spur. Ein weiterer Umstand, der die Laune hebt, ist sicher auch, dass, als wäre es bestellt, der Regen aufgehört hat. Kann es sein, dass Cheforganisator Peter Eckstein auch Petrus zum stilvollen „Come together“ im Hilton gestern Abend geladen hat?

 
 

Informationen: Piepenbrock Dresden Marathon
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