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Laufboom bei Kindern? Experten äußern Zweifel

13.10.26
Quelle: Red. M4Y

Gibt es einen echten Laufboom unter Kindern oder trügt der Schein? Ein aktueller Bericht des Bayerischen Rundfunks auf BR.de  zeigt, dass die Meinungen zwischen Sportverbänden und Wissenschaftlern hier stark auseinandergehen.

Während der Bayerische Leichtathletikverband (BLV) von Rekordzahlen berichtet, warnen Kindersport-Experten vor einer sinkenden Leistungsfähigkeit in der Breite und zu hohem Leistungsdruck.

 

 

Die Argumente für einen Laufboom (Verbandsseite)

 

• Rekord beim München Marathon: Beim erstmals ausgetragenen Schullauf nahmen am Wochenende 3.865 Schülerinnen und Schüler von 53 Schulen teil – die Hälfte davon aus Grundschulklassen.

• Steigende Mitgliederzahlen: Laut BLV-Chef Peter Kapustin stieg die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Verband innerhalb von vier Jahren von 57.500 auf 69.000.

• Erfolgreiche Schulprojekte: Am BLV-Projekt „Lauf dich fit!“ nahmen in diesem Jahr über 100.000 Kinder in ganz Bayern teil. Seit dem Start 2015 verzeichnet das Projekt fast 800.000 Teilnehmende.

• Politische Unterstützung: Als Treiber gilt auch das bayerische Sportgesetz, das seit knapp einem Jahr die Kooperation zwischen Schulen, Kitas und Vereinen stärkt, um Bewegungsarmut zu bekämpfen.

 

Die Einwände der Experten (Wissenschaftsseite)

 

• Sinkende Fitness in der Breite: Dr. Thorsten Schulz (Sportbiologe an der TU München) widerspricht der These eines allgemeinen Booms. Die Ausdauer- und Leistungsfähigkeit von Kindern habe sich in den letzten Jahren insgesamt verschlechtert.

• Schwaches „Mittelfeld“: Es gebe zwar weiterhin sehr aktive und sehr faule Kinder, allerdings bricht das sportliche Mittelfeld zunehmend weg.

• Elternhaus entscheidet: Der hohe Zulauf bei Laufevents liegt laut Experten oft an laufbegeisterten Eltern, die ihre Kinder zu solchen Großveranstaltungen mitnehmen.

 

 

Warnung vor zu viel Leistungsdruck

 

Experten betonen, dass Sport für die Motorik und Koordination von Kindern zwar essenziell ist, warnen jedoch vor den Folgen von zu intensivem Wettkampfdruck:

• Körperliche Risiken: Zu intensiver Sport im frühen Alter kann das Wachstum negativ beeinflussen und die Verletzungsanfälligkeit erhöhen.

• Psychischer Stress: Zu hoher Druck durch Eltern oder Trainer führt häufig dazu, dass Kinder frühzeitig die Motivation verlieren und den Sport als Jugendliche (oft mit ca. 18 Jahren) komplett aufgeben.

Das Fazit der Experten: Der Spaß an der Bewegung muss für Kinder immer im Vordergrund stehen.

 

Link zum vollständigen Originalbeitrag mit allen Details auf BR.de
 

 
 
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