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Laufberichte

Land am Strome

16.09.12

Anno 996 wird erstmals in einer Urkunde der Name “Ostarrîchi” = Österreich erwähnt. In den über 1000 Jahren seitdem war Melk stets ein bedeutendes kulturelles und geistliches Zentrum dieses Landes.

Leopold I., machte die Burg in Melk zu seiner Residenz. 1089 übergab Markgraf Leopold II. die Burg den Benediktinermönchen aus Lambach. 1702 – 1736 wurde der prachtvolle Barockbau des Stifts Melk (Prädikat: höchst sehenswert) errichtet und ist weithin sichtbar. Auch von Emmersdorf aus, dem Startplatz des Wachaumarathons.

Am Sonntag bin ich in aller Frühe in Krems, um meine Startnummer entgegen zu nehmen. Die ersten schwarzen Gazellen sehe ich beim Frühsport. Sie werden beim Halbmarathon starten und versuchen, Hailes Zeit vom April in Wien, 60:52, zu schlagen.

Es hat acht Grad und es ist noch ziemlich dunkel um 06h30, als die Österreich-Halle am Kremser Messegelände geöffnet wird. Nachdem ich gezählte 61 x Chipmiete bei pentek-timing bezahlt habe, habe ich mir vor zwei Wochen anlässlich des Achenseelaufs endlich meinen Chip behalten. Ein eigener Chip ist eine neue Situation für mich, ich lasse den Chip vorsichtshalber kontrollieren, alles passt.

 
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Die Shuttlebusse zu den diversen Startorten fahren vom 800m entfernten Bahnhofsvorplatz ab. Nach Dürnstein die 10,5km-Starter, nach Spitz die Halbmarathonis und nach Emmersdorf die Marathonläufer sowie die Startläufer der 2er-, 3er- und 4er-Staffeln. Auch Schiffe und die Eisenbahn transportieren Läufer die Donau rauf zu den Starts, bzw. sammeln am Rückweg Staffelläufer auf.

Beim Warten auf den Bus lerne ich die sympathische Renate aus Offenburg kennen. Sie ist bisher 273 Marathons gelaufen, in einem Jahr sogar einmal 34! Sie macht sich etwas Sorgen wegen des Zielschlusses: 5Std 30min darf sie maximal benötigen.

Alles in allem sind heute knapp über 11.000 Leute angemeldet, doppelt so viele wie vor 5 Jahren. Damit schrammt die Veranstaltung knapp am ausverkauft sein vorbei. Aus Transportgründen sind die diversen Laufbewerbe auf insgesamt 11.111 Starter limitiert.

Mit der Anmeldung bekam man eine Abfahrtszeit zugeteilt. Wie beim „Big Sur“-Marathon wird man zuerst auf jener Strecke hingefahren, die man dann zurück läuft. Nur dass es heute schon hell ist.

 
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Um 9h15 sind wir in Emmersdorf, weitere Busse treffen ein. Ein Steckerlfischbrater hat seinen Grill angeheizt. Diese Möglichkeit sich aufzuwärmen wird gerne angenommen. Der Platzsprecher spielt Motivationsmusik, wie er es nennt. Von ihm erfahren wir, dass heute LäuferInnen aus 58 Nationen am Start sein werden. Chin-te Huang aus Taiwan scheint auf Europatournee zu sein. Vor acht Tagen hat er in Plasy (CZ) beim „Baroko-Maraton“ den Preis für den am weitesten angereisten Teilnehmer abgeräumt, er ist heute auch am Start. Leopold Eigner ist da,   Gerhard Wally auch, beides Viel-, bzw. Sehr-viel-Läufer. Der Start wird zeitgleich mit dem Halbmarathonstart in Spitz über die Bühne gehen.

10.00 Uhr: Ein gemeinsamer Countdown, dann ertönt das Startsignal. Zusammen mit den Startläufern der Staffeln setzen sich in Emmersdorf 1050 LäuferInnen in Bewegung. Da es nach Spitz an der Donau nur 16km sind, laufen wir vorerst in die falsche Richtung. Ich will mich am 3:59:59-Pacer orientieren, der schlägt aber ein gehöriges Tempo an. Kurz vor km3 die Wende, ab jetzt laufen wir direkt Richtung Spitz und Krems, immer am linken Donauufer. Die ersten 4km absolviere ich in 22min und bin noch immer nicht am Schrittmacher dran.

 
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Dann scheint er seine Geschwindigkeit bemerkt zu haben und nimmt etwas das Tempo raus. Kurz vor km5 überhole ich ihn und seine Gefolgschaft, es folgt die erste Labe. Wenig später laufen wir wieder durch den Startbogen. Die Sonne ist vorhin  raus gekommen, steht aber noch so tief, dass die Sträucher ihren Schatten auf die Fahrbahn werfen. Die Temperatur ist angenehm, seit der Wende haben wir leichten Gegenwind - und flachen Asphalt. Endlich wieder ein Marathon ohne ein paar hundert Höhenmeter, ohne Wurzeln, ohne lose Steine und abschüssige Wiesen. Es gibt keine laienhaft zusammen gezimmerten Holzbrücken und keine tief hängenden Äste. Einfach nur der flache Asphalt der B3 und schönes Wetter in herrlicher Landschaft. 

 
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Nach 10km gibt es wieder Stärkungen, außerdem ist hier der erste Wechsel für die 4er-Staffeln. Die junge B-Läuferin im lila Shirt sprintet ehrgeizig los, ihr blonder Haarschopf weht im Wind. Ansonsten kennt man nach und nach seine BegleiterInnen.

10.59 Uhr, km11:  Wenn ich ein Foto schieße werde ich überholt, kurz darauf nehme ich wieder meine Position ein. Dieses Stop ‚n’ Go ist etwas kräfteraubend. In Aggsbach Markt gibt es schon wieder eine Labe, die Intervalle sind ab km13 verkürzt. Ich werde meine Flasche in der linken Hand also nicht bis zum Ende mittragen, hier ist für rechtzeitigen Nachschub gesorgt! Fast überall gibt es Wasser, Powerade, Cola, Isostar-Riegel, Bananen und am Ende jeder Versorgungsstelle wieder Wasser. Das ist sehr gut! So kann man nach den süßen Stärkungen den Mund zuckerfrei spülen.

12
 
 

Informationen: WACHAUmarathon
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