Der Halbmarathon beim Generali Köln war das schnellste Rennen, das die Domstadt je erlebt hat. Richard Ringer (LC Rehlingen) und Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) unterboten die Streckenrekorde. Der Marathon-Europameister von 2022 pulverisierte in 61:50 Minuten die alte Marke, die 16 Jahre lang Bestand hatte. 2010 hatte der Kenianer Leonard Kipkoech Langat in 63:00 Minuten gewonnen. Auch der zweitplatzierte Jona Bodirsky (TSV Bayer 04 Leverkusen) blieb in 62:52 Minuten noch unter dem alten Streckenrekord. Auf Rang drei kam Yohan Zaradzki aus Belgien in 63:17 Minuten ins Ziel.
„Ich bin eigentlich mit dem Plan gestartet, nur knapp unter dem Rekord zu bleiben, weil ich mich drei Wochen vor dem Frankfurt-Marathon nicht abschießen wollte“, sagte Ringer im Ziel, „aber dann wurde das Rennen schneller als gedacht. Es hat sich allerdings sehr gut angefühlt, und ich habe es eben durchgezogen.“
Richard Ringer war vor sieben Woche bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham auf Rang zehn gelaufen und hatte zusammen mit Europameister Amanal Petros und Samuel Fitwi auf einer hügeligen Strecke Silber in der Teamwertung geholt. „Wir waren danach alle komplett zerstört. Das ist jetzt sieben Wochen her, dafür ist es in Köln sehr gut gelaufen“, sagte der 37-Jährige, der in drei Wochen in Frankfurt auf seine beiden EM-Teamkollegen treffen wird.
Bei seinem ersten Rennen überhaupt in Köln war er begeistert von der Stimmung: „Hier merkt man, wie Laufen boomt. Es war noch besser als gedacht. Die Stimmung war beeindruckend, vor allem wenn man bedankt, dass wir schon um halb neun gestartet sind.“
Bei den Frauen stand Esther Pfeiffer eine Woche nach ihrem frühzeitigen Ausstieg beim Berliner Marathon überraschend in ihrer Heimatstadt an der Startlinie. Mit ihrem Ehemann Hendrik als Pacemaker gewann die 29-Jährige, die im Sommer nach Köln gezogen ist, ihr Heimrennen überlegen. In 67:24 Minuten blieb sie knapp unter dem Streckenrekord, den sie selbst vor einem Jahr mit 67:28 Minuten aufgestellt hatte. Ihre persönliche Bestzeit – gelaufen vor einem halben Jahr beim Generali Berliner Halbmarathon – unterbot sie um eine Sekunde. Damit war die 29-Jährige allerdings nicht zufrieden angesichts der intensiven Vorbereitungen, mit denen sie eigentlich in Berlin den Marathon unter 2:20 Stunden laufen wollte. „Ich bin enttäuscht“, meinte sie.
Ganz anders die zweitplatzierte Fabienne Königstein (Hannover 96). Sie war in 70:55 Minuten deutlich langsamer als Esther Pfeiffer und blieb ebenso klar über ihrer Bestzeit von 69:23 Minuten, wusste das aber einzuordnen: „Ich stecke mitten in der Vorbereitung auf den New York-Marathon und bin nicht mit frischen Beinen angetreten. Mit der Zeit bin ich zufrieden. Auf den letzten Kilometern konnte ich noch mal Gas geben konnte. Das lässt mich optimistisch nach vorn schauen“, sagte die 33-Jährige, die bisher in diesem Jahr mit 2:24:31 Stunden die zweitschnellste deutsche Marathonläuferin ist. Auf Rang drei in Köln lief Melina Wolf (LG Region Karlsruhe) in 73:00 Minuten.
Auch sie war beeindruckt von der Stimmung beim Generali Köln Marathon, die sie zum ersten Mal erlebte: „Wahnsinn, wie viele Menschen schon so früh an der coolen Strecke waren. Entweder steht man in Köln früh auf oder war noch gar nicht wieder im Bett.“
Insgesamt gingen beim Halbmarathon im Rahmen des Generali Köln Marathon 20.510 Läufer:innen an den Start. Das Rennen war seit Monaten ausgebucht.