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Dramatik pur auf Berlins Straßen

27.09.26
Quelle: Pressemitteilung

In einem hochklassigen und dramatischen BMW BERLIN-MARATHON unterbot Tigst Assefa mit 2:11:04 Stunden ihren eigenen Streckenrekord deutlich. Jedoch hatte die 29-jährige Äthiopierin zugleich großes Pech, denn bis Kilometer 40 lag sie deutlich auf Kurs, um den Weltrekord von 2:09:56 zu brechen. Doch dann konnte sie aufgrund einer plötzlich auftretenden Beeinträchtigung im rechten Bein nur noch humpelnd weiterlaufen. Trotzdem erreichte Tigst Assefa mit 2:11:04 die drittschnellste je gelaufene Zeit und gewann mit großem Vorsprung vor ihren Landsfrauen Bedatu Hirpa und Dera Dida, die mit 2:16:53 beziehungsweise 2:16:55 auf den Plätzen zwei und drei Weltklassezeiten liefen. Schnellste deutsche Frau war überraschend Anna Langerwisch (Marathon Team/SCC Berlin) auf Platz 16 mit 2:27:31. Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) gab bei ihrem Versuch, den deutschen Rekord von 2:19:19 anzugreifen, das Rennen nach rund 14 km auf.

 

 

Bei guten Wetterbedingungen gab es auch bei den Männern einen äthiopischen Sieg: Guye Adola triumphierte in 2:02:50 Stunden zum zweiten Mal nach 2021 am Brandenburger Tor. Sein Landsmann Gemechu Diriba wurde in 2:03:19 Zweiter vor Gabriel Geay (Tansania), der nach 2:03:59 im Ziel war. Bester deutscher Läufer war Haftom Welday (TB Hamburg Eilbeck), der auf Platz 16 in 2:08:25 seine persönliche Bestzeit nur um zwölf Sekunden verpasste. Der 52. BMW BERLIN-MARATHON war gemessen an den beiden zusammengerechneten Siegzeiten das zweitschnellste Marathonrennen aller Zeiten weltweit. Schneller als Berlin (4:13:54) war nur Chicago 2024 (4:12:40).  Über 56.000 Läufer aus 162 Nationen hatten sich für den mit Abstand größten und spektakulärsten Marathon im deutschsprachigen Raum gemeldet. Damit gehört das Rennen zu den größten Rennen über die 42,195 km weltweit.

 

Das Rennen der Frauen

 

Von Beginn an lief Tigst Assefa Zwischenzeiten, die durchweg im Bereich des Weltrekordes lagen. Alleine in Führung liegend, passierte sie die 10-km-Marke nach 30:48 Minuten, den Halbmarathon-Punkt nach 64:57 und die 30-km-Marke nach 1:32:19 Stunden. In der Folge konnte Assefa ihren Puffer im Rennen um den Weltrekord zunächst noch um ein paar Sekunden vergrößern. Fünf Kilometer vor dem Ziel lag sie auf Kurs für eine Zeit von 2:09:36. Doch ungefähr beim 40-km-Punkt lief Tigst Assefa plötzlich unrund und begann kurz danach sichtbar zu humpeln. Der Traum vom zweiten Weltrekord in Berlin platzte auf den letzten 2.000 Metern. 

Nachdem Tigst Assefa das Rennen 2022 in 2:15:37 gewonnen hatte, war sie 2023 mit 2:11:53 zum Weltrekord gestürmt. Am Sonntag gewann sie zum dritten Mal und stellte dabei auch zum dritten Mal einen Streckenrekord auf - das gab es in der Geschichte des BMW BERLIN-MARATHON noch nie. Allerdings musste die Siegerin danach vorsichtshalber ins Krankenhaus, um die Verletzung zu diagnostizieren, so dass sie nicht mehr zur Sieger:innenehrung und zur Pressekonferenz kommen konnte. 

