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Laufberichte

In der Hitze der Nacht

02.07.10

Zuerst Kühle bei den Hindenburgs, dann Hitze an der Lahn

An den US-amerikanischen Spielfilm von 1967 („In the heat of the night“) fühle ich mich erinnert, als ich mir bei der Anfahrt auf Marburg am bisher heißesten Tag des Jahres die 35° heiße Luft um die Nase wehen lasse. Muß ich mir das heute antun? Scheinbar schon, denn drei Wochen nach Biel juckt es mir schon wieder heftig in den Beinen und meine Brust leidet zudem unter akuten Startnummernentzugserscheinungen. Ein Abend-/Nachtlauf freitags ist dagegen genau das richtige Medikament.

Über Marburg ist alles Wesentliche auch bei M4y schon längst geschrieben: Mittelhessische Kreisstadt, Studentenstadt, traumhafte alte Bausubstanz in der Oberstadt, Millionen Kneipen, Alte Universität, Landgrafenschloß, Heilige Elisabeth, Elisabethkirche. Wobei Elisabethkirche nicht nur Heilige Elisabeth bedeutet, sondern auch einen weiten Bogen nach Ostpreußen schlägt. Wie das jetzt? In der Elisabethkirche hat nämlich Paul von Hindenburg seine letzte Ruhe gefunden.

Unbekannt? Sollte nicht. Einem alten preußischen Adelsgeschlecht entstammend, wurde Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg 1847 in Posen geboren, beschritt die für einen Angehörigen des alten Adels fast unvermeidliche militärische Laufbahn, aus der er 1911 pensioniert wurde. 1914 reaktiviert, wurde er als Generalfeldmarschall höchstdekoriert zum Befreier Ostpreußens. 1919 – 1925 folgte sein zweiter Ruhestand, den seine Wahl zum Reichspräsidenten als Nachfolger Friedrich Eberts abrupt beendete. Sein heutiges Bild bestimmt leider ausschließlich die durch ihn 1933 erfolgte Ernennung des Gröfaz (Größter Führer aller Zeiten) zum Reichkanzler.

1934 verstorben und damit in den endgültigen Ruhestand versetzt, wurde er am Ort seines größten Siegs über die Russen, im Mausoleum Tannenberg/OPr., beigesetzt. Auf dem Rückzug 1945 wurden die Särge von u.a. ihm und seiner Frau zunächst in ein Salzbergwerk nach Thüringen gerettet und von den Amerikanern abschließend zur endgültigen Beisetzung nach Marburg in die Elisabethkirche gebracht. Und da liegt er noch heute und wird von mir, nicht zuletzt wegen der angenehmen Kühle des Gemäuers, ausgiebig gegrüßt.

 
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Zuerst war ich allerdings erst einmal am späteren Ziel im Universitätsstadion zur Nachmeldung (ja, jetzt fange auch ich schon an zu spinnen und melde mal gerade eben zum Marathon nach) und bin dann gemächlich den einen km über 100 Höhenmeter in die Oberstadt aufgestiegen, wo um 19 Uhr der Start stattfinden wird. Ich schaue mir den tollen Platz und die Häuser an, sehe viele nette Leute gemütlich in Cafes, Kneipen sowie Restaurants sitzen und frage mich, ob ich sie noch alle habe und wirklich jetzt vier Stunden vor mich hinschwitzen möchte. Ja, ich will.

 
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Und weil ich will, geht’s für mich und rund 1.400 Gleichgesinnte (Marathon, Halbmarathon und Marathonstaffel zu viert) vom rappelvollen Markt bei knapp 30° auch bald los, verbal heftigst vom bekannten Moderator Arthur Schmidt unterstützt. 1.034 hatten vorgemeldet, davon schlappe 160 für die namengebende Disziplin. (15 %). Über dieses Mißverhältnis (5:1 zugunsten des Halbmarathons) haben wir schon öfter, auch von anderen Orten, berichtet.

Der erste km führt sehr schön über attraktive, kopfsteingepflasterte Straßen zunächst gute 50 HM abwärts und in Richtung Lahn, die wir nach einer fast 180°-Kehre am Wilhelmsplatz bald erreichen und auch kaum mehr verlassen werden. In den Cafés an der zunächst durchlaufenen Barfüßerstraße sitzen die Leute und wundern sich über die Bekloppten, die bei der Hitze und dem Alternativprogramm (WM) nicht Besseres zu tun haben. Grob gesagt, verläuft die Strecke zunächst nach Norden gute 5 km lahnaufwärts, nach Überquerung derselben wieder auf Höhe des Starts (aber nicht zum)  zurück, dann weitere 5 km nach Süden und nach Überquerung der Lahn diese wieder auf Höhe des Starts zurück. Dieser südliche Abschnitt von rund 10 km ist dann noch zweimal zu laufen und endet im Universitätsstadion.

 
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Informationen: Nachtmarathon Marburg
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