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Laufberichte

„You Can Do FSM“

07.09.14

Gute Stimmung, nette Leute. Was das Besondere am Marathon in der Fränkischen Schweiz ausmacht, erfahrt man exklusiv hier in meinem Erlebnisbericht.

In den letzten Jahren ging ich häufig auf die Rennstrecke durch die Fränkische Schweiz. Ich kann weder meine Unterlagen in Ebermannstadt abholen noch auf die Strecke gehen, ohne erkannt und gegrüßt zu werden. Man kennt die laufenden M4Y-Reporter und das Portal im Frankenland sehr gut. Heuer bin ich nicht alleine, sondern ich kann eine Vereinskollegin, die Henriette, überreden mitzukommen. Ihr ist der Marathon zwar zu lange, doch übers Faselbuch findet sie einen Kollegen aus Bamberch, dessen Meldung als Team sonst gescheitert wäre.

Die Anreise nach Ebermannstadt zum Empfang der Startunterlagen sollte früh erfolgen, denn um 07.00 Uhr macht die Bundesstraße 470 dicht. Man wird auf kleinere Landstraßen umgeleitet, während das breite Asphaltband für die Läufer und Inliner hergerichtet wird. Nach ihnen werden am Nachmittag Spaziergänger, Radfahrer und Genussskater weniger schnell darauf unterwegs sind. Der ganze Sonntag ist autofrei.

Ich bin zu spät, so dass ich mich noch über kleine Straßen und zum Schluss kreuz und quer durch Ebermannstadt mit der Karre durchschlagen muss, bis ich einen Parkplatz am Landratsamt im Osten des Städtchens am Oberen Tor finde. Mit Manpower werden die Startnummern ausgegeben, es gibt keine Wartezeiten. Einen besonderen Service bietet der VGN an, denn mit Startnummer kannst du am Renntag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Großraum Nürnberg zum Nulltarif anreisen.

Die Abfahrtsstelle der Busse erreichen wir in einem Fußmarsch von wenigen Minuten. Um acht Uhr fährt der letzte Bus nach Forchheim zum Startort. Man sollte also nicht auf den letzten Drücker anreisen und hoffen, dass der Bus wartet. 20 Minuten dauert die Fahrt, wo wir erste Eindrücke von der Strecke sammeln können. Im Wiesenttal hängt noch der Nebel, doch die Sonne wird sich schnell durchsetzen. Zumindest hat der Wetterfrosch für heute beständige Bedingungen vorhergesagt. Es soll deutlich über 20 Grad hinausgehen, Trinken darf man da nicht vergessen.

Jeder findet am Wettkampfwochenende seine Beschäftigung. Am Samstag wird für den Nachwuchs ein Rennen organisiert. Zugleich sich können auch noch Hobbyläufer auf dem Zehntel-Marathon (4,2 Kilometer) austoben. Am Sonntag steht der Marathon, der Team-Marathon (zwei Läufer), ein 16 Kilometer-Lauf sowie einige Wertungen für Inliner auf der Marathondistanz auf dem Programm. Man überlegt, in der Zukunft noch einen Halbmarathon anzubieten. Der Markt, denke ich, wird das schon hergeben. Die Strecke bräuchte nur 2,5 Kilometer auf der Bundesstraße weiter verlaufen und dann an einem Wendepunkt zurück nach Ebermannstadt führen.

 
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Am Paradeplatz stehen die LKW, dort können die Läufer ihre Wechselbekleidung abgeben. Umgezogen wird sich unter dem freien Himmel, vor den Häuserln sehe ich lange Schlangen. Ja, was man noch jetzt erledigen kann, braucht man nicht mitschleppen.

Erwin Bittl hat wie in den vergangenen Jahren ein starkes Team als Pacer rekrutiert, das Zielzeiten von 3:30 Stunden bis 5 Stunden garantieren soll. Erwin kann heute leider nicht auf die Strecke, verletzungsbedingt. Er wird aber seine Pacer betreuen und im Ziel jeden begrüßen. Zum Fototermin hat sich gleich der neue Landrat Dr. Hermann Ulm eingefunden, der seit Mai neu im Amt ist. Ich finde es für unseren Sport gut, dass sich auch gewichtige politische Prominenz für solche Events interessiert. Auch Forchheims Oberbürgermeister Franz Stumpf sehe ich zusammen mit Moderator Michael Cipura auf der Moderatorenbühne.