 

 

Auch ein zweiter Rekord-Traum platzte in Berlin: Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) wollte die 18 Jahre alte deutsche Bestzeit von Irina Mikitenko brechen, die in Berlin 2008 in 2:19:19 gewonnen hatte. Esther Pfeiffer begann das Rennen entsprechend schnell. Aber ungefähr bei Kilometer 14 beendete die 29-Jährige ihren zweiten Marathon vorzeitig. „Leider hat der enorme Erwartungsdruck heute seinen Tribut gefordert und sich unter anderem auf den Magen ausgewirkt. Esther ist das Rekordtempo angelaufen, doch aufgrund des angeschlagenen körperlichen Zustandes ging es dann nicht mehr. Sie wird zurückkommen und hat im Marathon noch viel vor“, sagte Hendrik Pfeiffer.

Aufgrund der Situation - Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics) verzichtete kurfristig auf ihren Start - war es plötzlich Anna Langerwisch (Marathon Team Berlin), die als beste deutsche Läuferin ins Ziel rannte. Die 25-jährige Berlinerin lief mit 2:27:31 auf Platz 16 ihre erste Zeit unter 2:30:00. Damit ist sie in diesem Jahr bisher die drittschnellste deutsche Läuferin. „Ich bin überwältigt, denn ich hätte nie damit gerechnet, dass ich die schnellste Deutsche sein könnte. Es war mein Ziel, eine Zeit unter 2:30:00 zu erreichen“, sagte Anna Langerwisch.


Das Rennen der Männer

 

Geführt von Tempomachern passierte eine achtköpfige Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 61:01 Minuten. Drei Äthiopier setzten sich dann kurz vor der 30-km-Marke ab: Guye Adola, Gemechu Diriba und Selemon Barega. Doch diese Spitzengruppe blieb nur kurz zusammen, denn knapp zehn Kilometer vor dem Ziel verschärfte Guye Adola das Tempo und löste sich. Der 35-Jährige lief schließlich nach 2:02:50 Stunden ins Ziel und hatte seine neun Jahre alte Bestzeit, die er bei seinem Debüt in Berlin 2017 als Zweiter mit 2:03:46 aufgestellt hatte, deutlich unterboten. „Ich bin sehr glücklich - das Rennen war gut, aber auch hart. Ich war zuversichtlich, denn ich hatte gut trainiert und mein Trainer war auch optimistisch“, sagte Guye Adola, der ebenso wie Tigst Assefa in Addis Abeba von Gemedu Dedefo betreut wird.

 

 

Im Rennen um die Position des schnellsten deutschen Läufers setzte sich Haftom Welday in 2:08:25 durch. Im Gegensatz zu früheren Rennen hielt sich der 36-Jährige dieses Mal etwas zurück und hatte mit dieser Taktik mehr Erfolg. Nachdem er sowohl 2024 als auch 2025 in Berlin das Rennen vorzeitig beendet hatte, lief er dieses Mal auf Rang 16 und war damit die deutsche Nummer eins. „Die Vorbereitung lief gar nicht so gut, daher bin ich froh und dankbar, dass ich heute so ein Ergebnis erreicht habe. Im nächsten Frühjahr will ich dann meine Bestzeit steigern“, sagte Haftom Welday. Während es für Aaron Bienenfeld (Düsseldorf Athletics) auf Platz 20 in 2:09:18 nicht zu der erhofften persönlichen Bestzeit reichte, zeigte Sebastian Hendel (Marathon Team Berlin) mit 2:09:50 auf Platz 24 einen Aufwärtstrend. 

 

 

Prominente Finisher im Berliner Läufer:innenfeld

 

Auch einige prominente Starter stellten sich der Herausforderung auf der Berliner Marathonstrecke. Schnellster unter ihnen war der ehemalige Weltklasse-Triathlet Jan Frodeno, der die 42,195 Kilometer in 2:23:33 Stunden absolvierte. TV-Moderator Kai Pflaume erreichte das Ziel nach 3:32:33 Stunden. Der ehemalige deutsche Radrennfahrer Rick Zabel benötigte 4:05:38. Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer lief nach 4:03:18 Stunden über die Ziellinie. Bei allen in diesem Absatz genannten Zeiten handelt es sich um die gemessenen Nettozeiten. 

 

 

 

 


 
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