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Laufberichte

Exklusiver Sp(m)arathon

24.04.10

"There ain't no such thing as a free lunch" pflegt der Amerikaner zu sagen und meint damit, dass es nichts umsonst gibt. Stimmt nicht ganz. Einen kostenlosen Lunch gibt es einmal im Jahr in Muttenz, sofern man sich gerne flüssig ernährt. Zusätzlich zu Wasser und Iso gibt es erst noch einen Marathon, gespickt mit nahrhaften 640 Höhenmetern. Selbstverständlich kostet auch dieser nichts – außer Schweiß, Schmerzen, Blut und Tränen.

Was kann einen da noch hindern hinzugehen? Höchstens die eigene Langsamkeit bei der Entschlussfassung, denn bereits im Januar war ausgebucht.

Vor zwei Jahren lud Christoph Dipner erstmals zum MuMa. Ein paar waren der Einladung gefolgt, einige mehr hatten ihn belächelt. Im vergangenen Jahr vervierfachte sich die Teilnehmerzahl und es zeichnete sich ab, dass für die dritte Austragung eine Teilnehmerbeschränkung eingeführt werden muss. Ganz im Geist der Veranstaltung wurde die nicht exakt, sondern bei ungefähr vierzig definiert.

Auf dem letzten Zacken rausche ich gerade mal eine Viertelstunde vor dem Start auf dem Platz bei der Dorfkirche an. Christoph setzt eben zur Weitergabe der wichtigsten Laufinformationen an, ich setzte schnell die Unterschrift auf das Enthaftungsformular, dann stehe ich auch bei den anderen 35 Startenden, darunter drei Damen. Sieben ehemals Glückliche, die noch Platz auf der Startliste gefunden hatten, mussten sich aus ehrenwerten Gründen abmelden (Gute Besserung!).

Für den eine halbe Stunde später startenden 2/3-Marathon sind nur drei Herren und eine Dame gemeldet.  Sollten diese unterwegs vom Marathonfieber gepackt werden, haben sie aber die Möglichkeit für ein Upgrade – umgekehrt besteht für den lagen Kanten die elegante Ausstiegsmöglichkeit mit einem Downgrade auf die kürzere Strecke.

Das Teilnehmerfeld kann trotz seiner Überschaubarkeit als repräsentativ bezeichnet werden. Die Bestzeiten, welche zu Buche stehen, reichen von 2:44 bis 4:44, ein Siebtel des Feldes tritt erstmals über diese Distanz an, andere haben schon mehrere Dutzend Marathons hinter sich und mit Martin Wagen ist ein prominenter Trans Europe Footrace-Finisher dabei. Und marathon4you berichtet schon zum zweiten Mal über diesen Lauf vor den Toren Basels.

 
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Hätte ich in der Nacht zuvor nicht allerlei Unsinn geträumt, unter anderem, dass ich mit 20 km/h zu viel geblitzt worden sei, hätte ich mich vermutlich für eine rasantere Anfahrt entschieden. Nun bleibt mir kaum mehr Zeit vor dem Start zum Ratschen, dabei treffe ich doch wieder einige Bekannte. Die Süchtigen, Unverbesserlichen, Notorischen eben.  Das Bisschen, das ich mir doch noch gönne, lässt mich vergessen, dass ich noch eine wichtige Vorbereitung hätte treffen sollen. Die Bilder der letzten beiden Marathons sind noch nicht von der Speicherkarte gelöscht und ich weiß nicht, wie viele noch drauf passen. Die Anzeige auf dem Bildschirm kann ich nicht entziffern, dafür fehlt mir das Gestell auf der Nase, mit welchem Herren meines Alters die fehlende Armverlängerung auszugleichen pflegen.

Na, dann, mal sehen, denn jetzt geht es los. Ich plaudere mit Christoph und merke nicht, dass ich viel zu flott losziehe. Er hat seine Uhr aber im Griff und sie weist  ihn und damit auch mich auf das überhöhte Tempo auf den ersten zwei Kilometern hin. 

 
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Auf der Holzbrücke geht es dort über die Birs, dann auf dem Spazierweg den letzten gut drei Kilometern des Flusslaufs entlang. Bei St. Jakob  kommen wir am Heimstadion des FC Basel vorbei, welches von einem markanten Glasgebäude  pyramidaler Anmutung flankiert wird. Letzten Sommer wurde der langjährige Trainer des Vereins in die Wüste geschickt. Kaum ein Schwabe hat damals davon Notiz genommen. Heute freuen sich die Stuttgarter, dass der VfB mit Christian Groß in den oberen Tabellenbereich unterwegs ist. Der Grat zwischen Misserfolg und Erfolg ist manchmal schmal.

Zahlreiche Sportler, welche diesen herrlichen Frühlings-Samstagmorgen für einen Trainingslauf nutzen, kommen uns entgegen. Man kennt es vom Bahnfahren: Wenn sich zwei Züge kreuzen, erkennt man keine Details der Gegenseite.  Der Zufall will es aber, dass Moni und ich uns erkennen, schnell grüßen und einander „bis Davos“ zurufen können. Dort haben wir uns die letzten beiden Male getroffen.

Zahlreiche Hunde toben sich hier aus und lassen sich von den vorbeiziehenden Marathonis ebenso wenig stören wie sie mich stören. Voriges Jahr hatte ich auf der ersten Schlaufe ja meine kleine Ida dabei und es war Balsam für meine Seele, dass sich einige letztjährige Teilnehmer in der kurzen Zeit bis zum Start nach ihr erkundigt haben.

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Informationen: Muttenz-Marathon
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