Einige Starts der Inliner, wo unter anderem die Bayerische Meisterschaft im Speed-Skating und die Deutsche Meisterschaft für Blinde und Sehbehinderte ausgetragen werden, folgen. Um 09.00 Uhr sind wir an der Reihe.

 

Erste Kilometer in der Stadt

 

Der Countdown übers Mikro folgt und dann klatschen OB und Landrat sich ab, das Zeichen für „Go“. Sogleich setzt sich das große Feld aus Marathonis, Teamläufern und 16-Kilometer-Rennern in Bewegung. Es ist ganz praktisch, dass die Teamläufer und die Sprinter eine entsprechende Markierung an der Trikotrückseite angebracht haben. So werden wir Marathonis nicht angesteckt und beginnen zu schnell.

 
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Zunächst verläuft die Strecke in Richtung Süden. Nach kurzer Wegstrecke finden wir genug Platz und können uns lauftechnisch „entfalten“. Natürlich ist hier, wie andernorts auch, ein eher ruhiges Stück zu absolvieren. Das führt uns durch das Industriegebiet an der Daimler- und Dieselstraße. Zwei Kilometer sind da schon geschafft, als wir dann nordwärts auf die B470 stoßen, auf der wir nun rund 25 Kilometer bis zur Wende an der Sachsenmühle laufen müssen. Es geht immer geradeaus.

Später überqueren wir die Bahngleise, der Kurs wendet sich nach Osten. Die erste Verpflegungsstelle können wir nach fünf Kilometern, im Stadtteil Reuth, benützen. Wasser und Iso steht im Angebot. Später kommen Bananen und am Ende auch noch Cola hinzu und die Abstände zwischen den VP‘s werden noch kürzer. Viele Helfer der örtlichen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerkes sind in den Event eingebunden. Die wissen auswendig, wie ein Durst zu löschen ist.

Auf dem Gelände einer Tankstelle werkelt eine Trommlergruppe. Die Musikanten locken daher Nachbarn und Neugierige heran, die uns lautstark anfeuern. „Yes you can“, lese ich auf einem Schild. Den Spruch wandele ich um und fertig ist meine Überschrift: „You can do FSM.“ Die Stimmung ist gut im Läuferfeld und wir verlassen schließlich das bebaute Gebiet.

 

Hinein in das Wiesenttal

 

Das Transparent des Bierbrauers aus Bayreuth ist quer über die Straße gespannt. Hier beginnt der Naturpark Fränkische Schweiz. Kennzeichen dieser Landschaft zwischen Main, Regnitz, Pegnitz und der Autobahnen 9, 73 und 70 sind die vielen Burgen, Ruinen, Höhlen und Felsformationen.

 
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Das Walberla, der erste Berg östlich von Forchheim und rechterhand unserer Laufrichtung, ist quasi der Hausberg. Ehrenbürg ist die offizielle Bezeichnung des 512 Meter hohen Massivs. Dort oben finden man seltene Pflanzen, insbesondere Orchideen. Immer Anfang Mai wird das sogenannte Walberla-Fest gefeiert, zu Ehren der heiligen Walburga.

Kurz hinter Kilometer zehn, der Nebel hat sich längst verzogen, steht Querläufer Jochen Brosig, heute mit Kamera und Rad unterwegs. Auf mein Ansinnen, auf dem Gepäckträger mitgenommen zu werden,  bekomme ich zur Antwort:  „Du bist alt genug zum Laufen“. Da hast Du’s.

An den Ortszufahrten sind viele Zuschauer. Bierbänke, Tische und Sonnenschirme sind aufgestellt. In Weilersbach findet ein Backofenfest statt: Schweinshaxen, Kraut und Klöße werden später angeboten. Die Feuerwehr Rüssenbach feiert an diesem autofreien Tag auf der B 470 ein Straßenfest. Die Kameraden erfüllen manchen Sonderwunsch,  denn ich sehe einen anderen Läufer bereits beim Weizenkonsum. Das Glas geht solange hin und her, bis es leer ist. Wenn die Uhr nicht laufen würde, hätte ich es länger ausgehalten. So machen wir uns wieder auf den Weiterweg. Zuvor kann ich auf meine Vereinskollegin aufschließen, die nun auf den letzten zwei Kilometern beißen muss. Nach dem Motto: Wenn dich der Schweinehund ärgert, bist du wenigstens nicht allein.

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Informationen: Fränkische Schweiz Marathon
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